IT 1972
Originaltitel:Più forte, ragazzi!
Alternativtitel:All the Way Boys
aka. Plane Crazy
Länge:102 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Giuseppe Colizzi
Buch:Barbara Alberti, Giuseppe Colizzi, Amedeo Pagani
Kamera:Marcello Masciocchi
Musik:Guido De Angelis, Maurizio De Angelis
Darsteller:Terence Hill, Bud Spencer, Reinhard Koldehoff, Carlos Munoz, Riccardo Pizzuti, Cyril Cusack
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,30:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:SuperJewelCase
DVD-Start:26.04.2001 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer
  • Filmo- und Biografie Bud Spencer (10 Seiten)
  • Filmo- und Biografie Terence Hill (7 Seiten)
  • Spencer & Hill-Filmografie (2 Seiten)
  • Slideshow (37 Bilder)
  • Trailershow:
    • Das Krokodil und sein Nilpferd (2:08 Min.)
    • Vier Fäuste für ein Hallelujah (2:40 Min.)
    • Die rechte und die linke Hand des Teufels (2:10 Min.)
    • Viva Afrika (1:28 Min.)
    • Grasgeflüster (1:54 Min.)
    • Spiel der Götter (1:56 Min.)

Beim Auftrag eine alte Propellermaschine verschwinden zu lassen und das Geld von der Versicherung einzustreichen, stürzt das alte Stahlmonster der Buschpiloten Salud und Plata tatsächlich über dem Urwald ab. Beim Gespräch mit den dort ansässigen Diamantenschürfer entdecken sie eine Marktlücke: Die Arbeiter müssen ständig mit Proviant per Luftbrücke versorgt werden, leiden aber unter dem Monopol und den horrenden Preisen des mächtigen Bosses Mr. Ears. Kurzerhand ist ein eigenes kleines Flugzeug gefunden, mit dem sie das einträgliche Geschäft der Warenanlieferung aufnehmen. Mr. Ears lässt sich das natürlich nicht gefallen und sabotiert die beiden Himmelhunde. Fortan lassen diese die Fäuste sprechen ...

"Lass mal, dem beiß ich ne Beule in 'n Bart, dass ihm die Hose wegfliegt." (Plata)

1972 entstand mit "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" die erste Prügelkomödie des Duos Terence Hill und Bud Spencer, welche nicht auf einer Geschichte zweier streunender Ganoven im wilden Westen aufbaut. Die verstaubten Schauplätze blieben in diesem Film aber zumindest teilweise erhalten und die Charaktere fast ebenso, vielleicht um den Zuschauer den Brückenschlag zwischen Wüste und Moderne (hier: 70er Jahre) einfacher zu gestalten. Wie üblich ist die Story Tarnung für Witz und Faustgewalt, in diesem Fall aber auch eine ziemlich Gute. Sprüche werden am laufenden Band gerissen, wahrscheinlich noch mehr als beim Vorgänger Interner Link"Vier Fäuste für ein Halleluja". Wer fein pointierte Unterhaltung sucht, wird sich bei der Vielzahl an Schenkelklopfern, die mal wieder auf die exzellente deutsche Synchronisation zurückzuführen sind, ein wenig unterfordert fühlen, denn hier fliegen neben ein paar Flugzeugen vor allem die Fäuste und der Humor ist ebenso rau und charmant wie das ungleiche Duo.

"Hat dir eigentlich schon mal jemand mit nem Vorschlaghammer nen Scheitel gezogen?" (Salud)

