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USA 2005
Originaltitel:Throttle
Länge:83:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:James Seale
Buch:Neil Elman, James Seale
Kamera:Richard Lerner
Musik:Neal Acree
SFX:William Boggs, James Milligan
Darsteller:Grayson McCouch, Adrian Paul, Amy Locane, Dan Mundell, Michelle Beisner, Jefferson Arca, Mare Trevathan Phillpott, Gary Sirchia, Christopher Grundy
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Specials:
  • Originaltrailer (1:36 Min.)
  • Dt. Originaltrailer (1:36 Min.)
  • Filmo- und Biografien:
    • Adrian Paul (3 Seiten)
    • Grayson McCouch (3 Seiten)
  • Weitere DVDs:
    • New Police Story (1:59 Min.)
    • Ein ferpektes Verbrechen (1:04 Min.)
    • El Lobo (1:41 Min.)
    • The Call (1:13 Min.)
    • Italienische Verführung (1:48 Min.)
    • Bloodsuckers (1:27 Min.)
    • Elevenfourteen (1:33 Min.)
    • State Of Mind (2:12 Min.)
Der Finanzmakler Tom Weaver kehrt nach einem späten Termin zu seinem Wagen im fünften Untergeschoss einer Tiefgarage zurück. Sein Wagen springt jedoch nicht an und alle Ausgänge des Parkhauses sind plötzlich mit Eisenketten versperrt. Tom ist gefangen ... und er ist nicht allein: Ein Mann in einem 3-Tonnen-Truck treibt mit ihm ein Katz- und Mausspiel, das Tom zweifeln lässt, ob er jemals wieder das Tageslicht erblickt.
Schade, dass es für "No Way Up" (Originaltitel "Throttle") nur zu einem DVD-Release gereicht hat, denn Ex-Werbefilmer James Seale ("Asylum", "Scorcher"), dessen kurze Filmografie sich doch eher mit mittelprächtigen Regiearbeiten ausweist, liefert hier tatsächlich ein knackiges Kleinod ab, das ganz in der Tradition von Steven Spielbergs "Duel" steht. Ich will an dieser Stelle freilich nicht soweit gehen und Seale die selben Karrierechancen vorhersagen, aber spannend und längenfrei vergehen diese knapp 80 Minuten allemal.


Während Spielberg sich für seine Adrenalin fördernde Hetzjagd noch die endlosen, staubigen Highways Amerikas aussuchte, verlegt Seale sein Konzept in eine fünf Etagen umfassende Tiefgarage, tauscht den Tag gegen die Nacht aus, grenzt den Ablauf auf ein paar Stunden ein und konfrontiert Tom Weaver (Grayson McCouch, "Momentum") mit Problemen, die er selbst heraufbeschworen hat.

Denn Weaver ist eigentlich ein glücklicher Mensch, der alles hat, was man zum Leben braucht. Doch das reicht ihm nicht. Deswegen geht er auf das Angebot des undurchsichtigen, skurrilen Gavin Matheson (Adrian Paul, "Highlander: Endgame", Interner Link"The Breed") ein und wickelt mit ihm ein betrügerisches Geschäft ab, das ihnen die stolze Summe von mehreren Millionen Dollar einbringen würde. Doch Weaver packt dann doch das redliche Gewissen in der Tiefgarage und von nun an sind der ihm mit Repressalien drohende Gavin und seine Ehekrise seine kleinsten Probleme. Oder doch nicht?
Denn in der nahezu menschenleeren, düsteren Tiefgarage hat es plötzlich ein bedrohlich aussehender Truck mit getönten Scheiben und gleißenden Schweinwerfern auf ihn abgesehen.


Das nun folgende, effektiv umgesetzte Katz- und Mausspiel ist für Weaver und den Zuschauer ein spannender Kampf ums Überleben. Regisseur James Seale zieht die Spannungskurve kontinuierlich an und beengt die Möglichkeiten seines Protagonisten Zug um Zug. Der Defekt seines Wagens ist nämlich nur der Anfang. Bald sind Fahrstühle nicht mehr zugänglich und Treppenhäuser mit Stahlketten gesichert. Für Weaver bedeutet das, dass er sich wie Freiwild durch die Decks nach oben retten muss.


Die überaus abwechslungsreiche Kameraarbeit und die bedrohliche Omnipräsenz des Trucks, der sich in dem smogverhangenen, kalten Betonkomplex nebenher allen möglichen Zeugen manchmal sehr abrupt und unvorhersehbar entledigt und Weaver zum Kampf anstachelt, anstatt ihn nur zu töten und dieses Duell zu genießen scheint, erntet natürlich besonderen Applaus. Der geradlinige Ablauf des Geschehens innerhalb des begrenzten Zeit- und Spielraums wird dabei lediglich durch ein paar Flashbacks unterbrochen, die eigentlich mehr erklären wollen, als zu erklären ist. Denn Weaver rätselt zwar fleißig, wer seinen Tod vielleicht gern sehen würde, die Auflösung ist dann aber leider arg banal.


