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PK 2007
Originaltitel:Zibahkhana
Alternativtitel:Hell's Ground
Länge:77:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Omar Khan
Buch:Omar Khan, Pete Tombs
Kamera:Najaf Bilgrami
Musik:Stephen Thrower
SFX:Nawab Sagar
Darsteller:Ashfaq Bhatti, Sultan Billa, Osman Khalid Butt, Rubya Chaudhry, Rooshanie Ejaz, Najma Malik, Salim Meraj, Haider Raza, Rehan, Kunwar Ali Roshan, Mai Billi, Ashfaq Bhatti, Razia Malik
Vertrieb:Mr. Banker Films
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Urdu), Dolby Digital 2.0 (Deu)
Sprache:Deutsch, Urdu
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:14.08.2009 (Verleih) / 30.09.2009 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (3:56 Min.)
  • Ice Cream Zombieland (12:04 Min.)
  • Filmpremiere (6:52 Min.)
  • Zuj-Musikvideo (4:32 Min.)
  • Trailershow:
    • The Butcher (2:12 Min.)
    • Slayer - Die Vampirkiller (1:49 Min.)
    • Underground (2:46 Min.)
    • 666 - Omen des Bösen (0:44 Min.)
    • Dr. Moreaus Haus des Schmerzes (1:28 Min.)
    • Nightcast (1:54 Min.)
Nicht nur in Texas sollte man nicht abseits der bekannten Straßen reisen. Auch im Tausende Kilometer entfernten Pakistan haust das Grauen abseits der Zivilisation. Fünf Teenager belügen ihre Eltern, da sie unbedingt zu einem Rockkonzert wollen, auf dem Pakistans berühmteste Band spielt. Sie verlassen die nette und hübsche Vorstadt von Islamabad und wagen sich hinaus aufs Land. Doch was die fünf jungen Leute dort finden, ist kein Rock-Erlebnis, sondern ihre brutale Verstümmelung. Denn sie müssen sich nicht nur blutgieriger Zombies erwehren, sondern werden auch noch von einem degenerierten, maskierten Mörder gejagt. Und auch in Pakistan sind diejenigen die Glücklichen, die zuerst sterben …
"Pakistans first Gore Movie", auf dem Cover vollmundig als Mischung aus Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" und Interner Link"Dawn of the Dead" angepriesen, entpuppt sich nach Sichtung zwar nur als fast reinrassiger "Backwoodhorror"-Epigone, bei dem der Zombieanteil leider kaum der Rede wert ist, aber trotz seiner mit 80 Minuten relativ kurzen Spielzeit das unterhaltsamste "Horrorcrossover" seit Interner Link"Freddy vs. Jason" bietet. Ein Faible für obskure Asiasnacks natürlich vorausgesetzt, unterhält Omar Khans Interpretation der westlichen Vorbilder ungemein und muss sich keineswegs hinter seinen "großen Brüdern" verstecken.



Obwohl natürlich an allen Ecken und Kanten "geklaut" wurde, wenn auch leicht verfremdet adaptiert - so gibt es den obligatorischen Warnhinweis vom Tankwart (der hier ein Reisballverkäufer ist) die Fahrt nicht fortzusetzen, oder den psychopathischen Anhalter (ein in der Wildnis aufgelesener Freak), der den Boten drohenden Unheils mimt - kann "Zibahkhana" mit genug Eigenständigkeit aufwarten, um nicht als drittklassige Kopie der gerade abebbenden Flut von Hinterwäldlerhorror-Klonen degradiert zu werden.

Omar Khan würzt nämlich seine liebevolle Hommage an bekannte Vorbilder mit viel augenzwinkernden Humor und einem Schuss Hinterfragen der pakistanischer Familien- und Umweltpolitik. So erlebt man einen Teil der Jugendlichen als eingepferchte Söhne und Töchter, die sich trotz ihres schon reiferen Alters mit Wertvorstellungen ihrer Eltern herumärgern müssen und lügen müssen, um überhaupt eine Ausgehgenehmigung zu bekommen. Bemerkenswert ist, dass dies teilweise von den Charakteren hinterfragt wird, sie sich Gedanken in der Not machen, ob diese Entscheidung richtig war. Aber auch Seitens der Hinterwäldler wird dieser Aspekt des Zusammenhalts und der Wert der Familie an sich etwas dargestellt - ein interessanter Aspekt, der aber noch ausbaufähig ist.



