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USA 2003
Originaltitel:Museum Of The Dead
Alternativtitel:Dia de los Muertos, El
Länge:84:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe (Hauptfilm frei ab 16 Jahre)
Regie:James Glenn Dudelson
Buch:Jason Rainwater
Kamera:James LeGoy
Musik:Chris Anderson
SFX:Grant Boucher
Darsteller:Tanya Vidal, Nathaniel Arcand, Vivian Lucas, Pepe Pena, Jack West, Ryan Barreras, Dawn Kain
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:07.12.2003 (Verleih) / 18.03.2004 (Kauf)
Specials:
  • Trailershow:
    • Dahmer (2:10 Min.)
    • Gacy (1:31 Min.)
    • The Nameless (2:08 Min.)
    • Second Name (1:48 Min.)
Jewel und Lisa haben sich für den Halloween-Abend eine ganz besondere Party ausgesucht: Im "Museum of the Dead" werden die Besucher durch ein schauriges Labyrinth geschleust, umgeben von den Schreien der Toten und ausgestattet mit Zeichnungen und Skulpturen einer fremden Zivilisation. Als sie aus Nervenkitzel in die glühenden Augen von Tolec's Totenschädels, einem schwarzen Magier und Kannibalen, schauen, gelangen sie in an einen anderen Ort. Und dieser ist äußerst gefährlich, denn hier schlurfen Zombie durch die Gänge, erschaffen vom mächtigen Tolec, der zum Zeitvertreib Jagd auf die Besucher des Museums macht.
Das Zombiegenre liegt mir so sehr am Herzen und bis auf Interner Link"Resident Evil" und Interner Link"28 Days Later" fällt mir kein Beispiel ein, welches zuletzt für Aufsehen in den Kinos (Interner Link"Junk" lief dort leider nicht) gesorgt hat. Der Zombie scheint bis auf wenige Ausnahmen im Amateur-Bereich zu versauern, dort darf er für krude Effekte in einfallsloses Splatterwerken einstehen. Enttäuscht noch und nöcher liegen meine Hoffnungen nun auf dieser DVD vom Film "Zombie Attack! - Museum Of The Dead" vom nicht unbedeutenden Label e-m-s. Ab geht's!

Ich muss gleich sagen, dass nach einem kunstvoll verfremdeten Intro ein Auftakt wartet, der völlig Zombie untypisch und erschreckend "abtörnend" ist. Zwei Fitnessstudio-Schnaken sind auf der Suche nach der geeigneten Halloween-Feier, quatschen viel Kokolores und stolpern dabei über einen Flyer, der einlädt zum besonderen Erlebnis in einem alten Museum. Und das alles passiert am hellichten Tag, ohne einen Tropfen Blut zu vergießen oder schon mal die Untoten auf das Eröffnungsopfer loszulassen - Schock schwere Not!!! Wir bleiben zwar verschont von populärem Teeniegehopse, das darstellerische Niveau ist aber nicht weit über dem des Newcomers. Zumindest "Blondie" Lisa (sie verhält sich ganz so, wie es ihre Haarfarbe vermuten lässt) qualifiziert sich schon recht zeitig für ein Ende als Zombie-Snack, um als untoter Hampelmann nicht mehr allzu viel schauspielern zu müssen. Die knackige Hauptdarstellerin Tanya Vidal als Jewel ist da schon etwas vorsichtiger und intelligenter, wie aber der Großteil der Charaktere ein Abziehbild eines menschlichen Wesens. Aber was bedeutet das schon, sterben sowieso alle ... huch! Nicht nur Jewel gönnt sich vor dem Abenteuer ein kleines Nickerchen (*zwinker* na, habt ihr kapiert, worauf das hinausläuft?), auch das Skript lässt die Seiten baumeln und die Zwei ein wenig durchs dunkle Labyrinth im Museum wandern, bis schließlich nach einer guten Viertelstunde das erste Pärchen von einem Schimmelhäutigen angefallen wird. Wirklich langwierig ist es dann, bis der kannibalische Aztekenteufel, der sich für den Schlamassel verantwortlich zeigt, motivationslos Jagd auf die zahlreichen Besucher des Museums macht und seinen hungrigen Kindern die blutigen Steaks liegen lässt. Mit angeborenem Schleppschritt staken jene durch das dunkle Gemäuer und sind eigentlich gar nicht gefährlich oder Furcht einflößend, lassen sich aber zum Vergnügen des Horrorfreunds einen nach dem anderen Museumsbesucher zuspielen, die da völlig orientierungslos umherirren, und letztlich auch schmecken. Die Fressorgien sind noch zahm, vielleicht liegt's am dunklen Ambiente, dass man Blut und Fleischstücke schlecht erkennt - die 18er Freigabe ist wohl eher darauf zurückzuführen, *Verschwörungstherorie Modus an* dass der Verleih nicht genug Einfluss hatte, um die Prüflinge gelinde zu stimmen. *Verschwörungstherorie Modus aus*

Wie auch immer, zumindest keiner der Darsteller hat jemals auch nur einen Blick in das "How To Survive Woodoo and Zombie Adventures Handbook" geworfen. Hätten sie besser! Dann wäre ihnen einiges erspart geblieben. Erste Regel: "Zombies sind immer nur mit der funktionszerstörenden Verwundung des Hirns beizukommen." Klaro, dass die herbeigerufene Polizei, die ebenso hilflos durch die Gänge wandelt wie die verbliebenen Museumsbesucher, den Kompostgesichtern nur die Gliedmaßen anschießen, anstatt auf den Kopf zu zielen. Die Zombieparade für die Diskogeneration bleibt aus, eine Hommage wird's aber schon deswegen nicht, weil sich der Regisseur viel zu uninspiriert an die Sache rangetraut hat und den Eindruck erweckt, er wolle hiermit einen Weiteren von Tausenden B-Filmen drehen, der nicht viel kosten und den Zuschauer minimal unterhalten soll. Und Kosten wurden enorm gespart. Da müssen sogar manche Zombies sprichwörtlich am kargen Knochen nagen und die Settings sind ja wohl mal unter aller Sau! Die Räumlichkeiten lassen sich an einer Hand abzählen, was die Action zur 3-Stationen-Schnitzeljagd verkommen lässt. Auch die Dekoration ist äußerst fragwürdig (passendes Zitat eines Darstellers: "Ich komm mir vor wie an einem Filmset."), denn jeder Hintergrund im Gebäude ist schlicht schwarz (mit Laken verhangene Theaterbühne?) und spärlich ausgestattet.

