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USA 1998
Originaltitel:Disturbing Behavior
Länge:80 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:David Nutter
Buch:Scott Rosenberg
Kamera:John S. Bartley
Musik:Mark Snow
SFX:Dan Cervin
Darsteller:James Marsden, Katie Holmes, Nick Stahl, Paul Sorvino, Steve Railsback, Bruce Greenwood, William Sadler, Natassia Malthe, Tobias Mehler, Chris Owens
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch
Specials:
- Trailer
- Trailershow
- Booklet
- Bio-/Filmografien
- Making of
Nach dem Selbstmord ihres Sohnes zieht Familie Clark mit ihren beiden Kindern Steve und Lindsay in das idyllische Städtchen Cradle Bay. Hier wollen sie einen Neuanfang wagen, und so den Tod ihres Kindes verarbeiten. In Cradle Bay scheint alles perfekt zu sein. Kein Teenager setzt sich betrunken hinters Steuer oder konsumiert irgendwelche Drogen und die Selbstmordrate liegt bei Null. Was geht hier vor? Diese ganze Perfektion hat etwas Unnatürliches, wie Steve schon sehr bald feststellt. Es steckt wesentlich mehr dahinter, als nur biedere Kleinstadtidylle.
Als Neuankömmling ist Steve ein Außenseiter und wird von den Blue Ribbons, den angesehensten Jugendlichen Cradle Bays, nicht akzeptiert. Sehr schnell freundet er sich mit Rachel und Gavin an, die ebenfalls nicht zum Kreis der Angesehenen gehören. Hinter all den merkwürdigen Vorgängen steckt der Schulpsychiater Dr. Caldicott, der die Eltern von Cradle Bay völlig in seinen Bann gezogen hat. Nach einer Gehirnwäsche durch ihn gibt es keinen Widerstand mehr von den Jugendlichen. Diese schreiben fortan nur noch gute Noten und tun genau das, was sich ihre Eltern wünschen. Doch die ganze Sache hat einen Haken: Schon das kleinste außerplanmäßige Geschehnis lässt die Teenager in unkontrollierbare Gewalt ausbrechen. Steve, Rachel und Nick können sich diesem merkwürdigen Kult glücklicherweise widersetzen, doch Steves Eltern wurden bereits zu einem Meeting bei Dr. Caldicott eingeladen ...
Selten war eine qualitative Zweiteilung bei einem Teen-Horror-Film so offensichtlich wie bei "Dich kriegen wir auch noch", einem eher der SF zuzuordnenden Beitrag, der bei weitem nicht so schlecht ist, wie er ständig gemacht wird, der aber auch nicht so gelungen ist, wie man das bei dem X-Files-erfahrenen Team hätte erwarten können. Der Grund dafür ist nicht geklärt, aber vermutlich wird in der Schnittabteilung so einiges weggefallen sein, wie der Trailer beweist.

Leider ist die bessere Hälfte auch gleich die erste. Die Story ist schon ein wenig betagt: neuer Schüler Marke Normalo, aber mit gutem Aussehen, kommt auf eine High School auf einer vor der Küste gelagerten Insel. Alles scheint ganz normal zu laufen, nur die Gruppe der superordentlichen Streber der "Blue Ribbons", megakonforme Elternlieblinge fallen irgendwie raus. Und rausfallen tut genau diesen auch mal die Sicherung, wie ein Mord zu Beginn ebenso zeigt, wie ein brutaler Angriff eines Mitglieds im Supermarkt. Wer seine fünf Sinne beisammen hat, wird natürlich darauf kommen, daww sexuelle Erregung hier einen Agressionsschub auslöst.
Zu unserem Knuddeljungen James Marsden noch die Slumprinzessin Katie Holmes (hier als Vorstadtgör mit Indie-Attitüde zum gepflegten Lechz-Modus) und Nick Stahl als Kiffer, der bald prominentes Konditionierungsopfer wird. Interner Link"Akte-X"-Regisseur David Nutter hat im ersten Teil noch sichtlich die Fäden in der Hand, organisiert den Plot sympathisch und mit dem nötigen Drive, wirft den Zuschauern die mysteriösen Brocken hin und baut Figuren auf. Nach einer guten Dreiviertelstunde jedoch zerbröselt der Film zusehends. Vermutlich wurde als Cut mehr Drive verlangt, auf jeden Fall wirkt der Film nun zerfahren, hektisch und unterentwickelt. In rasender Eile hakt er jetzt die nötigen Teile zur Erklärung ab, präsentiert den Bösewicht, führt den Zuschauer und die Protagonisten in eine Irrenanstalt (ohne jetzt mal zu erklären, wie sie da reinkamen und warum sie sich so frei bewegen können), wo sie die Tochter des Wissenschaftlers aufstöbern, lässt sie in eine Falle geraten, sich in Windeseile auf dem OP-Stuhl wieder daraus befreien (Nutter zitiert hier allzu einfallslos Interner Link"Total Recall" und "Uhrwerk Orange" und lässt einen Kontrollmechanismus mit einer Nadel von vorne automatisch ins Auge einführen (!!!), wo eine Von-Hand-OP nötig wäre), um dann zu einem hektischen Showdown überzugehen, der immerhin eine nette Rattenfänger-Idee beinhaltet.

