USA 1988
Originaltitel:Halloween 4: The Return of Michael Myers
Alternativtitel:Halloween IV - Michael Myers kehrt zurück
aka. Halloween 4 - il ritorno di Michael Myers
aka. Halloween 4 - Die Rückkehr des Michael Myers
Länge:84:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Dwight H. Little
Buch:Danny Lipsius, Larry Rattner, Benjamin Ruffner, Alan B. McElroy
Kamera:Peter Lyons Collister
Musik:Alan Howarth, John Carpenter
SFX:John Carl Buechler, Magical Media Industries
Darsteller:Donald Pleasence, Ellie Cornell, Danielle Harris, George P. Wilbur, Beau Starr, Sasha Jenson, Kathleen Kinmont, Michael Pataki, Jeff Olson, Karen Alston, Gene Ross, Carmen Filpi, Raymond O'Connor, George Sullivan, Walt Logan Field
Vertrieb:Laser Paradise
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Specials:
- Horror-Trailershow:
- Armee der Finsternis (1:53 Min.)
- Brain Dead (2:31 Min.)
- Cannibal Ferox (2:51 Min.)
- Angel Of The Night (1:34 Min.)
- Hellraiser 3 (1:59 Min.)
- DellaMorte DellAmore (1:27 Min.)
- Day Of The Dead (0:48 Min.)
- Kolobos (1:11 Min.)
- Cast & Crew:
- Donald Pleasance (14 Seiten)
- Danielle Harris (3 Seiten)
- Ellie Cornell (1 Seite)
- George P. Wilbur (2 Seiten)
10 Jahre sind seit den Morden in der Halloween-Nacht 1978 vergangen. Haddonfield ist eine ruhige Kleinstadt geworden, die mitten in den Vorbereitungen für das anstehende Fest steht. Doch Michael Myers kann während einer Überführung in eine andere psychiatrische Klinik entkommen und macht sich auf den Weg zurück in seine Heimatstadt, um Jamie Loyd, die Tochter der verstorbenen Laurie Strode und seine einzig verbliebene Verwandte, zu töten. Gemeinsam mit ihrer Stiefschwester und Dr. Loomis versuchen sie, den wahnsinnigen Myers aufzuhalten.
Aufgrund seiner lediglich formalen Verwandtschaft mit der Reihe fiel
Thommy Lee Wallace'
"Halloween III" bei den Fans durch und konnte das in erster Linie mit der direkten Fortsetzung zu
John Carpenters Original entwickeltem Franchise nicht weiterführen. Obwohl
"Halloween III" ein hervorragender, eigenständiger Film wurde, nahm ihn das Publikum, ähnlich wie bei
"Freitag der 13. V - Ein neuer Anfang", aufgrund des Fehlens von Michael Myers, neben Freddy und Jason der bekannteste Kino-Schlitzer, nicht an.
Moustapha Akkad, Produzent aller
"Halloween"-Sequels, wusste, dass man fünf Jahre nach dem kommerziellen Fiasko mit dem Vorgänger die Figur nicht einfach auf Eis legen konnte. Insbesondere schon deshalb nicht, da die genrespezifischen "Kollegen" seiner Zeit saftige Box Office-Gewinne erzielten. In
Dwight H. Little, der ansonsten vorwiegend fürs Fernsehen arbeitet und unter anderem Beiträge für
"Freddy's Nightmares" und
"Akte X" inszenierte, fand
Akkad den richtigen Regisseur, um mit einem neuen, 5 Mio. Dollar teuren Sequel die Reihe wieder aufleben zu lassen. Die Geschichte wurde dabei gleich von vier Drehbuchautoren ersonnen, was dem fertigen Film nicht wirklich spürbar anzumerken ist. Eine Erklärung, wie es sowohl Michael Myers, als auch Dr. Loomis gelungen ist, lebend dem Flammenmeer aus
"Halloween II" zu entkommen, hätte man durchaus erwarten können, wenngleich ein alternativer Rohschnittanfang existieren soll, der darauf eingeht. Nichtsdestotrotz ist es gerade der Plot, der zum Gelingen dieser dritten Fortsetzung beiträgt. Das relativ solide, wenn auch formelhafte Gerüst dient als Grundlage für die teilweise doch spektakuläre und spannend aufbereitete Inszenierung von
"Halloween IV".
Der Film steht ganz deutlich in der Tradition des Originals, dessen Atmosphäre er vor allem mit seinen Kameraspielchen einzufangen versucht. Und das gelingt Little weitestgehend sogar exzellent: Die liebevolle Ausstattung Haddonfields, die kleinen Halloween-Details und stimmungsvollen Settings erreichen mehr noch einen ganz eigenen Stil, der sich zwar an
Carpenters Erstling orientiert, das aber offensichtlich mit dem nötigen Respekt. Die gerade für eine mittlerweile dritte Fortsetzung erstaunlich hohe Spannung entsteht dabei in erster Linie durch die sichere Gradlinigkeit, dem Präsentieren gut dosierter, kleiner, aber feiner Highlights mit Action betonten Szenen, die mit der nötigen Menge Suspense einhergehen.
Diese Momente funktionieren auch deshalb erstaunlich gut, weil die Beteiligten ihre Sache für Slasherfilm-Verhältnisse recht annehmbar machen.
