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RU 2004
Originaltitel:Nochnoi Dozor
Alternativtitel:Night Watch
aka. Night Patrol
Länge:Dir. Cut: 117:25 Minuten (ungekürzt) / KF: 109:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Timur Bekmambetov
Buch:Timur Bekmambetov, Laeta Kalogridis, Sergei Lukyanenko
Kamera:Sergei Trofimov
Musik:Yuri Poteyenko
SFX:Perfect Pixels, "LESTA" Studio, KeyArt, Reaction u.a.
Darsteller:Konstantin Khabensky, Vladimir Menshov, Valeri Zolotukhin, Mariya Poroshina, Galina Tyunina, Yuri Kutsenko, Aleksei Chadov, Zhanna Friske, Ilya Lagutenko, Viktor Verzhbitsky, Rimma Markova, Mariya Mironova, Aleksei Maklakov, Aleksandr Samojlenko, Dmitry Martynov, Anna Slyusaryova, Anna Dubrovskaya, Yegor Dronov
Vertrieb:20th Century Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dir. Cut: Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 / KF: Dolby Digital 5.1
Sprache:Dir. Cut: Russisch / KF: Deutsch, Russisch, Englisch
Untertitel:Dir. Cut: Englisch, Deutsch, Türkisch / KF: Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Französisch, Deutsch, Norwegisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:17.09.2007 (Kauf)
Specials:
DVD "Dir. Cut"
  • Special zu "Wächter des Tages" (12:08 Min.)
  • Making Of "Wächter der Nacht" (39:04 Min.)
  • Trailer "Wächter des Tages" (2:27 Min.)
  • Weblink
DVD "Dt. Kinoversion"
  • Audiokommentar von Regisseur Timur Bekmambetov
  • Textkommentar von Autor Sergei Lukyanenko
  • "Wächter des Tages" Trailer A (1:34 Min.)
  • "Wächter des Tages" Trailer B (1:40 Min.)
  • "Broken Saints":
    • "Prophecy" Trailer (3:16 Min.)
    • Kapitel 3: Versus (9:11 Min.)
    • Kapitel 4: Offenbarung (9:49 Min.)
  • Weblink
Russland. Die ewige Schlacht zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis ruht seit Hunderten von Jahren. Seit dieser Zeit herrschend die lichten Mächte über den Tag und die Kräfte der Finsternis über die Nacht. Die "Wächter", unter denen sich Vampire, Hexen und Formwandler befinden, beschützen die arglose Menschheit vor dem Zugriff der jeweils gegnerischen Kräfte. Doch eine Kette mysteriöser Ereignisse lässt eine uralte Prophezeiung wahr werden: Als Anton, einer der Wächter der Nacht, in Moskau einen Vampir der "anderen Seite" tötet, entfacht er damit einen apokalyptischen Krieg, der über das Schicksal der Welt entscheiden kann ...
Russlands Filmwirtschaft liegt brach, so könnte man meinen. International spielt sie jedenfalls schon lange keine Rolle mehr. Umso verwunderlicher, dass plötzlich, wie aus dem Nichts, ein dortiger Kassenschlager für Furore sorgt: "Nochnoi Dozor" oder besser "Night Watch". Bereits letzten Sommer avanciert der Film dort zum Hit, spielte sein Mini-Budget von umgerechnet 4 Millionen Dollar dreimal wieder ein und erfährt, während es ihn in Russland bereits auf DVD gibt, im Herbst nun in Europa und Amerika auch seine Kinoauswertung. Bei eingehender Betrachtung entpuppt sich der Fantasystreifen als, zugegeben ungewöhnliches Filmerlebnis, dessen Hype aber im Vorfeld wohl forciert wurde.


Der auf der gleichnamigen Roman-Trilogie von Sergei Lukyanenko basierende Mix aus Fantasy und Horror erzählt von Wesen, die seit Tausenden von Jahren neben den Menschen auf der Erde leben. Die Wächter des Tages sind Zauberer, ihre Pendants Wesen der Nacht - Vampire und Hexen. Als beide Parteien vor Äonen von Jahren einen Krieg vom Zaun brachen und erkennen mussten, dass es keinen Sieger geben wird, sondern die Erde zerstört werden würde, beschloss man einen Waffenstillstand, der nun zu kippen droht. Nach vielen Jahren des Kompromisses (Beide Seiten gehen ihrer "Bestimmung" nach, allerdings eben so, dass alles im Gleichgewicht bleibt) droht erneut ein Konflikt.

