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AUS, USA 2005
Originaltitel:House Of Wax
Länge:108:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Jaume Collet-Serra
Buch:Charles Belden, Chad Hayes, Carey Hayes
Kamera:Stephen F. Windon
Musik:John Ottman
SFX:K.N.B. EFX Group, Photon VFX
Darsteller:Elisha Cuthbert, Chad Michael Murray, Brian Van Holt, Paris Hilton, Jared Padalecki, Jon Abrahams, Robert Ri'chard, Dragicia Debert, Thomas Adamson, Murray Smith, Sam Harkess, Damon Herriman, Andy Anderson
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2,5
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:KeepCase im Pappschuber
DVD-Start:15.09.2005 (Verleih) / 23.09.2005 (Kauf)
Specials:
  • Kommentar der Schauspieler zur B-Rolle und zu verpatzten Szenen (26:30 Min.)
  • Eingewachst (7:24 Min.)
  • Das Haus aus Wachs (10:11 Min.)
  • Verpatzte Szenen (3;16 Min.)
  • Alternativer Anfang: Jennifers Tod (1:37 Min.)
  • Am Set: Joel Silver hinter den Kulissen von "House Of Wax" (1:30 Min.)
  • USA-Kinotrailer (2:13 Min.)
Nach einer Autopanne landen sechs College-Freunde in einem schaurigen Provinznest. Neugierig wie sie sind, wagen sie sich in das makabre Wachsmuseum des Ortes. Bald merken sie jedoch, dass dort nicht so ist, wie es scheint. Sie müssen unbedingt einen Fluchtweg finden, bevor sie den grausamen und einfallsreichen Killern zum Opfer fallen.
Dark Castle Entertainment ist wieder da. Das kleine aber feine Label von den Hollywood-Produzenten Joel Silver und Robert Zemeckis wendet sich nun, nach dem eher recht milden Horror-Drama Interner Link"Gothika", wieder dem Schocker-Kino zu und gibt dieses mal noch eine Prise Slasher-Unterhaltung mit dazu, verfeinert mit einem genüsslichen Backwood-Horror-Part. Herausgekommen ist dabei, mit "House of Wax", erneut ein recht unterhaltsames Horror-Popcorn-Kino, auf das man allerdings ziemlich lange warten muss.


Die Story zu "House of Wax" ist natürlich, Genre-typisch, recht dünn ausgefallen, wobei die Idee mit dem Wachsfigurenkabinett durchaus gefallen kann und mal etwas mehr als die 08/15-Horrorfilmkulissen zu bieten hat. Eine Gruppe Teenies fällt in die Hände zweier verrückter Brüder, die ein Haus komplett aus Wachs geschaffen haben und ihre Figuren aus echten Menschen formen. Logik sollte man dabei natürlich nicht erwarten und auch auf manche Storylücke sollte man sich gefasst machen. Unterm Strich ist die Geschichte aber immer noch nicht unbedingt die Schlechteste. Da gibt es vieles, was weit schlimmer ist.


Bei einem Teenie-Film von heute erwartet man allerdings auch schon lange keine tiefgehende Story mehr. Hauptsächliches Augenmerk legt man hier eher auf Atmosphäre, Spannung und gute Schockeffekte. Und mit diesen Sachen kann "House of Wax" auch durchaus aufwarten. Nur dauert es ziemlich lange, bis es soweit ist. Denn die für einen Schlitzer recht ungewöhnliche Laufzeit von ganzen 113 Minuten, wird hier leider nicht durch eine ungewöhnlich hohe Zahl von Schocks oder Ähnlichem erlangt, sondern durch eine nicht enden wollende, viel zu lang gezogene Einführung und Vorbereitung auf den Horror. Eigentlich die komplette erste Hälfte des Streifens ist nahezu Horror frei und beschränkt sich auf die Einführung der Charaktere und ihre recht unspektakuläre Ankunft in der verlassenen Stadt. Zwar ist es durchaus löblich, dass man sich Gedanken gemacht hat, wie man die Charaktere den Zuschauern näher bringt, doch es dauert eben einfach alles viel zu lange und wirklich gelingen will es dann im Endeffekt auch nicht. Schade, hier wäre ein wenig mehr Drive wirklich wünschenswert gewesen.