So auch der Subplot um die Zombies, respektive Verseuchte. Pakistan ist, so merken es auch die Jugendlichen an, ein Land mit zwei Gesichtern: Auf der einen Seite das im Vergleich "reiche" Städterleben (Islamabad), auf der anderen Seite die arme Landbevölkerung, die unter dem städtischen Dreck leidet, der ihr Wasser verunreinigt. Anfangs immer wieder eingeschobene Bilder von Flüssen voller Müll, darin badenden Menschen, umschwärmt von Fliegen, lassen Allegorien zu Jorge Graus Interner Link"Let Sleeping Corpses Lie" aufkommen; auch hier sind es weniger fixe Interner Link"Dawn of the Dead"-Untote denn durch Umweltzerstörung kontaminierte Menschen, die zu Fleischfressern wurden.

Leider haben sie gerade mal zwei kurze Auftritte, wovon nur einer wirklich Stimmung erzeugen kann, leider aber für den gesamten Film von geringer Bedeutung ist. Jedoch gefallen die Zombiemasken im Interner Link"Woodoo"-Stil und auch die Fressszenen sind ganz nett. Nett mag zwar der kleine Bruder von Scheiße sein (wirklich "umhauen" wird keiner der Goreeffekte), aber es muss ja nicht immer Hochglanzgemetzel sein. Die F/X sind passabel, relativ durchschaubar und nicht wirklich ausgewalzt - daher bitte nicht mit einer riesigen Erwartungshaltung an den Film gehen. Es gibt zwar einige härtere Szenen, aber weder die Zombies, noch die in einer Burqa (eine Art Ganzkörpergewand) gehüllte Killerin drehen vollends auf.

Wie? Eine Frau als Killerin? Dazu in einem weißen Gewand gehüllt? Lachhaft? Nein! Die einen riesigen Morgenstern schwingende Psychobraut sieht sogar verdammt gut (im Sinne von charismatisch) aus. Und ihre Behausung, ein von entstellten Puppen bevölkertes, siffiges Haus sorgt auch ungemein für Atmosphäre und kann sich locker mit den Räumen eines Leatherface messen. Und wenn sie dann die Bande quer durch die Nebel durchfluteten Wälder scheucht, kommt Spannung pur auf. Man weiß wirklich nie, was als nächstes passiert, wenn auch vieles vorhersehbar ist.



Aber die Stimmung ist wirklich gediegen. Das letzte Mal, dass ich so viel Kunstnebel gesehen habe, war bei Fulcis Interner Link"Conquest". Und was bei Fulci die dutzenden Augenzooms sind, ist hier der überfrachtete, nicht aber nervige Einsatz einer im Ansatz ähnelnden "Fischaugenoptik" bei diversen Kameraeinstellungen. Diese durchzieht sich vom eher heiteren Anfang bis hin zum packenden Ende; ähnlich verhält es sich mit der flotten Mischung aus pakistanischem Pop (das Titellied hat Ohrwurmqualität!), typischen Suspensesequenzen und 70er Jahre Grindhouse-Kino-lala.

Omar Khan hat hier einen wirklich guten Einstand als Regisseur gegeben. Hätte man so was von einem Besitzer einer Eisdiele in Islamabad erwartet? Für meinen Geschmack gab es zu wenig Zombieaction, aber das Gesamtpaket hat gestimmt: Frische, sympathische(!) Darsteller ohne jegliche "Mann bin ich ein heißer Feger, kühlt mich ab – vorzugsweise im T-Shirt-Bereich"-Ambitionen mit Charme, eine beängstigende Killerin, ein Schuss politisches Weltgeschehen, nette Goreeffekte und schöne Hommagen an Klassiker des Genres. Der zweite Teil kann kommen; das Budget etwas erhöht, das Drehbuch etwas facettenreicher - ich würde mich freuen wenn Omar uns noch 'ne Kugel aufdrücken würde!

