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IE 2004
Originaltitel:Dead Meat
Länge:78:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Conor McMahon
Buch:Conor McMahon
Kamera:Andrew Legge
Musik:John Gillooley
SFX:Brendan Fahy, Roy Gleasure, Jonathan Graham
Darsteller:Marian Araujo, David Muyllaert, Eoin Whelan, David Ryan, Amy Redmond, Kathryn Toolan, Ned Dennehy
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Kapiteleinleger
  • Mad Cows and Zombies - Making Of (19:05 Min.)
  • Kurzfilm "The Braineater" (10:09 Min.)
  • Originaltrailer (2:02 Min.)
  • Bildergalerie (26 Bilder)
  • Weitere DVDs:
    • Cold & Dark (1:50 Min.)
    • The Devil's Rejects (1:20 Min.)
    • Immortal (1:57 Min.)
    • Cabin Fever (1:21 Min.)
    • Kontroll (1:51 Min.)
    • Some (2:06 Min.)
Den Urlaub in einer ländlichen Idylle Irlands wird für Helena zur Hölle, als ihr Freund Martin bei einem Unfall auf einer einsamen Landstraße einen Mann überfährt. Das Unfallopfer erweist sich nämlich als ziemlich untot und als es ihrem Freund ein saftiges Stück Fleisch aus dem Hals beißt, wird ihr klar, dass das Zombie-Dasein äußerst ansteckend ist. Die gesamte Nachbarschaft ist bereits von einem mutierten Virus infiziert und die Gefahr scheint von einer Kuh auszugehen.
Nach einer langen Interner Link"Night" sehnte ich mich nach dem bevorstehenden Interner Link"Day", kurz nachdem ich einen wunderschönen Interner Link"Dawn" genoss - da gab es zum Frühstück erstmal "Dead Meat"! Wenn das Gehirn langsam aber sicher den Tagesablauf mit Zombiefilmen in Verbindung bringt, dann liegt dies sicher an der momentanen Überflutung - kaum ein Land, das keinen Zombiefilm hervorbringt. "Dead Meat" kommt aus Irland, das man in horrorfilmtechnischer Hinsicht bisher nur mit dem Interner Link"Leprechaun" assoziieren konnte; das sollte sich mit "Dead Meat" ändern. Zwar ist der Film nicht besonders innovativ, wie manch anderer neuzeitlicher Zombiefilm, aber routiniert gemacht und für Genre-Freunde durchaus unterhaltsam. Ist er doch weniger auf Klamauk oder Spaß aus, sondern orientiert sich eher am (ernsten) englischen Interner Link"Leichenhaus der lebenden Toten" - wenn auch nur ganz vage.


Irland, ein junges Paar ist mit dem Auto unterwegs, als ihnen plötzlich ein Passant die Motorhaube küsst. Der vermeintlich Tote ist auf der Rückbank plötzlich quicklebendig, beißt Martin in den Hals und wird von diesem flugs zur Strecke gebracht. Obwohl es nur ein Halsbiss ist, schwächelt Martin sehr, kann sich nicht auf den Beinen halten. Daher geht seine Freundin Helena zum gesichteten Bauernhof, um dort Hilfe zu holen: Was sie erwartet, sind voll Maden triefende Speisen, Verfall und ein Martin, der schnell wieder auf den Beinen ist - durch den Biss zum Zombie geworden - durch einen Staubsauger(!) wieder ins Totenreich befördert. Einer von vielen, die noch kommen sollen. Nur Desmond hat schon mehr Tote gesehen, lange vor der Seuche - als Totengräber ist es sein Job mit dem Tod konfrontiert zu werden; Helena bewahrt er vor einem Autounfall und die beiden machen sich auf, durchqueren die irischen Moore um irgendwo Zuflucht zu bekommen ...


Wie gesagt nicht besonders innovativ, aber gut gemacht. Anfänglich wird uns der Grund der Seuche in kurzen, schnellen Bildern erzählt: BSE - erst werden Kühe verrückt, dann die Menschen - durch Verzehr von befallenem Fleisch, durch Attacken von Kühen. Irgendwo plausibel und rückt den Film in Richtung Interner Link"Leichenhaus der lebenden Toten", wenn auch die dortige tiefer gehende moralische Anklage fehlt. Immerhin gibt es einen Grund, was im Laufe des Films zu skurrilen Situationen führen soll. Doch der Grundtenor ist ernst, komödiantische Elemente gibt es, aber die sind weit in den Hintergrund gerückt und bis auf wenige Ausnahmen (Baseballattacke aus dem fahrenden Auto) für die Geschichte und die Charakterisierung wichtig. So beispielsweise die Szenen, in der Helena aus strategischen Gründen ihre hochhackigen Schuhe als Wurfsterne benutzt. Sieht irgendwo witzig aus, aber in den erzeugten Situationen lacht man weniger. Denn die erste Hälfte des Films, die im Hellen spielt, wird durch sehr schöne Landschaftsaufnahmen der irischen Herbstlandschaft, ihre erzeugende Tristesse, ein Unwohlsein, gut eingefangen. Marode Bilder in bräunlichen Herbsttönen, die irischen Moore hoch gewachsen mit engem Schilf - inmitten Helena und Desmond ... und die Zombies.


