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IT, ESP 1967
Originaltitel:Treno per Durango, Un
Alternativtitel:Train for Durango
aka. Tren para Durango, Un
Länge:95:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Mario Caiano (als William Hawkins)
Buch:Mario Caiano, José Gutiérrez Maesso, Duccio Tessari
Kamera:Enzo Barboni
Musik:Carlo Rustichelli
Darsteller:Anthony Steffen, Mark Damon, Enrico Maria Salerno, Dominique Boschero, Roberto Camardiel, José Bódalo, Manuel Zarzo, Aldo Sambrell, Mirella Pamphili
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:DigiPack
DVD-Start:11.07.2008 (Kauf)
Specials:
  • "Horses, Trains & Automobiles" - Feature mit mit Mario Caiano und Mark Damon (15:22 Min.)
  • "From Gunslinger to Hollywood Player" - Interview mit Mark Damon (15:04 Min.)
  • Italienischer Trailer (3:50 Min.)
  • Bildergalerie (41 Bilder)
  • DVD Credits
  • Liner Notes (3 Seiten)
Sie sind zwei ausgebuffte Gringos, immer auf der Suche nach dem großen Geld, nur leider ständig vom Pech verfolgt. Die Sache mit dem Gold in Bolivien und die mit dem Platin in Guatemala ist geplatzt, sie haben den Hintern voller Blei und wollen nichts wie weg aus dem revolutionären Mexiko - am besten nach Durango. Doch Fahrkarten für den letzten Zug sind knapp und die Revolution lässt die Preise ständig steigen. Um die nötigen Pesos aufzutreiben, versetzen sie ihre ganze Habe. Im Zug findet sich zu ihrer Überraschung außer einer schönen Frau noch ein sehr wertvoller Mitreisender: ein Tresor voller Gold. Doch ehe die beiden einen Plan schmieden können, wird der Zug überfallen, die Frau sowie der Tresor geklaut und sämtliche Reisenden mausetot geschossen, nur unsere Gringos nicht. Damit beginnt die atemberaubende Jagd auf den verlorengegangenen Reichtum, an dem sie allerdings nicht alleine beteiligt sind. Da ist noch Panchovilla, der große Revolutionär, diverse Banditen und ein ganz merkwürdiger Herr mit einem Gefährt, wie es keiner zuvor gesehen hat.
Wenig bis gar keine Begeisterung ruft diese schwache Westernkomödie von Mario Caiano hervor, der mit Interner Link"Der Mann mit der Kugelpeitsche" immerhin einen interessanten Exoten zum Genre beitrug. Wenn man mal von Entstehungszeit und ?ort absieht, kann man "Der letzte Zug nach Durango" nicht einmal wirklich als Italowestern klassifizieren, ist das Westerngewand doch nur Zierde für diese nun wirklich nicht komische Gagsammlung.
Gringo (Antonio De Teffè, "Shango", Interner Link"Ein Fressen für Django") und Luca (Enrico Maria Salerno, Interner Link"Django - Unbarmherzig wie die Sonne", "Königstiger vor El Alamein") heißt das bekloppte Duo, mit dem sich der geneigte Zuschauer konfrontiert sieht. Beide sind ausgemachte Loser, natürlich total abgebrannt und auch nicht mit Intelligenz beschlagen, glauben aber die tollsten Ideen zu haben und manövrieren sich dabei jedes Mal ungeschickt in die nächstbeste Sackgasse. Gringo ist zu allem Überfluss auch noch ein Kindskopf, der jeder halbwegs ansehbaren Frau hinterher hechelt, was die wenig verheißungsvollen Unterfangen der beiden stets zusätzlich erschwert.


Während ihrer mühselig erkauften Zugfahrt nach Durango werden die beiden Zeuge eines Überfalls mörderischer Revolutionäre, die einen Geldschrank aus dem Zug stehlen und alle Passagiere töten. Natürlich überleben die beiden gewitzten Gelegenheitsgauner den Vorfall und gelangen zufällig an die beiden Schlüssel des Safes. Der Plan ist schnell geschmiedet. Man will an die Kohle und macht sich erst mal bei den Revoluzzern lieb Kind.
Grundsätzlich will der Film dabei witzig sein, ist aber nur albern und furchtbar infantil. In verwandten Produktionen konnte bekanntlich noch die deutsche Synchronisation, wenn auch fernab des Originaltons, etwas retten, hier ist dem nicht so. Der Plot bleibt nach dem Auftakt trivial beiläufig. Gringo und Luca manövrieren sich wirr durch verschiedene Anführer der Revolution, die sich von normalen Banditen eigentlich gar nicht unterscheiden, zocken vorher noch das mexikanische Militär ab, um nur wenige Szenen später wieder mit leeren Händen dazustehen und sind darüber hinaus zu blöd ihren Trumpf, die beiden Schlüssel, richtig auszuspielen. Stattdessen galoppieren Pferde über ihre Köpfe und ein wohlhabender Friedensstifter (Mark Damon, "Ringo mit den goldenen Pistolen", "Johnny Yuma") kreuzt mehrmals mit seinem Automobil ihren Weg. Warum, soll sich am Ende klären.


