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USA 2001
Originaltitel:The Lost Battalion
Alternativtitel:Zwischen allen Linien - Das verlorene Bataillon
Länge:88:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Russell Mulcahy
Buch:James Carabatsos
Kamera:Jonathan Freeman
Musik:Richard Marvin
SFX:CBS Animation, Image Effects, Level 3 Post
Darsteller:Rick Schroder, Phil McKee, Jamie Harris, Jay Rodan, Adam James, Daniel Caltagirone, Michael Goldstrom, André Vippolis, Rhys Miles Thomas, Arthur Kremer, Wolf Kahler, Joachim Paul Assböck, Michael Brandon, Adam Kotz, Justin Scot
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Originaltrailer (3:06 Min.)
  • Bio- und Filmografie Russell Mulcahy (5 Seiten)
  • Trailer:
    • Wenn die Glocke 13 schlägt (1:03 Min.)
    • Ratten (1:42 Min.)
    • The Glow (2:31 Min.)
    • Mindstorm (1:49 Min.)
    • Shiri (2:37 Min.)
    • Dark Descent (1:43 Min.)
    • Lost Voyage (1:31 Min.)
    • Beyond Re-Animator (1:49 Min.)
Ende des 1. Weltkrieges bekommt die Einheit von Major Charles Whittlesey den Auftrag, eine strategisch wichtige Stellung einzunehmen. Doch alles läuft schief. Die versprochene Verstärkung und der Nachschub werden von den Deutschen zurückgeschlagen und so sieht sich der Major mit einem Haufen von jungen Iren und Italo-Amerikanern vom deutschen Heer umzingelt. Gefangen zwischen den Fronten, haben sie zwei Möglichkeiten: Aufgeben oder sterben ...
Nachdem sich Regisseur Russell Mulcahy während der Dreharbeiten zu Interner Link"Highlander II: The Quickening" mit den Produzenten überwarf, ging es mit seiner Karriere kontinuierlich bergab. Interner Link"Silent Trigger" war der letzte Lichtblick, bis er mit Filmen wie "Tale of the Mummy" endgültig in den Videotheken verschwand. Daran konnte auch der recht ordentliche Thriller "Resurrection" nicht viel ändern. Inzwischen verdingt er sich gar auf TV-Ebene, muss sich für Serienengagements hergeben und verbricht TV-Langweiler wie "On The Beach". Sein bereits vor drei Jahren abgedrehter und erst jetzt bei uns erschienenes Remake "The Lost Battalion" ist da schon ein echter Lichtblick und Geheimtipp.


Technisch steht diese TV-Produktion den größeren Kinoproduktionen in fast Nichts nach. Die ausgebleichte Optik passt zur Trostlosigkeit des Szenarios - gibt ihm einen historischen, leicht surrealen Touch. Grobkörnige Bilder und hektische Kamerafahrten sind aus Filmen wie Interner Link"Saving Private Ryan" oder Interner Link"Black Hawk Down" bekannte Stilmittel. Die Ausstattung von der Uniform bis hin zur den Fahrzeugen und Waffen lässt keine Wünsche offen. Hinter "The Lost Battalion" scheint ein größeres Budget zu stecken und so kann Mulcahy hier circa 80 Minuten lang den, angeblich auf wahren Tatsachen beruhenden, verzweifelten Kampf eines von deutschen Soldaten eingekesselten amerikanischen Bataillons in den französischen Argonnen, während des in den letzten Atemzügen liegenden 1. Weltkriegs schildern.


An den Schlachten gibt es nichts auszusetzen, denn sie sind makellos einwandfrei inszeniert. Die vor einem Angriff spürbare Nervosität oder deren Steigerung Angst sind in den Schützengräben greifbar. Insbesondere wenn Regen den Kampf erschwert und das Schlachtfeld sich in ein Schlammmeer verwandelt, wird deutlich, wie unmenschlich dieser antiquierte Grabenkampf war. Das Stürmen auf die feindlichen Stellungen wird in wackeligen Bildern festgehalten. Nur wenige schaffen es über die freien, keine Deckung bietenden Flächen in den nächsten Graben. Dass Krieg grausam ist, zeigt Mulcahy sehr explizit. Körper werden von Granaten zerfetzt oder blutig von Kugeln durchlöchert und Bajonette werden in die Glieder des Gegners getrieben. Auf den Schlachtfeldern pfeifen die Granat- und Minenwerfer. Mitunter versucht sich der australische Regisseur auch mal an extravaganten Kamerafahrten (Folgen einer Kugel, 180°-Schwenks), die zwar hübsch aussehen, aber nicht ganz in das Szenario passen. Abseits der brutalen, recht spektakulären Schlachten, in denen auch nicht vor offen liegenden Beinstümpfen oder herausquellenden Gedärmen Halt gemacht wird, enttäuscht "The Lost Battalion" allerdings leider etwas.


