Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1999
Originaltitel:End of Days
Alternativtitel:Fin des temps, La
Länge:117:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Hyams
Buch:Andrew W. Marlowe
Kamera:Peter Hyams
Musik:John Debney
SFX:K.N.B. Effects Group, Stan Winston Studio, Stirber Visual Effects Network, Hunter/Gratzner Industries u.a.
Darsteller:Arnold Schwarzenegger, Gabriel Byrne, Robin Tunney, Kevin Pollak, CCH Pounder, Derrick O'Connor, David Weisenberg, Rainer Judd, Miriam Margolyes, Udo Kier, Victor Varnado, Victor Varnado, Mark Margolis, Jack Shearer, Rod Steiger
Vertrieb:Buena Vista / Touchstone
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:11.07.2002 (Kauf)
Specials:
  • Spotlight on Location (25:14 Min.)
  • Special Effects:
    • The Train (6:14 Min.)
    • The Church (8:50 Min.)
    • Turning L.A. into N.Y. (2:35 Min.)
    • Shattering Albino (2:06 Min.)
    • Sex With Satan (4:25 Min.)
    • Human Worms (2:01 Min.)
    • Jericho's Possession (2:15 Min.)
    • Church Fire (3:34 Min.)
    • The Creature (3:02 Min.)
  • Soundtrack Presentation (9:29 Min.)
  • Theatrical Trailer (1:16 Min.)
28.12.1999 - nur noch drei Tage bis zur Jahrtausendwende. Diese letzten Tage sind der Anfang vom Ende der Welt. Oder doch nicht?
Jericho Cane (Arnold Schwarzenegger) ist ein heruntergekommener Ex-Cop, der sich mit Security Jobs über Wasser hält. Ein Mann, der seit dem Tod von Frau und Kind nichts mehr vom Leben erwartet. Durch Zufall rettet er der attraktiven Christine das Leben, die vor zwanzig Jahren aus einem Grund geboren wurde: um den Satan als Braut den Antichristen zu gebären. Es sind noch drei Tage bis zum Vollzug des Aktes. Und plötzlich befindet sich Cane in einem höllischen Kampf gegen die Zeit und gegen den Satan (Gabriel Byrne) selbst. Zerissen zwischen zynischer Selbstaufgabe und dem Glauben an das Gute, nimmt er den Kampf um das Wohl der Welt auf.
Arnold hat sie schon alle gehabt und bezwungen, selbst Aliens, Killerroboter und Terroristen. Nicht mal Batman konnte ihn umbringen. Ergo musste eine neue Herausforderung her: the Devil himself! Yeah, make it big!


Im Ernst: "End Of Days" sollte ein Neuanfang nach dem enttäuschenden Batman-Abenteuer und der schwierigen Herzoperation sein. Etwas ruhiger, atmosphärischer sollte es werden und schauspielerisch eine Herausforderung.
Nun, seien wir brutal ehrlich: Nichts davon ist es geworden. Nichts Richtiges jedenfalls.

Regieveteran Peter Hyams sollte retten, was zu retten ist, nachdem Markus Nispel aus der Produktion entfernt wurde, doch versuchte der gleich alle Seiten zu beliefern, die mit dem Film und dem Star ggf. etwas anfangen könnten. Das scheitert jedoch fatal.
Da sollten erstmal die Gruselfans, die auf kirchlichen Endzeithorror stehen, angekrochen kommen, in Reihe mit den Typen, die seit Interner Link"Sieben" jeden halbwegs schlecht ausgeleuchteten Thriller wegen akuter Düsternis anbeten.
Dann natürlich die Arnie-Fans, die wissen, dass Interner Link"Commando" zwar im Herzen ein Scheißfilm hat, ihn aber dank der Schmink- und Bewaffnungsszene zum Markenzeichen Schwarzeneggers machte. Interner Link"Terminator 2" heißt der Referenzpunkt.
Und dann war da der Star selbst, der ja mal einen gebrochenen Helden spielen wollte, der sich für die Menschheit selbst überwindet.