Danielle Harris (
"Last Boy Scout",
"Düstere Legenden") spielt die kleine Jamie entgegen der ein Jahr später folgenden Fortsetzung noch relativ zurückhaltend, während
Donald Pleasence mit dem gewohnten Hang zum Over-Acting erneut den deutlich gebrandmarkten Dr. Loomis und somit auch den einzig konstanten Charakter der Reihe darstellt. Darüber hinaus ist es der auffällig gute Sound, der diese Szenen unterstreicht, denn
Alan Howarth, der auch schon an den Vorgängern mitarbeitete, vermag dem bekannten
Carpenter-Thema ausreichend neue Klänge hinzuzufügen, die trotz ihrer Oberflächlichkeit den Rahmen einer solchen Produktion abstecken.
Interessant also, dass
"Halloween IV" aufgrund der beschriebenen Merkmale inhaltlich und formal soweit überzeugen kann und eigentlich keiner oberflächlichen Effekthascherei bedarf. Dasselbe gilt auch für eventuelle Goreszenen, welche im Film bis kurz vor Ende der Produktion auch nur geringfügig enthalten waren. Da der Streifen aber so nicht mit anderen Genrefilmen seiner Zeit mithalten konnte, wurde ein weiterer Drehtag nur für zusätzliche F/X von
John Carl Buechler (
"Bride of Re-Animator",
"Freddys Finale") ausgehandelt. Die alte deutsche Fassung war für eine FSK: 16-Freigabe leicht gekürzt, aber ironischerweise funktionierte der Film eben auch in dieser Version bestens, liegen die Stärken entgegnen den Regeln des Subgenres eben nicht in der Darstellung graphischer Gewalt. Deshalb ist
"Die Rückkehr des Michael Myers" selbst in der ungekürzten R-Rated-Version noch relativ harmlos.
Die
Laser Paradise-DVD ist einer der frühen deutschen Horror-Veröffentlichungen und sicherlich auch eine der schlechteren. Das Letterbox-Widescreen-Bild eignet sich wegen der verpixelnden Kompression nicht zum Aufzoomen, bereits im

Vorspann werden die farbigen Schriftzüge von Unreinheiten gesäumt. Auch die Schärfe erreicht maximal durchschnittliche Werte, ist oftmals nur schwammig, Bewegungen verschwimmen dabei ein wenig. Die Farben sind zwar nicht so schlecht, im Vergleich zur US-Disc aber noch unterentwickelt und in einigen Szenen etwas nebelig. Pluspunkte sammelt die fehlerfreie Vorlage, die aber manchmal leicht verrutscht. Dagegen besitzen Konturen leichte Nachzeichnungsartefakte und Kontrast und Schwarzwert fallen schwach aus. Mit ein wenig guten Willen kann man hier noch 3 Punkte vergeben, die schlechten Eindrücke überwiegen aber, auch wenn
"Halloween 4" schon etwas älter ist und in die B-Sparte rutscht.
Die deutsche Spur ist stellenweise etwas dünn, vor allem wenn es um die Dialoge geht, bei weitem aber nicht kraftlos. Der Donner grollt ordentlich durch die Boxen, die Schockszenen entwickeln sich mit guter Dynamik, aber insgesamt ist der Klang nur durchschnittlich, weil gedämpft. Es fehlt sowohl an Klarheit wie auch an Bass. Der englische Ton zieht ein sanftes Brummen mit sich und die Stimmen sind auch hier nicht sonderlich natürlich.
Die Extras gehören fast schon zum Standardprogramm: Eine 8 Titel umfassende Trailershow gehört ebenso dazu wie eine wenig aufregende Filmografie zu den wichtigsten Mitwirkenden des Filmes. Dass doch einiges mehr existiert, zeigt die
Anchor Bay-Veröffentlichung. Zumindest der Trailer wäre doch nötig gewesen.
Mit knapp 18 Mio. Dollar Einspiel bestand kein Zweifel: Die Fans wollten ihren Star, Michael Myers. Der Vorgänger funktionierte als brillanter Thriller, doch die Geschichte des Haddonfield-Mörders schien einfach noch nicht zu Ende erzählt.
"Halloween IV" hat überraschend viel Potential, ist ein düsteres, mit unverkennbarer 80er-Jahre Mentalität inszeniertes Sequel, das es schafft, spannend und mit einer gelungenen Mischung aus Horror und Action zu unterhalten. Das ist mehr, als man bei einer derartigen Produktion erwarten darf.
Die deutsche DVD hat technisch kaum etwas zu bieten und auch das Bonusmaterial ist schwach. Wir warten daher auf eine würdige Ablösung. Neben der hier getesteten Einzeldisc existiert noch die inhaltlich gleiche Fassung aus der damaligen Halloween-Box (mit den Teilen 1-7), bei der neben der DVD noch eine Audio-CD beilag, die die verschiedensten Titeltracks der Halloween-Teile beinhaltet. Wer also unbedingt die deutsche DVD benötigt, sollte sich gleich noch den Soundtrack mit dazu sichern. Äußerlich wird es zwar schwer fallen, die beiden Editionen zu unterscheiden, die zusätzliche CD macht das Package aber merklich schwerer.