Die Ungewöhnlichkeit des Filmes trifft auch auf die Bildqualität der DVD zu, denn das sehr wechselhafte Bild pendelt sich zwischen gut und Durchschnitt ein. Beispielsweise sehen Umgebungsszenen wirklich scharf aus und sind mit einer ordentlichen Detailzeichnung ausgestattet, Szenen mit Schauspielern hingegen sehen meist sehr weich aus mit entsprechenden Detailverlusten. Einiges davon lässt sich als Stilmittel hinstellen. Auch die Farbgebung ist von den Schwankungen betroffen, wodurch besagte Umgebungsszenen mit kräftigen und natürlichen Farben ausgestattet sind und der restliche Film mit matten Farben auskommen muss. Zudem ist in vielen Szenen ein starkes Rauschen vorhanden und auch der Kontrast wirkt sehr steil und neigt besonders in hellen Bereichen zum Überstrahlen. Vermutlich spielt das verwendete Equipment der pakistanischen Low-Budget-Produktion eine große Rolle, dass die Qualität nicht ganz den Standard erreicht. Lediglich die Kompression arbeitet alles andere als vorbildlich, da oftmals Artefakte in schnellen Bewegungen vorhanden sind.



Die deutsche Synchronfassung als auch der Originalton in Urdu liegen in Dolby Digital 5.1 vor. Beide Tonspuren hinterlassen im Surround-Bereich einen guten Eindruck, was dem gelungenen Einsatz der hinteren Lautsprecher zu verdanken ist, die kontinuierlich mit Musik als auch Effekten versorgt werden und einen ordentlichen Raumklang liefern. Die Dialoge kommen sauber aus dem Center, nehmen aber zum restlichen Mix eine passivere Rolle ein, wodurch es zu leichten Überlagerungen kommt, die jedoch niemals zu Beeinträchtigungen in der Verständlichkeit führen. Alternativ gibt es die deutsche Synchronfassung auch als Stereovariante, die qualitativ ebenfalls in Ordnung ist. Dennoch ist dem Originalton, zu dem auch deutsche Untertitel vorhanden sind, der Vorzug zu geben, da gerade die Nebenrollen in der Synchronfassung nur bedingt überzeugen können, weil sie lustlos und unpassend klingen. Für die Protagonisten hat man allerdings sehr fähige Synchronsprecher engagiert.

Bonus ist vorhanden, aufgrund fehlender deutscher Untertitel sind aber Englischkenntnisse von Vorteil. Es gibt massig Interessantes unter "Ice Cream Zombieland" zu entdecken, wenn auch nicht alles wirklich ernst genommen werden kann. Es ist schon interessant zu sehen, wie der erste pakistanische Splatterfilm in den höchsten Tönen gelobt wird, weil der Stolz der Beteiligten überschwappt. Zudem gibt es einen kurzen Bericht über die Filmpremiere, die abseits eines Kinos in einem Saal einer Universität stattfand. Auch hier stellt sich der Regisseur mit stolzgeschwellter Brust vor dem bis auf den letzten Platz gefüllten Raum mit Filmfans und berichtet über sein Werk. Ein weiteres Kuriosum ist das mit Filmszenen geschmückte urdische Heavy Metal-Musikvideo. Highlight ist allerdings der Audiokommentar mit dem Regisseur, der wirklich viel zu berichten hat, und letztendlich dafür sorgt, dass keine Fragen unbeantwortet bleiben. Der Originaltrailer sowie eine Trailershow runden den Bonusbereich ab und lassen einen zufriedenen Zuschauer zurück. Lediglich die fehlenden deutschen Untertitel stoßen etwas sauer auf.


Die Veröffentlichung von "Zombies Hell's Ground" ist für Trash- und Splatterfans eine runde Sache geworden. Gerade auch, weil sich der sehr obskure Film von der breiten Masse abhebt und trotz vieler geklauter Handlungselemente etwas Eigenständigen und Charmantes besitzt. Demnach darf das "Pakistan Chainsaw Massacre" bedenkenlos auf die gierende Meute losgelassen werden. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Veröffentlichung von Mr. Banker Films mit einem Wendecover ausgestattet wurde, um den positiven Gesamteindruck nicht mit dem FSK-Logo zu versauen. Bleibt die Hoffnung, dass weitere Obskuritäten in den Rechtestock des Anbieters wandern, um den Fan des etwas anderen Filmgeschmacks auch weiterhin mit frischen und unbekannten Beiträgen zu beglücken.


Film++++/-
Bild+++/--
Ton++++--
Bonus++----


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News"Hell's Ground" - pakistanische Zombies erobern die Welt
"Hell's Ground"- pakistanische Zombies bald auf DVD
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