Doch sobald der Horror beginnt, sprich, wenn Carly und Wade im "House of Wax" angekommen sind, dreht der Film um mindestens 180 Grad auf und aus dem, bis jetzt, recht unspektakulären Streifen wird eine schweißtreibende "Tour de Force". Die Schocks sind allesamt recht gut gesetzt worden, so dass sich selbst alte Horrorhasen noch ab und an erschrecken dürften. Zwar wird auch hier viel Wert auf Altbewährtes gelegt, doch durch die grandiose Sounduntermahlung klappt es dennoch immer wieder. Dazu gibt es dann noch einige Gore-Effekte der härteren Art, die allesamt nicht zimperlich ausgefallen sind und absolut lecker aussehen. Zwar sind auch ein paar Computereffekte zu entdecken, doch die meisten Gore-Effekte sind eindeutig und spürbar von Hand inszeniert worden. Allen voran der geniale Mord an Paris Hiltons Charakter Paige. Schon lange nicht mehr so einen gelungenen Abgang gesehen. Dafür ein dickes Lob meinerseits!


Doch auch für knisternde Atmosphäre wird gesorgt, was vor allem an der genialen Kulisse des "House of Wax" liegt. Das Haus und viele Teile der Kulisse sind wirklich komplett aus Wachs erstellt worden, zumindest scheint es so. Und durch die kühle Ausleuchtung des Ganzen wirken die Wachsfiguren und alles Drum und Dran einfach gespenstisch. Vor allem, wenn man es schafft, sich vom Film mitnehmen zu lassen und mit den Gedanken spielt, dass alle Figuren früher einmal Menschen gewesen sein sollen, fröstelt es einem nur so vor dem Horror, den diese vier Wände ausstrahlen. Und wenn zum Schluss das komplette Wachshaus anfängt sich zu verflüssigen, dann wird aus der Kulisse ganz schnell noch mal ein schöner Haufen Matsch. Kurzum: Diese Kulisse gehört ohne Frage mit zum Besten, was es in der letzten Zeit so in Horrorfilmen zu sehen gab.


Untermahlt wird das ganze Geschehen zudem durch einen exzellenten Score, der seine Wirkung ebenfalls nicht zu verfehlen vermag. Ein richtig schöner und knackiger Horror-Score, so wie man ihn sich nur wünschen kann. Die restliche Musikauswahl ist dabei ebenfalls ganz nett ausgefallen, kann aber mit den eigentlichen Stücken nie wirklich mithalten. Aber nun gut.

Darstellermäßig wird das übliche Horror-Niveau geboten, sieht man einmal von der elendigen Paris Hilton ab, die hier ihre Leistung aus "Nine Lives" fast noch zu unterbieten vermag. Warum dieses stinkreiche Luxus-Luder überhaupt noch die Filmwelt mit ihrer Anwesenheit verpesten muss, ist mir unklar. Aber mit solchen Zicken ist eben immer viel Geld zu verdienen. Ganz anders dagegen Elisha Cuthbert, die auch hier, wie schon in Interner Link"24", eine mehr als solide Leistung ablegt. Zwar sieht sie mit ihrer braunen Matte bei weitem nicht so sexy aus wie in ihrer Rolle als Kim Bauer, doch wirklich schaden tut sie ihr auch nicht. Den Rest der Darsteller kennt man dagegen kaum, aber zufrieden kann man schon mit ihnen sein, zumindest bei diesem Genre!