Nichtsdestotrotz kann "No Way Up" seine Zuschauer konsequent bei der Stange halten. Die kitzeligen Momente gehen ihm nicht aus und einige "scary moments" stellen sich auch ein, während einige "Duell"-Reminiszenzen, wie der verdächtig Dennis Weaver ähnlich sehende, in einem roten Wagen vorbeischauende Autofahrer, für ein amüsiertes Grinsen sorgen. James Seale kennt sein Vorbild und gibt die Kopie dessen Grundkonzepts auch offen zu. Dabei malträtiert er seinen Protagonisten zusehends, fährt ihn an, überzieht ihn mit Abschürfungen, zerrissenen Klamotten und der Entschlossenheit als auf sich allein Gestellter mit dem Leben davonzukommen - egal wie.


Ein paar Klischees, wie die mal wieder just in diesen Moment nicht empfangsbereiten Handys oder diverse Ungereimtheiten in puncto Logik, vor allem was den überzogenen Ausgang des Films angeht, der mich sehr an Interner Link"The Hitcher" erinnerte, fallen insgesamt da gar nicht mal so negativ ins Gewicht. Das liegt wiederum vor allem an James Seale, wobei seine Darsteller nicht über eine solide Leistung hinausragen. Hauptdarsteller Grayson McCouch gibt sich zwar keine Blößen, ist aber auch leider ohne Charisma ein Schauspieler, der den Zuschauer wenig entgegenkommt. Um sein Leben sorgt man sich eigentlich nie so recht. Seale zeigt sich dafür versiert in den Actionszenen, wo auch schon mal Betonpfeiler zerbröckeln, der schwarze Jeep immer wieder wie aus dem Nichts auftaucht oder effektreich Autowracks in Funkenregen zusammengestaucht werden, nur um wieder schnurstracks Stille einkehren zu lassen und Weaver ganz kurz Zeit zum Durchatmen zu geben, bis der geheimnisvolle Truck-Fahrer wieder Anlauf genommen hat.


Sicherlich erfindet "No Way Up" damit das Genre nicht neu, auch wenn sein Protagonist naturgemäß einiges an Einfallsreichtum aufbieten muss und dabei über sich hinauswächst, dabei jedoch leider auch die dümmsten Fehler begeht, um noch zusätzliche Suspensemomente zu kreieren. Doch auf dieser oberflächlichen Schiene unterhält der Film überaus konsequent und zeigt damit, dass auch aufgewärmte Ideen sich nicht zwangsläufig als einfallslose Plagiate entpuppen müssen und sich auch in seelenlosen Betonblöcken fesselnde Atmosphäre erzeugen lässt.


Das Bild der DVD ist im oberen Qualitätsbereich anzusiedeln, weniger hatte ich aber auch nicht erwartet. Hier fehlt es mitunter etwas an Details, wobei das je nach Szene unterschiedlich ausfallen kann. Das ist eigentlich auch der Grund, warum man hinter "No Way Up" eine kleinere Produktion vermuten könnte, denn die anamorphe Abtastung scheint schon von der Vorlage her nicht auf Perfektion getrimmt zu sein. Sonst kann man aber alle Faktoren mindestens als gut bezeichnen. Der Kontrast ist ausbalanciert genug, trotz der häufigen Szenen, in denen der Truck mit aufgeblendeten Lichtern die umliegenden Schatten ausfüllt, alles noch bestens erkennen zu können. Auch die Farben ziehen durch kräftige Töne mit, trotz der schwierigen Lichtbedingungen in der Tiefgarage, und lediglich etwas stärkeres Bildrauschen muss man in Kauf nehmen.


Den DTS-Ton gibt es nur im Deutschen, aber an den englischen Track kommt auch der nicht ran. Bereits im deutschen Dolby Digital 5.1 erscheint der Sound weniger heftig als im Original, der Bass fehlt beispielsweise und deswegen geht der Track weniger brachial vor. Trotzdem kann man bei allen Tonspuren die kernigen Motorengeräusche und das hallende Quietschen der Reifen im Parkhaus genießen. Der Surround-Anteil könnte noch mit etwas deutlicheren Effekten auf sich aufmerksam machen, die etwas mehr hallen. Für Dynamik und einige aufbrausende Momente ist trotzdem gesorgt, nicht aber für Untertitel. Die Stimmen im Deutschen sind manchmal etwas dünn, 4 Punkte sind es aber dann trotzdem.

Weniger erfreulich ist die Bonussektion, in der nur zwei Trailer und zwei kurze Biografien enthalten sind. "No Way Up" Ist nicht gerade die Art von Film, die nach einer "Special Edition" schreit, aber ein kleineres Making Of kommt immer gut an.


Insgesamt ein spannender Actionthriller, der vornehmlich von seiner eingegrenzten Prämisse und James Seals guter Inszenierung lebt. Das vermutlich nicht allzu hohe Budget sieht man "No Way Up" jedenfalls nicht an. Auch wenn die erklärenden Flashbacks zeitweise das hohe Tempo des ansonsten schnörkellosen Ablaufs ausbremsen und die beteiligten Darsteller nur durchschnittlich performen, konnte ich mich der immerhin unverbrauchten Ausgangssituation nicht entziehen. Kein Impulsgeber für neue Innovationen oder gar eine filmische Revolution, aber dafür ein schwer unterhaltsames Genrestück, dass das Gefühl des Ausgeliefertseins überaus gelungen in einer packenden Inszenierung an den Mann (oder auch die Frau) bringt. Kompakte Unterhaltung ohne Ansprüche, aber dafür viel Kurzweil.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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