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UK, CAN 2001
Originaltitel:51st State, The
Alternativtitel:Formula 51
Länge:88:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ronny Yu
Buch:Stel Pavlou
Kamera:Hang-Sang Poon
Musik:Stephen Day, Headrillaz
SFX:Film Effects Inc., The Computer Film Company, Hothouse Models and Effects
Darsteller:Samuel L. Jackson, Nigel Whitmey, Robert Jezek, Emily Mortimer, Meat Loaf, Jake Abraham, Mac McDonald, Aaron Swartz, David Webber, Michael J. Reynolds, Sonny Muslim, Robert Carlyle, Paul Barber, Michael Starke, Ricky Tomlinson, Anna Keaveney, Rhys Ifans
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:30.03.2003 (Verleih) / 30.03.2003 (Kauf)
Specials:
  • Darsteller und Crew:
    • Samuel L. Jackson:
      • Biografie (8 Seiten)
      • Interview (5:32 Min.)
    • Robert Carlyle:
      • Biografie (7 Seiten)
      • Interview (2:04 Min.)
    • Emily Mortimer:
      • Biografie (2 Seiten)
      • Interview (2:05 Min.)
    • Meat Loaf:
      • Biografie (10 Seiten)
      • Interview (0:58 Min.)
    • Rhys Ifans:
      • Interview (1:30 Min.)
    • Sean Pertwee:
      • Interview (0:45 Min.)
    • Ricky Tomlinson:
      • Interview (1:02 Min.)
    • Ronny Yu:
      • Biografie (2 Seiten)
      • Interview (2:29 Min.)
    • Andras Hamori:
      • Interview (0:25 Min.)
    • Stel Pavlou:
      • Interview (1:49 Min.)
  • Blick hinter die Kulissen (5:36 Min.)
  • Stadtansichten von Liverpool
  • Bonusfilm: Stirb ganz Langsam (8:47 Min.)
  • Der besondere Filmtipp: Spion wider Willen (1:14 Min.)
  • Trailershow:
    • Way Of The Gun (2:04 Min.)
    • Crawlers (1:07 Min.)
    • Samourais (1:35 Min.)
    • Nachts im Park (1:18 Min.)
    • Jay und Silent Bob schlagen zurück (2:16 Min.)
    • Scorcher (2:00 Min.)
    • The Hours (2:31 Min.)
  • Highlight im Internet (0:37 Min.)
Elmo McElroy hat eine neue Super-Droge erfunden, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Nun reißen sich die ortsansässigen Drogenbosse um die Formel, die bei einem Treffen meistbietend versteigert werden soll. Was die Gangster aber nicht wissen: Leopold, ein britischer Kollege, hat bereits den Zuschlag erhalten. Um von lästigen Racheaktionen verschont zu bleiben, sprengt McElroy kurzerhand das ganze Treffen in die Luft. Durch einen Zufall überlebt der Gangsterboss "The Lizard" den Anschlag und setzt sofort seine Leute auf McElroy an, der sich schon auf dem Weg in seine neue Wahlheimat England befindet.
Die Story haut einen erstmal nicht unbedingt vom Hocker, aber sowohl die Charaktere, als auch ihre Darsteller hauchen dem Geschehen eine gehörige Prise Leben ein. Schaut man sich die Riege der Figuren einmal etwas genauer an, wähnt man sich beinahe in einer Comic-Verfilmung, so grell und oversized sind hier die meisten Gestalten.
Der Handlanger des englischen Drogenbosses, Felix, wird zu Beginn per eingeblendetem Computertext als "local fixer" vorgestellt und will den Ami nur so schnell wie möglich vom Flughafen zum Treffpunkt kutschieren, denn dafür soll er ein Ticket für das Fußballspiel zwischen Liverpool und Manchester am nächsten Tag bekommen. Dementsprechend konzentriert sich Felix im Verlauf des Films auch mehr darauf, mit Liverpool-Trikot und bengalischer Fackel in eine ManU-Kneipe zu stiefeln, als auf irgendwelche Drogengeschäfte.
Verfolgt werden die beiden unter anderem von einer Gruppe Nazis, die so klischeehaft ausgestattet wurden, dass einer der Brüder sogar "Skin" auf die Stirn tätowiert hat. Aua! Extrem schrill sind auch die weiteren Gestalten. Sei es der Johnny Rotten-mässige Iki, die sexy Killerin, oder der von Meat Loaf gespielte, gesichts-verstümmelte "Lizard", der den ganzen Film über in einer Art Kartoffelsack herumläuft. Überhaupt liegen hier oft kurios-geile Ideen und dumm-peinliche Witze nah beieinander. So vermisst man beispielsweise den fetten Gangsterboss Leopold, der von einem seiner Lakaien ständig ein tuntiges Sitzkissen hinterher getragen bekommt, nach seinem Ableben nicht wirklich.



