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USA 2003
Originaltitel:Mystic River
Länge:132:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Clint Eastwood
Buch:Dennis Lehane, Brian Helgeland
Kamera:Tom Stern
Musik:Clint Eastwood, Kyle Eastwood
SFX:H. Barclay Aaris
Darsteller:Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon, Laurence Fishburne, Marcia Gay Harden, Nelson Adam, Kevin Chapman, Adam Nelson, Laura Linney, Emmy Rossum, Cameron Bowen, Andrew Blesser, Cayden Boyd, Nat Boyle, Charley Broderick, Ken Cheeseman, Spencer Treat Clark, John Doman, Celine du Tertre, Shawn Fitzgibbon, Ari Graynor, Jason Kelly, Tom Kemp, Lance Norris, Ed O'Keefe, Connor Paolo, John Pungitore, Zabeth Russell, Martin Stephen O'Neil, Anthony Taurasi, Jonathan Togo, Robert Wahlberg, Jillian Wheeler, Scott Winters, Eric Bruno Borgman
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
DVD 1 - Hauptfilm:
  • Audiokommentar mit den Darstellern Tim Robbins und Kevin Bacon (Eng. ohne dt. UT)
DVD 2 - Bonus:
  • Mystic River: Unter der Oberfläche (21:56 Min)
  • Mystic River: Vom Buch auf die Leinwand (11:32 Min.)
  • The Charlie Rose Original Interviews (111:12 Min.)
  • Clint Eastwood (41:51 Min.)
    • Tim Robbins (50:26 Min.)
    • Kevin Bacon (19:05 Min.)
  • US-Kinotrailer (2:26 Min.)
  • US-Teasertrailer (1:12 Min.)
Ein viertel Jahrhundert nachdem der kleine Dave vor den Augen seiner Freunde Jimmy und Sean in ein Auto gezerrt und tagelang von pädophilen Triebtätern missbraucht wurde, kreuzen sich die Wege der Jugendfreunde unter tragischen Umständen erneut. Als die 19-jährige Tochter des Gangsters Jimmy ermordet wird, übernimmt Sean als Ermittler den Fall. Schnell stellt sich heraus, dass der seit seiner Entführung verstörte Dave, der das Opfer am Todesabend noch sah, einiges zu verbergen hat. Da sieht Jimmy rot.
Clint Eastwood (Interner Link"Dirty Harry", "Unforgiven") ist nicht nur eine lebende Legende, sondern auch ein kleines Wunder. Da filmt er sich in den letzten 11 Jahren mal quer durch alle Genres und liefert, abgesehen von Interner Link"True Crime", Qualitätsarbeit ab. Auch wenn es an den Kinokassen nicht immer zum großen Erfolg reichte, waren die Kritiker begeistert. Mit "Mystic River" sollte er sich an ein schwermütiges Drama machen, das auf einem Skript Brian Helgelands ("Payback", Interner Link"L.A. Confidential") fußt. Dem habe ich nach seinem Mysterydebakel Interner Link"The Order" so ein ausgezeichnetes Skript gar nicht mehr zugetraut. Es geht also doch noch ...

