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USA 2000
Originaltitel:Krocodylus
Alternativtitel:Crocodile
aka. Blood Surf - Angriff aus der Tiefe
Länge:84:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:James D.R. Hickox
Buch:Sam Bernard, Robert L. Levy
Kamera:Christopher C. Pearson
Musik:Jim Manzie
SFX:John Carl Buechler, Robert Pendergraft, Shaun Pendergraft, Pixel Magic
Darsteller:Dax Miller, Taryn Reif, Kate Fischer, Duncan Regehr, Joel West, Matthew Borlenghi, Maureen Larrazabal, Cris Vertido, Susan Africa, Archie Adamos, Rolly Sto. Domingo, Malecio Amayao, Rudy Castillo
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:21.02.2002 (Kauf)
Specials:
  • Making Of (7:14 Min.)
  • Originaltrailer (1:52 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Attraction (2:23 Min.)
    • After The Storm (2:23 Min.)
    • The Delivery (2:17 Min.)
Sie dachten, sie hätten den ultimativen Kick gefunden. Dich dann begegnen sie einer Bestie, die ihre schlimmsten Alpträume übertraf! Wellenreiten zwischen hungrigen Haien, die man mit blutigen Ködern richtig scharf gemacht hat, das ist der neueste Extremsport für alle, die besonders cool sind. Zwei der waghalsigsten Surfer sind Zack und Bog - die Stars der TV-Dokumentation, die Cecily und Jeremy auf einer kleinen Südseeinsel drehen wollen. Als aber Surfer und sogar Haie abrupt und sehr blutig ums Leben kommen, wird klar, dass in den Wellen eine noch viel grauenvollere Bestie lauert. Und sehr schnell wird die Situation sehr uncool!
Anfang der Neunziger noch für solide Genrefilme wie "Interceptor" oder "Extreme Justice" verantwortlich, wurde das kriselnde Studio Trimark Pictures schließlich zur Jahrtausendwende komplett von Lions Gate geschluckt und schickt mit "Krocodylus" eines der letzten Eigengewächse auf den Videomarkt.
Leider überflutete just zu diesem Zeitpunkt auch Nu Image mit seinen Ausschussproduktionen am Fließband eben diesen Markt, weswegen dieser relativ gelungene Tierhorrorfilm etwas unterging und eigentlich negativer bewertet wird, als er eigentlich ist. Nu Images Akkordarbeit stinkt im direkten Vergleich nämlich deutlich ab.


James D.R. Hickox (Interner Link"Children of the Corn III", "Sabretooth"), Bruder des bekannteren und talentierten Anthony Hickox (Interner Link"Waxwork", "Submerged") stand hierfür jedenfalls ein brauchbares Budget zur Verfügung, das es ihm erlaubte, den Film optisch zumindest soweit attraktiv aufzubereiten, dass das letztlich doch nur bemüht Klischees und Genrevorbilder (teilweise wortwörtlich) zitierende Drehbuch nicht ganz so negativ ins Gewicht fällt. Gedreht wurde, wenn mich mein trübes Auge nicht täuscht, auch auf den Philippinen, die als exotischer Schauplatz schon einiges hermachen.

... was man weniger von der Geschichte und den Darstellern sagen kann. Ein Produzent möchte mit einer Regisseurin, mit der er natürlich anbandelt, einen riskanten Film drehen und engagiert dafür zwei waghalsige Extremsurfer (u.a. Joel West, der danach immer wieder unter Terry Cunningham zu sehen war), die sich ihre Füße aufschneiden (!), um dann zwischen den Haien herumzusurfen. Keine gute Idee, denn da taucht auch noch ein riesiges Salzwasserkrokodil herum, das den Spaß nicht mitmachen will.