Nur leider funktionieren diese Elemente alle nicht miteinander. Schon die Verfolgungsjagd in den Straßenschluchten New Yorks ist so eindrucksvoll geraten, dass hier kein intim-atmosphärischer Thriller mehr bei rumkommen kann, sondern stargespicktes Effektkino. Die folgenden Ausflüge in Fincher-Territorium wirken da mehr bremsend, als Gänsehaut fördernd, denn ansonsten ist hier alles auf den großen Effekt ausgerichtet, nicht auf ein überraschendes Buch.


Wenn dann Schwarzenegger sich eine Knarre in den Mund schiebt, weil seine Familie vor langer Zeit Opfer eines Racheakts wurde, dann ist das zwar bemüht, aber noch nicht erfolgreich. Nicht rasiert zu sein, gibt einer Figur noch keine Tiefe und am lustigsten ist die Tatsache, dass ständig alle davon labern, dass Jericho Cane (was für ein Name, welch biblisches Ausmaß!) wieder mal getrunken habe, Schwarzenegger aber über die volle Lauflänge nicht für eine Sekunde mit einem Spritzer Alk in der Hand gesehen wird.
Auch die Nebenfiguren helfen da kaum weiter: Robin Tunney ist als zu rettende Satansbraut mehr als blass, Kevin Pollak muss einen halblustigen Sidekick mimen, was wir in so einem Film gar nicht brauchen können und Gabriel Byrne mag zwar ein sensibler Drama-Star mit Thrillerambitionen sein (siehe: "Die üblichen Verdächtigen"), satanisches Charisma hat er nicht für fünf Cent. Schon seine Einführung bleibt im Banalen stecken: Der Leibhaftige erwischt ihn auf dem Klo, besetzt ihn und schickt ihn dann raus, wo er einer rassigen Blondine erst mal die Möpse knetet. Dann marschiert er raus, ehe die Bude aus ungeklärten Gründen in die Luft fliegt. Gar nicht cool, Mann - Byrne kann so etwas nicht und er noch nicht mal was dafür, denn in den Verführungsszenen (Arnold, bleib standhaft!) hat er durchaus starke Szenen zu bieten.
Was darüber hinaus Rod Steiger bewogen hat, eine überflüssige Priesterrolle anzunehmen, kann er uns inzwischen nicht mehr flüstern.


Ebenso sagt uns unsere Filmkennerlogik: Arnold wird sich nie dem Teufel ergeben und es gibt da auch keinen fiesen Interner Link"Sieben"-Kniff, solange Ah-nold noch eine Knarre halten kann. Das nimmt dem Film viel von seinem Potential, denn bei Jericho vs. Satan kann der Teufel nur verlieren.
Und so isses dann auch: In einer in seiner Vorhersehbarkeit völlig lachhaften Szene marschiert unser Held eine Stunde vor Toreschluss in die heimische Waffenkammer und zitiert Interner Link"Commando" eigenhändig und ironiefrei. Dann ballert er eine U-Bahn und ähnliches zu Klump, obwohl wir wissen, dass es auf die letzte Sekunde ankommen wird. Fehlt nur noch der Heldentod um Mitternacht!


Bei einem derart düsteren Film ist es sicherlich nicht ganz einfach, die Optik der DVD auf Blockbuster-Niveau zu halten. Meistens greifen nämlich dunkle Szenen die Schärfe an, weil wegen des geringen Restlichts mit höherem Rauschen zu rechnen ist, was natürlich beseitigt werden muss. Nicht so bei "End Of Days", wo man beides gut, wenn auch nicht perfekt in den Griff bekommen hat. So sind die Aufnahmen im Dunklen immer bestens im Kontrast, also sehr gut erkennbar, wenn sie auch eine eigene Stilistik besitzen, die nicht vergleichbar ist mit neuerem Stoff, bei dem der Kontrast oft viel steiler gewählt wurde. Die Farben leiden nicht unter den Lichtverhältnissen und auch die Schärfe macht einen guten Eindruck. Arnies Stoppelbart zeigt die Möglichkeiten in der Detailschärfe, aber auch, dass man auf HD vermutlich noch ein wenig mehr erwarten darf. Denn eine sehr gute Abgrenzung der Konturen gelingt noch lange nicht und auch im Detail offenbaren sich manchmal noch Schwächen.