Samuel L. Jackson reiht sich problemlos in die Riege ausgeflippter Charaktere ein. Und das nicht allein aufgrund seines Outfits. Jackson läuft hier nämlich bis auf wenige (Po-backige) Ausnahmen quasi den kompletten Film über im Schottenrock herum. Doch schon die kongeniale Eröffnungssequenz verleiht seiner Rolle einen gewissen Anflug von Kult. Hier heizt Elmo (Jackson) im Jahr 1971, bewaffnet mit Afro, Joint und frisch erworbenem Pharmakologie-Diplom, über einen kalifornischen Highway, als er in eine Verkehrskontrolle gerät. Zwar erklärt er dem Sheriff verzweifelt, dass er seine Zulassung als Chemiker verliert, wenn ihm ein Drogenvergehen angelastet wird, doch der Gesetzeshüter kennt keine Gnade und lässt Elmo mit einem bitterbösen "Die Sechziger sind vorbei!" gar keine andere Wahl, als sein Chemie-Wissen nunmehr auf illegaler Ebene anzuwenden.

Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, Samuel L. Jackson und Robert Carlyle, funktioniert überraschend gut. Carlyle, den man unter anderem aus "Ganz oder gar nicht" und Interner Link"Die Welt ist nicht genug" kennt und der 2003 in dem TV-Zweiteiler "Hitler - Der Aufstieg des Bösen" gar nicht mal schlecht den Adolf gab, spielt hier den aufgedrehten Briten, der zunächst mal so rein gar nichts mit dem arschcoolen Ami anfangen kann. Mehr als einmal werden hier in zumeist amüsanter Weise die Differenzen zwischen alter und neuer Welt thematisiert. Nach und nach kommen sich die beiden unterschiedlichen Charaktere aber schließlich doch näher und das Ganze bekommt einen leichten Anflug von Buddy-Movie. Dennoch bleibt es kaum zu übersehen, dass der Film sich seine Vorbilder eher bei Tarantinos Werken sucht, dabei aber angenehm britisch bleibt. Daher lässt er sich auch am besten mit ebenfalls Tarantino-inspirierten Landsleuten wie "Bube, Dame, König, Gras" oder Interner Link"Snatch" vergleichen, auch wenn bei "The 51st State" noch Versatzstücke aus den verschiedensten Genres mit einfließen.
Insgesamt gelingt die Mischung auch ganz gut, doch kann man seine Augen auch nicht davor verschließen, dass scheinbar nicht alle Beteiligten mit vollem Herzblut an dem Projekt hingen. Dafür bleiben sowohl die Figuren, als auch die Geschichte etwas zu oberflächlich. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Crew hier schlicht saubere Arbeit abliefern wollte. Passend dazu auch der Platz des Films in Ronny Yus Filmografie. Es mutet schon ein wenig seltsam an, dass der Regisseur ihn genau zwischen seinen beiden Filmen Interner Link"Chucky und seine Braut" und Interner Link"Freddy vs. Jason" gedreht hat. So fehlt trotz vieler guter Ansätze einfach der letzte Kick, der den Vorbildern des Streifens einen gewissen Kultcharakter verpasst hat. Dennoch darf man sich, erwartet man nicht zu viel Innovation, auf einen kurzweiligen Actionfilm in bester britischer Manier freuen, der einen mit coolen Sprüchen und ausgeflippten Figuren perfekt zu unterhalten vermag.



