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UK 2006
Originaltitel:Alien Autopsy
Länge:91:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Jonny Campbell
Buch:William Davies
Kamera:Simon Chaudoir
Musik:Murray Gold
SFX:John Humphries
Darsteller:Declan Donnelly, Ant McPartlin, Bill Pullman, Harry Dean Stanton, Omid Djalili, Götz Otto, Jimmy Carr, Mike Blakeley, Matthew Blakeley, John Shrapnel, David Threlfall, Morwenna Banks, John Cater, Nichole Hiltz, Madeleine Moffat, Lee Oakes
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Spanisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch, Bulgarisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:16.03.2007 (Verleih) / 16.03.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Jonny Campbell zum Hauptfilm und zu den nicht verwendeten Szenen
  • Nicht verwendete Szenen (23:43 Min.)
  • Verpatzte Szenen (2:30 Min.)
  • Alternative Einleitung (0:47 Min.)
  • Das Making Of von Ant & Decs "Alien Autopsy" (30:56 Min.)
1995 gingen Bilder um die Welt, die als Beweis für Besuch aus dem All galt. Der grobkörnige Film zeigte die Obduktion eines Aliens, das mit seinem UFO abstürzt sei - angeblich. Denn auch wenn führende Wissenschaftler und Ufologen auf der ganzen Welt an die Echtheit des Materials glaubten, wissen wir heute: Alles Schwindel! Der Film war eine Fälschung! "Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden" erzählt zum aller ersten Mal die wahre Geschichte über den Film, dessen Bilder der Welt den Atem raubten
Ein langer steriler Tisch. Mehrere Männer in weißen Anzügen sind zu sehen. Sie hantieren mit Skalpell, Knochensäge und anderen wahrscheinlich authentischen Utensilien. Inmitten dieser Szenerie liegt ein undefinierbarer, vermutlich toter Körper, der in langen Einstellungen seziert wird. Dieses grobkörnige Schwarzweiß-Video sorgte 1995 für einen weltweiten Medienrummel, es soll die wahre Autopsie eines außerirdischen Wesens abbilden, als ein Originaldokument aus dem berühmt-berüchtigten Juni des Jahres 1947 in Roswell, New Mexico. Experten hielten es für einen Schwindel, doch die breite Öffentlichkeit war fasziniert vom mysteriösen Phänomen: Das Video wurde in 32 Länder verkauft.



Aber wer steckte hinter den Aufnahmen, wer brachte sie ans Tageslicht, wenn sie der Wahrheit entsprächen, oder wer inszenierte sie, wenn dies nicht der Fall sei? Darüber schwieg man sich so lange aus, bis ein jeder die Existenz des Films schon wieder verdrängt hatte - nach 10 Jahren kommt mit der autobiographischen Komödie "Alien Autopsy" die Wahrheit ans Licht. Und ja, das Video ist ein Schwindel! Dahinter steckten die beiden Freunde Ray Santilli und Gary Shoefield, die - um der Geschichte zumindest ein wenig restliche Mystik zu bewahren - aus der Not eine Tugend machen und die ursprünglichen Aufnahmen, die sie von einem alten Mann in Ohio gegen 30 000 US-Dollar bekamen, nachdrehen mussten. Denn in genau der Zeit, in der sich die beiden Briten auf die Suche nach Kreditgebern machten, wurde das Material unbrauchbar. Das Video sei somit zwar gefälscht, basiere aber eben auf tatsächlichen Aufnahmen, die nicht mehr rekonstruiert werden könnten.



Die Veröffentlichung dieses Kinofilms, der alle Geheimnisse lüften soll, geht einher mit diversen in Großbritannien ausgestrahlten Dokumentationen, ist also durchaus ein berechnendes Marketingunterfangen. Anstatt ihre "wahre" Geschichte jedoch bierernst zu erzählen, produzierten Santilli und Shoefield eine irrwitzige und hinreißend charmante Anarchokomödie, die an genau jenen Stellen augenzwinkernd Umschweife macht, die die eigentlich zur Enthüllung notwendigen Fragen aufwerfen. Das Duo wird von den englischen Komikern und einstigen Popsängern Declan Donnelly und Ant McPartlin (einigen vielleicht noch als PJ & Duncan bekannt) verkörpert, die dem Stoff eine herrlich ironische Leichtigkeit verleihen. Natürlich nimmt sich "Alien Autopsy" alles andere als ernst, er versucht weniger hinter eine inszenierte Massenmanipulation zu blicken, als vielmehr erneuten Schwindel zu verbreiten - die Umstände, die zur Inszenierung des Videos im heimischen Wohnzimmer führen, sind womöglich alle frei erfunden oder hoffnungslos überzogen - und diesen im selben Moment als reine, also durch und durch unwahre Unterhaltung selbst entlarvt.



