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USA 2001
Originaltitel:Extreme Force
Alternativtitel:Sacred Seal
Länge:90 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michel Qissi
Buch:Jonathan Davenport, Michel Qissi
Kamera:-
Musik:Kays Al-Atrakchi
Darsteller:Hector Echavarria, Michel Qissi, Youssef Qissi, Nikki Lemke, Adam Leadbeater, Louis Iocaviello, Fitz
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.75:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:24.04.2003 (Kauf)
Specials:
  • Trailer dt./engl. (jeweils 1:38 Min.)
  • Slideshow (18 Bilder)
  • Filmografie Hector Echavarria (1 Seite)
  • Filmografie Michael Quissi (3 Seiten)
  • Trailershow:
    • Shadow of the Dragon (1:50 Min.)
    • Black Morning Glory (2:24 Min.)
    • Double Deception (1:29 Min.)
Marcos DeSantos ist hauptberuflicher Krimineller und möchte aus dem Metier aussteigen. Bei seinem letzten Coup wird er aber von seinem langjährigen Vertrauten Cole gelinkt: Nach dem Einsammeln der Beute auf einem gehobenen Empfang wird er von ihm niedergeschossen. Die Opfern des Raubüberfalls schnappen sich den schwerverletzten Marcos und peppeln ihn in ihrer Residenz wieder auf. Nicht ohne Hintergedanken, denn beim Coup wurde das "Siegel der Mongolei", ein Schmuckstück von unschätzbarem ideellen Wert gestohlen. Geht er verloren, so ist Präsident Khun der Schande seines Landes ausgesetzt und das politische Gleichgewicht der Mongolei könnte aus den Fugen geraten. Marcos wird daher verpflichtet unter der Aufsicht von Leibwächter und Kampfsport-Meister Kong Li den Stein zurückzuholen und dabei seinen ehemaligen Partner zu überlisten.
Der erste "große" Leinwandauftritt der in Lateinamerika legendär gewordenen Martial-Arts-Ikone Hector Echavarria ist für mich eine klare Enttäuschung. Echavarria, der Aufgrund seiner Asthmaerkrankung (!!!) von seinen Eltern ermutigt wurde, die fernöstlichen Künste zu erlernen, trainiert seit seinem 4. Lebensjahr, meist unter Leitung von Kapazitäten des Sports. Seine glorreiche Karriere im Ring begann mit 14 Jahren und er heimste schon wenig später die ersten Titel ein, u.a. Weltmeistertitel in Kickboxen, Karate und Kung Fu. Diese Errungenschaften und Auftritte in Film ("The Exterminators" Teil 1 bis 3) und Fernsehen (TV-Serie "Brigada") machten ihn sehr schnell zu einer nationalen und übernationalen Persönlichkeit, die sich in zahlreichen Merchandise-Artikeln und Cover-Erscheinungen in den Printmedien bemerkbar machte.


Die Kampfszenen sind dann doch weniger spektakulär ausgefallen, als es der Name der Darsteller versprechen könnte. Meistens gibt es recht langweiliges Kickboxen und Faustgeprügel, bei denen die pure Kraftauswirkung im Vordergrund steht. Kleine artistische Einlagen oder nette Choreografien fehlen hier und die Bösewichter halten mir viel zu lange still, als dass die Kämpfe wenigstens ein bisschen ausgeglichen wirken könnten. Zu Gute halten muss man Echavarria, der sogar schon als würdiger Nachfolger von Bruce Lee gehandelt wird, dass seine Bewegungen sehr echt aussehen und sicherlich eine sehr gute Körperbeherrschung voraussetzen. Aber wen interessiert das wirklich, wenn die Kämpfe allesamt nach dem selben Schema ablaufen? Das Vorspiel, das zu einer der zahlreichen Raufereien führt, ist ebenso berechenbar wie langweilig. Sobald eine Gruppe von 4 oder mehr muskelbepackten Hirnis die Szenerie betritt, weiß der Zuschauer sofort, dass hier gleich platte Nasen und verbogene Gelenke am Fließband fabriziert werden.
Eine schöne Ausnahme bilden da die Rednecks, die unseren Helden irgendwo in der Prärie auflauern und ihnen nach moderner Raubritterart alles abnehmen möchten, was nicht am Körper festgewachsen ist. Da steigt der Unterhaltungsfaktor -wenn auch nur für kurze Zeit- auf seinen absoluten Höhepunkt, wenn kindisches, dreistes Gekicher aus schmutzigen Hackfressen ertönt und der Pa mit der Flinte rumfuchtelt. Die debilen Hinterwäldler bekommen aber genauso eine Abreibung verpasst, wie auch die Rausschmeißer in der Bar oder die Straßengang vor dem Club (hier spielt übrigens Turbo B, der auch für einen Teil des Soundtracks verantwortlich ist, in einer kleinen Nebenrolle mit - erinnert sich noch jemand an SNAP?).