Eastwoods aktuellstes Werk ist ein filmischer Schlag in die Magengrube. Keine softe Unterhaltung, sondern ein knallhartes, humorloses Stück Drama, das einen runterzieht. Das ist kein Entertainment, sondern purer Pessimismus, in den man da getaucht wird. Getragen wird er von drei Hauptdarstellern, die zumindest in zwei Fällen schon lange nicht mehr so brillant gespielt haben. Jimmy Markum (Sean Penn, Interner Link"U-Turn", "I am Sam"), Dave Boyle (Tim Robbins, "Arlington Road", Interner Link"The Shawshank Redemption") und Sean Devine (Kevin Bacon, "Sleepers", Interner Link"Echoes") sind seit Kindheitstagen Freunde. Als sie in jungen Tagen beim Spielen auf der Straße von einem angeblichen Polizisten angesprochen werden, soll sich für Dave sein Leben schlagartig ändern. Nicht nur sein Leben, sondern auch seine Person, denn er wird vier Tage von den beiden Männern missbraucht - bis er flüchten kann.
Inzwischen erwachsen hat jeder seine Probleme mit sich zu tragen. Boyle ist innerlich verschlossen und konnte seiner Frau nie sein Kindheitstraum anvertrauen und Sean, inzwischen Polizist, hat mit seiner in Scherben liegenden Ehe zu kämpfen. Jimmy scheint, trotz Knastaufenthalts, sich noch am besten entwickelt zu haben. Er lebt glücklich in zweiter Ehe. Als seine älteste Tochter umgebracht wird, soll sich auch das schlagartig ändern.
Was die drei hier schauspielerisch abliefern ist absolut Oscar-reif und inzwischen ja auch Oscar-gekrönt. Sean Penn ist als von Wut und Trauer zerfressener Familienvater in manchen Szenen zwar kurz vorm Overacting, bleibt dabei aber glaubwürdig. Man spürt als Zuschauer förmlich wie sich in ihm die unterschiedlichen Gefühle aufstauen - wie er zu einem brodelndem Vulkan wird, der den Mörder unbedingt fassen will. Tim Robbins gibt eine nahezu ruhige Vorstellung des David Boyle. Steht Penn dabei aber in nichts nach. Er hat ein Geheimnis, traut sich nur leider nicht es Preis zu geben. Der Zuschauer hält den armen Mann für den Schuldigen. Nur ist das nicht zu offensichtlich? Dieser schwermütige, gezeichnete Mann hat kaum Freunde an seinem Leben, wird innerlich von seinen Ängsten aufgefressen und versucht sich zu offenbaren. Doch das gelingt ihm bei all den Schmerzen nicht. Kevin Bacon geht die Sache etwas distanzierter heran. Ist als aus der Kleinstadt heraus gewachsener Polizist dem Umfeld auch etwas entronnen. Hat allerdings oft mehr mit seiner Ehe, als mit dem Fall zu kämpfen. Man spürt wie ihn die Vergangenheit wieder einholt, wie er sie rückgängig machen will und dass er nicht glauben möchte, was dort geschehen ist. Als Auflockerung wurde ihm "Matrix"-Star Laurence Fishburne zur Seite gestellt. Jemand, der die Szenerie wenigstens etwas auflockert.

Man könnte "Mystic River" vorwerfen, er wäre zu lang, würde sich zu ausführlich in Schmerzen und Trauer suhlen. Der Film hat, nicht zuletzt dank der düsteren, bleichen Bildkompositionen, eine unglaublich nihilistische Atmosphäre. Sicher ist nicht jede Szene wichtig, aber diese langsame Erzählweise und die Wandlung von Thriller zu Drama, machen den Film aus. Hier ist keine Person wichtig oder unwichtig, jede Nebenrolle hat einen Sinn und trägt zum Verlauf des Films bei. Wie der Film, obwohl der Zuschauer glaubt alle Fakten gesammelt zu einer Auflösung zu gekommen zu sein, den Zuschauer an der Nase herumführt, dürfte nicht jedem schmecken. Besonders in Hinblick auf das tragische Ende. Fakt ist aber, dass "Mystic River" ein Drama und kein Thriller zum Mitfiebern ist. So sei der überraschende Schluss entschuldigt.
Selten kann man so in die Gefühlsebenen der Filmcharaktere so tief eindringen wie in diesem Film - auch wenn die klare Identifikationsfigur fehlt. Schmerz, Wut, Angst - nichts davon bleibt dem Zuschauer vorenthalten. Er ist mit von der Partie, muss alles das über sich ergehen lassen und bis zum bitteren Ende aushalten.

