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USA, D 1999
Originaltitel:Sleepy Hollow
Alternativtitel:Legend of Sleepy Hollow, The
aka. Mistero di Sleepy Hollow, Il
aka. Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen
Länge:100:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tim Burton
Buch:Washington Irving, Andrew Kevin Walker, Kevin Yagher
Kamera:Emmanuel Lubezki
Musik:Danny Elfman
SFX:Industrial Light & Magic, Kevin Yagher Productions, The Visual Effects Company, The Computer Film Company u.a.
Darsteller:Johnny Depp, Christina Ricci, Michael Gambon, Casper Van Dien, Miranda Richardson, Jeffrey Jones, Richard Griffiths, Ian McDiarmid, Michael Gough, Christopher Walken, Marc Pickering, Lisa Marie, Steven Waddington, Claire Skinner, Christopher Lee, Alun Armstrong, Martin Landau
Vertrieb:MAWA / VCL / Constantin
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS ES 6.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:26.09.2000 (Kauf)
Specials:
  • 8seitiges Booklet
DVD 1:
  • Audiokommentar
  • Trailer:
    • The Sixth Sense (2:18 Min.)
    • The Insider (2:19 Min.)
    • Mission To Mars (1:41 Min.)
    • Erkan & Stefan (1:20 Min.)
    • Harte Jungs (1:50 Min.)
    • American Pie (1:51 Min.)
DVD 2:
  • Making Of (30:00 Min.)
  • Interviews (11:24 Min.)
  • Das Sleepy Hollow Quiz
  • B-Roll (12:49 Min.)
  • Best Surround Bites:
    • Intro (2:03 Min.)
    • Masbaths Tod (0:45 Min.)
    • Broms Rache (0:40 Min.)
    • Philipses letzte Stunde (1:16 Min.)
    • Die Hexe (0:43 Min.)
    • Der Sprung aus dem Baum (0:59 Min.)
    • Explosion in der Mühle (0:36 Min.)
    • Verfolgungsjagd durch den Wald (2:22 Min.)
    • Finale (1:49 Min.)
  • Die Stars:
    • Johnny Depp:
      • Biografie
      • Interview (5:58 Min.)
      • Filmografie und Trailer (5 Seiten)
    • Christina Ricci:
      • Biografie
      • Interview (1:30 Min.)
      • Filmografie und Trailer (5 Seiten)
    • Christopher Walken:
      • Biografie
      • Interview (3:56 Min.)
      • Filmografie und Trailer (3 Seiten)
  • Die Macher:
    • Jim Mitchell
    • Francis Ford Coppola
    • Tim Burton:
      • Biografie
      • Interview (9:01 Min.)
      • Filmografie und Trailer (1 Seite)
  • Die Musik:
    • Featurette
    • Biografie Danny Elfman
    • Filmografie und Trailer Danny Elfman (4 Seiten)
  • Produktionsnotizen:
    • Gotisches Grauen
    • Extremes Design, perfekte Illusion
    • Köpfe werden rollen, Stunts & Special Effects
  • Fotogalerie (16 Bilder)
  • Trailer:
    • Kinotrailer dt. (2:03 Min.)
    • Kinotrailer engl. (2:13 Min.)
    • Teaser engl. (2:05 Min.)
1799 sterben in Sleepy Hollow drei Menschen, die alle enthauptet wurden. Man schickt den Constable Ichabod Crane (Johnny Depp) in das verlassene Kaff, damit er die Morde aufklärt. Den Aberglauben des kopflosen Reiters hält er für dummes Geschwätz, denn er glaubt eine wissenschaftliche Erklärung zu finden. Doch schon bald begegnet er dem kopflosen Reiter und muss feststellen, dass er alles andere als ein Mythos ist. Cranes Glaube an die Vernunft wird auf eine harte Probe gestellt.
Tim Burtons Märchenhorror fasziniert vom Anfang bis zur letzten Sekunde. "Sleepy Hollow" ist eine alte Gruselgeschichte aus den USA, welche Burton hier prächtig umsetzte. Der steife Constable Ichabod Crane wird als junger, aufgeklärter Mann vorgestellt, der scheinbar vor nichts und niemanden Angst oder Respekt hat. Seine Courage ist es, die ihn den Auftrag verschafft, zum Ende des 18. Jahrhunderts in das malerische Sleepy Hollow zu reisen, um dort den Killer zu fassen, der bereits einige kopflose Leichen zurückließ. Dort gibt es immer wieder neue Indizien und Spuren, welche aber meist in Sackgassen enden. Die Auflösung kommt für den Zuschauer genau so überraschend wie Crane. Eine himmlisch gruselige Geschichte, die bewusst einfach und unkomplex gehalten wird.


