Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1993
Originaltitel:Needful Things
Alternativtitel:Needful Things - In einer kleinen Stadt
Länge:115:30 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Fraser Clarke Heston
Buch:Stephen King, W.D. Richter
Kamera:Tony Westman
Musik:Patrick Doyle
SFX:The Computer Film Company
Darsteller:Ed Harris, Max von Sydow, Bonnie Bedelia, Amanda Plummer, J.T. Walsh, Ray McKinnon, Duncan Fraser, Valri Bromfield, Shane Meier, William Morgan Sheppard, Don S. Davis, Campbell Lane, Eric Schneider, Frank C. Turner, Gillian Barber, Deborah Wakeham, Tamsin Kelsey, Lochlyn Munro, Bill Croft
Vertrieb:EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:27.04.2000 (Kauf)
Specials:
  • Biografien (jeweils 1 Seite):
    • Ed Harris
    • Bonnie Bedelia
    • Max von Sydow
    • Amanda Plummer
  • Panasonic-DVD-Trailer (0:36 Min.)
  • Weitere Filme auf DVD:
    • Raumpatrouille Orion (1:04 Min.)
    • Tango (1:37 Min.)
Ein merkwürdiger Fremder zieht nach Castle Rock und eröffnet einen Antiquitätenladen. Der Mann heißt Leland Gaunt und ist ein äußerst charmanter, älterer Herr, der für jeden ein offenes Ohr hat. Doch das, was er zu verkaufen hat, erweist sich als Zündfunken, der aus freundlichen und friedfertigen Bürgern böse, hasserfüllte und mörderische Kreaturen macht. Leland Gaunt, der Fremde, der mit den Ängsten der Menschen lustvoll spielt und dabei manche von ihnen in den Tod treibt, entpuppt sich schließlich als der Leibhaftige selbst - auf der Durchreise in Castle Rock ...
Nur Sheriff Alan Pangborn ahnt, dass der Fremde nichts Gutes im Schilde führt und Unruhe in sein Städtchen bringt. Als sich zwei Frauen plötzlich mit Messer und Beil gegenseitig umbringen, muss Alan handeln ...
Mit gutem Gewissen kann man "Needful Things" zu den besseren Adaptionen des berühmten Bestseller-Autors Stephen King zählen. Auch wenn einmal mehr nie die Raffinesse und die Intensität der Romanvorlage des Horrorgenies erreicht wird und TV-Regisseur Fraser Clarke Heston (Sohn von Charlton Heston) mit seiner selten stilvollen und noch weniger innovativen Inszenierung den Film etwas altbacken aussehen lässt, reißen sie der starke Cast und die gelungenen ersten zwei Drittel noch über den Durchschnitt, was angesichts diverser, belangloser King-Adaptionen schon etwas zu bedeuten hat.


Einmal mehr geht es in die beschauliche Kleinstadt Castle Rock (Maine), wo der unaufgeregte Alltag unspektakulär seinen semiidyllischen Lauf nimmt, einfache Menschen mit einfachen Problemen leben und bis auf natürliche Zwiste zwischen Nachbarn kaum etwas Aufregendes passiert, bis der mysteriöse Leland Gaunt (Max von Sydow, Interner Link"The Exorcist", "Minority Report") als Fremder in die Stadt zieht und seinen gemütlichen Trödelladen "Needful Things" eröffnet, indem ein Bewohner nach dem anderen einen Gegenstand findet, nach dem er schon ewig sucht, ohne beim Erwerb zu wissen, mit wem sie sich überhaupt einlassen.