Beim Ton ist der Eindruck etwas besser, auch wenn hier nicht durchweg Material für pompöses Action-Feuerwerk aufgefahren wird. Aber allein die Dynamik macht deutlich, dass "End Of Days" prächtig von der großen Leinwand ins Heimkino gebracht wurde. Trotz dem eigentlich geringeren Anteil an prädestinierten Surround-Szenen erlaubt man sich eigentlich keine längeren Durststrecken für die hinteren Lautsprecher. Wenn es mal nicht kräftig kracht und bröselt, dann sind es herausgelöste Teile des Chorals oder geisterhafte Geräusche, die für Räumlichkeit sorgen. Ortbare Geräuscheinspielungen wie der Hubschrauber zu Beginn lassen klar heraushören, dass das hier ein Effektfilm ist, dem natürlich eine passende, klare deutsche Synchro geschenkt wurde. Auf den englischen Originalton muss man als Besitzer dieser DVD ebenso wenig wie auf Untertitel in beiden Sprachen verzichten.


Während die technische Verarbeitung der Scheibe in Ordnung geht, ist die Menugestaltung etwas schludrig, weil bereits die Menuführung nur sehr karg aus dem Englischen übersetzt wurde. Auch das Making Of besitzt keine Eindeutschung, was sich leider auch auf alle anderen Extras dieser DVD bezieht. Demnach dürfte das Bonusmaterial trotz seiner überzeugenden Inhalte und langen Laufzeit für viele völlig wegfallen. Im Making Of werden Interviews und Szenen vom Dreh gezeigt, es muss aber offensichtlich alles etwas schnell gehen während der Erklärungen. Mehr Zeit bleibt für die Effekte im separaten Bereich, in welchem einige Szenen ausführlich erläutert werden. Dabei kommen die Miniaturbauer, CGI-Künstler und sonstige Effektspezialisten zu Wort, während im Hintergrund die jeweiligen Tricks anschaulich gemacht werden. Unter der "Soundtrack Presentation" darf man sich eine kurze Werbung für den OST vorstellen, dem sich zwei Musikvideos anschließen. Nummer 1 bestreitet Everlast irgendwo in einer dreckigen Straße, die sich als Set von "End Of Days" mit einigen der Darsteller herausstellt. Dem folgt Rob Zombie, der sich mit dezenten Elektroklängen und ausgleichend bratendenden Gitarren abermals in einem trashigen Horrorvideo beweisen darf.


Unterm Strich bleibt: Die Mischung stimmt einfach nicht. Da kann Hyams noch so solide Actionszenen runterreißen, es fehlt der magische Funke. Arnold kann so rau aussehen, wie er will und sogar weinen, wir wissen doch, dass er am Ende auf heimisches Terrain zurückkehren wird. Und auch wenn uns der Film am Ende Satan in monströser Personalunion präsentiert, reißt uns das nicht mehr weg.
Wenn es um düstere Endzeit geht, ist eben das grusliger, was man nicht so deutlich sieht. Und das das Mädchen am Ende gerettet wurde, dürfte wohl so ziemlich jedem Zuschauer herzlich scheißegal sein. "End Of Days" ist leider weder Fisch noch Fleisch, kein echter Schwarzenegger und auch kein echter Horror-Thriller, sondern eine unausgewogene Melange.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++/-
Bonus+/----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.