Diese sehen überwiegend überzeugend aus - man sollte sich vor Augen halten, dass es Infizierte sind, dann trüben manche weniger gelungenen Masken das Bild nicht so. Auch ungeschminkt kommen die Infizierten erschreckend rüber - lachhaft sind sie kaum. Und wenn sie dann in Ruhe Eingeweide mampfen (überraschenderweise im Film nie zu sehen, die Angriffe auf Menschen fallen auch sehr harmlos aus), seelenruhig zuschauen wie Helena und Desmond in Panik an ihnen vorbeirennen und keine Intention machen von ihrem Mahl abzulassen, ja, dann genießt man sehr die Atmosphäre. Man hätte vielleicht den Film ganz bei Tage spielen lassen sollen. In der zweiten Hälfte verlagert sich das Geschehen in die Dunkelheit, was trotz Einsatz einer Fackel und gelegentlichen Attacken aber weniger dicht inszeniert als die erste Hälfte ausfällt. Dafür geht es hier um einiges splattriger zu. Das Finale in der Burgruine geht schon ganz gut ab, wenn auch zu den Effekten einiges gesagt werden muss.


Für einen modernen Zombiefilm geht die Anzahl in Ordnung, wenn auch vieles im Off oder Halbschatten stattfindet. Vielleicht gingen dem Regisseur die Ideen aus, denn am Ende wird nur gemetzelt, mit dem Spaten Köpfe abgetrennt, Leiber durchbohrt und anderes. Die Effekte sind ganz gut gemacht, im höheren Independent-Sektor anzusiedeln. Kurz geschnitten wirken sie meist hart - auch wenn ein Schuh im Auge steckt. Auf Nahaufnahmen oder ausgewälzte Szenen wird aber gänzlich verzichtet. In ein paar Szenen wird Großmeister Romero, respektive seinen Filmen Tribut gezollt. Ein Schraubenzieher dringt durch ein Ohr in das Gehirn ein (Interner Link"Dawn Of The Dead"), einem Zombie wird der halbe Schädel abgespalten, einem frisch Infizierten der Arm abgehackt und die Wunde ausgebrannt (Interner Link"Day Of The Dead"). Dies ist nett, Letzteres aber nicht wirklich nahegehend, da einfach die menschlichen Bezüge, die Charakterisierung, fehlen.

Die Darsteller sind aber größtenteils okay, auch wenn man keine tollen Leistungen erwarten darf. Dafür ist die Geschichte in ihrer Kürze (80 Minuten) auch viel zu oberflächlich. Selbst die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Helena und Desmond greift nicht wirklich. Jeder Darsteller für sich kann aber überzeugen und wirkt sympathisch. Nur der Part des Baseball-Trainers wirkt etwas geoveracted, seine Baseball-Attacken sorgen aber für Humor. Da es auch nur wenige Akteure sind, fällt der Bodycount auf Seiten der Menschen erstmal gering aus, dann geht es Schlag auf Schlag. Von der Dramaturgie also nicht sehr geschickt, am Ende wird wie gesagt alles zu schnell abgespult. Dass die typische Säuberungseinheit im weißen Kittel nicht fehlen darf, ist selbstverständlich, Headshots sucht man aber wie Mampfereien im Film vergeblich.


Spannend ist der Film vor allem in der ersten Hälfte, atmosphärisch dank toller Kameraarbeit (auch manch typische Interner Link"Evil Dead"-Kamerafahrt kommt vor) und Landschaftsaufnahmen sowieso. Leider schwächelt der Film etwas ab der Mitte, der Angriff der verrückten Kuh auf das Auto mitsamt Rausziehen einer Person durch die Seitenscheibe wirkt etwas übertrieben und lachhaft. Und wirklich viel passiert ist auch nicht. Trotzdem war ich angenehm überrascht, dass neben den vielen humoristischen Zombie-Filmen der Neuzeit sich endlich mal wieder ein meist ernsterer Vertreter meldet.

