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HK 2004
Originaltitel:Gong wu
Alternativtitel:Kong Woo
Länge:81:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ching-Po Wong
Buch:Chi-long To
Kamera:Charlie Lam, Kenny Lam
Musik:Mark Lui
Darsteller:Andy Lau, Jacky Cheung, Shawn Yue, Edison Chen, Chien-lien Wu, Eric Tsang, Norman Chu, Yuan Lin, Kiu Wai Miu, Kara Hui, Ka Tung Lam, Suet Lam, Tony Ho, Yat Tung Wong
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Kan), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:10.08.2006 (Verleih) / 26.10.2006 (Kauf)
Specials:
  • Making Of Featurette (4:15 Min.)
  • Musikclip (2:50 Min.)
  • Originaltrailer dt. (1:49 Min.)
  • Originaltrailer kan. (1:45 Min.)
  • Bildergalerie (3:42 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Running Scared (2:19 Min.)
    • Attentat auf Richard Nixon (2:25 Min.)
    • The Call (1:13 Min.)
    • 11:14 - Elevenfourteen (1:33 Min.)
    • Flight 93 (1:33 Min.)
    • Hypnos (1:49 Min.)
    • Havoc (1:46 Min.)
    • Ein ferpektes Verbrechen (1:04 Min.)
    • Sky Fighters (1:45 Min.)
Triadenboss Hung Yan-jau (Andy Lau) hat gerade von seiner Frau Emily (Jaqueline Wu) einen Sohn geschenkt bekommen, als sich bereits das Unheil zusammenbrodelt. Der Kleinkriminelle Yik (Shawn Yu) hat einen Todesauftrag bekommen und macht sich auf dem Weg zu seiner Zielperson auf, währenddessen Lefty (Jacky Cheung) seine rechte Hand Shing (Gordon Lam) und dessen Killer auf Hungs Kontrahenten Tall Man (Eric Tsang), Big Lungs (Norman Tsui) und Figo (Miu Kiu Wai) loslässt.
"Cut the weeds and dig up the roots".
Als der Film erschien, glichen sich interessanterweise die Kommentare, die oft einen Vergleich mit "As Tears go By" (1988) anstellten und gleichzeitig die "style over substance"-Formel bemühten. Die Hinführung auf den Wong Kar Wai-Film ist etwas verfehlt; ergibt sich dann wirklich nur aus dem Setting sowie der Besetzung mit auch Andy Lau und Jacky Cheung, was allein einige Erinnerungen schürt. Mehr nicht. Auch das zweite Merkmal trifft nicht so wirklich zu. Der Film bezieht zwar seine Wirkung aus dem Inszenierten, aber vernachlässigt das zu Erzählende nicht; sondern weist speziell bezüglich der Handlungsführung einige interessante Punkte auf.


Es spielt sich alles in einer Nacht ab. Die anscheinend schon begonnen hat; man sieht zumindest kein Tageslicht mehr. Also ist der vorhandene Spielraum sehr stark eingeschränkt, was auch dazu führt, dass die Geschehnisse bereits in Gang gesetzt sind und weder vorbereitet noch eingeleitet werden müssen. Der Film zeigt den Ablauf bereits programmierter Handlungen an; wodurch man mitten in die Erlebnisse hineinversetzt wird und den sich abspulenden Verlauf nur noch beobachten kann. Ein Eingreifen ist zu spät, da sich die Parteien lange vorher aufeinander zubewegt haben und die Kräfte bereits zum Tragen kommen.
Dieser Eindruck wird durch die Kürze und Organisation der Erzählung verstärkt; "Jiang Hu" ist für ein Epos ein ausgesprochen kompakter Film, der sich nicht extra nach allen Seiten hin breit machen muss, um bedeutend zu wirken.



Andererseits erscheint das dargestellte Geschehen angesichts der knappen Zeit nicht wirklich gedrängt, sondern teilweise auch, als wäre viel Bewegungsfreiheit vorhanden. Als würde es in einem ausgedehnteren Rahmen stattfinden als angegeben. Dafür sprechen die großflächigen Veränderungen in der Unterwelt ebenso wie die relative Ruhe, die einige Szenen umgibt; besonders die Gespräche von Hung und Lefty. Beide haben sich in einem frisch restaurierten Restaurant zurückgezogen, wo sie von allem abgeschlossen eine Art letztes Mahl zu sich nehmen. Sie stehen über den Dingen. Nur sie beide sind dort und klären in mehreren Einzeldialogen die Grundlagen für ihr bereits vollzogenes Tun und ihre weitere Vorgehensweise; während draußen auf den Straßen ihre jeweiligen Anweisungen nach und nach ausgeführt werden.
Spürbar dabei ist, dass Lefty seinen alten Freund und Weggefährten ebenso aus dem Geschäft hinaushaben will und erst mit Andeutungen auf die aufgebaute Familie und speziell des Neugeborenen dazu drängt; die Sicherheit als Vorwand. Allerdings bei der verhaltenen Reaktion von Hung intensiver wird. Seine Stellung als nur zweiter Mann an der Spitze ist ebenso erkennbar wie der Willen, auch endlich einmal an der Spitze der Hierarchie zu stehen.
Gleichzeitig wird dabei aufgezeigt, dass Lefty zwar von der Position her das Zeug dazu hätte - im Gegensatz zu Tall Man, Big Lungs oder Figo -, aber auch nicht die geeignete Mentalität und Führungsqualität.



