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USA 2003
Originaltitel:Tears of the Sun
Alternativtitel:Hostile Act
aka. Hostile Rescue
aka. Man of War
Länge:115:58 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Antoine Fuqua
Buch:Alex Lasker, Patrick Cirillo
Kamera:Mauro Fiore, Keith Solomon
Musik:Hans Zimmer, James Michael Dooley
Darsteller:Bruce Willis, Monica Bellucci, Cole Hauser, Fionnula Flanagan, Johnny Messner, Malick Bowens, Rodney Charles, Nick Chinlund, Bourke Floyd, Paul Francis, Charles Ingram, Jimmy Jean-Louis, Pierrino Mascarino, Sammi Rotibi, Tom Skerritt, Chad Smith, Eamonn Walker
Vertrieb:Columbia
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Antoine Fuqua (Engl. mit dt. UT)
  • Audiokommentar mit den Drehbuchautoren (ca. 17 Min.) (Engl. mit dt. UT)
  • Making of (15:05 Min.)
  • 8 Deleted Scenes (18:43 Min.)
  • Wissenswertes über Afrika (Trivia Fact)
  • Stimmen aus Afrika (20:58 Min.)
  • Interaktive Afrika-Landkarte
  • Original-Trailer (1 Min.)
  • Trailershow:
    • Bad Boys II (Dt./Engl.) (2:20 Min.)
    • Irgendwann in Mexiko (2:21 Min.)
    • Terminator 3 (Dt./Engl.) (1:41 Min.)
    • Missing (1:52 Min.)
    • Welcome to the Jungle (2:25 Min.)
Eine US-Eliteeinheit unter der Führung von Lt. Waters muss in Nigeria eine von Rebellen bedrohte katholische Dschungelmission evakuieren, in der auch die hübsche Ärztin Lena arbeitet. Schockiert vom Massaker unter der Bevölkerung und von Lena quasi erpresst, ändert Waters seine Mission. Er beschließt, Lenas Schützlingen Geleitschutz bei deren beschwerlichem Fußmarsch ins rettende Kamerun zu geben. Doch eine 300 Mann starke Rebellentruppe, die vor nichts zurückschreckt, ist ihnen bereits dicht auf den Fersen...
Nach dem Trailer zu urteilen muss "Tears of the Sun" ein actiongeladener Kriegsfilm sein, in dem eine amerikanische Spezialeinheit den lokalen Bösewichten zeigt, wer hier der Polizist von Welt ist. Doch der Schein trügt, denn "Training Day"-Regisseur Antoine Fuqua gelingt ein überraschend unpatriotischer Beitrag, der auf seine schonungslose Art zu überzeugen weiß und eher ein Kriegsdrama als ein Spektakel darstellt. Wie uns im Intro in Form von Fernsehnachrichten mitgeteilt wird, herrscht Bürgerkrieg in Nigeria. Grund genug alle Amerikaner aus dem Land zu evakuieren, was Lt. A.K. Waters (Bruce Willis) und seine Truppe ins Spiel bringt. Sie sollen die Ärztin Dr. Lena Fiore Kendricks (Monica Belluci) und drei weitere Missionare aus einem Dorf holen und sie per Hubschrauber auf einen sicheren Flugzeuträger bringen. Was wie eine Routinemission für die Seals aussieht, entpuppt sich als ein unmenschlicher Höllentrip. Die hübsche Ärztin hat nämlich gar nicht vor, so ohne weiteres mitzugehen und will das halbe Dorf gleich mitevakuieren, was Waters zu einer folgenschweren Lüge zwingt. Er nimmt mehrere Dutzend Dorfbewohner zur Landezone, wo er sie jedoch zurücklässt, um die wütende Ärztin in den Heli zu frachten. Als sie auf dem Rückflug über das niedergemetzelte Dorf fliegen, erwacht sein Gewissen und er kehrt mit seiner Truppe zurück , um die Wehrlosen in Sicherheit zu bringen... Doch ahnt er nicht, dass er eine halbe Armee im Rücken hat. Warum sein Vorgesetzter nach der Verweigerung des Rückkehrbefehls ihn auch noch unterstützt und milde walten lässt bleibt für den Rest des Films ungeklärt.