Wer zur DVD greifen möchte, der sollte sich vorab im Klaren sein, dass neben der ungekürzten Kinofassung mit dem KJ-Siegel noch eine gekürzte Fassung mit einer Freigabe ab 16 Jahren erhältlich ist, von der man dringlichst die Finger lassen sollte. Die hier vorgestellte Fassung ist verpackt in einem üblichen KeepCase, welches von einem Pappschuber mit Prägedruck umhüllt ist.
Die Extras der DVDs sind weitestgehend identisch. Beim Schauspielerkommentar sitzen vier Hauptdarsteller beim Kaffee zusammen und sehen sich ein paar Aufnahmen vom Set an, was man als Splitscreen-Feature serviert bekommt. Gern hätte man das inhaltslose Geplapper des Vierers weglassen können, denn die Blicke hinter die Kulissen sind letztlich doch ganz interessant, besonders wenn es um die klebrigen Schlusssequenzen geht, bei der doch einige Requisiten statt aus Wachs aus Erdnussbutter gefertigt wurden. Wie alle Extras wurde auch dieses deutsch untertitelt, wobei es nicht gerade geschickt ist, Dialoge aus dem Film mit den Kommentaren in der Untertitelung zu vermischen. Das zweite, wesentlich kürzere Making Of ist da schon ein wenig gehaltvoller, denn hier dreht sich alles um die nicht ganz einfache Aufgabe, die Illusion der Geisterstadt und deren Wachsrequisiten zu erstellen. Das dritte Special ist mit "Das Haus aus Wachs" vielleicht etwas missverständlich bezeichnet, denn hier geht es vor allem um die computergenerierten Effekte, die man sehr behutsam einsetzte. Die anschließenden verpatzten Szenen kennt man vielleicht schon aus dem ersten Feature, können aber noch mal für Spaß sorgen. Als sehr interessant erweist sich der alternative Anfang: Hier wird der erste Mord des verrückten Duos gezeigt. Der blutige Effekt sitzt ordentlich, ist innovativ und professionell in Szene gesetzt, so dass es wirklich schade ist, diese Szene nicht im Film vorzufinden. Die kurze Einführung von Joel Silver hat zwar inhaltlich nichts Neues anzubieten, ist dafür aber mit einem makabren Schlussgag versehen, der die anderthalb Minuten doch lohnenswert macht. Zum Schluss darf man noch einen Blick in den Originaltrailer werfen.
Insgesamt eine solide Leistung bei den Extras, es fehlen aber definitiv mehr Informationen von und mit dem Regisseur. Ein Audiokommentar beispielsweise hätte sich angeboten.


Ein passabler Kinotitel, der auf DVD nicht mindestens 5 Punkte abräumt, gibt's denn sowas? Im Falle "House Of Wax" schon. Viel zu bemängeln gibt es nicht, tatsächlich hat man eine sehr gefällige Qualität abgeliefert, die sich in kontrastreichen, farblich erstklassigen Bildern äußert. Nur geringes Flimmern ist hier und da im Hintergrund zu sehen, die Kompression nimmt diesen Verlauf aber problemlos auf. Lediglich die Detaildarstellung und auch die Konturen bleiben in vielen Szenen etwas zurück. Klar, das Bild ist wie erwartet gewissermaßen fein aufgebaut, bleibt jedoch hinter anderen Produktionen dieser Tage zurück und zeigt, wenn auch selten, auch mal richtiges Unschärfeverhalten. Wenn man nun gegenüberstellt, dass einige Independent-Produktionen mehr erreichen, sind das hierbei nur 4 gute Punkte.


Dagegen hat der Ton eine durchweg kraftvolle, frische Abmischung erfahren, die sich in den beiden getesteten Sprachen (Deutsch und Englisch) gleichermaßen äußert. Für stetige, die Rears bevölkernde Effekte ist ebenso gesorgt wie für kurzzeitig furiose Dynamikeinschübe. Insgesamt hat man damit alle Lautsprecher gut im Griff, wenn auch der Bass nicht übermäßig zur Geltung kommt. Für die Art von Horror, wie sie in "House Of Wax" zelebriert wird, geht das aber völlig in Ordnung, die großartig krachenden Momente werden hier lieber für durchgängige Untermalung, beispielsweise durch die Musik, ausgetauscht. Zusätzlich gibt es Untertitel, im Deutschen und Englischen sogar für Hörgeschädigte.


"House Of Wax" erweist sich als schockierender, blutiger und teils unglaublich atmosphärischer Horror-Thriller, der mit einer der wohl besten Filmkulissen aller Zeiten aufwarten kann. Leider dauert es aber wirklich elendig lange, bis es endlich so weit ist und 113 Minuten sind auch einfach zu lang für einen Schlitzer dieser Art. Wer aber schon lange mal wieder auf so einen Film "Bock" hatte und sich in Geduld üben kann, der wird sich mit der letzten 3/4-Stunde des Films mehr als zufrieden geben können. Für hungrige Slasher-Fans jedenfalls mindestens eine Sichtung wert!


Film++++--
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus+++---


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News"House of Wax" ab 23. September
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