Parallel dazu erfolgt der zweite Handlungsstrang. Das komplementäre Gegenstück dazu besitzt mit Yik und Turbo gleichzeitig die Merkmale eines Neubeginns als auch des Rückblicks auf die Anfänge der nunmehr älteren Bosse, die sich ja wahrscheinlich ebenso mühsam hochgearbeitet haben. Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit vermischen sich zu einer einheitlichen, allerdings etwas stereotypen und dadurch begrenzten Charakterisierung. Die Figur des Yik muss man eigentlich nicht mehr porträtieren, verschafft ihm aber in den Stunden noch eine versuchte Analyse. Er wird mit seiner Mutter - einer Polizistin (Kara Hui) - ebenso gezeigt wie sein Umgang mit dem in Schwierigkeiten steckenden Best Buddy Turbo (Edison Chen) und auch der wohl ersten großen Liebe zu der Prostituierten Yoyo (Yuan Lin), die er auch grad erst kennengelernt hat.


Vor allem hierbei wirken die Ereignisse länger als es der knappe Handlungsrahmen eigentlich zulässt. Zu dicht gedrängt die verschiedenen Thematiken, einfach zu viel auf einmal. Außerdem ist das Verhalten und Vorgehen nicht wirklich frisch; in Bezug auf den Machtkampf in der Hak Seh Wui werden sowieso keinerlei erweiternde Aussagen gemacht. Der eingebaute Clou am Ende gibt dem Film eine etwas andere Sichtweise und erklärt einiges hinterher, verschafft aber keine wirklichen Erneuerungen hinsichtlich der Biografien und bleibt genrerealistisch. Und im Gegenzug sind die anderen Figuren drumherum theoretisch arg vernachlässigt, da allein auf die Mitte fokussiert wird; wirken aber dann doch noch allein aufgrund der schillernden - und besseren - Besetzung imposant. Die formale Betonung drückt sich dann bei der Filmsprache durch, die mit ihrer Stilisierung vielleicht etwas selbstzweckhaft und überproduziert erscheinen mag, aber das Bild extrem dynamisiert. Der Film lebt dann auch mehr von einzelnen ästhetischen Konvoluten, die mit ihrer visuell faszinierenden Montage immer wieder erneut die Aufmerksamkeit erregen und dabei einprägsame Momente schaffen. Was zum Beispiel Interner Link"Election" nicht hervorbringt und Wong Ching Pos Nachfolger "Mob Sister" komplett vergeigt.
Eine reizvolle Aufarbeitung von Klischees; durch die Plotkonstruktion gut unterstützt und durch die Besetzung wie als gelungenes Gegenstück zu Interner Link"Infernal Affairs" wirkend.


Wie so oft kann es dieser asiatische Film auf DVD nicht mit der Qualität eines vergleichbaren Blockbusters aus Hollywood aufnehmen, obwohl grundlegend erstmal alles richtig gemacht wurde. Die Kompression bleibt im Hintergrund, Rauschen ist nur gering vorhanden, aber etwas gefiltert, und auf Verschmutzungen muss man sich auch nicht einstellen. Nur im Detail mag das anamorphe Bild zu wenig zu leisten. Davon abgesehen, dass wenig Szenen sogar unscharf aussehen, ist das Bild zwar angenehm in der Auflösung, aber nicht wirklich übermäßig detailliert. Die Farben machen da einen besseren Eindruck, wobei ein oftmals düsteres Bild angestrebt ist, so dass weniger die Darstellung der Farben als die des Konstrasts von Relevanz ist. Der macht sich eigentlich auch ganz prächtig.


Ordentlich wuchtig sind die beiden deutschen Tonspuren, aber nicht wegen übermäßiger Effekteinsätze, sondern weil die Musik bereits dazu in der Lage ist. Erwartungsgemäß sind die Tracks sehr sauber und mit tollen Stimmen synchronisiert wurden, aber nicht über die Norm knallig oder dynamisch. Die Surround-Lautsprecher leisten mittels der Musik aber das, was man unter einer netten Beigabe versteht. Das bedeutet wenig Effektlastigkeit, die man auf angenehme Weise aber von vorn geliefert bekommt. Im Deutschen scheinen die Dialoge sogar noch etwas sauberer aufgenommen worden zu sein als beim kantonesischen O-Ton. Auch hier verdiente 4 Punkte.


Das Bonusmaterial dieser DVD ist nicht so recht geglückt: Das Making Of besteht aus reiner Vorstellung zum Film, wie man es gern fürs Fernsehen als Teaser produziert. Der Musikclip zeigt dann Setaufnahmen und unterlegt dies mit einem Musikstück. Neben den Trailern darf man sich noch eine Bildergalerie betrachten.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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