Atmosphärisch hat Fuqua alles richtig gemacht. Der Dschungel wirkt bedrohlich, heiß und undurchdringlich. Nachts können überall Feinde lauern, die nur auf eine Unachtsamkeit warten. Sowas hat man seit Interner Link"Predator" nicht mehr sehen dürfen. Den extraharten Schlag in die Magengrube gibt es in den beiden Dorfszenarien. Allein das kurze Überfliegen des ersten Dorfes rief bei mir eine Gänsehaut vor. Im tristen Wetter sieht man, wie Feuer lodern, lauter hingerichtete Menschen am Boden liegen und das Meer sich von Blut rot färbt. Gesteigert wird das vom Regisseur nochmal im zweiten Dorf, in dem die Kaltblütigkeit und Entschlossenheit beider Seiten aufs Härteste wiedergegeben wird. Während das Militär Menschen brutal exekutiert, Frauen vergewaltigt, ihre Brüste abschneidet und Menschen anzündet, antworten die lautlosen Seals mit ungebändigter Wut und all' ihrem Können: Jeder Schuß sitzt, Gegnern wird das Genick gebrochen oder sie werden mit Messern aufgeschlitzt bis sie das Dorf gesäubert haben. Der Kampf erscheint im Regen kalt, schmutzig, abweisend und erschreckend. Eine Gänsehaut ist garantiert, denn "Tears of the Sun" ist kein gelackter Hochglanzkriegsfilm wie Interner Link"Windtalkers".
Das einzige große Problem (ausgenommen das Ende), das der Film hat, sind die gesichtslosen Seals, von denen kaum jemand einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann. Da hilft es auch nicht, dass Fuqua sie nach der ersten Nacht plötzlich komplett abschminken lässt und die Gesichtstarnfarbe verbannt. Versuche, das eine oder andere Mitglied in kritischen Dialoge mit Waters kantiger und deutlicher zu gestalten, scheitern, da diese Dialoge zu hohl und simpel sind, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Auch die eine oder andere Fluchtszene der Dorfbewohner durch den Dschungel hätte etwas kürzer ausfallen dürfen, sind sie doch oft nur ein Übergang zum knappen Gespräch zwischen Waters und Kendricks, die aber ähnlich oberflächlich wie der Rest bleiben und inhaltlich immer wieder das selbe wiedergeben. Besonders deutlich wird das Problem im zwar schön anzusehenden, aber nicht zum Film passenden und völlig hirnrissigen Endkampf, in dem ein Großteil der Navys aufgerieben wird. Man kann hier gar nicht auseinander halten, wer hier nun schießt, stirbt, Leute retten will und sich zurückzieht. Wäre Bruce Willis nicht der Anführer, hätte das Team nicht mal ein Gesicht. In Klischeemanier verschanzt sich die Truppe hinter einem umgefallenen Baum und streckt Wellen von Gegnern nieder, die aus dem tiefen Dickicht auf sie zugelaufen kommen. Da betrügt der bis dato dramatische Kriegsfilm sich selbst, was aber wohl ein Muss war, um den Zuschauer final an der Stange zu halten und ihm das gewohnte Endspektakel zu servieren.

Willis' Comeback im Actiongenre ist dank Charisma und Auftreten übrigens gelungen. Er verkörpert den einfachen Soldaten zwar nur mit einem einzigen "Ich habe gerade eine Zitrone gegessen"-Gesichtsausdruck und dem obligatorischen Dreitagebart, doch Ausstrahlung und Handeln des scheinbar emotionslosen Soldaten stimmen. Fehlanzeige, wer hier einen John McClane erwartet... Dieser Waters ist ein ernster, schweigsamer Charakter, dem seine Männer und die Dorfbewohner über alles gehen.
Man darf an diesen Film nicht mit der Erwartung gehen Willis' Comeback im Kugelhagel zu sehen, in welchem er Massen von Gegnern niedermäht. Antoine Fuqua gelang ein hartes und realistisches Kriegsdrama, dass um einiges "erwachsener" inszeniert wurde als Interner Link"Windtalkers", Interner Link"We Were soldiers" und Konsorten. Man hat hier das Gefühl den wirklichen Krieg und keinen Unterhaltungsfilm präsentiert zu bekommen, denn hollywoodsche Kriegsballereien gibt es hier nur am Ende. Leider gelang es dem Regisseur nicht die Seals in Szene zu setzen, so dass sie austauschbare Figuren bleiben. Weiter trüben einige hohle Dialoge das durchaus positive Gesamtbild etwas. Dafür überlebt dieses mal aber das Wildschwein...