"Nightwatch" stellt die Adaption des ersten Romans dar und beginnt auch sogleich fulminant mit eben diesem Aufeinandertreffen der beiden Parteien. Es folgt ein blutiges, wildes, energisches Abstechen in Ritterrüstungen, durchaus explizit dargestellt, aber zu hektisch geschnitten, schnelle Kameraführungen und schließlich ein eingefrorenes Schlachtfeld, sowie eine toll gemachte Fahrt in die Totale (Die aus dem Trailer bekannte Szene mit Blick auf die in Dunkelheit getauchte, von Raben umgebene Steinbrücke).


Wahrlich ein Auftakt nach Maß, doch dann stellt sich bald die Ernüchterung ein. Regisseur Timur Bekmambetov ("The Arena") ist oft zu verliebt in seine Effekte, die zwar sehr professionell ausschauen, freilich aber nicht an die CGI-Schmieden eines George Lucas heranreichen. So etwas erwartet hier jedoch auch niemand. Nur sind solche Mätzchen, wie das Folgen eines Kabels einer betätigten Türklingel (inspired by "The Matrix") oder Motorinnenleben eines aufgemotzten Vehikels (inspired by Interner Link"The Fast and the Furious") einfach unnütz und tatsächlich nur um den Willen des Effekts eingebaut worden.

Nichtsdestotrotz stellt sich Timur Bekmambetov als fähiger Regisseur heraus, der die amerikanischen Vorbilder in puncto Inszenierung eben gut studiert hat und sein erworbenes Wissen nun umsetzt. Vor allem das urbane, nächtliche Moskau kann atmosphärisch punkten. Die kalten U-Bahn-Bahnhöfe und die maroden, schmuddligen Plattenbauten sind in visueller Hinsicht erfrischende Abwechslung zu den ausgereizten Unterwelten amerikanischer Großstädte. Spektakuläre Kamerafahrten, eine nicht zu unterkühlte, aber hübsch düstere Optik, dezenten Humor, edle Farbfilterkompositionen und ein zumindest interessantes Szenario hat Bekmambetov souverän im Griff - leider weniger den Plot.


Der enttäuscht nämlich weitestgehend und ich wage mal dreist Parallelen zu Interner Link"Star Wars" und Interner Link"The Lord of the Rings" erkennen zu können.
Anton (Konstantin Khabensky), im Übrigen auch die Hauptfigur des Films, will im Jahr 1992 seine Ehefrau wiederhaben, die ihn verließ und nun schwanger ist. Deswegen sucht er eine Hexe auf, deren magische Kräfte sie zu ihm zurückführen soll. Während des Rituals werden sie jedoch von den "Others" überrascht. Das sind quasi die guten Recken (auch Night Watch genannt), die das Treiben der "Dark Ones", also der Bösen überwachen und notfalls einschreiten. Während die Hexe ausgeschaltet wird, rekrutiert man Anton aufgrund seiner Fähigkeiten. Zwölf Jahre später muss Anton nun verhindern, dass ein erneuter Konflikt ausbricht, indem er einen kleinen Jungen davor bewahrt, zur dunklen Seite überzulaufen. Genau wie die Prophezeiung vorhersagte, wandelt auf Erden ein Wesen, der das Gleichgewicht von Gut und Böse zu einer Seite kippen kann. Er heißt Yegor ist ein kleiner Junge und befindet sich in Gefahr, weil die "Dark Ones" naturgemäß sich auch brennend für den Kleinen interessieren, um ihn zu ihren Gunsten zu instrumentalisieren. Mit Spezialausrüstung (so eine Art Vampirkillertaschenlampen) und aufgemotztem Gefährt ziehen Anton und seine Mitstreiter los.


Darum und um die prophezeite Frau, auf der ein starker Fluch lastet, den kein Magier brechen kann und der deswegen großes Unheil heraufbeschwört, geht es im Grunde für den Rest des Films, der nicht ganz zwei Stunden dauert.
Action ist relativ rar gesät, zu gefallen weiß ein von harten Rocksounds klangvoll begleiteter Kampf zwischen Anton und einem Vampir, denn der kann sich unsichtbar machen, so dass Anton ihn nur mit Hilfe von Spiegelscherben entdeckt. Die Slowmotion-Einflüsse lassen auch hier wieder auf "The Matrix" rückschließen. Die Action ist aber bei weitem bodenständiger und nicht so stylish wie bei den amerikanischen Vorbildern. Man prügelt sich brutal und ergreift auch schlitzendes Gerät zurück, also keine Ballereien erwarten.


