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USA, AUS 2001
Originaltitel:Diamond Of Jeru, The
Alternativtitel:Louis L'Amour's The Diamond of Jeru
Länge:85 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ian Barry, Dick Lowry
Buch:Louis L'Amour, Beau L'Amour
Kamera:Stephen F. Windon
Musik:Christopher Tyng
Darsteller:Billy Zane, Keith Carradine, Paris Jefferson, Jackson Raine, Khoa Do, Peter Caroll
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Trailer:
    • Zwei bärenstarke Typen
    • Vier Fäuste gegen Rio
    • Running Out Of Time 2
    • St. Andrew's Girls
Mike Kardec, erfolgloser Abenteurer, soll den berühmten amerikanischen Atomwissenschaftler John Lacklan und seine Frau Helen auf eine Expedition durch den Dschungel führen. Bei den Vorbereitungen verliert er aber das Vertrauen in John, da dieser ein Techtelmechtel zwischen Billy und Helen vermutet. Angelockt von den Versprechungen eines Einheimischen, die sie zu einem Diamantenfundort führen soll, beginnt John die Reise ohne Billy. Der weiß aber genau, was hinter der Sache steckt: Der mächtige Priester Jeru, der schon einmal Touristen in den Urwald lockte und ihnen dort in einer Zeremonie den Kopf abschlug. Um dies zu verhindern, heften sich Billy und sein Gehilfe Raj an die Fersen der Bootstour.
Sein Name ist Zane, "Indiana" Zane. Er hat keine Peitsche bei der Hand, sein Markenzeichen ist die Matrosenmütze (*töfftöfftöff* :P) und seine Abenteuer dienen nicht der Menschheit oder einem Museum, sondern einfach ihm selbst, denn er sammelt am liebsten Diamanten auf. Ganz offensichtlich zielt "The Diamond Of Jeru" auf die berühmten Exotik-Abenteuerfilme ab, verheimlicht seine Vorbilder nicht einmal (siehe die Credits, die da im Interner Link"Indiana Jones" typischen Schriftzug "Adventure" rüberlaufen), muss als TV-Produktion aber ganz klar kleinere Brötchen backen. So gibt sich das erste Drittel ein wenig lahm, stellt uns den Gesellschaftsausreißer und Diamanten-Schürfer Kardec (Billy Zane, wirkt ein wenig müde, aber charmant wie eh und je) vor, der seine Seele baumeln lässt, mit seiner Situation aber sichtlich unzufrieden ist, denn schließlich scheint sein Hunger nach Sommer, Sonne und ungeregelten Leben gesättigt. Da kommt ihm der neue Job ganz recht und die Frau, die da mit dran hängt, erweckt sein Interesse auch nicht unwesentlich. Zur richtigen Romanze kommt es zwar nicht, da sich Kardec Gentleman like zurückhält, das sichtliche Interesse von Helen treibt ihren Mann aber schon zur eifersüchtigen Weisglut. Standardware bis hierhin, mit viel Geplänkel in Form seichter Wortwechsel und mit ein wenig Karibikstimmung versüßt. Andererseits versteht es das Regieteam, überstürzte Action und flache Stereotypen zu umgehen, denn Haudrauf geht es nicht unbedingt zur Sache und typisch unlogische Situationen fallen nicht negativ auf.

Zur Halbzeit werden ein paar krude Effekte (vom spirituellen Köpfen wird Gebrauch gemacht, auf FSK16-Niveau versteht sich) und der Angriff auf ein Dorf voller Jeru-Anhänger die Spannung anheben und für gute Unterhaltung sorgen. Plump und hirnlos erscheint das keinesfalls, dafür fehlt es gegen Ende hin an furioser Action, vielleicht auch ein wenig an Humor, denn die Geschichte nimmt sich bierernst bis zum Schluss und legt teils zu lange Pausen zwischen der Urwaldhatz ein, die meist den überraschend guten Darstellern für Konversation zur Verfügung gestellt wird. So wird man sich spätestens beim Abspann kopfschüttelnd fragen, ob das schon alles war. Ja, das war es leider und es war nicht besonders viel. Denn der Showdown, der auf lange Sicht vorbereitet wird, geht mit einer CGI-Fledermaus-Parade, einem kurzen Kampf und einem letzten Kuss recht schlicht zu Ende und entlässt den Zuschauer zu schnell wieder in die Realität. Schade, der Musikscore, die mystische Komponente des (unsterblichen?) Jeru-Magiers, die leider nicht ausgebaut wird, sowie das herrliche Urwaldambiente mit einigen schönen Landschaftsaufnahmen machen Lust auf mehr und gefährlichere Abenteuer.

Ein recht gutes Widescreen-Bild, welches kaum Verschmutzungen oder etwa Störungen durch eine schlechte Kompression zeigt. Zwei Kritikpunkte sind trotzdem anzubringen: Zum einen ist das Bild schlicht zu dunkel, so dass auch die erdigen Farben nicht so sehr schillern, wie es beispielsweise beim großen Vorbild "Indiana Jones" erscheint. Dadurch werden einige Schatten größer, als sie vielleicht ursprünglich sein sollten und die Sonne scheint nie richtig grell, was sich ein wenig auf die Stimmung des Streifens niederschlägt. Der Kontrast erbringt trotz dieser schlechten Vorarbeit ein gutes Resultat, ist aber in einigen Nachtszenen schlichtweg überfordert. Der zweite Punkt ist die Schärfe, die gerade einmal durchschnittlich ist - und zwar durchgängig. Egal, ob Kanten oder Details, alles wirkt ein ein klein wenig verwaschen. Ein Bildrauschen ist dagegen nicht existent und Nachzieheffekte nicht im sichtbaren Bereich.
Der deutsche 5.1-Ton hat nur wenig zu bieten, von elementaren Soundelementen wie dem einem Gewitter wird auf den hinteren Lautsprecher nur wenig Gebrauch gemacht. Dort dümpeln eher die normalen Umgebungsgeräusche herum, inkl. der Stimmen, was von einem recht lieblosen Upmix spricht. Die Dialogverständlichkeit bereitet keine Probleme, alles wird klar über den Center wiedergegeben. Nur beim englischen Stereoton sind die Stimmen etwas zu brummig geraten und hätten mehr Höhen vertragen, was angesichts der vielen englischen Akzente, die dem Geschehen mehr Authentizität und den Figuren mehr Tiefe verleihen, etwas schade ist. Der deutsche Stereoklang ist sehr weiträumig und zu empfehlen, bietet aber wie alle anderen Versionen keine Überraschungen in puncto Dynamik oder übermäßigen Bassgebrauchs.
Extras sind auf dieser DVD bis auf 4 Trailer zu weiteren Filmen von e-m-s keine vertreten.

Ich bin der Meinung, dass "The Diamond Of Jeru" eher ins TV-Abendprogramm als auf DVD passt, vielleicht bin ich da aber auch thematisch zu verwöhnt durch die kürzlich erschienene Interner Link"Indiana Jones"-DVD-Box, welche durch seine überragende Rolle nur wenig Platz für Konkurrenz lässt. Jeder sollte aber für sich entscheiden, ob er nicht doch einen Blick riskieren möchte, denn schlecht ist dieser Trip durch die grüne Hölle nicht, vielleicht nur etwas zu schlicht. Die DVD selbst bietet ein gutes Bild und einen beinahe guten Ton. Die fehlenden Extras sollte der günstige Anschaffungspreis wettmachen.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++---
Bonus------


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