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USA 1996
Originaltitel:Rock, The
Alternativtitel:Rock, The - Fels der Entscheidung
Länge:130:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Michael Bay
Buch:David Weisberg, Douglas S. Cook, Mark Rosner
Kamera:John Schwartzman
Musik:Nick Glennie-Smith, Hans Zimmer
SFX:Alterian Studios, Dream Quest
Darsteller:Sean Connery, Nicolas Cage, Ed Harris, Michael Biehn, John Spencer, David Morse, William Forsythe, Tony Todd, Vanessa Marcil, John C. McGinley
Vertrieb:Buena Vista
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Ru), Dolby Digital 5.1 (Deu, Eng, Spa)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Isländisch, Portugiesisch, Hebräisch, Estländisch
Specials:
  • 8seitiges Booklet
Film-DVD:
  • Trailer (3:06 Min.)
  • Trailer zu Pearl Harbour (2:31 Min.)
  • Making Of (5:03 Min.)
  • Tour The Rock Trivia Track
Bonus-DVD:
  • Hinter den Kulissen:
    • Interview mit Navy Seals (5:55 Min.)
    • Schießtraining (8:18 Min.)
    • Entstehung der Action-Effekte (7:55 Min.)
    • Spezialeffekte: Die Tauchszene (7:50 Min.)
  • Publicity & Promotion:
    • Kintotrailer (3:11 Min.)
    • TV-Spots (2:39 Min.)
    • The Rock-Weltpremiere auf Alcatraz (1:54 Min.)
  • Bildergalerie:
    • Storyboards: Invasion auf Alcatraz (41 Bilder)
    • Storyboards: In der Leichenhalle (28 Bilder)
    • Zeichnungen der Filmausstattung (26 Bilder)
    • Produktionsaufnahmen (119 Bilder)
  • Pannen während des Drehs (8:52 Min.)
  • Die Geheimnisse von Alcatraz (14:39 Min.)
  • Interview mit Jerry Bruckheimer (16:07 Min.)
Brigadegeneral Hummel und eine Truppe Söldner, ehemaliger Eltitesoldaten, bringen mehrere Raketen mit chemischen VX-Reizgas in ihre Gewalt und verschanzen sich mit damit auf Alcatraz. Innerhalb von 48 Stunden soll die Regierung ihm 100 Millionen Dollar aushändigen, ansonsten wird er die Raketen mit verheerender Wirkung auf die Bucht von San Francisco abfeuern. Eine Truppe von Navy Seals wird losgeschickt, unter ihnen der Kampf unerfahrene Bomben- und Chemieexperte Goodspeed und der mysteriöse Mason, der einzige Häftling der ehemaligen Gefängnisinsel, der jemals erfolgreich ausgebrochen war. Ihre Ankunft wird schon erwartet und es ist mit heftigem Widerstand zu rechnen ...
Intelligente Actionunterhaltung ist selten und gerade deswegen ist "The Rock" so wertvoll. Stramm inszenierte Action wechselt sich hier ab mit rasantem, pulstreibendem (aber nicht außer Kontrolle geratenen) Schnitt und interessanten Charakteren samt flüssig erzählter Geschichte, die ganz in Tradition zwar nicht immer die Logik hochhält, aber nie so abstrus gerät, dass man verärgert abwinken möchte. Dabei setzt Michael Bay in seinem Big Budget-Debut nicht auf einen, sondern auf mehrere Handlungsstränge, die das Interesse an der Handlung potenzieren, anstatt es zu halbieren.