"Night Watch" kämpft deutlich mit der Behäbigkeit des Plots. Die stimmungsvolle Optik tut wirklich ihr Bestes, die durch die Bank weg russischen Schauspieler sind auch nicht schlecht und die Effekte wissen stets zu gefallen, aber dem Stoff mangelt es an Tempo und Spannung. Der natürlich auf die beiden anstehenden Fortsetzungen hinweisende finale Antiklimax hält dann noch ein paar überraschende Twists parat, nach dem tollen Auftakt versandet der Streifen allerdings leider in zu vielen Nebensträngen. Angeblich wurde für die Kinoauswertung schon, um mehr Tempo reinzubekommen, die Schere angelegt, so richtig fesselnd wird es trotzdem nur selten. Vielleicht ist das auch das Manko der Trilogie, dass hier etwas mehr erklärt, das Szenario vorgestellt und etliche Charaktere eingeführt werden müssen. Ich für meinen Teil hätte mir den ersten Teil jedenfalls flotter und damit attraktiver gewünscht. Viel passiert im Grunde nicht. Der Junge wird beschützt, aber leider auch nicht wirklich angegriffen und nebenher muss der Flucht seiner Mutter aufgehoben werden. That's all. Zwar spitzt sich auf der Zielgeraden die Situation gleich mit zwei Schauplätzen tüchtig zu, nach der vorherrschenden Langatmigkeit reißt die Dramatik dann jedoch auch nicht mehr aus dem Sessel.
Visuelle Sperenzchen, wie das Verfolgen einer sich aus dem Rumpf eines Flugzeugs lösenden Niete, die dann durch den Himmel saust in einen Schornstein fällt und schließlich in eine Kaffeetasse plumpst, lockern das leider nicht packende Einerlei dabei genauso auf wie märchenhafte Motive (in Tiere verwandelte Menschen). Auch fehlt mir hier eine Identifikations- oder Heldenfigur. Anton bietet sich in dieser Hinsicht nämlich nicht an und die restlichen Figuren bleiben Supports.


Da es bei dieser DVD-Veröffentlichung vornehmlich um den russischen Director's Cut geht (die Importfassung wurde bereits durch andere VÖs abgedeckt), bezieht sich die Schilderung des Technischen auch auf diese und nicht auf die etwas bessere Kinofassung, die ebenfalls beiliegt. Grundsätzlich lässt Fox bei so einem bedeutenden Titel nichts anbrennen und präsentiert ihn in einer angemessenen Qualität, wie es sich für einen Blockbuster gehört. Die vielfältigen Spezialeffekte gehen einher mit einer stets etwas modifizierten Farbgebung und einen ebenso gut ausbalancierten Kontrast. Die Farben wurden stellenweise etwas hervorgehoben, mit den realistischen Tönungen bewegt sich "Wächter der Nacht" allerdings im Mittelfeld der Sättigung vergleichsweiser Fantasy-Titel. Die Handlung ist also immer noch zu erkennen als angesiedelt im tatsächlichen Leben. Man bietet außerdem eine weitestgehend detaillfreudige Schärfe, wie sie Großproduktionen verdient haben. Leider ist das nicht immer der Fall. Gegenüber der deutschen Kinofassung fällt der Detailgrad etwas schwächer aus und bereits diese war nicht perfekt in diesem Bereich. Immer wieder schleicht sich Unschärfe ein, die nicht sein sollte, weil sie zu deutlich ist. Das betrifft manchmal nur einzelne Einstellungen, zieht die Wertung aber deutlich herunter. Besonders dunkle Szenen sind manchmal davon betroffen. Dagegen zeigt die DVD keinerlei Probleme in Sachen Kompression oder Rauschen.


