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USA 1979
Originaltitel:Amityville Horror, The
Alternativtitel:Amityville House
aka. Maison du diable, La
Länge:113:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre (NL)
Regie:Stuart Rosenberg
Buch:Jay Anson, Sandor Stern, George Lutz, Kathy Lutz
Kamera:Fred J. Koenekamp
Musik:Lalo Schifrin
SFX:Dell Rheaume
Darsteller:James Brolin, Margot Kidder, Rod Steiger, Don Stroud, Murray Hamilton, John Larch, Natasha Ryan, K.C. Martel, Meeno Peluce, Michael Sacks, Helen Shaver, Amy Wright, Val Avery, Irene Dailey, Marc Vahanian, Elsa Raven
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Portugiesisch, Griechisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase im Pappschuber
DVD-Start:13.04.2005 (Kauf)
Specials:
Disc 1:
  • Dr. Hans Holzers Einführung des Audiokommentars (1:18 Min.)
  • Audiokommentar von Dr. Hans Holzer
Disc 2:
  • Dokumentarfilme:
    • In Gottes Namen, raus hier! (20:41 Min.)
    • Rätsel der Geschichte - Amityville: Der Spuk (42:01 Min.)
    • Rätsel der Geschichte - Amityville: Horror oder Täuschung? (42:30 Min.)
    • Vorschau: Das Remake von "Amityville Horror" (5:27 Min.)
  • Radiowerbung:
    • Die erste Nacht (0:27 Min.)
    • Die fünfte Nacht (0:31 Min.)
    • Die zehnte Nacht (0:31 Min.)
    • Die fünfzehnte Nacht (0:30 Min.)
    • Die letzte Nacht (0:31 Min.)
    • Sie werden es nie vergessen (0:28 Min.)
    • Rette sich, wer kann (0:31 Min.)
  • Kinotrailer (2:25 Min.)
Ein Traumhaus wird zur Schreckenskammer. Ein Nachfahre des Teufels soll hier einst geherrscht haben. Die Flitterwochen eines jungen Paares entwickeln sich bald zu einem Alptraum, in dem eine unsichtbare Macht einen grausamen Terror ausübt. George und Kathleen, frisch verheiratet, erfüllen sich den Wunsch nach ihrem Traumhaus im idyllischen Amityville, New York. Es stört sie noch nicht, dass hier vor einigen Jahren ein kleiner Junge seine Eltern und alle vier Geschwister umgebracht hat. Dann jedoch werden ihre Flitterwochen durch seltsame Ereignisse getrübt. Denn in diesem Haus des Schreckens übt eine unsichtbare Macht eine Herrschaft des Terrors über die Bewohner aus. Fenster schließen sich von selbst, eisige Winde streichen durch das ganze Haus. Besucher werden von einer rätselhaften Krankheit befallen.
Hier haben wir nun den absoluten Kultfilm in Sachen Haunted-House-Movie und das, obwohl er eigentlich von vielerlei Seiten geschändet wurde. Viele Kritiker werfen dem Film vor, er wäre langweilig und könnte mit seinem (angeblich) hohlen Skript kaum für Spannung und Überraschung sorgen. Trotzdem konnte sich der Streifen um die angeblich wahre Geschichte des Spukhauses von Amityville eine große Fangemeinde machen und wird von dem ein oder anderen sogar als das behandelt, was Interner Link"Halloween" für das Schlitzergenre ist. Für mich persönlich war "Amityville Horror" damals vor vielen Jahren so ziemlich einer der ersten Horrorfilme, die ich überhaupt gesehen habe und das erste Haunted House-Movie überhaupt. Und es hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Und das tut es selbst heute nicht!


"Amityville Horror" ist nämlich in Wirklichkeit ein verdammt gruseliges Stück Filmgeschichte! Die Story, um die Familie Lutz und ihren Erlebnissen in besagtem Spukhaus, sollen angeblich wirklich passiert sein und das machte schon damals, ähnlich wie beim Interner Link"Blair Witch Projekt", den Reiz der Geschichte aus. Vater Lutz wird langsam verrückt und viele merkwürdige Vorkommnisse lassen die Familie an den Rande der Verzweiflung treten. Bis sie im (im positiven Sinne) haarsträubenden Finale, vor dem Haus fliehen. Durchgehend bleibt die Story spannend und interessant und kann für viele gut durchdachte Schocks herhalten. Zwar ist das Skript, Horrorfilm üblich, nicht ganz frei von Logik- und Anschlussfehlern, doch wirklich stören kann einem das eigentlich nur, wenn man wirklich glaubt, dass das Gesehene echt gewesen sei. Wer aber realistisch bleibt und die Story als reine Filmstory sieht, der dürfte sich daran kaum aufhängen.