Kommen wir nun zur deutschen Columbia-DVD. Wie so oft gibt sich diese als ein Wechselbad der Gefühle. Das Bild wurde sehr oft durch den Einsatz diverser Stilmittel verfälscht und kann von daher kein so gutes Ergebnis erzielen, was im übrigen bei der US-DVD nicht anders ist. Andere Szenen erscheinen wieder brillant und klar. Der Kontrast bietet überwiegend ein sattes Schwarz, mit der Tendenz zu Grau oder Dunkelblau. Ansonsten ist dieser eigentlich immer gut gewählt und es werden keinerlei Details verschluckt, was dem Transfer hoch anzurechnen ist. Lediglich helle Flächen wirken etwas zu steil, was aber durchaus so gewollt sein kann. Bei der Wahl der Farben hat man versucht einen authentischen Look zu erschaffen, was zur Folge hat, dass die Farbgebung oftmals recht blass und kraftlos wirkt und zudem in einigen Szenen einen leichten Grünstich aufweist. Dies ist aber vom Regisseur so gewollt und kann dem Transfer nicht angelastet werden; und wenn man ehrlich ist, sorgen diese Verfälschungen für die passende Atmosphäre in dem Film. Die größte Angst hatten wir wieder im Bereich Schärfe, aber auch wenn die DVD in diesem Punkt nicht perfekt ist, kann dieser anamorphe Widescreen-Transfer mit einer überwiegend guten Detailschärfe aufwarten. Dies merkt man vor allem in Nahaufnahmen der Gesichter. Totale hingegen hätten ruhig etwas schärfer sein dürfen und erscheinen teilweise etwas zu weich. Dafür erleben wir saubere Konturen und keinerlei Verschmutzungen und auch die Kompressionen arbeiten unauffällig im Hintergrund. Was schlussendlich noch zu bemängeln ist, wäre das permanente Bildrauschen im Hintergrund, was zwar nicht den ultimativen Störfaktor ausmacht, aber hin und wieder etwas negativ auffällt. Teilweise hat man das Gefühl als würden leichte Geisterbilder durch das Bild wandern, was nach mehrfacher Prüfung, aber nicht an unserem Testequipment liegt und von anderen Seiten ebenfalls bestätigt wurde. Auch dies ist nicht sonderlich prägnant, aber alles kleine Mängel, die bei einem recht neuen Film wie "Tränen der Sonne", nicht hätten sein dürfen.
Also, wenn man im Bild noch Mängel gefunden hat, so muss man dem Ton hier wirklich einen Orden verleihen. Denn was hier an einer realistisch und authentisch wirkenden Raumkulisse erzeugt wirkt, haben wir bisher nur selten erlebt. "Mittendrin statt nur dabei" war ganz klar das Motto und bietet uns eine exzellente Abmischung der Effektlautsprecher, die stets im Einsatz sind. Ob Düsenjets im Hintergrund einer Szene, Hubschrauber oder aber einfach nur Regen oder diverse Dschungelgeräusche, hier wird in die Vollen gegriffen und ein harmonisches Klangbild geschaffen, was seines gleichen sucht. Aber nicht nur die saubere Kulisse oder die gute Dialogverständlichkeit sind ausschlaggebend für eine volle Punktzahl. Wie es bei einem Actionfilm nun einmal üblich ist, sollten auch die Actionsequenzen so richtig knallen und bei "Tears of the Sun" wird man inmitten des Feuergefechtes schnell Deckung auf der Couch aufsuchen, so hervorragend arrangiert und platziert sind die Effekte. Die Kugeln fliegen einem um die Ohren und in den Explosionen bekommen wir einen unheimlich druckvollen Tiefenbass geboten, der wirklich überzeugen kann. Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben und alle Kanäle werden gleichmäßig angesteuert, ohne dabei auch nur einmal negativ aufzufallen. Die Kanaltrennung ist perfekt, der Einsatz von direktionalen Effekten atemberaubend und selbst in ruhigen Szenen bekommen wir einen sehr differenzierten und dynamischen 5.1-Mix geboten, der sämtliche Schwächen des Bildes wieder wett macht. So sollte es sein, so muss es sein!

Unterschiede im Bonusmaterial zur US-DVD gibt es keine, was heutzutage ja auch schon eine Seltenheit darstellt und deshalb positiv hervorgehoben werden sollte. Dennoch wird uns im Endeffekt nicht all zu viel geboten. Den Anfang macht ein Audiokommentar des Regisseurs, welcher optional Deutsch untertitelt wurde. Zudem gibt es noch einen Kommentar der Drehbuchautoren, ebenfalls Deutsch Untertitel. Dieser geht aber nur knapp 17 Minuten. Unter "Wissenswertes über Afrika" werden im Film Texttafeln eingeblendet, welche uns mit Infos und Fakten versorgt. Das Making of "Journey to Safety" ist mit knapp 15 Minuten recht kurz ausgefallen und bietet wieder einmal das Hollywood typische Geschwafel für PR-Zwecke, mit einigen kurzen Interviews, vielen Filmausschnitten und viel zu wenig Behind-the-scenes-Material. Weiter geht es mit dem achtteiligen Feature "Stimmen aus Afrika" in dem acht Afrikaner zu Worte kommen und ein wenig über ihr Heimatland und die Kriege erzählen. Ganz interessante Erlebnisberichte, aber nicht ganz das, was man erwartet hat. Zum Schluss gibt es acht "deleted scenes" ohne Regiekommentar und unter "interakative Afrika-Landkarte", kann man sich Informationen über das Land und die einzelnen Regionen informieren. Zum Schluss können wir uns noch sechs Trailer, unter anderem den Original-Kinotrailer in einer hochwertigen Qualität anschauen. Insgesamt gesehen also nicht gerade viel und von einem Regisseur, dem der Film laut Aussagen sehr wichtig und vielmehr ein persönliches Ding war, hätte man sich eine bessere DVD-Edition gewünscht. Zum Beispiel ein Hidden Feature mit den Anwaltsbriefen von Bruce Willis, der bei den Dreharbeiten von einem "Projektil" am Kopf getroffen worden sein soll und davon "extrem mentale, körperliche und emotionale Schmerzen" erlitten habe. Und so jemand hat mal Interner Link"Stirb langsam" gedreht?

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Technisch gesehen bietet die DVD im Tonbereich Referenzwerte, beim Bild muss man ein paar Einbüßungen hinnehmen, aber auch hier wird uns - passend zum Film - ein gutes Bild geboten. Lediglich bei den Extras hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. Audiophile werden an dieser DVD aber nicht vorbei kommen.


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus+++---


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