Der Film beginnt gleich mit zwei klassischen Köpfungen, die man noch oft genug in den folgenden 100 Minuten zu sehen bekommt. Tim Burton-Fans wird die anfängliche Anspielung (Vogelscheuche) auf Interner Link"Nightmare Before Christmas" auffallen. Das Horrormärchen findet inmitten von Dunkelheit, Gewitter und einem Maisfeld, in das ein Mann flüchtet, einen Einstieg, der Appetit auf mehr macht.
Die Köpfungen sind übrigens inklusive Blutfluss deutlich zu sehen, doch werden diese eigentlich recht harten Szenen in eine märchenhafte Optik gepackt. Daher wird die Köpfungen doch stark abgeschwächt, was aber ganz sicher kein Nachteil ist. Übertriebene Brutalität passt nämlich nicht zu diesem Film.


Sleepy Hollow ist ein düsteres Dorf mit ewig grauem Himmel und altmodischen Häusern. Umgeben von einem dunklen Wald, gehen hier die Leute ihrer Arbeit nach. Tim Burton inszeniert dabei alles in einem gräulichen Bild, welches das Gefühl noch verstärkt, sich in einem Märchen zu befinden.
Schon in der ersten Nacht nach Cranes Ankunft schlägt der Reiter wieder zu und köpft einen weiteren Mann. Dabei arbeitet man mit scharfen Wind, Blitz und Donner. Der drohende, reitende Tod, vor dem es kein Entkommen gibt, kündigt sich immer auf die gleiche, bedrohliche Weise an, verzaubert dennoch jedes Mal wieder. Natürlich darf man auch selber mitraten, ob der kopflose Reiter nur eine Sagenfigur ist und ob nicht doch ein Mensch dahintersteckt. Ich wünsche hübsches Kopfzerbrechen, denn dank Burtons durchgeknallter Phantasie dürfte niemand auf den Schuldigen kommen. Dabei ist es der älteste Grund der Welt: Reichtum!
Der anfangs große Kreis der verdächtigen Personen wird vom kopflosen Reiter arg dezimiert. Erst später erfährt Crane in Rückblicken, wer diese mystische Figur ist. Für die Darstellung des Reiters mit Kopf hätte man wirklich keinen Besseren als Christopher Walken finden können, der mit wilder Frisur, gelben, angespitzten Zähnen und eisigen Blick für schönsten Märchengrusel sorgt, den man sich vorstellen kann.


Als Identifikationsfigur darf Crane herhalten, der mit seinem komischen Verhalten schnell die Gunst der Zuschauer gewinnt. Der Mann neigt stellenweise zu Arroganz und Überheblichkeit, um wenige Sekunden später vor Angst im Boden zu versinken. Übrigens wurde er phantastisch gespielt von Johnny Depp, der sich nach "Ed Wood" und Interner Link"Edward mit den Scherenhänden" endgültig mit diesen Film als Burtons Stammschauspieler etabliert hatte. Burtons doch recht eigenartiger Humor kommt auch in "Sleepy Hollow" nicht zu kurz. Da darf Crane dann schon mal (ohne grobe Details) stundenlang mit allerlei skurrilen Gerät an einer geköpften schwangeren Frau rumschnetzeln.
Die wenigen Schwertkämpfe im Film sind ebenfalls ein Genuss. Schnell geschnitten und klasse choreografiert, bleibt einem hin und wieder schon mal die Spucke weg. Besonders der Kampf mit Brom Van Brunt (Casper Van Dien) hat es mir da angetan. Der Kopflose haut mit Axt und Schwert um sich, dass einem schwindelig wird.


Zusätzlich spielt Tim Burton mit allerlei phantastischen und mysteriösen Dingen. Lange rätselt man um Hexenmotive von Katrina Anne Van Tassel und fragt sich, was die Rückblicke Cranes in seine Kindheit zu bedeuten haben. Erst zum Ende hin lösen sich alle diese kleinen Rätsel auf. Möglicherweise ist "Sleepy Hollow" Tim Burtons bester Film. Seine Fähigkeit, den Zuschauer in eine Märchenwelt zu entführen, gelang bisher nie so genial. Die düstere, dunkle Atmosphäre kann Burton über den gesamten Film aufrecht halten, ohne dass der Film auf der Storyebene einbricht. Geschickt wechselt er dabei zwischen dem Schicksal der einzelnen Figuren und der Geschichte um den Kopflosen, wobei er beides in Einklang bringt.
Sogar für kleine Anspielungen auf andre Märchen und Horrormärchen bleibt noch Platz, die man aber erst beim zweiten oder dritten Ansehen realisieren wird. Somit gelingt Burton hier ein atmosphärisches Märchen, das ich nach dem heutigen Unterhaltungswunsch nach Explosionen und Schießereien für unverfilmbar hielt.


