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USA 1984
Originaltitel:Crimes of Passion
Alternativtitel:China Blue bei Tag und Nacht
Länge:102:27 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Ken Russell
Buch:Barry Sanlder
Kamera:Dick Bush
Musik:Rick Wakeman, Antonín Dvorák
Darsteller:Kathleen Turner, Anthony Perkins, Bruce Davison, Gordon Hunt, Dan Gerrity, Annie Potts
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:17.07.2003 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:38 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • unter Männern / unter Frauen (5:30 Min.)
    • Im Bett mit Joanna (2:26 Min.)
    • Gespräch im Auto (2:20 Min.)
    • Ich brauche dich! (1:20 Min.)
    • Amy trifft Joanna (3:14 Min.)
    • Vater und Sohn (1:37 Min.)
    • In der Bar (3:03 Min.)
    • Sex on TV (2:21 Min.)
    • Bobby und Familie (2:36 Min.)
  • Bio-/Filmografien:
    • Ken Russell (9 Textseiten)
    • Kathleen Turner (9 Textseiten)
    • Anthony Perkins (10 Textseiten)
    • John Laughlin (3 Textseiten)
  • Trailershow:
    • Siesta (1:36 Min.)
    • Dahmer (2:10 Min.)
    • Allein unter Nachbarn (1:30 Min.)
    • Der Große Leichtsinn - The Big Easy (1:43 Min.)
Die attraktive Joanna Crane (Kathleen Turner) führt ein bizarres Doppelleben. Tagsüber arbeitet sie als erfolgreiche Modedesignerin, aber nachts ist sie China Blue: Eine Hure, die ihren Kunden die exotischsten Sexwünsche erfüllt. Als ihr Arbeitgeber Joanna verdächtigt, wertvolle Muster an die Konkurrenz zu verkaufen, engagiert dieser den Detektiv Bobby Grady (John Laughlin) zu ihrer Beschattung. Doch Grady ist nicht der einzige, der sie beobachtet. Auch der psychopathische, selbsternannte Reverend Shayne (Anthony Perkins) verfolgt China Blue und will ihre Seele retten. Für China Blue beginnt ein Martyrium, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint ...
Düster, düster was uns Ken Russell da zunächst vorsetzt. Der Alltag einer Hure wird abgrundtief pessimistisch in Szene gesetzt. Die meisten Freier China Blues sind die größten Penner, denen sie dennoch bereitwillig alle Wünsche erfüllt. Das Szenario ist erschreckend düster, das Bordell und die Umgebung dreckig. Dazwischen tauchen immer wieder diese grellen Neonfarben auf, die dem Film einen sehr eigenen Stil geben und zusätzlich die Atmosphäre verstärken. Die Sexszenen sind mitunter recht heftig und beinhalten oft einen beachtlichen Grad an Gewalt. Gar abartig ist die Sequenz, in der China Blue einem Polizisten beim heftigen Fesselsex einen Stock in den Allerwertesten rammt und ihn mit ihren Stöckelschuhen schmerzhafte Wunden zufügt. Diese Szene fehlte in der gekürzten Videofassung übrigens...


Parallel dazu läuft eine völlig gegensätzliche Geschichte des Donny, der ein scheinbar glückliches Vorstadtleben mit einer Frau und zwei Kindern führt. Doch die Ehe bröckelt und Donny lebt nur noch in seinen tristen Alltag hinein. Diese Rahmenhandlung tut dem Film sehr gut, weil sie doch eine willkommene Abwechslung zu den krassen Bordellszenen bietet und sehr erheiternd wirkt. Für etwas Humor ist ebenfalls gesorgt, etwa bei einem Barbecue, bei dem Donny einen erigierenden Penis nachspielt.