Der Beginn ist recht vielversprechend, nach dem Attentatsversuch an unserem Hauptdarsteller herrscht aber erstmal Langeweile vor, die durch die Rehabilitation und das Aufbautraining durch den glatzköpfigen Mönch nicht unbedingt aufgelöst wird. "Extreme Force" limitiert sich zu sehr auf Dialoge (die nun wirklich niemand braucht, die einfache Story ist intuitiv) und die Kloppereien. Für einen Actionfilm ist mir das aber viel zu wenig. Wo bleibt die obligatorische Autoverfolgungsjagd oder ein gediegener Schusswechsel. Bei Interner Link"Walker Texas Ranger" beispielsweise funktioniert das definitiv besser. Ab und zu versucht der Hauptcharakter Marcos witzig zu sein, aber mehr als lächerlich macht er sich dabei nicht. Da drängt ihn sein Filmpartner Michel Quissi (Interner Link"Kickboxer"), der neben der Rolle als Kong Li auch noch auf dem Regiestuhl saß und das Drehbuch bearbeitete, schon allein durch sein mysthisches Äußeres deutlich in den Hintergrund. Später darf dann im Duo gehandkantet werden, wobei Zauberzopf Kong Li als behäbiger Felsen jegliche Angriffe einfach abprallen lässt, was mich ein wenig an die Spencer/Hill-Filme erinnert. Mit Youssef Quissi, dem Meister Propper des Karate-Sports, wird ein weiterer Martial Arts-Profi eingebracht, der für den Job des Bösewichts fast schon zu gutmütig dasteht. Auch er darf zeigen, dass ihm der Kampfsport liegt. Den glanzvollsten Auftritt legt aber Miss Playboy Nikki Lemke hin, die nicht nur die überzeugendste Schauspielleistung darbietet (inmitten dieses Schlägerhaufens wahrscheinlich auch nicht ganz so schwierig), sondern auch die Blicke der Kamera mit ihren weiblichen Reizen auf sich zieht.


Dass "Extreme Force" den Durchbruch für Hector Echavarria im amerikanischen Filmbuisness bedeutet, mag ich bezweifeln. Dafür ist der Film zu abgeklärt und unspektakulär. Solche Story-Ansätze wie der Freund/Feind-Konflikt zwischen Marcos und Cole gehen im Versuch unter und kommen erst gegen Ende des Films kurz zum Vorschein. Aber für Dramatik ist hier sowieso kein Platz, denn hier darf man das Gehirn auf B-Movie-Aktivität runterfahren und den Verrenkungen der zugegeben recht charismatischen Darsteller folgen.


Das in Vollbildbarrieren gepresste Widescreen-Bild ist leider nur durchschnittlich geworden. Zwar ist das Rauschen sehr gering ausgefallen, dafür ist aber die Schärfe mangelhaft. Der Kontrast ist teilweise zu stark gewählt und die Bonbon farbene Bildpracht sieht immer dann etwas lächerlich aus, wenn Marcos rosa schimmernde Lippen den Schergen entgegenblitzen oder ein Baum bei Nacht hellgrün aufblüht. Eine Mischung zwischen der Farblosigkeit des Trailers und der Übersättigung des Films wäre mir persönlich am liebsten gewesen. Ab und zu muss man sich mit kleinen Kratzern und Defekten abfinden, aber im Großen und Ganzen wirkt es recht sauber und plastisch, weshalb mir hier 4 Punkte als gerecht erscheinen.
Vom Ton bin ich etwas enttäuscht, denn der 5.1-Ton bietet kaum Raumklang. Die Effektkulisse bleibt bis auf einige wenige Einsätze und die übliche Musikuntermalung fast ständig ruhig und auch die Stereolautsprecher bleiben nahezu unangetastet (sieht man von sehr leisen Klängen ab). Hier dominiert ganz klar der Centerkanal, unterstützt durch den wummernden Bass. Die Sprachverständlichkeit ist jeweils bei deutscher und englischer Tonspur sehr gut, nur dass der Originalton insgesamt etwas leiser und nicht so heftig präsent im Bassbereich ist. Der Ton ist sehr sauber und wirkt besonders im Stereobereich sehr gut, teilweise besser als der centerlastige Surroundtrack. Auch wenn der Surroundtrack nicht wirklich überzeugen kann, möchte ich 4 Punkte vergeben (wenn auch nur sehr knapp), denn abgesehen vom Centermanko ist er wirklich sehr sauber und klar.
Leider wurde fast gänzlich auf interessantes Bonusmaterial verzichtet. Der Trailer (wahlweise in englisch oder deutsch) und die obligatorische Trailershow sind nicht gerade sehr informativ. Mit der Slideshow (enthält Bilder aus dem Film) und den 2 minimalistischen Filmografien kann ich nur ein mangelhaft ausgestattetes Bonusmaterial bescheinigen. Schade, dabei hätten gerade ausführliche Informationen über die Quissi-Brüder und den eigentlichen Star des Films mit auf die DVD drauf gemusst.


Fans von amerikanischen Martial Arts-Streifen dürfen bei diesem Film auf überdurchschnittlichen TV-Produktions-Niveau gern mal reinschauen, denn ich bin mir fast sicher, das jenen dieser Film besser als mir gefallen wird. Wer auf die 80er Klopper-Klamotten steht, wird hier wahrscheinlich genau an der richtigen Adresse sein, mir persönlich ist dieses Genre aber zu verbraucht. Die DVD von Marketing bietet ein passendes Bild, dem es etwas an Schärfe mangelt. Leider sind die Extras nicht sonderlich gut ausgewählt worden.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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