Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1987
Originaltitel:Near Dark
Alternativtitel:Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis
aka. Buio si avvicina, Il
aka. Aux frontiéres de laube
Länge:94:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:R-Rated
Regie:Kathryn Bigelow
Buch:Kathryn Bigelow, Eric Red
Kamera:Adam Greenberg
Musik:John Parr, Tangerine Dream
SFX:Edward J. Franklin, Gordon J. Smith
Darsteller:Adrian Pasdar, Jenny Wright, Lance Henriksen, Bill Paxton, Jenette Goldstein, Tim Thomerson, Joshua John Miller, Marcie Leeds, Kenny Call, Ed Corbett, Bill Cross, Troy Evans, Roger Aaron Brown, Thomas Wagner
Vertrieb:Anchor Bay
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Englisch
Specials:
  • 16seitiges Booklet
DVD 1:
  • Commentary with Director Kathryn Bigelow
  • THX Optimizer
DVD 2:
  • Living In Darkness (47:14 Min.)
  • Trailers:
    • Trailer #1 (1:36 Min.)
    • Trailer #2 (2:09 Min.)
  • Deleted Scene with Commentary by Director Kathryn Bigelow (1:20 Min.)
  • Original Storyboards:
    • Calebs Transformation (4:21 Min.)
    • A Taste Of Blood (1:28 Min.)
    • Feeding Montage (4:49 Min.)
    • Roadhouse Slaughter (9:16 Min.)
    • Motel Shoot-Out (6:10 Min.)
  • Still Galleries:
    • Poster & Still Gallery (93 Bilder)
    • Behind-The-Scenes Still Gallery (29 Bilder)
  • Talent Bios:
    • Kathryn Bigelow (21 Seiten)
    • Bill Paxton (21 Seiten)
    • Jenette Goldstein (13 Seiten)
    • Lance Henriksen (22 Seiten)
    • Adrian Pasdar (19 Seiten)
    • Tim Thomerson (16 Seiten)
    • Jenny Wright (14 Seiten)
  • DVD-ROM Features:
    • 123seitiges Skript
    • 2 Bildschirmschoner
Für Caleb (Adrian Pasdar) ist es nur ein Flirt, als er die hübsche Mae (Jenny Wright) anspricht, doch der erste Kuss wenig später, verändert seine Welt von Grund auf: Mae beißt ihn und infiziert ihn damit mit einem Virus, welcher ihn verletzlich gegenüber Sonnenlicht werden lässt. Maes Familie, alle der selben Spezis wie sie angehörig, liest den schwachen Caleb auf, kurz bevor ihn die ersten Sonnenstrahlen töten können. Innerhalb der Gruppe muss Caleb selbst um Blutvorräte ringen, um seinen Überleben zu sichern, doch er kann sich nicht überwinden, zu töten. Unterdessen macht sich Calebs Familie auf die Suche nach ihm, ebenso wie die Polizei, denn die nachtaktive Gruppe hat eben erst ein Blutbad in einer Bar angerichtet ...
Vampirfilm, ohne das das Wort Vampire ausgesprochen wird!
Kathryn Bigelow inszeniert einen Genrefilm, ohne auf das Genre einzugehen. Hier klären sich weder Prozess noch Herkunft der Vampire, noch werden sie strenger hinterfragt. Bigelow interessiert sich, so scheint es, gar nicht dazu, sondern ist vielmehr an dem Kontrast interessiert, den die Vampire mit dem ultraflachen, mittleren Westen der USA eingehen.


Im Mittelpunkt steht dabei das Schicksal des jungen Caleb, der kurz vor Sonnenaufgang von einem netten Mädchen angeknuspert, aber nicht ausgetrunken wird, weswegen er auf Sonnenlicht extrem allergisch, sozusagen brandheiß reagiert. Alsbald endet er in deren umherziehender Sippschaft, eine Pervertierung einer amerikanischen Familie mit zwei älteren Angehörigen, einem Rockertyp, einem Kind und dem Mädchen. Da seine Verwandlung erst abgeschlossen ist, wenn Caleb selbst tötet, soll das das nächste Ziel sein, doch der Junge kann sich schlichtweg nicht überwinden. Bigelow scheint sich stark für den Zwiespalt der Personen zu interessieren, wenn man bedenkt, wie viel Zeit sie investiert, Caleb immer wieder aus dem Tötungszwang rauszuhalten. Mal erbarmt sich das Mädchen, mal entkommt ihm sein Opfer, mal entkommt er. Das bringt Rivalitäten und den Familienbund in Gefahr, letzteres sogar in doppelter Hinsicht, denn Caleb hat auch noch Vater und Schwester, die ihm nachforschen.


Leider verliert sich der Film immer wieder in seinen kontrastreichen Bildern von weiten Feldern und endloser Weite, unterbrochen von nachtschwarzen Kleinstädten, in denen man Opfer und Unterkünfte sucht. Tagszenen wirken dabei streng komponiert und wirken lange nach, wenn man die Vampire kokelnd, rauchend und brennend über eine Straße wanken sieht. Intensivstes Setpiece ist aber der Überfall einer abgelegenen Kneipe, die zur Todesfalle für alle Insassen wird. Nur wenige Hinweise gibt der Film auf die Herkunft der Sippe oder wie sie entstanden ist, noch in Bezug auf die Auswahlkriterien. Offensichtlich wurde hier aber an einer neuen Form von Familie "gearbeitet". Dass es gerade an den Familienbanden scheitert, ist am Ende ein wenig unlogisch. Caleb fühlt sich schließlich seinen menschlichen Verwandten mehr zugehörig und in letzter Instanz, trotz rachsüchtiger Entführung der Schwester durch die Sippe, führen die Blutsauger ihren Tod durch ihr Verhalten selbst herbei. Deutliche Minuspunkte gibt es dabei für die vollkommen abwesende Erklärung für die Heilung von Caleb und seiner Freundin. Anscheinend reicht dem jungen Mann aus heiterem Himmel ein Blutaustausch seines alten Herrn, um den Blutfluch zu überwinden. Und als sei das noch nicht genug, funktioniert das auch bei der Freundin, die allerdings ihre Komplettverwandlung schon hinter sich hatte. Alles Einstellungssache, oder was?