Die gekonnte, jedoch wenig enthusiastische Umsetzung, wohl auch bedingt durch die beiden schwachen Hauptdarsteller, deren Komiktalent wohl irgendwo in der Prärie vergraben wurde, kann sich anhand der rar gesäten Highlights beweisen (u.a. Sprengung des Safes per Kanone) steht ansonsten trotz diverser Schießereien jedoch auf verlorenem Posten. Auch die Melodien von Komponist Carlo Rustichelli kamen mir relativ bekannt vor. Hat er da alte Arbeiten etwa nur flugs aufgearbeitet?
Die einsilbige Abwicklung der hartnäckigen Versuche Gringos und Lucas ihre Finger an den Tresor zu legen, werden nicht nur durch ein opportunistisches Frauenzimmer behindert, in das Gringo total verschossen ist, denn eigentlich stehen sich beide auch oft genug selbst im Weg. Jeder ihrer fixen Ideen kommt nämlich umgehend als Boomerang zurück. Ist aber eigentlich auch egal, denn zum Schluss killen sich ohnehin alle im großen Shootout. Nur die beiden gehen mal wieder heil aus der Sache hervor. Ihr Glück ist aber wieder nur von kurzer Dauer. Egal, gehen die beiden eben wieder eine Platinmine suchen ...


Die Westernkulisse fungiert hier wirklich nur als Hintergrund, weil das Genre seinerzeit so boomte. Fans der gepflegten, rauen Stimmung und des beißenden Zynismus werden an diesem unsäglich unkomischen Streifen jedenfalls keinen Spaß haben. Zumindest rutscht man nie in die Niederungen einer nervtötenden Klamotte ab.


Koch Media liefert uns hier wieder einmal einen tollen Transfer ab, der für sein alter äußerst "frisch" ausschaut. Der Kontrast arbeitet durchweg sauber und die Farben sind zu jedem Zeitpunkt äußerst satt und kräftig. Die Schärfe befindet sich auf einem hohen Level und selbst Details sind sehr gut zu erkennen. Zudem sieht das Bild so gut wie nie weich oder unscharf aus. Hinzu kommt eine sauber arbeitende Kompression, welche selbst auf einer Leinwand einen sehr stabilen Eindruck macht und Defekte gibt es auch kaum zu bemängeln. Lediglich leichtes Bildrauschen lässt sich ausmachen, trübt den positiven Gesamteindruck aber nie wirklich.
Altersbedingt fällt auf, dass beide Tonspuren etwas dumpf und blechern klingen, sie bieten aber dennoch jeweils eine gute Sprachverständlichkeit. Bei der deutschen Fassung lässt sich leichtes Zischen heraushören, was vor allem im Hochtonbereich sehr deutlich auffällt. Dies mag bei der italienischen Fassung auch passieren, klingt dort aber nicht so penetrant wie bei der deutschen Synchronisation. Rauschen und Störungen fallend derweilen nicht auf, zumindest nicht störend. Optional gibt es deutsche und englische Untertitel. Die englischen Untertitel lassen sich aber nur während des Films hinzuschalten und sind nirgendwo sonst vermerkt, was wahrscheinlich lizenzrechtliche Gründe hat.


Auch beim Bonusmaterial hat sich Koch Media sehr viel Mühe gegeben. So erscheint "Der letzte Zug nah Durango" wieder im hübschen DigiPack zum Aufklappen. Die Liner Notes sind direkt im Innenteil des DigiPacks gedruckt und stellen eine kleine Biografie über Anthony Steffen dar. Auf der Disc, welche ein sehr schönes Menüdesign aufweist, gibt es ebenfalls ein paar nette Specials, welche teilweise exklusiv von Koch Media produziert wurden: "Horses, Trains & Automobiles" ist ein 15minütiges Interview mir Darsteller Mark Damon und Regisseur Mario Caiano, welche sich sehr gern an die damalige Zeit und vor allem die Dreharbeiten erinnern und zudem viel über ihre Kollegen zu erzählen wissen. So auch über Anthony Steffen, dem Mark Damon ganz klar sagte, dass er steif agiert, unlustig und ein schlechter Schauspieler ist, mit ihm aber intensiv arbeitete und später sehr stolz auch seine Darstellung war. Mario Caiano verliert zudem noch einige Worte zum Thema US-Western und wie unglücklich er über die Zusammenarbeit mit Sean Flynn war. Desweiteren gibt uns Mario Caiano einen sehr umfangreichen Einblick in seine Karriere und spricht noch über viele andere Produktionen an denen er beteiligt war. Da Mark Damon nur kurz beim Thema Anthony Steffen zu Wort kommt, spendiert Koch Media uns mit "Mark Damon: From Gunslinger to Hollywood Player" weitere 15 Minuten, in denen Damon über seine Karriere erzählt und dabei auch seine Kollegen und seinen Erfahrungen im Business spricht. Im Gegensatz zu Mario Caiano, der beim Erzählen durchs Grüne wandert, sitzt Damon in einem abgedunkelten, aber gemütlichen Raum und gibt sich sehr redefreudig. Leider wurde nur das erste Interview deutsch untertitelt, bei Mark Damon gibt es keine Untertitel. Nun dürfen wir uns noch über eine Bildergalerie und den italienischen Originaltrailer freuen.


Uninteressante Westernkomödie ohne pointierten Witz, die sich dafür jedoch sehr viele Albernheiten herausnimmt. Die glücklose Regie trägt ihren Teil zum Misslingen genauso bei wie die Talentwüste von Darstellern. Da die Geschichte ohnehin von einfältiger Natur ist und wir keinen einzigen guten Gag entdecken konnte, kam der Nervfaktor schon früh zum Tragen. Lediglich die gut produzierte DVD darf Komplettisten mild stimmen, macht den Film aber auch nicht besser.


Film++----
Bild++++--
Ton++----
Bonus++/---


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