USA 2001
Originaltitel:Exit Wounds
Alternativtitel:Exit Wounds - Die Kopfjäger
Länge:101:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:R-Rated
Regie:Andrzej Bartkowiak
Buch:John Westermann, Ed Horowitz, Richard D'Ovidio
Kamera:Glen MacPherson
Musik:DMX, Damon 'Grease' Blackman, Brian Friedman, Jeff Rona
SFX:Keyframe Digital Productions
Darsteller:Steven Seagal, DMX, Isaiah Washington, Tom Arnold, Anthony Anderson, Michael Jai White, Bill Duke, Jill Hennessy, Bruce McGill, David Vadim, Eva Mendes, Matthew G. Taylor, Paolo Mastropietro, Shane Daly
Vertrieb:Warner
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:2:35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Englisch, Französisch
Untertitel:Englisch, Französisch, Spanisch
Specials:
- Cast & Crew:
- Steven Seagal
- Tom Arnold
- DMX
- Isaiah Washington
- Andrzej Bartkowiak
- Making Of "Exit Wounds" Documentary (18:48 Min.)
- DMX Music Video (5:28 Min.)
- A Day On The Set With Anthony Anderson (8:51 Min.)
- Theatrical Trailer (2:15 Min.)
Für einen
Seagal-Film ist die Story überraschend spannend und kann sogar mit einigen überraschenden Momenten aufwarten. Dafür überdurchschnittlich, auch wenn die Idee nicht unbedingt neu ist. Von den Schwarzen hört man die bekannt obercoolen Dialoge, während
Seagal ja eh nicht zu viel redet und eher ein Mann der Tat ist :-)
Dass
Seagal die Mimik eines Eisbrockens besitzt, dürfte bekannt sein. Dennoch ist er ein ähnliches Phänomen wie
Steve McQueen; Mimik kaum vorhanden, doch Ausstrahlung und Auftreten machen eine Menge wett. Einen Bonuspunkt bekommt
Seagal hier aber, indem er auf witzige Weise sich selber ein wenig auf die Schippe nimmt. Sein Auftreten bei der Selbsthilfegruppe ist einfach köstlich. Unterstützt wird er dabei mit altbekannten Größen wie
Bill Duke oder
DMX in seinem ersten großen Leinwandauftritt, wobei ich bei Letzterem vor allem von seinen Kampfsporteinlagen beeindruckt war. Zusätzlich sind weiter altbekannte Gesichter wie
Michael Jai White (
"Spawn") oder
Anthony Anderson zu sehen.
Doch obwohl ich seinen Filmen nicht allzu viel abgewinnen kann, hat mich dieser hier positiv überrascht. Die Action- und Kampfszenen sind auf dem derzeitigen Actionniveau angesiedelt und können durchaus überzeugen. Zwar sind die Kämpfe nicht mehr im alten
Seagal-Stil und wurden ein wenig aufgepeppt, dennoch aber auch für "altmodische" Fans sehenswert. Für ein wenig Abwechslung und dem typischen Actionfilmhumor sorgen die Schwarzen im Film, die dem Zuschauer dem einen oder anderen Lacher entreißen. Die Gewaltschraube des Films wurde gegenüber älterer
Seagal-Filmen heruntergeschraubt, wobei ich glaube, dass man das in den letzten 5 Minuten des Films wohl noch kompensieren wollte. Da wurde es mit der Gewalt überflüssigerweise übertrieben, nur um den Zuschauer noch ein "Oh" zu entreißen. Ein wenig Machogehabe gibt es auch (Elektroschocker), so dass auch die wohl wenigen weiblichen Fans ein bisschen auf ihre Kosten kommen.
Die Hip-Hop- und Rappermucke zerstört leider einen großen Teil des Films, denn dieser Musikstil passt nicht zu einem Seagalfilm. Auch wenn sie im Moment in Hollywood noch so angesagt ist, muss einfach härtere Musik her. Da wollte man zu trendy sein, was gründlich in die Hose geht.
Beim Bild lässt
Warner kaum etwas anbrennen. Das anamorphe Widescreen ist herrlich klar und scharf, sowohl im Kontrast

als auch bei den Farben sehr natürlich, wobei der Kontrast nicht so hart ausfällt, wie es beispielsweise bei einigen späteren, hochgestylten Action-Extravaganzen passiert ist. Ein wenig Rauschen hier und da, die Kompression ist größtenteils sauber, die Schärfe ist bis auf wenige Aufnahmen sehr gut gelungen. Für Referenz reicht das nicht, der Heimkino-Fan wird trotzdem nicht enttäuscht sein.
Der Sound ist dick und fetzig, wie es sich für einen zünftigen Actionstreifen gehört. Da rattert es auch mal richtig aus dem Subwoofer und die Rears lassen es ordentlich mitschwirren, auf dem Center hat man aber oft mal das Gefühl, der Klang wäre ein wenig matt und könnte etwas mehr Power vertragen. Außerdem sind einige Szenen doch recht centerlastig abgemischt, so dass man für eine Majorproduktion doch ein wenig hinter den sehr guten Erwartungen zurückbleibt. Beim französischen Ton sind die Dialoge etwas drückender, die Klangqualität an sich bleibt aber gleich. Zusätzlich kann man das Geschehen noch mit englischer französischer und spanischer Untertitelung anschauen.
Die viertelstündige Dokumentation ist zwar ziemlich hochgestylt und enthält jede Menge trivialer Aussagen (gut, was will man großartig bei einem Actionfilm erklären), es gibt aber zumindest Aufnahmen von einigen Stunts und
Anthony Anderson darf ein wenig herumblödeln. In "A Day On The Set ..." darf man ihn sogar über einen Drehtag hinweg begleiten, was ebenfalls sehr lustig ist. Der Rest ist, bis auf das Musikvideo von
DMX, leider nur uninteressanter Standardkram, wie der Trailer oder die Cast & Crew-Infos, die nichtmal allen dort aufgelisteten Darstellern eine einzige Textseite mit Filmografien widmen.
Gelungener Actioner auf der Höhe der Zeit mit tollen Kämpfen. Negativ fällt dabei aber die Musik auf. Für
Seagal-Fans ein Muss (sofern man sich nicht auf seinen alten Stil zu sehr eingeschworen hat) für den Rest ein guter Actioner. Auch Leute die
Seagal nicht unbedingt verehren (so wie ich) werden gut unterhalten. Die US-DVD im SnapperCase bietet Technik gemäß einer noch jungen Großproduktion, bei den Extras muss sich
Warner aber den Vorwurf der Einfallslosigkeit gefallen lassen.