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FR 1988
Originaltitel:Fréquence meurtre
Alternativtitel:Listening in the Dark
Länge:94:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Elisabeth Rappeneau
Buch:Jacques Audiard, Stuart Kaminsky, Élisabeth Rappeneau
Kamera:William Lubtchansky
Musik:Philippe B. Gall
Darsteller:Catherine Deneuve, André Dussollier, Martin Lamotte, Etienne Chicot, Ines Claye, Philippe Lehembre, Madeleine Marie
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.55:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Specials:
  • Bildergalerie (70 Stück)
  • Filmografie (6 Seiten)
  • Biografie (4 Seiten)
  • Trailer (3:35 Min.)
Die überaus erfolgreiche Radioseelsorgerin Jeanne Quester steigt gerade beruflich durch Verhandlungen mit einem TV-Sender für ihr eigenes Format auf. Privat trägt sie aber selbst seit Jahren ein psychisches Problem mit sich herum, welches aus einem traumatischen Kindheitserlebnis resultiert, bei dem ihre Eltern brutal durch einen Fremden mit einer Axt umgebracht wurden. Gerade eben erst ist der Täter aus dem Gefängnis frei gelassen worden und prompt meldet sich ein anonymer Anrufer in Jeannes Sendung, der sie bedroht und terrorisiert. Daraufhin wendet sie sich an ihren Bruder, den Chef der Kriminalpolizei, aber auch diese kann ihr bei der Suche nach dem Psychopathen nicht wirklich helfen.
Ich bin mir nicht sicher, an welchen Giallo speziell mich der Inhalt erinnert, die kindlich verzerrte Stimme des Anrufers assoziiere ich aber sofort mit dem reimenden Zwergenmörder aus Interner Link"Sleepless". "Frequenz Mord" geht aber nie soweit, dass er ausgedehnte Mordszenen oder Gewalttaten an Frauen zur Schau stellt, höchstens ein paar Szenen unterstreichen, dass die Bedrohungen nicht nur schauriges Spiel, sondern blutiger Ernst sind, wobei man aber ausdrücklich sagen muss, dass alles Gezeigte problemlos mit der Freigabe ab 16 Jahren vereinbar ist. Warum auch sollte sich ein französischer Film mit renommierter Besetzung und einer Literaturvorlage ("When the dark man calls" von Stuart Kaminsky) reißerisch geben?

Das Hauptaugenmerk liegt in der psychologischen Komponente, welche bis zu einem bestimmten Punkt sehr gut funktioniert. So droht Catherine Deneuve trotz vorerst äußerlich unantastbarer Hülle sichtlich am Druck zu zerbrechen und spielt das Opfer im Terrorspielchen glaubwürdig. Ihre Tochter ist ebenso in Gefahr wie sie, ihre Beziehung tritt auf der Stelle und in der Auflösung der Identität des Verrückten ist sie ebenso auf sich allein gestellt. Gefahren lauern des Nachts überall auf sie und die meisten dieser Nebenplots sind rote Heringe, auf denen der geschulte Zuschauer mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausrutschen wird und sich mitunter etwas gelangweilt fühlen könnte. Dass der ursprüngliche Täter Faber, der frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde, ein zu offensichtliches Motiv zugespielt bekommt, schadet dem Spannungsaufbau ab der Filmmitte beträchtlich. So tritt "Frequenz Mord" gegen Ende hin auf der Stelle und wird wenig vorangebracht durch neue Ereignisse oder weitere Vertiefung der Charaktere. Das soll nicht heißen, dass die Figuren bis dahin vernachlässigt werden - keinesfalls sogar, denn ein großer Anteil dreht sich nur um die persönlichen Probleme von Jeanne und um die ihrer Mitmenschen, macht das Geschehen realer und tiefgründiger und unterstützt die depressive Stimmung, wirkt andererseits aber träge. Absolut enttäuschend fällt auch die Entlarvung des Mörders aus, der sich bis dahin geschickt zurückgehalten hat. Vielleicht nicht wegen der Person selbst, sondern auf Grund der dämlichen Fistelstimme, die der Täter bei der Konfrontation mit seinem Opfer wieder anwendet und mit seiner deutlich tieferen Stimme mischt.

Für 1988 ist das Bild (im Format von ca. 1.55:1 anstatt 1.66:1 wie auf dem Cover angegeben) nicht besonders gut, denn schon der schwache Farbton und der leichte Grünstich erinnert eher an eine TV-Ausstrahlung als an eine DVD. Eine plausible Erklärung ist vielleicht die Tatsache, dass der Thriller kalt und düster wirken soll. Düster ist das Geschehen tatsächlich sehr oft, trotzdem sollte der Kontrast besonders die Schatten differenzierter darstellen. Auch die Kompression arbeitet nicht optimal und produziert leichtes Blockrauschen und leichte Artefakte an bewegten Konturen, wodurch man in Bewegungen zusätzlich an Schärfe verliert. Negativ fällt ein leicht flackerndes, stehendes Rauschen auf, welches möglicherweise aus einer Nachbearbeitung des vorher grobkörnigen Materials stammt. Knappe 3 Punkte, denn auch die Anzahl weißer Kratzer ist zu hoch.

Zur Auswahl steht nur der deutsche Stereoton, welcher eher monoton klingt, aber zumindest nicht verzerrt. Andererseits klingen die Stimmen ziemlich dumpf und das Geschehen ist nur wenig durch Hintergrundgeräusche belebt oder mit einem guten Klang ausgezeichnet. Stattdessen ist ein deutlicher Brummton hörbar, der bei höherer Lautstärke störend wirkt. Das Fehlen des O-Tons sehe ich auf Grund meiner schlechten Französischkenntnisse nicht derart tragisch, auf eine DVD gehört sie aber allemal.
Diese CMV-DVD in der Glasbox ist limitiert auf 399 Stück, es existiert aber auch eine KeepCase-Variante vom selben Anbieter, die inhaltlich gleich ist. Auf DVD findet sich eine umfangreiche Bildergalerie, die neben Aushang- und Pressematerial zum Film selbst, eine Artworkgalerie mit Motiven anderer Deneuve-Filme enthält, sowie eine ausführliche Biografie. Auch die Filmografie ist mit 6 Textseiten, auf denen sich jeweils ein Filmposter befindet, sehr gut geworden. Alle Extras sind selbstablaufend und mit Filmmusik unterlegt. Den Trailer braucht man sich wegen seiner miserablen Qualität gar nicht erst anschauen.

Vielleicht ist es ja auch eine Frage der persönlichen Filmvorlieben, aber "Frequenz Mord" erscheint mir gegen Ende hin zu trist und langatmig. Und das, obwohl sämtliche Darsteller eine hervorragende Leistung erbringen und vor allem die Spannung zu Beginn viel versprechend ist. Zuschauer, die Catherine Deneuve in einer weiteren guten Rolle sehen wollen und die Vorhersehbarkeit des Thrillers verschmerzen können, dürfen gern zugreifen bei dieser DVD, die zwar keine Offenbahrung im technischen Bereich bietet, aber solide ausgefallen ist.


Film+++---
Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


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