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USA 1998
Originaltitel:Halloween H20: 20 Years Later
Alternativtitel:Halloween 7
aka. Halloween 7: The Revenge of Laurie Strode
aka. Halloween: The Revenge of Laurie Strode
aka. Halloween: H20
aka. H20
aka. Halloween 20 anni dopo
aka. Halloween - 20 ans aprés, il revient
Länge:82:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Steve Miner
Buch:Debra Hill, John Carpenter, Robert Zappia, Matt Greenberg
Kamera:Daryn Okada
Musik:John Carpenter, John Ottman
SFX:Digital Firepower, OCS/Freeze Frame/Pixel Magic, Digiscope, Rainmaker Digital Pictures
Darsteller:Jamie Lee Curtis, Josh Hartnett, Adam Arkin, Michelle Williams, LL Cool J, Jodi Lyn O'Keefe, Adam Hann-Byrd, Janet Leigh, Joseph Gordon-Levitt, Nancy Stephens, Brandon Williams, Beau Billingslea, Matt Winston, Larisa Miller, Emmalee Thompson, David Blanchard
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch (fest bei engl. Ton)
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Trailer (9:39 Min.):
    • 14 Tage lebenslänglich
    • Brassed Off
    • Smoke
    • Blue In The Face
    • Studio 54
    • Halloween H20
  • Interviews:
    • Jamie Lee Curtis (3:53 Min.)
    • Steve Miner (1:46 Min.)
  • Making Of (6:09 Min.)
20 Jahre sind vergangen, seit Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) ihrem mordenden Bruder Michael Myers in der Halloween-Nacht entkommen konnte. Sie hat einen neuen Namen und ein neues Leben. Lauries Kollege und Geliebter (Adam Arkin) weiß nichts von ihrer Vergangenheit. Als die Halloween-Nacht wieder naht, wird Laurie von bösen Vorahnungen geplagt. Und mit Halloween kommt Michael wieder zurück, um sein blutiges Werk zu beenden. Es kommt zum Kampf auf Leben und Tod ...
Das ist er, der bisher einzig wahre, qualitativ akzeptable Nachfolger zu Carpenters Kultklassiker von 1978. Mag die Kritik auch geteilt sein, so ist doch zu bemerkten, dass Drehbuchautor Robert Zappia seine Hausaufgaben recht gut gemacht hat und Genre-Regisseur Steve Miner inzwischen über den Handwerker-Status hinausgewachsen ist.


Was man hier nicht erwarten darf, sind wahnsinnige Innovationen. Als "H20" produziert wurde, tanzte bereits die ganze Welt auf der neuen Interner Link"Scream"-Welle, da durfte man nicht zurückstehen. Und doch schafft es Miners Film, alle Vorgaben des Carpenter-Scripts einzuarbeiten, die Mechanismen zu verstehen und zu übernehmen ohne sie zu kopieren und noch dazu reichlich augenzwinkernde Szenen einzubauen, die das ausgelutschte Genre aufpeppen.


Wie geht das also? Erst mal: man ignoriere größtenteils die Interner Link"Halloween"-Filme Interner Link3-Interner Link6, wobei die vielleicht stattgefunden haben können, aber hier keine Erwähnung finden. Fakt ist: Dr. Loomis ist inzwischen verstorben, ebenso wie sein Darsteller, doch die Unterlagen über den Fall Laurie Strode lagern bei der guten alten Krankenschwester aus Interner LinkTeil 1 und Interner Link2, die auch gleich das Startopfer mimt. Dass Nurse Marion dran glauben muss, hat zwar vielen nicht gefallen, die Pre-Title-Sequenz gibt jedoch gleich die Richtung vor: Wir killen hier Teenager und bauen auf das Original! Die Vortitel informieren uns dann ausgiebig über die Ereignisse von 1978 und siehe da, auch Carpenters Titelthema is back, sogar fast unverändert, was doch sehr erfreulich ist.


Für den Restfilm baut das Buch dann auf bekannte Bilder, die er erfreulich neu und frisch anordnet. Laurie heißt jetzt anders und macht nach 20 Jahren immer noch auf Panik. Ihr Sohnemann (ein prä-"Pearl Harbor"-langgesichtiger Josh Hartnett) hat davon die Schnauze voll und will mit Interner Link"Dawson's Creek"-Bratze Michelle Williams lieber poppen und Party machen. Jamie Leigh ist frisch verliebt und logo, glaubt jeder, dass Michael inzwischen ein knuspriger Chicken McNugget ist und ein toter noch dazu. Was brauchen wir noch? Klar: reichlich beengten Raum. Ort der Handlung also: eine abgeschlossene Privatschule leicht fernab von der Zivilisation.
Ergänzend noch ein Teenagerpärchen als Zwischendurchhappen und als Comic Relief einen romanschreibenden Torwärter (LL Cool J in der einzigen unpassenden Rolle hier). Auf ins Getümmel.