Was aber in "Amityville Horror" hauptsächlich lebt, ist die astreine und höchst packende Atmosphäre, die der Film vertreiben kann. Viele Szenen spielen im Dunkeln, nahezu durchgängiges Gewitter, die schauderhafte Außenfassade des Hauses und ein unglaublich genialer Soundtrack ergeben, zusammen mit dem Einsatz einiger wirkungsvoller Farbfilter, eine Grusel-Atmosphäre, die sonst nur die wenigsten Filme für sich verzeichnen können. Nicht nur Horror-Anfänger dürften sich hier die Fingernägel kurzknabbern, so gruselig ist der Streifen an mancher Stelle. Vor allem im Finale, wenn die Wände anfangen zu bluten und die Lutzes mit aller Macht probieren, dem Haus zu entfliehen, ist das Zittern groß. Amityville ist definitiv einer der atmosphärischsten Filme, die es überhaupt gibt!


Einzig und allein ein paar Längen muss man "Amityville Horror" ankreiden. Zwar dreht Regisseur Stuart Rosenberg die Spannungsschraube eigentlich stets und ständig fester an, doch hier und da blitzen dann doch ein paar Stellen durch, die man wesentlich kompakter gestalten hätte können. Und auf die unpassende Nebenstory mit dem Priester, hätte man am liebsten ganz verzichten sollen, da diese den Film nicht wirklich weiterbringt und ihn dadurch nur mächtig in die Länge zieht. Unterm Strich sind diese Szenen aber in der absoluten Minderheit.

Einen weiteren Punkt zum Gelingen des Films, tragen zudem die Darsteller bei. James Brolin ist, als langsam verrückt werdendes Familienoberhaupt, eine absolute Wucht und legt eine extrem glaubwürdige Performance ab. In seinen besten Szenen möchte man ihm wirklich nicht auf der Straße begegnen ;). Dazu eine noch recht junge Margot Kidder als liebende Ehefrau und Mutter und Oscar-Preisträger Rod Steiger in der Rolle des Priesters. Allesamt legen sie, zusammen mit den Nebendarstellern, eine wirklich glänzende Darstellerleistung ab, die "Amityvile Horror" quasi das Sahnehäubchen aufsetzen. Bravo!



Man merkt schon ein wenig, dass die 5 Audiospuren plus Audiokommentar dem relativ langen Film etwas die Möglichkeiten einschränken. Es wird hin und wieder sichtbar, wenn anspruchsvolle Szenen (z.B. die hellen Außenaufnahmen) die Kompression im Detail doch etwas aufzeigen oder Details nicht ganz klar erscheinen. Aber gut, insgesamt ist das Bild etwas weicher als üblich, was für einen Film des Jahres 1979 aber nichts Ungewöhnliches ist. Mit der gestochenen Schärfe einer Interner Link"Der Exorzist"-DVD kann es diese MGM-Scheibe nicht aufnehmen, unscharf oder den Ansprüchen nicht genügend ist sie deswegen aber nicht. Denn eine Aufarbeitung ist deutlich erkennbar, die eine bedingte Plastizität ohne störende Nebeneffekte erzielt, das Bildrauschen beseitigen konnte und keine erwähnenswerten Verschmutzungen zurückließ. Die Farben geben sich herbstlich, sind also nie zu kräftig, und beim Kontrast wird Wert auf Erkenntlichkeit gelegt, wobei es natürlich auch wichtig ist, dass der Film genügend düster und schattiert bleibt, denn jene Szenen sind nun mal maßgeblich am Gelingen der Atmosphäre beteiligt. Somit ganz in Ordnung, mit Verbesserungsmöglichkeiten im Detail.


Man hat für jede der aufgebrachten Sprachen einen Mix in Dolby Digital 5.1 erstellt, was dem Alter des Materials wohl ein Schnippchen schlagen soll, das aber nur bedingt erreichen kann. Gerade im Deutschen sind die Dialoge etwas gehaucht über den Center zu hören. Zwar kann man einige interessante Surround-Signale platzieren, wie z.B. der immer wieder kräftig einsetzende Donnerschlag oder ein Surren der Fliegen, aber besonders stille Momente sind typisch schwach fürs Alter, stellenweise sogar steril. Das Ausbleiben von Druck beim Basskanal ist weniger schlimm, aber selbst die Stimmen klingen nicht sehr klar und der Score muss mit etwas dünnem Klang vorlieb nehmen. Rauschen oder Ähnliches bleibt aber aus. Am besten schneidet der englische O-Ton ab, der zwar in Sachen Surround die gleichen Momente ausnutzt, sich aber wesentlich feiner bei den Dialogen anhört.