Der zielstrebige und dennoch sorgfältige Aufbau der Prämisse ist vom Feinsten. Dabei hat der Film ungeheuer viel Max von Sydow zu verdanken, der als höflicher, gesitteter Mann fortgeschrittenen Alters sofort Vertrauen erweckt und diebischen Spaß daran hat für sich und die schon ahnenden Zuschauer doppeldeutige Antworten auf seine Herkunft und Vorlieben zu geben.
Unangenehm pflichtbewusst notiert er jeden Besucher, der sich auf einen Deal mit ihm einlässt, in seinem Notizbuch und fordert von ihnen kein Geld sondern kleine Gefälligkeiten - von ihm als harmlose Streiche deklariert. Wie bei einem Schachspiel stellt er sich die Figuren auf und lässt sie bis zur Vernichtung gegeneinander in einem versponnenen Netz antreten. Wie leicht sich Menschen hinreißen oder beeinflussen lassen und dafür verwandeln können, zeigt "Needful Things" nur allzu beispielhaft. Leland Gaunt flüstert, reizt, fixt an, sät und fordert, dass es eine wahre Freude ist dem teuflischen Kerl beim Ernten zuzusehen. Er kennt sein Geschäft und die berechenbaren Menschen, die es ihm mal wieder leicht machen. So abstoßend will man ihn als Zuschauer auch selbst gar nicht finden. Ganz im Gegenteil ...


Dabei verfolgt er den großen Masterplan das ganze Nest in Chaos, Mord und Totschlag zu stürzen. Geschickt setzt er sein Wissen manipulierend ein, denn er kennt die Sehnsüchte, Wünsche, Ängste, Schmerzen und Gedanken eines jeden und weil niemand, nicht einmal die Oberhäupter der Kirche, der Verführung des verkleideten Teufels widerstehen können, entwickeln sich beispielsweise aus einfachen Ablehnungen tödliche Streits. Die Figurenzeichnung ergibt sich dabei erstaunlicherweise nicht nur den gängigen Standards, sondern definiert die Opfer genauer, während überaus gewissenhaft Leland Gaunt seine Fäden im Hintergrund auf dem schier idealen Nährboden zieht und Fraser Clarke Heston versehentlich sogar einige klug inszenierte Momente (u.a. die interpretationsfreudige Szene Gaunts vor dem lodernden Kamin zu "Ave Maria") einfallen.


Sein Support (u.a. Bonnie Bedelia, Amanda Plummer, J.T. Walsh) verhält sich, weil lange im Ungewissen über den scheinbar so höflichen Verkäufer, entsprechend marionettenhaft, verfügt aber über sehr solide Darsteller, aus denen der souveräne Ed Harris (Interner Link"The Rock", Interner Link"A History of Violence") mit einer klasse Leistung als Sheriff und Gegenspieler hervorsticht. Dank geschickter Worte in das richtige Ohr und entsprechenden Taten kennen sich die meisten bald ohnehin nicht mehr selbst und überschreiten die eigenen Hemmschwellen, während sich andere aus Dankbarkeit für ihr vermeintliches Glück Gaunt verschreiben. Die Vernunft scheint spätestens da endgültig in den Urlaub zu fahren.


Die folgenden, blutigen Morde und Taten werden hübsch schroff und emotional inszeniert, so dass dem Horrorfan auch einiges geboten wird, das aber nicht über den guten Geschmack hinauswächst. Die tödlichen Manöver stehen dabei mit der sich symbolischen Schlinge, die Gaunt so fachmännisch um die Bewohner der Kleinstadt gezogen hat und langsam zuzieht, in Einklang. Ein Jeder hat seinen Wunsch und der Wolf im Schafspelz erfüllt gegen einen kleinen Gefallen nahezu alles, so dass die aufgeheizte Stimmung sich kontinuierlich auf den Siedepunkt zu bewegt und Sheriff Alan J. Pangborn (Ed Harris) als alleiniger ruhender Pol bald nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht.
Atmosphärisch bleibt das horrende Szenario etwas unausgeglichen, was vor allem an den blassen Farbtönen und der etwas kärglichen Ausstattung liegt, die so nicht die Stimmung des Buches trifft und auf ein eher beschränktes Budget zurückzuführen ist oder eben die Handschrift der limitierten Möglichkeiten des Filmemachers trägt.
Der omnipräsente Herbst als Vorbote des Unheils drückt dabei allerdings förderlich auf das triste, irgendwie Unwohlsein verbreitende Aussehen des Films.


