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USA 2005
Originaltitel:Man About Town
Länge:94:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Mike Binder
Buch:Mike Binder
Kamera:Russ T. Alsobrook
Musik:Larry Groupé
SFX:Bill Mills
Darsteller:Ben Affleck, Ling Bai, Anysha Berthot, Mike Binder, Michael Calder, Erica Cerra, John Cleese, Aaron Douglas, Claude Duhamel, Spencer Forbes, Gina Gershon, Adam Goldberg, Jay Hackleman, Howard Hesseman, Gina Holden, Vicky Lambert, Dustin Milligan, Stephen Milton, Kathleen Mullan, Jerry O'Connell, Kal Penn, Benjamin Ratner, Rebecca Romijn, Sam Seder, Laura Soltis, Amber Valletta, Damien Wayans
Vertrieb:Highlight / Constantin Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Keep Case
DVD-Start:22.06.2006 (Verleih) / 13.07.2006 (Kauf)
Specials:
  • 4seitiges Booklet
  • Interviews:
    • Ben Affleck (5:18 Min.)
    • Rebecca Romijn (1:42 Min.)
    • John Cleese (2:01 Min.)
    • Gina Gershon (1:53 Min.)
  • Blick hinter die Kulissen (4:09 Min.)
  • Darsteller-Infos
  • Trailershow:
    • Handbuch der Liebe (1:47 Min.)
    • Enduring Love (2:29 Min.)
    • Man about Town (2:28 Min.)
    • Basic Instinct 2 (2:14 Min.)
    • Bounce (1:55 Min.)
    • Domiono (2:13 Min.)
Hollywoods Talent-Scout Jack Giamoro scheint alles zu besitzen: eine erfolgreiche Karriere, jede Menge Geld und eine wunderschöne Frau an seiner Seite. Doch als er herausfindet, dass diese ihn mit seinem besten Kunden betrügt, fällt das schöne Kartenhaus in sich zusammen. Zu allem Übel wird auch noch Jacks Notizbuch von einem Journalisten gestohlen, der ihn damit beruflich ruinieren könnte.
"Welcome to the deep end of a very shallow town."

Ben Affleck gilt bei vielen Fans und Kritikern nicht unbedingt als Sympathieträger und selbst ich muss mir eingestehen, den Sunnyboy nicht unbedingt gemocht zu haben. Warum, das weiß ich selbst nicht mehr, denn obgleich viele der Meinung sind, dass Affleck nicht schauspielern kann, sehe ich ihn mittlerweile als sehr wandlungsfähigen und talentierten Künstler an, der sein Handwerk versteht und mit seinen Rollen gewachsen ist. Und gerade bei Affleck, der mit Filmen wie Interner Link"Armageddon" und später auch "Pearl Harbor" zwar Hollywood erobern konnte, nicht aber die Herzen der Fans (die weiblichen nicht mitgezählt), zeigte in Interner Link"Dogma", "Spurwechsel" oder aber Interner Link"Daredevil", dass mehr in ihm steckt, als ein Darsteller, der auf Kommando Frauenherzen zum Schmelzen bringen kann. Er ließ sich nicht auf einen Charakter festfahren und spielte in mal weniger erfolgreichen Big Budget-Produktionen mit, bereicherte dafür aber viele kleinere Produktionen mit seiner Anwesenheit und seinem Hang zu Selbstironie ("Jay & Silent Boy Strike Back").



In dem vorliegenden, mir sehr ans Herz gewachsenen "Man about Town" spielt Affleck den emotional total verkorksten Agenturchef Jack Giamoro, dessen Leben aus den Bahnen gerät als er anfängt an einem Abendkurs teilzunehmen, um das Tagebuch Schreiben zu erlernen. Jack sieht es als eine Art der Selbsttherapie, um mit seinem Leben klar zu kommen. Er ist auf dem Selbstfindungstrip, wird von seiner Frau (Rebecca Romijn, Interner Link"X-Men: Der letzte Wiederstand") mit seinem besten Freund und Klienten (Adam Goldberg, Interner Link"Stay alive") betrogen und sein seniler Vater (wundervoll Howard Hesseman, "About Schmidt") lebt in seiner eigenen Welt und macht lieber das Aquarium unsicher als sich um die Probleme seines Sohnes zu kümmern. Zu allem Verdruss wird Jack eines Tages auch noch in seiner Wohnung überfallen, blutig zusammengeschlagen und ihm wird das Tagebuch geklaut. Dieses Tagebuch weiß einfach alles, es beinhaltet Jacks gesamte Wahrheit, sowie Dinge die seine Karriere mehr als nur gefährden können. In den Händen der schönen wie gefährlichen Drehbuchautorin Barbi Ling (heiß: Bai Ling "Taxi 3", Interner Link"Dumplings"), welche von Jack und seiner Agentur mehr als einmal abgelehnt wurde, bleibt ihm nichts anders übrig, als klein beizugeben. Doch gerade als er und seine Partner mit Barbi Ling einen Vertrag unterzeichnen will, springt Jack über seinen Schatten und setzt alles auf eine Karte. Er kehrt sein Inneres nach Außen und zeigt allen, dass es auch anders geht, egal wie viel verlieren könnte ...



