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USA 1999
Originaltitel:Teaching Mrs. Tingle
Alternativtitel:Killing Mrs. Tingle
aka. Rettet Mrs. Tingle
aka. Kill Mrs. Tingle
Länge:91:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Kevin Williamson
Buch:Kevin Williamson
Kamera:Jerzy Zielinski
Musik:John Frizzell, Duncan Sheik
SFX:Frank Ceglia
Darsteller:Helen Mirren, Katie Holmes, Jeffrey Tambor, Barry Watson, Marisa Coughlan, Liz Stauber, Michael McKean, Molly Ringwald, Vivica A. Fox, John Patrick White, Robert Gant
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:23.05.2000 (Verleih) / 05.09.2000 (Kauf)
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Starinfos:
    • Kevin Williamson (1:08 Min.)
    • Katie Holmes (0:45 Min.)
    • Helen Mirren (0:32 Min.)
    • Marisa Coughtan (0:19 Min.)
    • Barry Watson (0:32 Min.)
  • Filminfos (23 Seiten)
  • Fotogalerie (28 Bilder)
  • Hinter den Kulissen (4:29 Min.)
  • Trailer "Tötet Mrs. Tingle!" (2:22 Min.)
  • Trailer:
    • Die Muse (2:11 Min.)
    • Der talentierte Mr. Ripley (2:40 Min.)
    • Ein perfekter Ehemann (2:03 Min.)
    • Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung (2:12 Min.)
    • Ein Hauch von Sonnenschein (2:27 Min.)
    • Felicia, mein Engel (1:29 Min.)
Schülerin Leigh Ann ist auf einen perfekten Notendurchschnitt angewiesen, um ein College-Stipendium zu erhalten. Ihre Geschichtslehrerin Mrs. Tingle kann sie jedoch nicht ausstehen und freut sich mächtig, als sie Leigh Ann scheinbar beim Schummeln ertappt. Da ihre gesamte Zukunft auf dem Spiel steht, begibt sich Leigh Ann mit ihren Freunden zum Haus der Lehrerin, wo die Situation eskaliert und ein erbitterter Psychokrieg beginnt.
Der Name Kevin Williamson ist trotz seines Rufes noch kein Garant für einen guten Film, zumindest muss es nicht so sein. Bestes Beispiel: das von ihm selbst geschriebene Regiedebut "Tötet Mrs. Tingle". Dabei muss man erst mal die Aufregung, die sich um den Film zum Zeitpunkt seiner Kinoauswertung und bei seinem geplanten ersten TV-Einsatz zusammengezogen hat, mal geschwind beiseite lassen, denn der Film hat außer seinem Ruf nichts wahrhaft Aufregendes zu bieten. Überhaupt nichts. Und das ist schon mal eine ganze Menge.


Man tut dem Streifen unrecht, wenn man ihm ständig vorrechnet, wie viele Schüler rund um ihn herum ihre Mitschüler oder Lehrer umgebracht haben. Denn in diesem Film wird niemand umgebracht, auch wenn uns der Titel das glauben machen will. Zumindest der Originaltitel, bevor auch dieser geändert wurde. Was man schließlich zu sehen bekommt, ist eine wenig unterhaltsame Belanglosigkeit, deren Storyline so papierdünn ist, dass es schon ein Wunder ist, dass man dieses Skript verfilmt hat.
Williamson verarbeitete eigene Erlebnisse (und Traumata) aus seiner eigenen Schulzeit, wenn er die überall (und ich meine überall) verhasste Geschichtslehrerin Mrs. Tingle drei ihrer Schüler durchfallen zu lassen plant, weil die die Abschlussprüfungsaufgaben in der Tasche hatten. Die drei versuchen es mit einem Heimappell und der eskaliert soweit, dass sie die Lehrerin an ihr Bett ketten, um ihre Noten noch schnell unter Dach und Fach zu bringen bzw. das Stipendium zu sichern.


Das Hinterhältige an diesem Film ist, dass er uns per Trailer mehr Dramatik verspricht, als er schließlich halten kann. Nach einigermaßen akzeptablen ersten 20 Minuten ist die Lehrerin im Bett und unsere drei "Helden" überlegen, wie sie da wieder rauskommen.
Und seltsamerweise hat es sich damit, denn von nun an passiert im Film nur noch so wenig, dass es auch in einem 45-Minüter (sprich: jeder beliebigen Interner Link"Dawsons Creek"-Folge) Platz hätte. Die böse Lehrerin versucht natürlich, sich zu befreien und als das nicht funktioniert, die drei Schüler gegeneinander auszuspielen. Und das klappt auch noch beinahe, denn wir haben es hier mit einem zaudernden Notenstrahlemax (Katie Holmes bemüht sich als einzige, einen Hauch von Profil zu entwickeln), einem Gewohnheitsverweigerer (aber natürlich gutaussehend: Barry Watson) und der besten, aber arg debil gezeichneten Freundin mit Schauspieltick (total aus der Kurve: Marisa Coughlan) zu tun, drei Typen, die nun so gar nicht harmonieren wollen.