Trotzdem hat der Film seine optischen Reize, auch wenn der erzählerische Faden manchmal etwas gedehnt wirkt. Henriksen und Paxton reizen ihre Karten dabei voll aus, während Adrian Pasdar später zu fleischigeren Rollen kam. Für Effektfreunde ist aber, wenn auch spärlich, ein wenig dabei, sei es bei der Blutorgie in der Kneipe oder den Brandeffekten im Sonnenlicht. Somit ein ganz ungewöhnlicher Beitrag zum Genre, der allerdings durch Logikschwächen und ein dem Rest leicht widersprechendem Ende Qualitäten einbüßt.


Das Wichtigste: Das Widescreen-Bild überzeugt in dunklen Szenen durch einen ausgeglichenen Kontrast, nur die Farbwiedergabe leidet hier an einer Ausbleichung. Es hilft zumindest zu erkennen, dass unser Hauptcharakter wirklich krank und kaputt aussieht. Positiv ist ebenfalls, dass der Detailgrad unter den vielen düsteren Szenen nicht leidet und einen sehr angemessenen Eindruck schafft. Die Kompression macht sich durch leichte Artefakte bemerkbar, aber ebenso wie die selten auftretenden analogen Fehler gibt es hierbei keinen Grund zur Besorgnis.
Die Musik wurde wohl von einer sehr guten Quelle neu auf den Ton aufgespielt. Sie ist im Grunde die einzige Möglichkeit, auch die Rears zu nutzen, denn neben ihr gibt es nur vereinzelt Geräusche, die sich für die Auswertung des Raumklangs eignen. Sowohl DTS als auch Dolby Digital 5.1 sind eine hervorragende Unterstützung für den Soundtrack, das beweist man schon im fein umgesetzten Introsong, der einen kräftigen Bass mit sich bringt und den Raum hervorragend ausfüllt. Der gute Eindruck relativiert sich aber, sobald die Dialoge einsetzen. Hier ringt man ein wenig mit der Verständlichkeit, gehen diese doch auf dem Center nicht besonders klar hervor und bewegen sich nur dort, was die Front etwas eintönig werden lässt. Ein Rauschen fällt unterdessen nicht auf, Untertitel vermisst man aber.


Das Digipack ist in einem hochwertigen Pappschuber aufbewahrt, welcher mit seinem glänzenden Antlitz sofort die Augen des Filmfans auf sich ziehen dürfte. Klappt man es auf, erblickt man die Mitglieder der "Familie" und jeweils ein Filmzitat des Charakters. Die düstere Note der Covergestaltung zieht sich auch über die animierten und musikalisch verzierten Menus hinweg. Auf der ersten DVD befindet sich nur ein Audiokommentar der Regisseurin, welcher mit beruhigender, sanfter Stimme vorgetragen wird. Dieser mag interessant sein, es entstehen aber immer wieder Pausen, bei denen der Zuschauer sich selbst überlassen wird. Weitere Bonusmaterialien befinden sich auf einer separaten DVD, welche wie auch die Film-DVD sehr fest im DigiPack verankert ist. Das dreiviertelstündige Making Of gestaltet sich als hervorragender Rückblick auf die Entstehung. Blue Underground fertigten es an und lassen viele Mitwirkende in Interviews zu Wort kommen, was besonders im Falle von Bill Paxton und Lance Henriksen für Erheiterung sorgt. Hier sollte man unbedingt reinschauen, auch wenn man sonst kein Fan von langen Making Ofs ist. Als weitere Goodies finden sich fast 25 Minuten an gezeichneten Storyboards, zwei Trailer und sehr ausführliche Biografien der Darsteller und der Regisseurin auf DVD. Zudem kann man sich innerhalb der zwei Bildergalerien zahlreiche Impressionen vom Set besorgen und zusätzlich eine herausgenommene Szene anschauen. Der DVD-ROM-Teil dieses Doppeldisc-Sets ist diesmal besonders lohnenswert, da sich hier neben dem kompletten Skript als PDF-Datei noch zwei schöne Bildschirmschoner verstecken. Weiterhin gibt ein 16seitiges Booklet Wissenswertes zum Film wieder.


"Near Dark" bewegt sich weg vom romantischen Gothic-Motiv der Blutbeißer und geht einen völlig eigenwilligen Weg, welcher die Vampire zeigt, wie sie sich pragmatisch ihr Überleben sichern und dabei in der Welt der Schwächeren wildern. Damit schafft Bigelow einen neuartigen und interessanten Ansatz, den man, ob nun Fan des Genres oder nicht, gesehen haben sollte. Das US-Doppeldisc-Set bietet dazu die beste Möglichkeit, wohlgemerkt, dass die technischen Werte für diese Art Film durchaus gut ist.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++++--


Druckbare Version
NewsDie Freunde des schrägen Films - Frühjahrsprogramm
Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis
Near Dark
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.