Zu den wichtigsten Mitwirkenden lassen sich im Bonusteil der DVD unter "Darsteller & Crew" jeweils ein Interview bis zu einer Länge von 5 Minuten (inklusive optionaler deutscher Untertitel) und vereinzelt auch Biografien inkl. Filmografien und anderen Details abrufen. Der Blick hinter die Kulissen ist recht kurzweilig, aber auch ebenso gehaltlos. Bis inklusive der kurzen Sightseeing-Tour per Video durch Liverpool, der Drehort von "The 51st State", ist es kaum interessant, am deutschen Bonusfilm "Stirb ganz Langsam", bei dem das Bruce Willis-Double von einer gurrenden Taube auf dem Fenstersims vom Schlafen abgehalten wird und daraufhin eine eigenwillige Problemlösung findet, wird man aber sicherlich Spaß haben.


Das Ausgangsmaterial sieht mit farbfreudigen, kontrastreichen und auch bedingt detaillierten Bild chic aus, eben wie ein Vertreter des großen Kinos. Jede Szene sieht angenehm scharf aus, auch wenn hier noch nicht das Maximum erreicht ist. Grund dürfte die Eindämmung des Rauschens sein. In einigen Szenen tritt das verstärkt am Himmel auf und zeigt, wie feingranular das Material einmal ausgesehen hat, bevor der Filter drübergelegt wurde, der auch für ein gering verschleppendes Aussehen in Bewegungen sorgt. Das ist aber halb so schlimm wie die immer wieder durch Artefakte und Blockbildung auffällig werdende Kompression. Trotzdem eine gute, dem Film würdige Qualität, die übrigens nicht im Originalformat von 2.35:1 sondern im oben und unten etwas offenerem 1.78:1 erstrahlt. Dies kann man anhand des Making Ofs nachprüfen, das mehrmals längere Aufnahmen des Regisseurs-Monitors zeigt.


Der saftige Ton hat einiges zu bieten, vor allem, wenn man auf den noch dickeren DTS-Ton umschaltet. Dort hat man besonderes Augenmerk auf einen allzeit kräftigen Bass gelegt, der durch Musik und actionlastige Effekte oft ran darf. Leider sieht die Darbietung im Surround-Bereich nicht so rosig aus. Immer wieder gibt es schöne Effekte, die auch ordentlich beweglich sind, größtenteils wird aber der Center von der Sprache genutzt oder die Musik ertönt leise aus den hinteren Lautsprechern. Bei der Verfolgungsjagd, während eines Schusswechsels, in der Disco oder im Stadion wird es dann etwas lebendiger, zu 5 Punkten reicht es aber trotz guter Ansätze nicht ganz. Wer es möglichst authentisch mag, hat direkten Zugriff auf den englischen Originalton, der wegen starkem Insel-Slang und fehlender Untertitel aber erst einmal verstanden werden muss. Sei's drum, es macht die Sache zweimal cooler als in der bereits tollen deutschen Synchro.



"The 51st State" erfindet nicht unbedingt irgendetwas neu, aber er hat zumindest viele der Zutaten, die einen lässigen Actionfilm angenehm machen. Man sollte sich also nicht allzu lange über Abklatsch bei Tarantino & Co aufregen, sondern stattdessen sich einfach zurücklehnen und amüsieren. Tarantino selbst steht schließlich dazu, der König der Diebe zu sein.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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