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USA 2006
Originaltitel:Lightspeed
Länge:84:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Don E. FauntLeRoy
Buch:John Gray, Steve Latshaw
Kamera:Don E. FauntLeRoy
Musik:Peter Meisner
SFX:Roger Peterson, Tyler Dolph, Robert G. Willard, Tyler Winegar, Kent Daniels
Darsteller:Jason Connery, Nicole Eggert, Daniel Goddard, Lee Majors, Michael Flynn, K.C. Clyde, Scott Hanks, Kari Hawker, Joyce Cohen, James Jamison, Charles Halford, Tim Whitaker, Sheldon Worthington
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:11.02.2008 (Verleih) / 10.04.2008 (Kauf)
Specials:
  • Trailer dt./engl. (1:27 Min.)
  • Making Of (10:28 Min.)
  • Bildergalerie (22 Bilder)
  • Weitere DVDs:
    • Eiskalt (1:12 Min.)
    • Backwoods (2:41 Min.)
    • Boy Eats Girl (1:52 Min.)
    • Alatriste (1:33 Min.)
    • 2 Tage Paris (1:57 Min.)
    • Kill Bobby Z (2:01 Min.)
    • Until Death (1:49 Min.)
    • Das Ende der Götter (1:31 Min.)
Er bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit und hat übermenschliche Kräfte. David Leigh, ein ehemaliger Wissenschaftler und Anti-Terrorkämpfer, ist 'Lightspeed' und die letzte Hoffnung der Menschen in den USA: Der Superterrorist und Schlangenmensch 'Python' droht mit einem todbringenden Chemieanschlag auf Washington DC. Die Bombe tickt und nur Lightspeed kann das Rennen gegen die Zeit gewinnen ...
- "Da zieht sich irgendein Irrer ne Ganzkörperstrumpfhose über und ein Reporter macht gleich einen Superhelden daraus?!" (Tanner)
- "Wir leben in 'ner Comic-Welt, Sir. Vielleicht ist er ja wirklich einer." (Latham)

Man muss kein Comic-Fan sein, um "Lightspeed" nicht zu mögen. Zwei gute Gründe liegen dafür vor: Zuerst ist die 2006er Produktion schlecht genug, um ohne die feinsinnige Haarspalterei eines Die Hard-Marvel-Fans zu erkennen, dass man hier Bockmist vorgesetzt bekommt. Und zweitens lässt sich weder die Einbringung von Stan Lee erkennen, der hier offensichtlich nur seinen Namen hergab, noch irgendeine reale Vorlage in Druckversion ausfindig machen. Vielmehr ist "Lightspeed" eine Ansammlung von Superheldenklischees, reduziert auf das Nötigste und so lieblos verarbeitet, dass einem nicht mal die spaßige Schadenfreude erlaubt wird. Denn Trash und Schrott sind immer noch zwei verschiedene Dinge, wobei Don E. FauntLeRoy, dessen Filmografie zwar ein paar interessante Titel an der Kameraposition (z.B. Interner Link"Jeepers Creepers"), aber nicht im Regiestuhl enthält, hier wirklich eine ganz miese Nummer abzieht, nämlich die Erwartungshaltung eines Interner Link"Spiderman"-, "Hulk"- oder Interner Link"Fantastic Four"-Fans hoffnungslos zu enttäuschen.


Wohlgemerkt, man weiß ja eigentlich schon, dass es ein TV-Auftrag ist, bei dem nicht gerade mit Millionenbudgets für Effekte und teure Schauspieler herumgeschossen wird, aber muss es denn selbst auf diesem niedrigen Niveau ein derartig langweiliger Eintrag sein? Fakt ist nämlich, dass der Held, der durch eine Strahlenbehandlung unheimlich schnell sein kann und das entdeckt, als er eine Fliege aus der Luft fängt, bereits beim ersten Fausthieb zu Boden geht und dort auch bleibt. Und geht ihm dann auch noch die Adrenalinreserve aus, steht sogar ein Herzinfarkt bevor. Jason Connery mag mit seinem fortgeschrittenen Alter und der sich ihren Weg bahnenden Glatze optisch dazu passen, aber wer will einen hechelnden, wenig charismatischen Helden sehen, wenn er eiskalte, schlaue und athletische (oder zumindest: mörderisch kräftige) Kostümträger haben kann?
Auch das Schlangenmonster, ein ehemaliger Wissenschaftler, dem Budgetkürzungen seine Forschungseinrichtung und damit auch die letzte Chance auf die Lebenserhaltung seiner Frau nahmen, muss in den 50ern der Superschurken hängen geblieben sein, denn bei der Verwirklichung seiner selbstherrlichen Pläne fehlen nur noch Donner, Blitz und irres Gelächter. Denn worauf läuft es denn hinaus? Auf eine Konfrontation des Monsters und des Helden, die beide schon vor ihrer Veränderung ein Hühnchen miteinander zu rupfen hatten.