Für die Exposition nimmt sich der Film extrem viel Zeit dabei, wenn die das Giftgas erst von desertierenden Truppe General Hummels gestohlen wird, um dann auf Alcatraz Geiseln zu nehmen und ein Lösegeld für Kriegsopfer zu erpressen, die das Militär vergessen hat. Allein diese Doppelbödigkeit ist eine erfreuliche Erweiterung zum Gut/Böse-Schema, dem das Genre so verhaftet ist. Hummels Motive sind durchaus ehrenhaft, doch seine Mittel trotz alledem falsch. Dies macht ihn zum tragischen Bösen wenn man ihn überhaupt so nennen will), der am Ende gewollt scheitert. Auf der Gegenseite präsentiert sich uns Nicholas Cage als Sprengstoffspezi endlich mal in einer ihm passenden Rolle, zwar schablonenhaft, aber nicht fehlbesetzt, wenn er ohne es zu wollen oder zu können, in die Angreiferrolle gesteckt wird. Wir sind schon recht weit im Film, wenn uns endlich Connery präsentiert wird, der als Abbe-Faria-Verschnitt aus der Vergessenheit seiner Zelle geholt wird, weil nur er einen Geheimweg nach Alcatraz kennt. Natürlich ist das weit hergeholt, doch allein Connerys unheimliche Präsenz (sei es nun mit langen oder kurzen Haaren) macht die Unlogik wieder wett, ein Vorteil, den Interner Link"Con Air" zum Beispiel nicht in einem Charakter vorweisen kann. Zusätzliche Komplikationen entstehen durch die Tatsache, dass er revolutionäre Dokumente versteckt hat (hallo, Schlussgag!), eine nur einmal gesehene Tochter besitzt und gleich einen Ausbruchsversuch unternimmt, der sich gewaschen hat. Das führt zum ersten richtig großen, wenn auch leicht aufgeblasenen Action-Piece, der auf wunderbare Weise niemanden zu Schaden kommen lässt.

Die zweite Hälfte ist dem Rettungskommando-Unternehmen gewidmet, dem sich Connery und Cage zwangsläufig anschließen müssen und von dem außer den beiden natürlich genregemäß niemand überlebt. Leider ist gerade dieser Handlungskniff eine der schwächsten Sequenzen, wenn der Gruppenführer (ein aggressiver Michael Biehn) schon überwältigt und ohne Deckung für sich und seine Männer nicht die Waffen strecken will. Der Rest vom Fest ist pfundiger Einzelkampf, allerdings immer charakter- und altersgemäß (Connery joggt halt nicht mehr so schnell). Da aber eine komplette Rettung außer Frage steht, muss sich die Terror/Söldnergruppe noch in sich zerstreiten, um schließlich den großen Showdown einzuleiten. Dass Ed Harris Hummel (eine nuancierte Darstellung) kein echter Killer ist, konnte man sich eigentlich denken, doch die Szenen rund um den Abschuss der ersten Rakete sind trotzdem adrenalinfördernd, ebenso wie das finale Shootout zwischen den Soldaten. Dass es auch zwischendurch noch Härte setzt, beweisen kleine Einzelgefechte, in denen Connery Genicke bricht und Messer in Kehlen schleudert, wahrlich von angebrachter Härte. Der finale Kampf von Cage mitten im bereits laufenden Flugzeugangriff sorgt für das nötige Herzschlagfinale, auch wenn nicht ganz klar wird, warum er beim Abschuss nicht pulverisiert wird.
Seinen Reiz bezieht der Film durch seine vielen Ebenen, denn auch das Militär und die Regierung verfolgt den eigenen Plan, ebenso wie Connery und Cage private Interessen haben. Alcatraz gestaltet sich zu einem rasant interessanten Spielort, komplett mit düster-nassen Tunneln und sogar einer Indiana-Jones-ähnlichen Lorenfahrt. Immer wieder!