Und so plätschert der Film dahin, bringt gefühlsmäßige Wallungen auf, eine Liebesszene (Holmes kommt hier immerhin schon bis zum BH) und ein albernes Intermezzo mit einem verliebten Coach, der besoffen für kompromitierende Fotos herhalten muss. Da kommen fast die Tränen, wenn man bedenkt, was für wahnwitziges Potential aus der Situation zu schlagen gewesen wäre, schön überdreht und fern der Realität. Aber abgesehen von der Ausgangssituation ist Williamson nichts Brauchbares eingefallen.
Erst auf den letzten 10 Minuten kommt wieder Fahrt in den Film und etwas Action, die man zwischendurch eine volle Stunde vermisst hatte (weswegen man sich den kompletten Mittelteil auch sparen kann), doch retten kann dieses gewollte herbeigeführte Happy End, das grotesker ausfällt als der Rest des Films, die Niete auch nicht.


Das liegt nicht zuletzt an der Figurenzeichnung, die uns nur verrät, dass die drei Schüler irgendwie ganz lieb sind (wenn man sie nur lässt) und Mrs. Tingle eben bitterböse. Und das in jeder Szene, jeder Minute, bis zum Schluss. Ein leichter Funken Sozialkritik (raus aus der Kleinstadt ist Holmes erklärtes Ziel) klingt zwar an, verliert sich aber unpassend im faden Ganzen. Und dann sind da noch haufenweise Fehler und Ungeklärtes, die den Eintopf auch nicht schmackhafter machen.
Mrs. Tingles Attacke auf Holmes am Schluss ist da ebenso übertrieben, wie die Ankettung von Luke am bereits zerstörten Bett. Dass die Lehrerin auch weiterhin in ihrem Haus bleibt, ist ebenso deppert wie die Abänderung der Streberinnennote, die das Lügengebilde zum Einsturz bringen muss. Noch seltsamer (aber immerhin irgendwie lustig) ist Coughlans Exorzisten-Parodie auf dem Bett, die nun gar keinen Sinn macht. Genauso wie der unnötige Einsatz der recht namhaften Molly Ringwald als Tingle-Vertreterin, die sonst im Sekretariat arbeitet (!!!)

Damit können wir nur resumieren, dass Helen Mirren als komplette Rabenaas hier total verschenkt wird - in einem Skandalfilm ohne Skandal. Der Vollständigkeit halber konsumieren, an Unterhaltung gibt es hier nichts zu gewinnen. Außer man geiert gern Katie Holmes hinterher.


Kinowelt hat schon einige bessere DVD-Veröffentlichugen auf das Publikum losgelassen und auch wenn sie uns hier eine anamorphe Abtastung präsentieren, entspricht die Bildqualität nicht dem sonst üblichen Standard. Durch den Einsatz von Rauschfiltern wird das Bild etwas unscharf und matt. Die Kompressionen und vorallem der Kontrast lässt keine Wünsche übrig und auch der Rauschfaktor ist sehr gering ausgefallen. Der Ton kommt recht Frontlastig daher und der richtige Raumklang kommt nur durch den Score auf. Da der Film aber sowieso sehr dialogabhängig ist, ist das nicht weiter tragisch, dafür ist die Sprachverständlichkeit perfekt. Man hätte sich nur eine bessere Dynamik wünschen können.

Das Bonusmaterial ist etwas lustlos ausgefallen. Die Starinfos sind aussagelose Kurzinterviews mit dem Regisseur und seinen Darstellern, die pro Person teilweise nicht einmal eine halbe Minute dauern. Dort lassen sich die Beteiligten dann auch noch darüber aus, wie toll das Skript und der Regisseur war. Wirklich Wert haben da die fundierten Filminfos auf 23 Seiten und vielleicht auch die kurze Bildergalerie. In der Verpackung steckt noch ein Booklet, welches eine Übersicht über die DVD, den Film und kurze Biografien der Darsteller nachliefert. Ansonsten hält Kinowelt noch einen Trailerbereich bereit.
Im Ganzen eine nette DVD-Umsetzung mit einigen Schwächen in Bild und Ton, für Fans durchaus sehenswert.


Film++/---
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus+/----


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