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CAN, UK 1998
Originaltitel:eXistenZ
Alternativtitel:Crimes of the Future
Länge:93 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:David Cronenberg
Buch:David Cronenberg
Kamera:Peter Suschitzky
Musik:Howard Shore
SFX:James Isaac
Darsteller:Jennifer Jason Leigh, Jude Law, Ian Holm, Don McKellar, Willem Dafoe, Christopher Eccleston
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Surround
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
Untertitel
- Making of
- Dokumentation über Carol Spier
- DVD-ROM mit der Demoversion des PC-Spiels "Shadowman"
- Original Trailer
- Trailershow
Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh), Top-Spieledesignerin der Firma Antenna Research, hat ein neues Computerspiel erfunden - ein System basierend auf einer kompliziert ausgetüftelten Technologie: eXistenZ ist eine virtuelle Reise in das Reich der Psyche, die so einschneidende Auswirkungen auf die Ängste und Begierden des Anwenders hat, dass sich die Grenzen der Realität verwischen und der Flucht in eine Fantasiewelt die Tür geöffnet ist. Doch Allegra muss vor Fanatikern flüchten, die ihr Spiel sabotieren und sie umbringen wollen. Ihr einziger Verbündeter ist Ted Pikul (Jude Law), ihr unerfahrener Leibwächter. Allegra überredet ihn, gemeinsam mit ihr das Spiel zu testen und zieht ihn mit sich in eine trügerische, fantastische Welt, in der die Realität aufhört zu existieren und eXistenZ beginnt...

Cronenberg is back!
Zwar mit einem Mini-Budget, dafür aber mit einem recht reifen Drehbuch, das eine typische Twilight-Zone-Situation in all ihrer Bizarrheit durchspielt.

Ausgangspunkt der Handlung ist die Präsentation von "eXistenZ", dem neuen Virtual Reality-Spiel der Spieledesignerin Allegra Geller. Dazu gibt es eine halb mechanische, halb organische Spielekonsole, durch die der Spieler, verbunden durch einen halborganischen Bio-Port in seinem Rückenmark, in die Spielwelt eintaucht und dort Abenteuer zu bestehen hat. Als ein Attentäter die Versammlung sprengt, fliehen Allegra und ein Aufseher mit dem Spiel und probieren es auch, um seine Funktionen zu kontrollieren.
Großes Geld hat Cronenberg nicht gehabt, deswegen ist dieser Film auch arg karg inszeniert, mehr wie ein Road Movie, denn wie das dabei zu erwartende Effektspektakel. Selbst das Eintauchen in die Spielrealität wird nur mit marginalen Mitteln visualisiert: man agiert einfach so weiter wie bisher, muss aber halt gewisse Dinge tun oder sagen, weil man sonst festhängt. Das hindert das Buch nicht daran, zunehmend die Spielrealitätsebenen zu vermischen, sie skurriler zu machen, bizarrer und widerwärtiger, wie das Versetzen in eine Fabrik, in denen man mutantenähnliche Zuchtgeschöpfe ausschlachtet, um dadurch die organischen Komponenten für die Konsolen zu gewinnen.
Wer man ist und wer man vorgibt zu sein, ist dann auch der größte Spannungsmacher des Films, der seinen Suspense aus der leisen Unwirklichkeit der Handlung bezieht, die immer nur einen halben Schritt an der Normalität vorbei ist. Ein manchmal so zaghafter, wie angeschraubt sich bewegender Jude Law und eine wie ständig weggetreten agierende Jennifer Jason Leigh unterstützen dieses Gefühl noch zusätzlich.

Cronenberg führt seine eigenen Visualisierung rund um die Verformung und Verschmelzung organischer Materie, dem "neuen Fleisch" damit fort. Die organischen, wie unförmige Sexspielzeuge aussehenden Konsolen sind gleichzeitig niedlich und abstoßend, das Setzen des Bioports ins Rückenmark wirkt beunruhigend und das Einstöpseln semiorganischer Komponenten, die sich durch den Port in den Körper pflanzen, lässt einen um so mehr schütteln, weil das Geschehen im Piercingzeitalter bei der kargen, realistischen Weltsicht des Films so natürlich erscheint.
Das Ende kann man zwar kommen sehen, suggeriert es dann aber doch einen fiebrigen, eventuell nicht enden wollenden Alptraum, auf den dann nicht näher eingegangen werden soll. Alles steuert auf diesen Schluss hin, doch als er dann tatsächlich kommt, ist er nicht weniger beängstigend. "eXistenZ" ist "The Matrix", mit einem Homevideobudget hergestellt. Nicht so berauschend visualisiert, aber viel mehr an die Nieren gehend. Der Mann kanns immer noch!

Kinowelt spendiert uns hier zwar einen anamorphen Transfer, der durch seinen hervorragenden Kontrast und sehr gute Farbsättigung, sowie einer recht guten Schärfe und perfekten Kompressionen überzeugen kann, jedoch durch sein übermäßiges Rauschen den guten Gesamteindruck des Bildes schwächt. Hier müssen wir mit ständigen stehenden Rauschmustern abfinden, die dem Bild etwas an der Detailschärfe nehmen. Auch gibt es an einigen Stellen leichte Bilddefekte zu bemängeln. Daher leider nur befriedigend.
Der Ton liegt der englischen Originalfassung als auch in der deutschen Version sowohl in Dolby Digital 5.1 als auch in Dolby Surround vor. Neben einer sehr guten Sprachverständlichkeit wird uns ein solider Raumklang geboten, deren Surround-Kanäle und der Tiefenbass für Umgebungsgeräusche, sowie Schüsse und Explosionen eingesetzt wird. Allerdings hätten beide Dolby Digital-Spuren etwas mehr Druck vertragen können. Die Dialoge bei dem englischen Track wirken viel sauberer und harmonieren mehr mit den Umgebungsgeräuschen als der deutsche Track. Im ganzen noch gut und optional kann man dann noch deutsche Untertitel hinzuschalten.
Das Bonusmaterial ist so eine Sache für sich. Erst einmal gibt es den obligatorischen "eXistenZ"-Trailer und dann ein 11 Minuten langes Featurette was man einfach Making of genannt hat. Naja, dieses Werbefilmchen ist nicht gerade das, was man ein Making of nennt. Das sieht bei der Dokumentation über die Produktionsdesignerin schon anders aus. Ganze 54 Minuten werden wir mit einer Menge interessanter Infos überflutet, leider aber ohne deutsche Untertitel, was für viele Käufer ein Grund ist, sich diese Dokumentation nicht anzuschauen. Schade eigentlich. Auf dem DVD-ROM Part kann man dann noch eine Demo-Version des Action-Adventures "Shadowman" spielen und über die Kinowelt Trailershow müssen wir ja wohl kein Wort mehr verlieren, oder?

"existenZ" ist mal wieder ein richtiger Cronenberg und darf in keiner Sammlung fehlen, auch wenn diese DVD nicht das Optimum an Qualität hergibt, die das Medium DVD verspricht. Aber eine Neuauflage ist leider nicht in Sicht.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+++---


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