Die DVD dazu wurde wieder einmal schön designt von Sunfilm und mit einigen, wenn leider auch wenigen Extras ausgestattet. Passend zum Film gibt's ein lustiges Making Of, welches den Dreh unter teilweise erschwerten Bedingungen dokumentiert, zuletzt aber auch noch die Premierenfeier abgreift. Ebenso der Kurzfilm "The Braineater", bei welchem der Name eigentlich schon den Inhalt verrät und der, falls man Gefallen am Hauptfilm gefallen wird, sicherlich ebenso Spaß machen wird. Wir treffen übrigens auf zwei der Darsteller aus "Dead Meat" (den fluchenden Alten und den anfänglichen Zombie auf der Straße, der hier wieder Zombie spielt) und der Stil orientiert sich auch stark am späteren Regie-Erstling von Conor McMahon. Der Rest sind der Trailer und eine Bildergalerie mit schönen Aufnahmen.


Es sieht nach Digital Video aus und wurde wohl absichtlich mit einem bräunlich vergilbten Filter belegt. Durch einen oftmals eingesetzten, etwas trüben Kontrastfilter wird zusätzliche Tristesse bei den Farben erreicht, wobei stellenweise eine zu geringe Ausleuchtung der Außenaufnahmen die Ursache sein dürfte. Das Wetter hat wohl nicht immer mitgespielt. Hier schwindet auch die Schärfe etwas, ist sonst aber gut bis sehr gut. Ein wenig wird der Detailgrad zwar durch Partikelbewegung eingedämmt, das wirkt sich aber kaum negativ aus. Der Kontrast erweist sich bestens, muss aber gegen die mitunter sehr düsteren Aufnahmen ankämpfen, die bis zur völlig schwarzen Szenerie reichen. Das rüttelt aber nicht am überraschend guten Eindruck.


Der Ton wurde mittels eines sehr schön aufgetragenen Basslevels an vielen Stellen voluminöser und aggressiver gemacht, was nicht ausschließlich die Musik betrifft und bereits beim Dolby Digital-Ton gut rüberkommt. Tatsächlich bringt der DTS-Modus diesmal keine merkliche Erhöhung von Lautstärke und Tiefenintensität mit sich, man darf ihn also getrost übergehen. Auch wenn es keine explosiven Effekte gibt, ist das Sounddesign doch wenigstens im Kleinen bemüht, etwas Räumlichkeit aufkommen zu lassen. Allzu viel sollte man nicht erwarten, jedoch ist wieder die Klangqualität an sich ausschlaggebend dafür, dass der insgesamt frontlastige Ton noch 4 Punkte erreicht. Im Englischen ist die Dialogspur natürlicher und damit angenehmer, ein wenig wird die Sprache aber zusätzlich zum Center auf den Stereolautsprechern und mit unterschwelligem Bass ausgegeben, was selten zu etwas seltsamen Effekten führt.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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NewsFantasy Filmfest 2005: Termine und Filme
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Marc Schulz am 16.11.2006
Bewertung:

Schlecht gewordenes Fleisch mit fadem Geschmack
Warum dieser BSE-Schwachsinn der Liebling des Fantasy Filmfest 2005 geworden ist, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Aber der Reihe nach und die DVD in den Player geschoben. Man schaut sich das Backcover nochmals an und freut sich auf einen kleinen und wohl auch feinen Zombieschocker, in der Hoffnung gut unterhalten zu werden. Anfangs denkt man noch an eine Neuinterpretation von "Nacht der lebenden Toten" bzw. "Leichenhaus der lebenden Toten", was sich aber nach 15 Minuten schnell ändert. Die zu Anfang ernste Stimmung schwenkt urplötzlich in ein komödiantisches Etwas um, das durch ein paar blutige aber schlecht umgesetzte Effekte den Zuschauer einzuspannen versucht. Schon bekommt man auch den Grund der Zombiefizierung geliefert: Es ist diesmal kein Giftgas oder eine Sonde auf dem Weg zur Erde, nein, es ist der BSE-Erreger, welcher von Kühen verbreitet wird. Diese sind dann natürlich auch zu Zombies geworden und machen Jagd auf Menschen. Soweit eigentlich keine schlechte Idee, wenn sich der Film entscheiden könnte ob er nun ernst oder lustig sein möchte. Irgendwie schafft es Regisseur Conor McMahon nicht, den Bogen vernünftig zu spannen. Auch seine Riege an Darstellern wirkt alles andere als begabt und hilft dem Film leider nicht, das bei Horrorfilmen oft gesunde Mittelmaß zu erreichen. Zu gute halten muss man aber die kurze Laufzeit von knapp 80 Minuten. Diese rettet den Film vor einem totalen Versagen. Auch der Schluss des Films kann nicht als solcher bezeichnet werden, da er einfach abrupt aufhört und man als Zuschauer mit einem großen Fragezeichen vor seinem Fernseher sitzt und sich nach dem Warum fragt.



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