Wo bleibt hier der Spaß, der Horror, die Action? Ein wenig CGI-Hokus-Pokus gleicht diesen Makel nur schwerlich wieder aus, dafür müssen dann eben ein paar handgemachte Kämpfe herangezogen werden, denn die laue Kameraarbeit löst sich nur selten von statischen Aufnahmen und produziert somit null Spannung. Die Kämpfe (Tolec hat den schwarzen Gürtel im Selbstverteidigungskurs errungen und haut sich gerne) werden leider ebenso stark verfremdet (Heißwachs auf der Linse?), verwackelt und hastig geschnitten wie ein Großteil der Effekte, die sich somit von selbst entschärfen. Besonders schlimm ist da der Endkampf zwischen noblen Retter McCloud, welcher nur mürrig seiner Beschäftigung als Kunstdieb unterbricht, und dem bösen Aztekenteufel, bei welchem der Zuschauer kaum mehr als hastige Bewegungen und angedeutete Schläge erkennt. Passt aber gut zum Gesamtbild des Films, denn der ist ebenso orientierungs- und ereignislos. Und das, obwohl im Produzententeam da jemand sitzen soll, der schon Interner Link"A Nightmare On Elm Street" begleitet hat? Mutmaßen darf man auch, wie jener Stanley Dudelson, der Regisseur James Dudelson und der weitere Produzent Robert Dudelson in Zusammenhang stehen. Wahrscheinlich tut das Namensspiel nichts zur Sache, aber eins noch: Drehbuchautor Jason Rainwater ist derselbe, der sich für die Vorlage der vor kurzem von mir getesteten Rohrkrepierer Interner Link"Girls Fight Tonite" verantwortlich zeichnet, unter der Regie von Ana Clavell, hier ebenfalls Produzentin. Noch Fragen?




Die Kompression hat e-m-s hier ganz gut in den Griff bekommen. Bei schwierigen Sequenzen (zum Beispiel beim Intro) wird die maximale Datenrate zur Verfügung gestellt, was beim teils grobkörnigen Hintergrundrauschen (zwar nur auf hellen Flächen erkennbar, dort aber deutlich) auch bitter nötig ist. Unscharf wirkt das Geschehen aber trotzdem, denn die Konturen grenzen sich nur selten gut vom Hintergrund ab, auch Details sind wenig erkennbar und in schnellen Bewegungen ziehen Konturen nach, was sich in zusätzlicher Unschärfe bemerkbar macht (siehe 58. Minuten, glühenden Augen der Zombies). An den Farben habe ich nichts zu meckern, die sind zwar übermäßig kräftig, aber doch sauber ausgeprägt. Dafür ist die Ausleuchtung im Film recht schwach geraten (das dunkle Covermotiv ist gleichzeitig Programm), was den Kontrast unheimlich fordert. Schwarze Hintergründe gehören hierbei in fast jede Szene, aber auch die Darsteller stehen oft bis zur Hälfte im Schatten und machen sich selbst unkenntlich.
Der deutsche und der englische Ton sind auf einem mittleren Niveau, wie man es erwarten würde. Die deutsche Synchronisation kann man zwar nicht in die Technikbewertung einbeziehen, schlecht ist sie aber trotzdem. Schön, dass sie wenigsten so authentisch ist, den Cowboy-Typen in der deutschen Fassung genauso lispeln zu lassen, wie im Original, was ja unheimlich wichtig ist. Beide Versionen sind gut verständlich, aber mit wenig Bass versehen. Schon der Stereosound ist sehr weiträumig, die 5.1-Spur ist also nicht unbedingt nötig, denn hier werden die hinteren Boxen nur noch einmal zur Unterstützung der Front benutzt. Zwar ist die Surround nicht so plump, dass man stets von allen Seiten gleichzeitig befeuert wird, eine richtige Trennung zwischen Umgebung, Stimmen und Musik findet aber selten statt. Wer Wert drauf legt, dass sich hinter der eigenen Sitzposition soundtechnisch was tut, darf wie ich knappe 4 Punkte vergeben, ansonsten eben nur 3.
Bonusmaterial gibt es bis auf 4 Trailer keins. Das Menu und die Kapitelanwahl wurden aber trotzdem ordentlich umgesetzt.

"Revenge Of The Zombies" faucht Chris Barnes grad mit 6 Fuß tiefer Grabesstimme im Hintergrund herum. Er ist "old school", "Zombie Attack!" ist es nicht und schiebt in der deutschen Version ganz frech ein wenig zutreffendes Anhängsel vor den Originaltitel. Eines Tages werden die Zombiestreifen hoffentlich die Welt die Kinos zurückerobern und sich an simplen Machwerken wie diesem hier rächen. Ich freu mich schon drauf! Diese Scheibe aus dem Low Price-Segment besitzt ein matschiges Bild und einen Ton, der mehr vorgibt zu sein, als er wirklich leisten kann.


Film++----
Bild+++---
Ton++++--
Bonus------


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