Es war nicht anders zu erwarten, dass diese Majorproduktion ein sehr gutes Bild mitbringt, mit kräftigen Farben (auch wenn hier ein paar Beispiele zu nennen sind, in denen die Szenerie blass erscheint), einem makellosen Kontrast (auch hier mit geringsten Einwänden) und im Grunde keinerlei auffälligen Defekten - diese huschen nur selten über den Schirm. Zwei Dinge sind aber auffällig, wegen denen ich keine Höchstpunktzahl vergebe: Am Auffälligsten ist die wechselhafte Schärfe zu Beginn des Streifens und während schneller Bewegungen. Zwar sind Nahaufnahmen stets äußerst detailliert und erfrischend plastisch gestaltet, in dunklen Abschnitten wie beispielsweise der Einsatzbesprechungen im Büro wird das Bild ein wenig matschiger und erfüllt nicht mehr den sonst sehr guten Anspruch des Bildes. Artefakte sieht man nur recht selten in einigen Szenen und auffällig ist, dass es fast gar kein Bildrauschen gibt, als hätte man auf verlustfreiem Material gefilmt.
Beim Ton sieht es nicht schlechter aus, aber wenn ich eins gottverf**kt nochmal bei einer DVD hasse, dann sind das nicht umschaltbare Tonspuren während des Films. Eigentlich eine ganz einfache Sache, warum konnte Buena Vista das nicht realisieren? So fällt der direkte Vergleich recht schwer und wer mal schnell in die anderen Tonspuren reinhören möchte, muss dafür jedes Mal ins Hauptmenu zurückspringen. Bei der Qualität gibt es eigentlich nichts zu meckern und es fällt mir leicht, der Action geladenen Soundkulisse mit vielen Surroundeffekten die Bewertung "sehr gut" zu vergeben. Verglichen mit neueren DVDs dieser Mitte 2002 erschienenen DVD gibt's es natürlich noch weitaus kräftiger agierende Soundkulissen, die vor allem auch im Bass ein wenig mehr Druck vermitteln (so rabiat wie im Menu geht es im Film leider nicht zu). Was soll's, die Dialoge sind ebenso gut eingebunden in das Geschehen, wie die Dynamik ein breites Spektrum von leisesten Tönen bis zum krachenden Effekt vertritt. Dabei wird alles glasklar rübergebracht und im hinteren Bereich tummelt sich zwischen dem satten Score auch mal ein bidirektionaler Effekt, wenn auch zu selten. Die englische Fassung bietet alle eben genannten Vorteile im gleichen Maße, ein spanischer und ein russischer Track sind ebenso enthalten, für das deutschsprachige Publikum wohl aber von wenig Interesse.
Mit der dritten Auflage (+ geschnitte 16er Auflage) erreicht uns endlich eine dem Namen Deluxe Edition würdige Fassung des Films als Doppel-DVD mit jeder Menge Extras. Die erste DVD enthält eigentlich nicht sehr viel brauchbares Material. Neben 2 Trailern (einer zum Hauptfilm) und dem Making Of, einem 5minütigen Trailer mit Oneliner-Kommentaren der Crew, welches man sich gern schenken kann, findet sich der "Tour The Rock" Trivia Track, der interessante Informationen zu Details im Film bietet. Leider entstehen oft zu große Pausen zwischen den Texteinblendungen. Die Bonus-DVD wurde von der Criterion Collection übernommen und beinhaltet da schon wesentlich mehr Extras. Das Interview mit 2 Navy Seals zeigt ein Waffentraining und erklärt, wie die Szene in der Dusche im richtigen Kampfeinsatz hätten laufen müssen. Im Schießtraining zeigen zwei Waffentrainer detailliert das oft im Film auftretende falsche Waffenhandling der Darsteller. Ebenso interessant sind die zwei folgendes Specials über die Erarbeitung der Spezialeffekte und die Actionsequenzen. Mehr davon! Unter "Publicity & Promotion" findet man mit Trailer und TV-Spots den üblichen Werbekram und auch das Feature zur Premierenfeier ist mit 2 Minuten viel zu kurz geraten. Die nun folgenden Bildergalerien sind sehr umfangreich und vor allem die gezeichneten Setdesigns werden den Comicfan erfreuen. Die Pannen zeigen vor allem Ed Harris, der nach einigen Versprechungen so richtig ausrastet und die Einrichtung demoliert - genial und unterhaltsam. Ebenso gelungen sind die jeweils viertelstündigen Einblicke zur Geschichte von Alcatraz und in die Karriere von Jerry Bruckheimer, der seine Projekte in einem Interview vorstellt, welches nicht einmal durch lästige Filmschnipsel unterbrochen wird. Insgesamt eine ordentliche Bonusausstattung (alle Videos in Englisch mit dt. Untertiteln), abgerundet durch ein 8seitiges Booklet mit kurzen Informationen zur Produktion und den 3 Hauptdarstellern.

Im Anschluss an "The Rock" verlor Bay den Gehalt eines Films aus den Augen und präsentierte inhaltlich leeres, komplett retortenhaft gezogenes Augenkino in Interner Link"Armageddon". Hier jedoch findet er genau die richtige Mischung, um jegliches Kopfschütteln über etwaige Lächerlichkeiten durch die innere Spannung der Story zu überdecken und Interesse für die überraschend gut geschriebenen Charaktere zu erwecken. Die 3. Auflage ist auch endlich mal mit einem ordentlichen Bonusmaterial ausgestattet und kann somit uneingeschränkt empfohlen werden, auch wenn die erste DVD identisch mit der vorherigen Auflage ist.


Film++++++
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++++--


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