Ein Problem, dass sich aus den beiden Handlungssträngen ergibt, ist folgendes: Ich weiß nicht so recht, was der Film uns eigentlich sagen will bzw. was er sein will. Will er einen ernsthaften Einblick in den rauen Alltag einer Hure geben (was ihm einigermaßen gelingt), will er ein Beziehungsdrama sein oder doch ein Erotik-Psycho-Thriller. Letzteres wäre ebenfalls möglich, weil nebenbei ja noch Anthony Perkins als irrer Priester zu sehen ist. Schade, dass man diesen Part ein wenig vernachlässigt hat. Vor allem weil Perkins in seiner Paraderolle als Psychopath einmal mehr brilliert. Daraus ergibt sich dann insgesamt ein Mix, bei dem gilt: Von allem etwas, aber als Ganzes zu unentschlossen.


Sehenswert machen den Film gute Darsteller (herausragend: Anthony Perkins und Kathleen Turner), die beispiellos pessimistische Atmosphäre und einige denkwürdige Szenen (richtig gut ist der Schlussmonolog mit einer tollen Pointe zum Schlapplachen). Wer bei Filmen auf den Skandalfaktor schielt, kann ebenfalls reinschalten, in Amerika gab's wegen einigen Sexszenen damals mächtig Ärger. Allerdings ist Ken Russell der große Wurf nicht gelungen, dazu hat er keine konsequente Linie und vernachlässigt den psychologischen Teil. Für sensible Gemüter nicht geeignet, die anderen können mal reinschauen!


Nach der Anchor Bay-DVD erfährt "China Blue nun endlich auch bei uns eine DVD-Umsetzung und zwar von dem kleinen aber feinen Dortmunder Label "e-m-s". Hier wird uns ein anamorphes Bild geboten, welches durch seine frischen und kraftvollen Farben, seine guten Kontrast und seiner fast immer perfekten Schärfe glänzt. Nur selten bekommt man Bildrauschen zu Gesicht und auch die Kompressionen können bis auf ein wenig Blockrauschen im Hintergrund stets überzeugen. Allerdings ist der Schwarzwert bei der DVD nicht immer optimal und tendiert ab und zu ins Gräuliche. Defekte und Verschmutzungen gibt es nur selten und man kann sagen, dass sich e-m-s bei diesem 20 Jahre alten Film wirklich Mühe gegeben hat.
Der Monoton wurde hier auf die beiden Frontlautsprecher gelegt und bietet eine recht gute Sprachverständlichkeit, allerdings kann man hier leichtes Rauschen vernehmen und auch so klingt der deutsche Ton etwas zu dumpf. Hier hat die englische Spur auf alle Fälle die Nase vorn. Ebenfalls auf die Frontlautsprecher gelegt, hat man hier das Gefühl, man hätte dem Zuschauer die Watte aus den Ohren genommen. Hier wird uns ein sauberer und klarer Ton geboten, der viel mehr Druck ausübt und viel natürlicher wirkt als die deutsche Variante. Deutsche Untertitel gibt es allerdings nicht.
Als Bonus gibt es 9 geschnittene Szenen, 7 davon sind in einer sehr schlechten VHS-Qualität, die zwei letzten Szenen sind anamorph abgetastet und waren in der Unrated-Fassung der Anchor Bay-DVD enthalten. Dies heißt jetzt nicht, dass diese DVD geschnitten ist - ganz im Gegenteil. "China Blue" liegt uns hier in der regulären Uncut-Fassung vor und geht noch länger als die damalige VHS von Columbia Pictures. Da es aber keinen deutschen Ton für diese zwei Szenen gab, hat man sich dazu entschieden, diese als Bonus mit auf die DVD zu pressen. Neben 5 Bio- und Filmografien gibt es dann noch den Original US-Trailer sowie 4 weiter DVD-Trailer zu Produkten der e-m-s.


Hier bekommt man wirklich eine gute DVD-Umsetzung geboten, die mit einigen Schwächen im Bild und Ton zu kämpfen hat, aber gerade bei dem deutschen Monoton drücken wir ein Auge zu, denn da kann die e-m-s nun wirklich nichts für.
Wer auf den Audiokommentar der Anchor Bay-DVD verzichten kann, darf hier zuschlagen, Fans stellen sich sowieso beide Fassungen ins Regal.


Film+++---
Bild++++--
Ton++----
Bonus++----


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