Ursprünglich sollte Steven Spielberg die Regie in "Man about Town" übernehmen, entschied sich aber doch wohl lieber für eine große Hollywood-Produktion namens Interner Link"Krieg der Welten" und so nahm Drehbuchautor und Nebendarsteller Mike Binder ("Minority Report") auf dem Regiestuhl platz und schuf einen kleinen Geheimtipp, einen Film, der gekonnt komödiantische Elemente mit Drama verbindet und bei welchem man nie genau weiß, ob man nun lachen oder lieber weinen soll.
Affleck spielt seine Rolle mehr als nur überzeugend, zeigt Mut zur Hässlichkeit, als ihm alle Zähne ausgeschlagen werden und er mit einem übergroßen Gebiss durch den Film laufen muss und auch sonst scheint er in seine Rolle aufzugehen. Zudem offenbart der Film ungewöhnlich viele satirische Seitenhiebe auf die typischen Beziehungskisten, Dramen aller Art und vor allem der Hollywood-Maschinerie. Doch "Man about Town" bleibt stets ernst genug, um sein Publikum doch noch eine Botschaft mit auf den Weg zu geben, eine Botschaft welche weder aufgesetzt noch irgendwie aufdringlich perfekt in den Kontext einer Tragikkomödie passt.
Der Selbstfindungstrip, den Jack durchlebt, ist nachvollziehbar und man verzichtet nahezu auf die typischen Hollywoodklischees, oder man zieht sie dezent durch den Kakao. Vertrauen, Liebe und Freundschaft sind die wichtigsten Dinge im Leben, doch für Jack gab es aufgrund seiner schweren Kindheit nur Härte und Verbissenheit - Eigenschaften welche einen Menschen zwar erfolgreich werden lassen können, doch ihn gleichfalls zu einem menschlichen Wrack mutieren lassen können, einer tickenden Zeitbombe, welche nur darauf wartet zu explodieren.



"Man about Town" gehört zu den großen unter den kleinen Filmen und wartet zudem mit einer Vielzahl bekannter Gesichter auf, welche allesamt sehr sympathisch in die Geschichte eingebettet wurden. So auch John Cleese (Interner Link"Ein Fisch namens Wanda"), der als schrulliger Hochschullehrer und Rechtschreibfanatiker Dr. Primkin Jack in seinem Kurs das Tagebuch Schreiben beibringen will und in seinen über den gesamten Film verteilten kurzen Auftritten der restlichen Truppe fast die Show stielt.

Teilweise wunderbar skurril, äußerst emotional und dann wieder ernst und traurig. Ein wahrer Geheimtipp des vergangenen Kinojahres, der leider bei weiten nicht so erfolgreich war wie erwartet. Vielleicht liegt das auch am depressiven Unterton und der Tatsache, dass man nach dem Genuss des Filmes über gewisse Dinge nachzudenken beginnt, über die das verwöhnte Publikum im Grunde gar nicht nachdenken möchte. Aber wie man auch zu Botschaften im Film stehen mag, schlussendlich legt uns hier ein Film vor, der einfach Spaß macht, viele humoristische Momente beinhaltet, ohne dabei an Qualität zu verlieren.

"Sometime, love can shake your world"

Für den anamorphen Widescreen-Transfer der DVD-Edition setzte Highlight Film wieder ihr bewährtes HD²-Verfahren ein, kann aber nicht ein so brillantes Bild abliefern wie es in einigen älteren Titeln der Fall war. Dabei macht der Transfer insgesamt einen guten Eindruck: Die Farben sind stets satt und kräftig und der Kontrast wirkt ebenfalls sehr ausgewogen, wartet mit einem satten Schwarzwert auf, verschluckt kaum Details und nur selten erscheinen helle Flächen etwas zu steil, was aber als Stilmittel gesehen werden kann. Die Schärfe ist auch überwiegend gut, wirkt überaus plastisch und wartet mit einer guten bis sehr guten Tiefenschärfe auf. Leider ist der Detailbereich nicht ganz so gut und vor allem in den Totalen sowie den Halbtotalen erscheint alles recht weichgezeichnet, wobei Nahaufnahmen mit leichten Rauschmustern zu kämpfen haben. Die Kompressionen arbeiten ebenfalls sehr sauber, wobei hin und wieder leichtes Blockrauschen im Hintergrund zu finden ist. Dafür finden wir keine Defekte oder Verschmutzungen.
Kommen wir nun zu der Klangkulisse, bei der sich alle drei Tonspuren kaum voneinander unterscheiden. Auf einen brachialen Soundmix müssen wir Genre bedingt schon verzichteten. Was ich aber nicht erwartet hätte, dass die Tracks allesamt viel zu leise abgemischt wurden, so dass man deutlich nachregeln muss. Räumlichkeit wird hierbei meist nur durch Umgebungsgeräusche und den Score erzeugt, ansonsten bleiben die Effektlautsprecher die meiste Zeit stumm. Dafür bekommen wir aber eine gute und klare Sprachverständlichkeit geboten und Subwoofer darf ebenfall noch einige Male zum Einsatz kommen, was meist bei der Musik oder aber zu Unterstützung der allgemeinen Geräuschkulisse der Fall ist. Der DTS-Track klingt nur minimal lauter und auch der englische Track unterscheidet sich, wie oben bereits erwähnt, nicht sonderlich von der deutschen Fassung. Deutsche Untertitel muss Highlight Film wohl vergessen haben.
Die Extras sind leider nicht gerade sehr umfangreich ausgefallen und auch das DVD-Menü ist recht langweilig gestaltet. Neben der obligatorischen Trailershow, gibt es noch vier kurze Interviews mit Cast & Crew, sowie einen vierminütigen Blick hinter die Kulissen anhand von B-Roll-Material. Weiter geht es mit Darstellerinfos, oder besser Biografien, welche wir aber ebenfalls im 4seitigen Booklet finden. Zum Schluss gibt es dann noch den besonderen Filmtipp. Den Original-Trailer zum Film finden wir im Übrigen in der Trailershow.



Herzhaft bissige Tragikkomödie in Top-Besetzung und mit einem hervorragend agierenden Ben Affleck als ausgebrannten Business Man. Ein kleiner Geheimtipp meinerseits, auch wenn die DVD-Umsetzung ein paar kleine Mängel vorzuweisen hat.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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