Doch bis es dazu überhaupt kommt, vergeht erst einmal ein Drittel des Films, der dann doch eher damit beschäftigt ist dabei zuzuschauen, wie die jungen, attraktiven Weiblein tanzen, trotz Minderjährigkeit barbusig durchs Bild zwirbeln und die Männerwelt flachlegen. Man könnte schon fast an einen schwülen Softsexfilm in der Karibik glauben, wenn das Krokodil nicht irgendwann einmal zuschlagen würde - natürlich passend zum parallelen Coitus.

niger ernst nimmt, gereicht "Krocodylus" genauso zum Vorteil wie die recht gelungenen Effekte. Zwar greift man bei den Haien teilweise auf etwas Stock Footage zurück, aber das Krokodil wird entweder als CGI, Modell oder Latexmonster dargestellt und kommt eigentlich recht gut dabei weg. Insbesondere die Hinzunahme des abgewrackten Seebären der Marke Ahab (gehört seit Quint nun auch zum guten Ton!), der mit der überdimensionalen Fressmaschine noch eine alte Rechnung (hat seine Touris gefressen ...) zu begleichen hat und ihr dafür mit Harpune und Sprengstoff zu Leibe rückt gibt dem Film noch mal ein Zwischenhoch.


Die ungehobelten Piraten, in deren Hände die vierköpfige Filmcrew auf dem Eiland zwischenzeitlich fällt, bevor das Krokodil zum Häppchen ansetzt, sind nämlich nur ein Zugeständnis, um den Bodycount etwas in die Höhe zu treiben. Blutige Details werden nicht übertrieben zum Besten gegeben, aber abgekaute Beine können schon mal ins rechte Bild gerückt werden.

Jeder weiter der Film voranschreitet, desto komischer wird er auch. Ob nun absichtlich oder nicht möchte ich nicht festlegen, aber wenn der feige Hasenfuß direkt mit dem Surfbrett ins aufgerissene Maul des Krokodils surft oder die nun wirklich sehr ansehbaren Weiblein frech im Süßwasser stehend dem mies gelaunten Vieh ihr üppiges Dekolleté entgegenstrecken, kann man sich ein Lächeln nicht verkneifen. Ich lasse das mal als Pluspunkt gelten, weil solche Genrefilme eigentlich grundsätzlich besser sind, wenn sie mit einer gewissen Selbstironie umzugehen wissen. Naja, es sei denn, Steven Spielberg dreht sie. Und spätestens, wenn man dem Tier eine Brücke baut, ihm dann wegrutscht, sich mit einer Liane abseilt und das Vieh plötzlich durch die Luft segelt, ist der Spaß ohnehin garantiert.


Den Filmspaß trüben eigentlich nur ein paar fehlende Effekte, an denen man schon merkt, dass das Budget irgendwo begrenzt war. Vielleicht wollte James D.R. Hickox sein Ungeheuer auch nicht so früh zeigen und belässt es wegen lange bei der Egoperspektive, aber vor allem das enttäuschende Dahinscheiden des alten Ehepaares auf dem Boot geschieht doch ohne viele Details halb im Off, während die Zerstörung des Steges dagegen topp getrickst wurde.

Apropos Tricks, die sind später gar nicht mal übel. Ob Animatronic oder CGI, das Monster wirkt natürlich nie lebensecht, aber ganz lieblos sind die Attacken nun wirklich nicht gemacht. Insbesondere der deutlich von Interner Link"Jaws" inspirierte Kampf zwischen dem Krokodil und dem alten Seebären auf seinem Kutter beweist bis hin zum Auflaufen auf dem Riff, dargestellt mit Modellen, dass die Spezialeffektkünstler schon wussten, was die da taten. Bisweilen sieht das zwar auch mal komisch aus, wenn das Tier durchs Unterholz fetzt, aber insgesamt hinterlässt der Film in diesem Punkt einen positiven Eindruck.


Was ich nicht von den Hauptdarstellern behaupten möchte, die genregemäß in die bekannten Stereotypen gepresst vor allem auf weiblicher Seite auch wirklich nur gut aussehen und in möglichst eng anliegenden, nassen Klamotten durchs Bild laufen. Was ja nun auch nicht etwas Schlechtes sein muss. Außerdem hält James D.R. Hickox das Tempo auch aufrecht und gönnt den Protagonisten keine großen Auszeiten. Daraus resultiert dann auch eine kurze Laufzeit von etwa 80 Minuten, die dem Film gut zu Gesicht steht.