Die Substanzlosigkeit der Geschichte ist dabei wohl weitestgehend auf das schwache Drehbuch des Vietnam-Veteranen James Carabatsos (Interner Link"Heartbreak Ridge", "Hamburger Hill") zurückzuführen. Nie schafft es der Film dem Zuschauer eine strategische Gesamtübersicht zu vermitteln. Stattdessen müssen engstirnige Befehlshaber (leider einmal mehr) sinnlose Angriffsbefehle geben, da ihnen die immensen Verluste gleichgültig sind. Die aus Mangel an Essen und Wasser sich zuspitzende Lage der Eingeschlossenen wird nur einmal ausführlicher dramatisch thematisiert. Ihr Kommandeur Major Charles White Whittlesey ist ein Anwalt, der trotz seiner Unerfahrenheit das Beste aus der Lage macht und Herr derselbigen bleibt, Veteranen witzeln über Frischlinge und erzählen "ihre" Geschichten. Selbst aus der Tatsache, dass sie ein aus zig Nationen zusammengewürfelter Haufen mit den unterschiedlichsten Charakteren sind, versteht Mulcahy nichts zu machen. Sie sind halt, weil sie zumeist aus den unteren sozialen Schichten stammen harte Männer, die in ihrer Verbissenheit den angreifenden Deutschen, ungeachtet der eigenen Verluste, mächtig einheizen. Wo bleibt die Angst vor dem Tod und die Verzweiflung? Immerhin hoffen sie auf Rettung, Nachschub und Ablösung!


Vielleicht liegt es an der nur mittelmäßigen deutschen Synchronisation, dass die deutsche Kommandantur bisweilen sehr klischeehaft rüberkommt und die Amis in ihrem strategischen Denken mit Vorurteilen überzieht. Zumindest werden sie hier aber mal nicht als seelenlosen Volldeppen vom Dienst, sondern als Menschen, die um den Willen der Menschlichkeit, die eingekesselten amerikanischen Soldaten zur Kapitulation bewegen wollen, dargestellt. Das Massaker bahnt sich an, als Flammenwerfer eintreffen ...


Offensichtlich wurde nur in Dolby Surround aufgenommen, denn weder in 2.0 noch in 5.1 sind die Surround-Effekte besonders überzeugend für einen Kriegsfilm. Gerade dieses Szenario verspricht eigentlich pfeifende Kugeln, bidirektionale Effektkulissen am laufenden Band und kräftige Tieftonknaller. Von Letzterem bekommt man etwas geboten, sobald man auf den wesentlich kräftigeren 5.1-Ton umschaltet, hier klingen Granateneinschläge durch den Einsatz des Subs auch wie solche. Frontlastig mit kleineren Ausnahmen bleibt es hier aber auch, vor allem weil die deutschen Dialoge sehr überlagernd laut wirken und ebenso wie die Englischen nicht ganz klar sind. 4 Punkte knapp.
Dem Film haftet dieser ultrarealistische Effekt an, der beispielsweise auch bei Interner Link"Soldat James Ryan" in einigen Szenen auftrat. Dies liegt nicht nur am verwackelten Einsatz einer Handkamera (genau kann ich dies nicht sagen, es sieht aber danach aus), sondern auch der tristen Farbgebung, die sich über grünlich bis gräuliche Töne hangelt, um möglichst karg und kalt zu wirken. Deutlich wird dies als Einsatz von Stilmitteln, wenn gleichzeitig dreckige Farbtöne mit schillernden Rottönen in einer Szene auftreten, beispielsweise beim Einsatz der Flammenwerfer. Es passt daher ebenso gut zum Film wie der sehr deutliche Kontrast. Auch die Schärfe wirkt ganzheitlich auf gutem Niveau, vieles ist trotz leichter Bewegungsunschärfen sehr plastisch und ein Bildrauschen existiert nur wenig, erscheint mir aber gerade bei dieser Thematik als sehr passend. Die Kompression zieht problemlos mit und arbeitet stets auf hohem Niveau.
Wow, im Hauptmenu steppt ja schon heftig der Bär, denn hier spielt sich eine heftige Angriffssequenz ab, die verfremdet wurde. So wird man natürlich gern beim Einlegen einer DVD empfangen. Unter den Extras findet sich eine Biografie zum Regisseur mit einigen interessanten Daten, leider ist das neben ein paar Trailern aber auch schon alles.


"The Lost Battalion" ist eine kleine Perle, die innerhalb ihrer 80 Minuten nie langweilig wird. Das TV-Budget ist nicht an der einwandfreien Inszenierung Mulcahys auszumachen, wohl aber an den größtenteils unbekannten Darstellern, die ihren Rollen nur selten ihren Stempel aufdrücken können. Über die Ausstattung gibt ebenfalls nichts Negatives zu berichten. In der kurzen Laufzeit beschränkt sich der Film zumeist auf die sehr grafischen, grausamen und blutigen Kämpfe, was, angesichts der ideenlosen, klischeehaften Figuren im Kommandobunker, wohl auch besser ist. Viel Neues gibt es im Westen nicht zu berichten, aber für spannende 80 Minuten Krieg reicht es allemal. Die DVD von e-m-s überrascht durch gute Bildqualität, nur die Abmischung des Tones erfüllt noch nicht ganz die Ansprüche an den Raumklang.


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+-----


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