Das Ende hämmert recht plötzlich herein, als hätte man es eilig gehabt, und erweist sich als wenig subtile Effektshow, die dann auch den größten Unterschied zur Vorlage darstellt, deren Ausgang man so aber wohl auch schlecht verfilmen hätte können, ohne unfreiwillige Lacher zu provozieren. Jedenfalls traue ich Fraser Clarke Heston es nicht zu, so geschickt zu sein, dass er das Finale ernsthaft und adäquat umgesetzt hätte. Pangborns dann doch überzogener Appell und die folgende Reaktion sind dafür aber auch nur ein halbwegs befriedigender Ausgang.

Bei der deutschen DVD von EuroVideo kommen eine mittelmäßige Vorlage und eine wenig erfreuliche Aufarbeitung derselben zusammen. Man kann sagen was man will, aber es wird an solchen Beispielen eben immer wieder deutlich, dass zu Anfangszeiten der DVD eben noch viel Schludrigkeit in Kauf genommen wurde, Hauptsache der Titel ist endlich auf dem Markt.

Bei "In einer kleinen Stadt" ist die Voraussetzung stellenweise ganz in Ordnung, denn die Grundschärfe bereitet in hellen Szenen keinerlei Probleme. Die Klarheit ist für eine kleinere Produktion dort sogar sehr in Ordnung. Dann aber wären da die vielen kleinen Defekte, die eigentlich nicht sein müssten. Dazu gehört auch das Rauschen, das eigentlich in jeder Bewegung für schleppende Effekte sorgt. Ohnehin arbeitet die Kompression nicht ganz sauber, was für zusätzliche Bewegung sorgt. Am meisten trägt aber der schwere Kontrast dazu bei, dass das Bild schlechter erscheint als erwartet: Sowohl die Farben als auch die Klarheit des gesamten Transfers leiden unter dieser phasenweise Abdunklung. Mit viel Wohlwollen, eigentlich nur dank der guten Schärfe, gibt es dreieinhalb Punkte.

Es muss nicht gleich Dolby Digital 5.1 sein, in diesem Fall reicht auch eine gute Stereospur. Die wird aber nur bedingt geboten, denn bereits im Vorspann bemerkt man Auslöschungen zwischen der Geräuschkulisse und dem Score. Auch in späteren Szenen erreicht der Klang keine sonderlich guten Werte. Zwar herrscht Klarheit bei den Stimmen vor, aber sonderlich große Klangqualität wird auch hier nicht erreicht. Der Score kann sich noch relativ gut ausdrücken, aber bei allen anderen Geräuschen herrscht irgendwie eine eingeengte Stimmung. Kratzen oder Rauschen dringt dabei nicht durch. Ein Zugeständnis an die Fans wäre sicherlich auch ein Originalton gewesen, zumal der Film ja mit einigen namhaften Schauspielern aufwartet, die man gern gehört hätte. Leider aber fehlt das genauso wie deutsche Untertitel.


Die Ausstattung ist mit ein paar Filmografien eher unbedeutend, lediglich den Panasonic-Trailer findet man nur selten auf einer DVD vor. Für das Hauptmenu hat man sich aber ein sehr schönes Motiv ausgesucht.

"Needful Things" kann sich als gelungene King-Verfilmung gegenüber einigen grausigen Adaptionen behaupten, weil der Film noch relativ viel, natürlich komprimiert und vereinfacht, des Buches in sich trägt, kompetent wie geduldig die Prämisse herauskristallisiert und nur das Ende variiert. Leider war Fraser Clarke Heston nicht der geeigneteste Mann für den Job des Regisseurs, doch die spielfreudigen Darsteller, ein paar doppeldeutige Kommentare Gaunts und das wirklich famos erdachte Szenario lassen den Film immer noch in einem positiven Licht erstrahlen. Flott geht die Geschichte allemal vom Start weg, ohne dezente Ironie geht es auch nicht und Längen genehmigt man sich auch keine. Immerhin ...


Film+++/--
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus/-----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.