Dabei ist der Film nicht weniger als eine ungemein rasant inszenierte Buddykomödie, der im weiteren Verlauf spielend leicht auch der Absprung zur Mediensatire gelingt. Mit vielen skurrilen, vermeintlich wahren Ideen werden pausenlos schwarzhumorige, überaus britische Gags abgefeuert, bei denen einige besonders auf das Konto von Götz Otto als schmierig-schwulen Geldgeber gehen. In der Rahmenhandlung, bei der die beiden Glückspilze (immerhin verdienen sie sich mit dem Verkauf der Rechte eine goldene Nase) einem abgehalfterten Dokumentarfilmer ihre Erlebnisse 10 Jahre später, also in der Gegenwart, berichten - und die sich so womöglich in den Büroräumen irgendeines britischen Studios auch tatsächlich zugetragen haben dürfte - kann ein unrasierter Bill Pullman ebenfalls für einige Schmunzler sorgen. Abgerundet wird "Alien Autopsy" mit liebevoll schrulligen Nebenfiguren und einem fetzigen Soundtrack diverser Chartverbrechen der mittleren 90er-Jahre. Hierzulande wird sich kaum jemand für den kleinen Ausflug in die wunderbare Welt des Unsinns interessieren, deshalb gilt es umso mehr, sich diesen Geheimtipp dringend zu Gemüte zu führen!



Und damit man nicht nur mit dem Film sondern auch mit der DVD zufrieden sein kann, wurde von Warner eine gute DVD-Umsetzung erstellt.
Der Bonusbereich wartet mit einigen nicht verwendeten Szenen auf, wo u.a. ein ganzer Handlungstrang zu sehen ist, in dem zwei betrogene Kunden Santilli wegen Bootlegs an den Kragen wollen und ihn auch derbe vermöbeln. Die verpatzten Szenen sind etwas zu kurz geraten und zeigen wieder deutlich, wie man seine Rolle nicht zu spielen hat. Bei der alternativen Einleitung bekommt man nur einen anderen Anfang bzw. Schriftzug zu sehen, so dass dies eher uninteressant ist. Wirklich interessant hingegen sind der Audiokommentar des Regisseurs und das Making Of, durch das die beiden Hauptdarsteller führen.


Von der technischen Seite gesehen wird eine gute Bildqualität geboten, die aber durch den Einsatz von verschiedenen Stilmitteln ein wechselhaftes Erscheinungsbild aufweist. Dies liegt daran, dass man dokumentarisches Flair erschaffen möchte. Die Farben wirken äußerst natürlich und auch am Kontrast gibt es nichts zu beanstanden. Auffallend sind ein leichtes Hintergrundflimmern und ein kleines Problem mit der Schärfe. Dies kann aber auch mit dem besagten Stilmittel zusammenhängen. Ansonsten ist das Bild frei von Defekten oder Verschmutzungen.
Tonal spielt sich, wie bei dem Genre üblich, der Großteil im vorderen Bereich ab. Ein Gefühl von Räumlichkeit wird nur durch den Einsatz des Soundtracks gegeben. Zwar gibt es noch kleinere direktionale Effekte, doch kommen diese nicht sonderlich oft zum Einsatz. Auch der Subwoofer verhält sich eher ruhig. Die Verständlichkeit ist durchweg als gut zu betiteln und frei von Rauschen.

So darf man beruhigt die DVD in den Einkaufswagen legen und sich über eine gelungene Veröffentlichung freuen, die einen echten filmischen Geheimtipp darstellt.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++---


Druckbare Version
News"Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden" ab März von Warner
IMDb.com OFDb.de



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