Johnny Depp spielt mit Constable Ichabod Crane die Identifikationsfigur, welche viele verschiedene Seiten hat und eindeutig den kompletten Film dominiert. Mal ist er arrogant und vorlaut, um wenig später dann wie ein eingeschüchtertes Kind zu wirken. Mal fiebert man mit ihm mit, mal möchte man über ihn lachen. Doch immer bleibt er sympathisch und beginnt in den unmöglichsten Momenten das Geschehen zu dominieren. Selten war er besser. Christina Ricci spielt Katrina Anne Van Tassel, die für lange Zeit ein Mysterium bleibt. Crane fühlt sich trotz seiner Nüchternheit zu ihr hingezogen, interpretiert aber ein paar Taten von ihr falsch. Ricci sieht nicht nur hübsch aus in ihrem Kostüm, sondern erinnert auch ein wenig an eine verzauberte Fee. Still und heimlich spielt sie sich in die Herzen des Zuschauers und gewinnt auch sein Herz. Eine wunderbare Ergänzung zu Johnny Depp.


Zuletzt sei noch Danny Elfmans Musik erwähnt, die sich auf gewohnt hohem Niveau bewegt. Seine unheimlichen Stücke verdeutlichen die dunkle und düstere Stimmung des Films ungemein. Doch auch in Kampfszenen kann er auf ganzer Linie musikalisch überzeugen. Hier wurde liebevolle und stimmungsvolle Arbeit geleistet, die sich perfekt an die Bilder anschmiegt.

Die DVD des Films, die ja nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat, gehörte damals zu den bestausgestatteten Scheiben und ist auch heute noch konkurrenzfähig. Neben diverser Trailer und einigen technischen Informationen zu den dargebotenen Tonspuren wird auf DVD 1 ein Audiokommentar angeboten, der sich mittels deutscher Untertitel übersetzen lässt. Regisseur Tim Burton ist etwas zurückhaltend und lässt im Kommentar leider nicht jene erzählerische Qualitäten durchblicken, die seine Filme so eindrucksvoll werden lassen. Somit muss man sich auf lückenhafte Erklärungen einrichten, die teilweise auch persönliche Empfindungen des Sprechers enthalten.


DVD 2 startet mit einem Making Of, das allein wegen seiner Laufzeit von einer halben Stunde nicht oberflächlich sein kann. Man rennt zwar in Siebenmeilenstiefeln durch die Produktionsetappen und zeigt auch ein paar Ausschnitte, aber letztlich bleibt relativ viel Zeit für Spezialeffekte, Interviews, Szenen vom Dreh, die ungemeinen Anstrengungen bezüglich einiger Bauten, die Entstehung der Musik und allen Dingen, die sonst bei einer so großen Produktion von Belang sind. Die mit typischer Werbestimme geleitete Kurzdokumentation ist also deutlich mehr als nur eine Einstimmung auf den Film, auch wenn vieles noch einer näheren Beleuchtung bedarf. Aber die soll ja teilweise noch kommen. Die Interviews gehen dann in eine ähnliche Richtung, denn der Film und seine Figuren werden vorgestellt, inklusive der Hintergründe und Überlegungen, die zur Ausarbeitung führten. Interessant ist auch hier, dass man die Darsteller und den Regisseur ohne Maske bzw. Arbeitsstress in Interviews betrachten darf und ihnen dabei entlockt, welche ihre Lieblingsszenen sind. Leider vergaß man eine Synchro oder Untertitel - der deutsche Käufer schaut sein Bonusmaterial eben nicht gern auf Englisch. Eine ebenfalls tolle Idee ist das Sleepy Hollow-Quiz, das nicht nur vom deutschen Synchronsprecher des Hauptdarstellers vorgelesen wird, sondern auch einige wirklich knifflige, witzige Fragen enthält. Wer das Bonusmaterial komplett durchgeschaut hat, wird aber hier kaum versagen und hat danach Zugriff auf eine Trailershow - wie langweilig! Auch am B-Roll-Material kann man Gefallen finden, da hier eindeutig der Blickwinkel auf die Menschen gerichtet ist, die sonst hinter der Kamera arbeiten. Die "Best Surround Bites" präsentieren in Ausschnitten die opulentesten akustischen Klangkunststücke, sind aber eigentlich redundant. Viel Mühe steckt nicht nur im Menu selbst, sondern ist auch auf der zweiten Seite des Bonusmaterials erkennbar. Hier werden einige der Mitwirkenden am Film mittels vorgelesener Biografien, Filmografien (inkl. einiger Trailer) und Interviews vorgestellt, was einen sehr guten Eindruck macht. Danny Elfman bekommt unter "Die Musik" seine eigene Rubrik, aber viel mehr als bei den anderen Personen wird leider nicht geboten, da das Featurette nur ausschnittsweise ein paar Szenen mit hervorgehobenen Score ist. Eine separate Tonspur im Film hätte da mehr gebracht. Den Schlussteil bilden vorgelesene Produktionsnotizen, eine wenig interessante Bildergalerie (Bilder sind zu klein) und die Trailer zum Film.
Das Booklet selbst bringt kein besonderes Hintergrundwissen zum Film hervor, sondern erklärt die Struktur der DVD und einige Begriffe, die damals sicherlich noch nicht jedem geläufig waren.