Und das Skript und damit erfreulich knappe und rasend gut gefüllte 85 Minuten kommen ins Rollen. Michael nähert sich langsam an und Miner setzt erfreulicherweise auf Suspense und nicht auf das ewig im Hintergrund stehende Maskenface. Natürlich ahnen wir, dass die Party in Blut und Schreien ersäuft, doch das hier ist kein Häcksel-Cheapie, sondern Fortsetzung und Hommage zugleich.
Und kleine Aufmerksamkeiten fliegen uns um die Ohren. In der Klasse wird wieder übers Schicksal diskutiert (wie in Teil 1), Williams erblickt den Killer aus dem Fenster (dito), im Fernsehen läuft "Scream 2" und als Sahnehäubchen gibt es die Rolle der Nora. Die spricht in einer wunderbar geschriebenen Szene "mütterlich" zu Jamie Leigh, und sie darf das, schließlich ist sie auch im wahren Leben ihre Mutter. Als die Szene endet und Janet sich verabschiedet, geht sie auf einen alten Wagen zu, der exakt dasselbe Modell ist, dass sie als Marion Crane in Hitchcocks Interner Link"Psycho" gefahren hat, ehe sie eine finale Dusche nahm. Und für einen winzigen Moment flechtet der Score das Interner Link"Psycho"-Drive-Thema in das Interner Link"Halloween"-Theme ein, ehe es die alte Melodie wieder aufnimmt.


Dann gibt's die zweite (oder dritte) Nacht des Grauens und Miner kommt endlich zum Blutgehalt. Dankbarerweise gibt es weder allzu schlechte Fülldialoge, noch ist die Sequenz zu lang gehalten worden, um Nicht-Fans aufstöhnen zu lassen. Suspense, Panik, Dramatik und einiges an Blut, schnell und flüssig abgehandelt, garniert mit der visuell angenehmsten Interner Link"Halloween"-Hommage, in der eine Leiche als ausgehöhlter Kürbis dient. Nach dem Slashen wird geflüchtet und auch hier gibt's (mal abgesehen von der abgedroschenen Ich-finde-nicht-den-richtigen-Schlüssel-Idee) flottes Gerenne mit reichlich geschwind abgehandelter Messerschwingerei. Jamie rettet die Kinder und schickt sie die Straße runter zum nächsten Haus (siehe Interner LinkTeil 1) und macht sich dann auf zum terminalen Endkampf. Hart und knackig, Axt gegen Messer, ein guter Fight, wobei ein schöner Gag die Idee ist, Jamie um ein Haar wieder in einen Schrank rennen zu lassen. Aber sie kommt zum Glück selber drauf. Und wir halten uns auch nicht mit der Dämlichkeit auf, Michael für tot zu halten, als es ein Arzt feststellt. Im Gegenteil, wir setzen noch einen drauf, diesmal endgültig.


Bevor es zur DVD-Aufarbeitung geht noch eine kurze Bemerkung: Diese Scheibe kam direkt im Anschluss an die Kinoaufführungen heraus, aber ist nun auch schon wieder ein paar Jährchen alt. Die Standards, was die Aufarbeitung von DVDs angeht, haben sich seitdem natürlich ein wenig zum Besseren hin verschoben, so dass Kinowelt hier trotz gutem Willen keine Höchstpunktzahl erreichen wird. Es sind besonders die Details, die schwächer ausfallen als der Rest. Das ist bei so großen Kinoproduktionen natürlich etwas schade, wo doch die Auflösung des Bildes eine gute Grundlage zu sein scheint und mehr erwarten lässt. Im Hintergrund führt die Kompression zu geringen Detailfehlern, auf ein natürliches Rauschen trifft man aber selten. Die Farben orientieren sich sehr stark am herbstlichen Stil des Originals, wobei mir der gesamte Film etwas trüb, also leicht abgedunkelt erscheint. Das mag am Kontrast liegen, der auf weiche Lichtquellen mit feinen Übergängen setzt.


Von der deutschen Synchronisation wird man sicherlich ebenso wenig enttäuscht wie vom Klang selbst. Wie es bei solchen Produktionen so üblich, bekommt der Score ein kraftvolles, klares Gewand und die Sprecher sind bestens über den Center zu verstehen. Als Surround-Beilage erhält man neben der Musik eine Menge an kleineren, raffiniert eingesetzten Effekten, meist atmosphärischer Art, die man nur etwas lauter hätte einsetzen können. Der passagenweise wuchtige Subwoofer trägt zum Gelingen bei und ich konnte eigentlich keine Unterschiede zum O-Ton ausmachen, die die deutsche Fassung schlechter oder besser erscheinen lassen würden. Den O-Ton gibt's leider nur per Anwahl übers Hauptmenu und mit deutscher Zwangsuntertitelung. Schade, aber sowas kann die Wertung auch runterziehen.


Was auf der Scheibe an Extras drauf ist, ist wegen fehlender Eindeutschung für viele wahrscheinlich weniger interessant als das Booklet, von dem drei Seiten Werbematerial sind, eine Seite das Cover zeigt, eine die Kapitelübersicht liefert und drei Seiten Infos zu Darstellern und dem Regisseur anbieten. Die Interviews sind ziemlich kurz und auch das Making Of ist verbesserbar.


"H20" ist ein richtig kurzweiliges Vergnügen, schnell, ironisch, nicht allzu laut und überraschend hart, ohne im tiefsten Gore-Gesumpf versinken zu müssen. So eine Fortsetzung hätte Carpenter sicher gefallen. Und das sollte sie auch allen, die den Original-Interner Link"Halloween" mochten.
Apropos Fortsetzung: Die soll es trotz des Endes natürlich trotzdem geben, weil der Michael hier nur ein Nachmacher sein soll? Hmmm, zwei unverwüstliche Killer, die diverse Messerwunden, Stürze und Autoüberrollungen problemlos überstehen? Lasst gut sein, Interner LinkTeil 1, Interner Link2, 7 und Schluss. Ein guter Schluss.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


Druckbare Version
Halloween (Steelbook Edition)
Halloween III - Season Of The Witch
Halloween 4 - The Return of Michael Myers
Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers (Doppel-DVD)
Halloween 6 - Der Fluch des Michael Myers
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