Beim Soundtrack dürfte vor allem der DTS-Ton interessant sein. Die nämlich fehlte im Deutschen bisher auf jeder DVD und bringt noch etwas mehr Leben in den Klang hinein. Sicherlich ist dieser ohnehin sehr knackig, feingliedrig und manchmal tosend gestaltet, bezieht seine Kraft vor allem aus den Einsätzen des Scores (manchmal rockig brachial, manchmal orchestral und füllig), aber auch aus den sehr beweglichen, feinen Effekten, die immer wieder mal auftauchen. Man darf also von einem tollen Mittendrin-Gefühl sprechen. Was nicht so gelingt, ist, den Zuschauer immer mal wieder aufzuwecken mit kleineren Surround-Einlagen, die hervorstechen, denn zwischenzeitlich wird es auch mal etwas ruhiger. Trotzdem ist der Ton sehr klar, weiträumig und passend. Nun hatte Fox anscheinend aber keine Lust, eine durchgängige deutsche Tonspur für die russische Originalversion zu erstellen. Deswegen gibt es für den russischen Director's Cut auch nur den russischen Originalton. Der verleiht dem Film eine wunderbare Atmosphäre und ist sehr hörenswert, da die Sprecher eine sehr direkte Akustik verpasst bekommen haben. Natürlich gibt es hier deutsche Untertitel.
DVD 2 enthält dann natürlich noch die deutsche und die englische Sprachfassung in Dolby Digital 5.1, die ebenfalls ordentlich gelungen sind.


Das Bonusmaterial hat man schlauerweise auf die beiden DVDs verteilt, so dass man überall etwas zu sehen bzw. zu hören hat. Auf der Scheibe mit dem Director's Cut befindet sich zusätzlich der Trailer zum Nachfolger Interner Link"Wächter des Tages" und ein sogenanntes Special, welches die ersten 12 Minuten des Films in einer annehmbaren, aber noch verbesserungswürdigen Qualität zeigt. So etwas sagt natürlich mehr aus als 1000 Werbevideos. Um "Wächter der Nacht" kümmert sich dann das knapp 40minütige Making Of, das gleich zu Beginn die Aufnahme einer Szene zeigt, die man nicht einmal im Director's Cut zu sehen bekommt (das Fußballspiel). Leider kommt man als Zuschauer nicht umhin, sich schon bekannte Szenen anzuschauen. Einige Szenen vom Dreh, Überlegungen zum Skript und Interviews mit Darstellern sind schon drin, aber insgesamt ist es weniger als 40 Minuten Gesamtspielzeit vermuten lassen.
Auf der DVD der deutschen Kinoversion erwartet uns der Kommentar des Regisseurs, den ich aber nicht unbedingt als hörenswert empfanden. Es gibt zu viele ruhige Momente und man merkt auch, dass der Sprechende manchmal Probleme hat, die richtigen Worte zu finden, da er in Englisch spricht. Der Textkommentar des Autors geht da ein wenig mehr in die Tiefe und verdeutlicht Dinge, die bei der Verfilmung vielleicht nicht so deutlich hervorkommen, wie das einst geplant war. Weiterhin sind auf dieser DVD zwei Trailer und zwei Kapitel der computergenerierten Comic-Animation "Prophecy", deren Verbindung zu "Wächter der Nacht" sich mir aber nicht erschließt. Alle Extras sind deutsch untertitelt, wie man aber vielleicht schon aus dem Text herauslesen konnte, sind sie nur teilweise überzeugend.


Der, und damit wurde ja so penetrant geworben, Auftakt zu einer Trilogie epischen Ausmaßes stellt "Night Watch" mit Sicherheit nicht dar. Inhaltlich, trotz deutlicher Anlehnungen an diverse Vorbilder, eigenständig, krankt das Drehbuch an seinem zerfahrenen Tempo. Timur Bekmambetovs Werk punktet deswegen eher dank seines Exotenstatus und den atmosphärischen Kulissen Moskaus. Weder inszeniert er außergewöhnlich oder gar innovativ, noch gibt es hier Effekte zu bestaunen, die sonst auf der Welt nirgends besser zu programmieren sind. Trotzdem muss man dem Projekt, gemessen an seinem finanziellen Rahmen Respekt zollen. Vor allem die ersten 30 Minuten, die auch etwas flotter vonstatten gehen, wissen zu gefallen. Teil Zwei dann bitte mit interessanten Charakteren, einer straighten Story und viel weniger nervendem Product Placement. An Audi kann ich mich ja gewöhnen, aber das Nokia und vor allem Nestle (Die Krönung schlechthin ...) so aufdringlich ins Bild gerückt werden müssen, nervt ungemein. An einen Erfolg für "Night Watch" glaube ich hierzulande nicht.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++/-
Bonus+++/--


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Wächter der Nacht
NewsDt. Start von "Wächter der Nacht" ("Nochnoy Dozor")
"Wächter der Nacht" als Director's Cut
Wächter der Nacht
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