Zwar wird der Plot am Ende aufgelöst, dennoch hat man so viele offene Enden in der Hand, dass einem der Kopf schwirrt. Die Chemie zwischen Marsden und Holmes tritt vollends in den Hintergrund (eine Liebesszene der beiden, die im Trailer gezeigt wird, ist nicht in der Schlussfassung drin), der Scientist ist eben nur mad, auf die Eltern wird nicht mehr eingegangen, das Schicksal der Blue Ribbons (immerhin über ein Dutzend Tote) nicht mehr erwähnt.
Mann, hatten die es eilig - so etwa könnte man den Eindruck beschreiben und das Gefühl, um einige wichtige Szenen betrogen worden zu sein, verlässt einen nie. Trotz dieser Schwächen und der Offensichtlichkeit des Geschehens nach etwa der Hälfte der Laufzeit, hat "Disturbing Behaviour" (Verstörendes Verhalten) immer noch mehr zu bieten, als z.B. der beinahe gleichzeitig gestartete Malen-nach-Zahlen-Slasher Interner Link"Urban Legends", vor allem brauchbare Darsteller.
Ebenso wie Interner Link"The Faculty" bemüht sich Nutters Film, aus der starren Phalanx der schematischen Genrebeiträge herauszutreten und einen Schritt weit gelingt das auch. Glücklich wird man damit trotzdem nicht, aber langweilen tut man sich auch nicht.

Mit dieser anamorphen DVD im Originalformat von 1,85:1 kann man mehr als zufrieden sein. Man bietet uns eine hervorragende Detailschärfe, einen guten Kontrast und kräftige Farben. Nur ein leichtes Hintergrundrauschen und wenige Dropouts trüben den ansonsten mehr als guten Gesamteindruck. Für eine der ersten Highlight-DVDs, bietet man uns gute Kompressionen und eine gute Schärfe, wirklich beachtlich.
Noch besser als das Bild präsentiert sich der Dolby Digital-Ton, der uns hier zwar nur in deutsch gebotent wird, aber dafür mit einer hervorragenden Dialogverständlichkeit aufwarten kann. Hier wird uns ein Spitzenklangerlebnis geboten, mit vielen klasse Suuroundeffekten, einer kräftigen Dynamik und einer Räumlichkeit, die ihres gleichen sucht. Da können sich einige große Firmen eine Scheibe von abscheiden.
Als Bonus gibt es den Original-Trailer, 5 weitere Trailer aus dem Highlight Film-Programm, 3 kurze Biografien, ein Musik-Clip von der Gruppe "The Flys", sowie ein fast 30 minütiges Making of komplett in deutscher Sprache. Last but not least gibt es noch einige Produktionnotizen in Form eines DVD-Booklets. Zwar nicht sonderlich viel, aber trotzdem interessant und nett anzusehen.

"Dich kriegen wir auch noch!" ist vielleicht nicht das innovativste, was euer Player bis jetzt gesehen hat, aber die DVD-Umsetzung kann als gelungen bezeichnet werden, auch wenn man sich hier die englische Originalspur und etwas mehr Bonusmaterial gewünscht hätte.


Film+++---
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus+++---


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