MGM will den Kunden wohl ordentlich verarschen. Erst darf man einigen Trailer beiwohnen, die man nicht überspringen kann, und dann folgt auch noch der bekloppte Raubkopierer-Spot. Da ist man doch direkt neidisch auf all jene, die sich den Film aus dem Internet ohne den lästigen, über 9minütigen Zwangsvorspann geladen haben.
Aber zurück zum Bonusmaterial: Auf DVD befinden sich neben "anderen großartigen MGM-Veröffentlichungen", welche noch einmal den Vorspann versammeln, ein Audiokommentar des Parapsychologen Dr. Hans Holzer. Der ältere Herr, der nicht zum Filmteam gehört, besitzt nach eigenen Angaben die besten Voraussetzungen, um den Film darauf zu analysieren, wie wirklichkeitsgetreu er nun ist. Einige interessante Sachen, insbesondere zum Skript, hat er zwar drauf, dann versteift er sich aber zu sehr auf seine eigenen Erfahrungen, dass die Wahrheit viel glaubhafter wäre als diese Verfilmung hier und wiederholt sich dabei ein wenig. Auch die penetrante Überzeugung, dass es Geister gibt und die Lehre unseres Lebens bzw. Ablebens, die er zwischen ein paar längeren Pausen vorträgt, ist etwas nervig. Trotzdem ist dieses Feature zumindest mal ein Ohr wert, deutsch untertitelt ist es außerdem.



Etwas ernster und greifbarer geht es auf der Bonus-DVD zu. "In Gottes Namen, raus hier!" ist ein aktuelles Interview mit den beiden Hauptdarstellern, die sich über ihren Werdegang, die damalige Produktion und die persönliche Bindung zum Film äußern; interessant und mit nur wenigen Filmausschnitten aufgebauscht. "Amityville: Der Spuk" entpuppt sich als 40minütige Doku über den wahren Amityville im Stile einer Mystery-Serie, versucht aber nicht nur Halbwahrheiten und Vermutungen aufzuwerfen, sondern diese auch teilweise zu widerlegen. Natürlich gibt es keine wasserfeste Wahrheit zum Schluss, aber zumindest ist der Schluss, dass der Täter direkt zuvor einen Kriegsfilm angeschaut hat, interessant. Nach fast genau 20 Minuten geht die Doku über zu den zweiten Bewohnern des Hauses, die letztlich auch für die Überlieferung der Geschichte verantwortlich sind. Eine zweite Sendung der gleichen Serie schließt sich an und greift da an, wo das Pärchen Lutz das Haus verlassen hat. Hier wird eine Menge dreckige Wäsche gewaschen, wie verschiedene, später verfeindete Parteien dem Mysterium auf dem Grund gehen wollen und wie sich daraus das Buch und später auch der Film entwickelt. Bei all diesen doch sehr spannend inszenierten Dokumentationen ist der Ausblick auf das Remake dann doch etwas oberflächlich, als nicht mehr als ein Teaser. Den Abschluss bilden mehrere gut gemachte Radiowerbespots, bei denen man sich gut vorstellen kann, dass sich das Publikum damals ordentlich gegruselt haben muss, und ein Kinotrailer. Alle Extras sind im Originalton mit optionalen englischen Untertiteln verfasst.


"Amityville Horror" ist extrem atmosphärisches und bis zur letzten Sekunde spannendes Haunted House-Movie, das selbst heute noch die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen vermag, sofern sie sich auf den Film richtig einlassen können. Auch wenn manches heutzutage etwas abgedroschen und klischeehaft wirken mag und sich ab und an ein paar Längen einschleichen, so hat der Film doch im Gesamtbild seinen Kultstatus mehr als verdient. Und vor allem Horror-Anfänger dürften mit "Amityville Horror" erfahren, wie gute Genre-Filme gestrickt sein müssen, damit sie ihre Wirkung nicht verfehlen, egal, was manch anderer Kritiker auch behaupten möchte! Für mich definitiv eine der gruseligsten Filmerfahrungen überhaupt, die man nicht verpassen sollte!
Die hier vorgestellte holländische DVD ist inhaltsgleich mit der deutschen Fassung ("Gold Edition"), bietet deshalb sogar deutschen Ton und deutsche Untertitel. Wer also die deutsche DVD nicht preiswert erstehen kann, darf beruhigt hier zugreifen und hat sogar ne schönere Verpackung.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++++--


Druckbare Version
Amityville Horror - Eine wahre Geschichte, The
Amityville - Das Böse stirbt nie
Amityville II - Der Besessene
Amityville III - The Demon
News"The Amityville Horror" - SE & 3er Box im April
Amityville Horror
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