"Mystic River" liegt uns hier in Superbreitbild-Format von 2.40:1 vor. Die Farbgebung gibt sich durchweg natürlich, wirkt insgesamt aber etwas blass und kühl, was mehr ein Stilmittel ist und zum Film passt. Der Kontrast überzeugt fast durchweg, wirkt jedoch teilweise etwas zu steil und überstrahlt gerade in hellen Szenen deutlich. Die Schärfe gibt sich ebenfalls etwas wechselhaft. Überwiegend recht detailliert, könnte es in Totalen durchweg schärfer sein. Die Kantenschärfe ist ebenfalls nicht perfekt und neigt zu Doppelkonturen. Die Kompressionen arbeiten sehr unauffällig im Hintergrund, offenbart aber ein minimales Hintergrundrauschen, sowie immer wieder auftretende leichte Nachzieheffekte, die man schon in der RC1-Disc zu beanstanden hatte. Defekte oder Verschmutzungen sind nicht auszumachen und im Großen und Ganzen ist der Transfer als gelungen zu bezeichnen. Mit einem weniger steilen Kontrast und einer besseren Detailschärfe hätte man trotz der eingesetzten Stillmittel die Höchstnote vergeben können.
Die Tonabmischung gibt sich recht zurückhaltend und dominiert im Frontbereich. Dies liegt einfach daran, dass es sich hier um einen klassischen Dialogfilm handelt, und so stehen diese auch im Mittelpunkt, ohne dabei aber die Rearspeaker komplett zu vernachlässigen. Die Dialogwiedergabe ist überwiegend gut und der Score, der ebenfalls recht frontlastig spielt, erzeugt dennoch eine passende Räumlichkeit. Die Rearspeaker werden dann effektiv für Umgebungsgeräusche eingesetzt, auf richtige direktionale Effekte müssen wir leider verzichten, dies gibt die Handlung einfach nicht her. Insgesamt dürfen wir damit aber zufrieden sein.

Bis auf einen Audiokommentar mit Tim Robbins und Kevin Bacon beinhaltet die erste Disc kein weiteres Zusatzmaterial. Der Audiokommentar ist zwar sehr informativ, man vermisst aber einen Kommentar von Sean Pean und dem Regisseur Clint Eastwood. Weiter geht es auf der Bonus-DVD mit knapp 140 Minuten Zusatzmaterial. Dies liest sich auf den ersten Blick recht umfangreich, ist aber viel mehr als guter Durchschnitt zu bezeichnen, denn so etwas wie ein richtiges Making of, geschnittene Szenen etc. vermisst man hier gänzlich.
Der Anfang macht das 22-minütige Feature "Mystic River: Unter der Oberfläche", welches hauptsächlich aus Interview-Blöcken besteht und neben den Hauptdarstellern noch Regisseur Clint Eastwood und Autor Dennis Lehane zeigt. Die nächste Doku "Mystic River: Vom Buch auf die Leinwand" ähnelt seinem Vorgänger nicht nur im Ablauf, sondern bietet in den 11 Minuten teilweise sogar die gleichen Interview-Blöcke, was nicht sonderlich innovativ wirkt. Das umfangreichste Feature auf der DVD ist "The Charlie Rose Show - Original Interviews". In knapp 2 Stunden bekommen wir hier Interviews mit Clint Eastwood, Tim Robbins und Kevin Bacon vorgesetzt, die zwar ganz nett sind, eine vernünftige Dokumentation aber nicht ersetzen können. Zumindest erfahren wir hier mehr als in den Features davor. Zum Schluss gibt es dann noch den Original US-Kinotrailer und den US-Teaser.

Clint Eastwood gelang mit "Mystic River" großes Schauspielerkino, dass leider hin und wieder etwas langatmig geriet und am Ende nicht ganz die Erwartungen der Zuschauer erfüllt. Brillant gespielt und von einer drückenden Atmosphäre geprägt ist dieser Film in der heutigen Filmszene eine erfrischend andere Erfahrung. Dramatisch, packend, berührend und mitreißend! Die DVD-Special Edition wird ihrem Namen nicht ganz gerecht. Bild und Ton leisten zwar eine gute Arbeit, aber das Bonusmaterial ist trotz seiner Laufzeit von über 140 Minuten einfach zu mager ausgefallen. Dennoch gehört "Mystic River" in jede Cineasten-Sammlung, der Oscar wurde hier nicht umsonst vergeben.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++---


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