Das anamorphe Bild ist ein zweischneidiges Schwert. Einige Aufnahmen haben nämlich mit einem sehr intensiven Rauschen zu kämpfen, das aber zumindest nicht durch Nachbearbeitung verschlimmert wurde und auch von der Kompression nahezu problemlos aufgenommen wird. Das passiert besonders dann, wenn das Panorama aufgenommen wird. Andererseits erhält man sich so die stattliche Grundschärfe, die praktisch keine Aussetzer zeigt. Es ist sogar erstaunlich, dass das anamorphe Bild gerade in diesem Bereich glänzt. Bei den Farben ist insgesamt eine leichte Dämpfung wahrzunehmen, die u.a. an dem stellenweise zu dunklen Bild liegt. So kann die sonnige Atmosphäre eben nicht richtig zur Geltung kommen. Ein paar Defizite zeigt die Kompression bei starken Wellenbewegungen, was dadurch ein wenig kompensiert wird, dass dem Stream fast immer die maximale Bitrate zur Verfügung gestellt wird. Bedenkt man, dass es lediglich ein B-Movie ist, tendiere ich dann doch eher zu 4 statt zu 3.5 Punkten, vielleicht auch, weil ich das starke Filmkorn nicht als störend empfinde.


Die DVD hat sogar einen DTS-Mix bekommen, aber was der soll, weiß ich überhaupt nicht. Es scheint der Standard-Upmix zu sein, den Sunfilm bei ziemlich vielen ihrer DVDs erstellen. Dabei ist das unnötig, da die beiden anderen Spuren nicht einmal Dolby Surround, sondern lediglich Stereo sind. Das beschränkt den Klang natürlich auf die vorderen Lautsprecher, wo zumindest ein relativ offener, breiter Klang geboten wird. Im Englischen ist das nicht anders, nur dass die Sprecher hier etwas natürlicher, weil kerniger klingen. Bei beiden kann man aber von einer sauberen, zeitgemäßen Klangkulisse sprechen, der ein richtiger Upmix einiges gebracht hätte. Für deutsche Untertitel ist gesorgt.

Ebenso wie das Hauptmenu wartet das Making Of mit peppigem (Blood) Surf Rock auf. Im Making Of wird ein wenig B-Roll verwurstet, das u.a. das Krokovieh in seiner vollen mechanischen Pracht zeigt. Demnach ist es also kein richtiges Making Of, sondern eher unfertige Aufnahmen am Stück. Den etwas lahmen Trailer zum Film gibt es auch dazu.


Klar, die Dialoge, die zusammengeklaute Geschichte und die überlebenswichtigen Entscheidungen der Beteiligten sind grausam. Man versucht auch nicht einmal zu erklären, warum sich dieses Krokodil dort herumtreibt und Plotholes (Warum hat der Captain nicht schon früher auf das Vieh Jagd gemacht? Warum warnt er sie nicht davor? Und überhaupt wie wäre es damit mal die Behörden einzuschalten? Haben die nicht nach den verschwundenen Touristen gesucht?) gibt es offensichtlich auch so einige. Mir gefiel dieser (hoffentlich) beabsichtige Nonsens aber ganz gut, weil er dem Film einen trashigen Charme verpasst.
Aber James D.R. Hickox verpackt den Film optisch sehr attraktiv, zieht ihn in einem guten Tempo durch und wirft seinem Titelgeber genug Fraß ins Maul, damit keine lange Weile aufkommt. Da darüber hinaus die Tricktechnik nicht wirklich sehenswert sondern einfach für diese Produktionsverhältnisse gelungen ist und die aufkeimende Selbstironie sich prima mit dem Kampf ums Überleben ergänzt, kann zumindest der Genrefan schon mal einen Blick riskieren. Denn besser als die meisten artverwandten Filme von Nu Image ist "Krocodylus" allemal, weswegen dem Ottonormalzuschauer der Genuss trotzdem mit Vorsicht angeraten sei.


Film++/---
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus++----


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