Ein paar Elemente darf man aber als nicht ganz geglückt bezeichnen. Beispielsweise die Idee, Spencer kurzfristig in eine lebensgefährliche Rettungsaktion um das Leben eines jungen Mannes zu schicken, hätte man gern auslassen dürfen und auch die tagelange Prügelei der zwei Stars nach dem witzigen Gefängnisausbruch ist etwas zu dick aufgetragen. In dieser Zeit hätten die beiden eine ganze Armee von Schurken verplätten können, stattdessen hauen sie sich selbst auf die Backen (wer will das sehen?), so dass der zu lang gezogene Gag später erschöpft fallen gelassen wird. Ebenfalls zu profillos geraten ist die Rolle des Obermieslings Mr. Ears, der mal 2-3 Szenen einen kräftigen Schlag auf die Omme bekommt, sonst aber kaum eine gewichtige Rolle spielt. Diese Aufgabe übernehmen seine Schergen, die gegen die Unerschütterlichkeit und die Flinkheit der zwei Krawallbrüder nur wenig ausmachen können und stets aufs Neue herrlich dämlich dargestellt werden. Wenn dann noch der Titelsong und Ohrwurm "Flying Through The Air" (von den De Angelis-Brüdern - wer sonst) spielt, ist der Videoabend gerettet und eine Stimmung verbreitet sich, die wohl kein Remake dieser Welt je mehr einfangen kann.

Beachtlich, wie gut die Schärfe dieses mittlerweile 30 Jahre alten Streifens doch in einigen Szenen ist. Aus heutiger Sicht wirkt es wahrscheinlich gerade einmal durchschnittlich gut und viele Szenen auch etwas unscharf, aber zumindest die anamorphe Abtastung recht gelungen. Natürlich treten einige Defekte wie Brandlöcher, ausgefranste Widescreen-Balken (eher selten) oder Kratzer auf, gestört wird man dadurch nicht sonderlich (sieht man von den ersten paar Sekunden dieser DVD ab, bei dem das Produktionslogo abläuft geradezu bombardiert wird von Defekten). Die Kompression arbeitet ohne sichtliche Fehler und selbst ein Bildrauschen wird kaum sichtbar und ist höchstens an einigen groben Strukturen auf hellen Flächen erahnbar. Heruntergerissen wird der gute Eindruck durch die wechselhafte Beleuchtung (Blitze) und das farblich gealterte Bild, welches keineswegs blass, aber zu sehr braun- und grünfarben wirkt. So sehen einige Gesichter etwas ungesund aus, andere wiederum übermäßig gebräunt. In dunklen Szenen fehlt der nötige Kontrast, so dass dort schonmal ein leicht grauer Schleier über dem Bild liegt und Details sehr schnell in den Schatten verschwinden. Ohne Frage wird man mit dem Bild gut bedient sein, daher 3 Punkte mit Tendenz zur 4.

Der hier vorliegende Monoton ist entgegen einem Upmix immer noch die beste Wahl. e-m-s hat ihn sogar mit 224kBit kodiert und auf 2 Kanäle umgelegt. Die Dialogverständlichkeit ist trotz leicht dumpfen Klang gegeben. Ein leichtes Rauschen ist hörbar, starke Verzerrungen treten nicht auf, dafür ist der Ton aber stets etwas unrein, so dass man insgesamt von einem dem Alter entsprechend zufriedenstellenden Klang sprechen kann. Einen Originalton gibt es nicht, dafür aber deutsche Untertitel.
Unter den Extras gibt es wenig Neues, vorausgesetzt man kennt schon eine weitere DVD aus "Spencer&Hill"-Reihe vom e-m-s. Nichtsdestotrotz wurde wieder ein passendes Menu (Bambushütte, in der die große Schlägerei stattfindet) eingebaut, bis auf 3 Trailer alles anamorph abgespeichert und mit dem fetzigen Soundtrack unterlegt. Der Rest ist mit einer Slideshow, dem Trailer zum Film und 3 weiteren Trailer zu anderen Spencer/Hill-Filmen beinahe schon Standardware.

Sonnige Stimmung und lustige Raufereien verspricht der dt. Titel "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle", der vielleicht ein wenig zu dick aufträgt und eher an einen Western erinnert. So kann man diesen Film hier wie beinahe jeden der zwei Kömodianten empfehlen, wenn es weniger um Anspruch geht als um puren Spaß. Die DVD bietet ein sauberes Bild und einen gealterten, aber ausreichenden Monoton. Interessante Extras in Form von Videomaterial gibt es leider nicht, dafür einige Textseiten - aber bei einem günstigen Preis von rund 10 Euro wird der Fan nicht lange überlegen.


Film: 5/6
Bild: 3/6
Ton: 2/6
Bild: 1/6



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