"Sleepy Hollow" besitzt auf DVD den leider selten genutzten, diskret getrennten 6.1-Modus, der sich in diesem Fall besonders lohnt. Der rückwärtige Center-Kanal veredelt nicht nur einige Effekte, was den ohnehin sehr fein abgemischten Lauten aus den Rears zusätzliche Qualität entlockt, sondern es wurde auch auf einen DTS-Modus mit voller Bandbreite (also 1536 kBit) zurückgegriffen. Es muss nicht unbedingt daran liegen, aber mit DTS werden besonders die Geräusche auf den hinteren Lautsprechern wesentlich klarer und druckvoller wiedergegeben als im Dolby Digital 5.1-Modus. Es ist also nicht nur der Effekt des etwas lauteren DTS-Tones, der hier auftritt, sondern tatsächlich ein hörbarer Qualitätsgewinn. Die Abmischung ist in beiden Sprachen hervorragend und sorgt allein des kraftvollen, sehr dynamisch eingesetzten Scores wegen für ein räumliches Gefühl. Dass dabei die Dialoge nicht untergehen, ist ebenfalls hervorragend. Wer auf den englischen Ton setzt, der ebenso etwas schwächer ist als der DTS-Ton, der kann sich deutsche Untertitel zuschalten.


Bezeichnend für das Bild sind die oftmals kühlen Farben, die eine sehr eigenwillige Atmosphäre sorgen. Die nächtlichen Blautöne als auch die blass bräunliche Einfärbung zeigen keinerlei Defizite, sondern sind toll gelungene Stilmittel, von denen der Film lebt. Das gilt auch für den Kontrast, der in dunklen Szenen keinerlei Defizite aufzeigt, aber für einige sehr helle Lichteinstrahlungen sorgt, was ebenfalls im Sinne des Märchenhaften des Films steht. Während es keinerlei Kratzer zu erblicken gibt, wird immer wieder mal ein Rauschen im Hintergrund ersichtlich. Es zeigt sich lediglich als seichte Unruhe, lässt aber kaum noch was vom Filmkorn der Vorlage vermuten. Ein wenig enttäuscht bin ich von der Detailschärfe. Die ist zwar standesgemäß für diese Art von Blockbuster, aber es scheint, als ob auch hier ein weicher Filter eingesetzt wurde, um das Geschehen nicht zu realistisch aussehen zu lassen. Mit dem Nachfolgemedium HD ist in diesem Bereich vielleicht noch etwas möglich, für die DVD wird sich aber nicht mehr viel tun - nicht nur aus wirtschaftlicher Hinsicht. Muss es auch nicht, denn die anamorphe Abtastung genügt bereits hohen Ansprüchen.


Tim Burton erschuf mit "Sleepy Hollow" ein atmosphärisches Horrormärchen, das sehr düster und phantastisch inszeniert wurde. Schnell entgleitet man in eine Welt, aus der man erst 100 Minuten später wieder entrissen wird. Eine spannende Story, sehr gute Schauspieler und einige Anspielungen perfektionieren das Werk. Großartig!


Film+++++/
Bild++++/-
Ton+++++/
Bonus++++--


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Sleepy Hollow
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Sleepy Hollow (Platinum Edition)
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