Auch beim Support-Cast, der ebenso schwach spielt wie die beiden Hauptdarsteller, wird verschenkt, was nur möglich ist. Ein in die Jahre gekommener Lee Majors ("Ein Colt für alle Fälle") wird über die gesamte Laufzeit mitsamt seiner Eingreiftruppe von Pythons schießwütigen Schergen in Schach gehalten und "Baywatch"-Schönheit Nicole Eggert sieht noch immer chic aus, darf aber nur die entführte Barbie-Puppe spielen. In Sachen Effekte darf man sich wirklich mal aufregen, denn die CGIs (z.B. Gebäudeexplosion im Intro) sind oft nicht mal mäßig, der Schnitt erinnert besonders während der Eröffnungsschießerei an einen Amateurfilm. Auch die kleistrige Musik sticht nicht selten so unangenehm hervor, dass man sie am liebsten ausschalten würde. Hinzu kommt, dass beinahe jede Szene wirklich dämlich und TV-typisch unbedacht inszeniert wurde, wie der tote Polizist auf der Rolltreppe (warum kommt der erst bei Ankunft der Spezialtruppe raufgerollt, wo er dort doch schon ne Weile liegen muss?), der Gefolterte mit dem Kopf im Schraubstock (warum kann der seinen Kopf noch so gut bewegen?) oder die Wächter, die immer wieder mit dem Rücken zum Angreifer stehen. Das mögen allesamt Details sein, im drögen Gesamtbild fallen sie aber noch mehr auf als bei ähnlichen Action-Billigfilmen.


Das größte Manko ist aber, dass die Superheldenfähigkeiten kaum bis gar nicht genutzt werden. Zwar sieht man Lightspeed ordentlich durch die Gegend flitzen (Filmmaterial war vermutlich so teuer, dass viele Einstellungen mehrfach verwendet wurden), aber so richtig weiß der flinke Herr nichts mit sich anzufangen. Besonders im Endkampf erwartet man so etwas wie "Bullet Time"-Effekte, die vermutlich des Budgets wegen entfallen mussten. Die Schlange, die eine ähnliche Leidensgeschichte wie Dr. Westlake in Interner Link"Darkman" durchläuft, kann dagegen nur ihre Gegner riechen. Das klappt aber auch nur, wenn es den Drehbuchautoren gerade nicht entfallen ist, und bringt letztlich gar nichts. Gerade der Endkampf fällt deswegen dermaßen enttäuschend aus, weil keiner der beiden wirklich auf irgendwelche Kräfte zurückgreift, nicht einmal durch die Lüfte springen, das Inventar zerwalzen oder rohe Kräfte walten lassen. Das löchrige Skript vergisst an dieser Stelle sogar noch, den angeschossenen Lee Majors, der plötzlich von seinem Platz verschwunden ist, noch einmal in Erscheinung treten zu lassen, um die Situation zu beeinflussen. To be continued? Hoffentlich nicht!


Die Dramaturgie, wenn man sie nennen möchte, arbeitet nach einfachem Racheprinzip mit gehöriger Schwarzweißmalerei, lässt also auch keine Entwicklung oder Gefühlsregungen der Hauptcharaktere zu. Die beiden sind da und bekämpfen sich, das muss dem Zuschauer reichen, der sich nach spätestens 30 Minuten anfangen könnte zu langweilen.
Dennoch sind ein paar Momente gelungen, beispielsweise die blutigen Shootouts, die aber nicht unbedingt ins Superhelden-Genre passen und auch keiner Choreografie folgen. Regelrecht bizarr verläuft außerdem die Kostümbeschaffung für Lightspeed: Der latscht in ein Sportgeschäft hinein und verlangt einen Hochgeschwindigkeitsanzug - vermutlich ein alltäglicher Kundenwunsch. Ein etwas verschrobener, junger Verkäufer (der Schauspieler bemüht sich vergebens als Komiker) holt ihm gleich einen passenden Anzug aus dem Hinterzimmer, als ob es dessen Bestimmung wäre, dem angehenden Superhelden an diesem Tag und diesen Ort zu dienen. Falls diese Szene etwas Magisches haben soll, wurde sie vergeigt. Wenn sie komisch sein sollte, dann ist sie das nur im Gesamtbild, nicht aber wegen einzelner Handlungen der Schauspieler. Beispiele wie diese lassen sich unheimlich viele aufzeigen und lassen immer wieder vermuten, dass Mr. FauntLeRoy mit der gleichzeitigen Last von Regie und Kamera etwas überfordert war, so dass er das Gesamtbild aus den Augen verlor.


Herausstechend bei dieser DVD ist die für eine TV-Produktion überdurchschnittliche Schärfe. Das Bild ist nicht nur an den Konturen sehr deutlich abgegrenzt, sondern auch im Detail bestens ausgeprägt, so dass man meist von einer wunderbaren Schärfe bis in die letzte Pore (Gesichtsaufnahmen in der 26. Minute) sprechen kann. Bewegungen unterstützen dies durch eine nur sehr geringe Bewegungsunschärfe. Einige Szenen sehen sogar überrealistisch aus, weil die Einzelbilder kaum verwischen. Immer bleibt das leider nicht so, denn gerade in Gebäuden zeigen sich in diesen Bereichen ein paar Schwächen, z.B. die Rauschreduktion, die manchmal für stehende Rauschmuster sorgt, aber auch nötig ist. Die Farben sind zwar ordentlich, könnten aber strahlender sein, genauso wie der Kontrast nicht in allen Szenen hundertprozentig das wiedergibt, was man erwartet. Sehr seltsam ist das deutlich auftretende Ghosting in einigen Effektszenen. Mag sein, dass man sich das zunutze gemacht hat, um die Zeitraffereffekte zu verdeutlichen, man hätte das aber anders stilisieren können. Trotzdem eine prächtige Umsetzung für TV-Action.


Besonders die Lautstärke soll in der deutschen Version anzeigen, dass man es mit einem wuchtigen Action-Soundtrack zu tun bekommt. Da es nun aber kein Kinotitel ist, stehen die Effekte auch ein wenig zurück, reduzieren sich aber nicht zu sehr, wie es bei anderen TV-Filmen manchmal der Fall ist. Schusswechsel und ein paar dezente Einlagen an atmosphärischen Klängen bestimmen neben dem Score das Klangbild, der übrigens eine nette Dynamik besitzt. Vor allem ist er und einige Effekte sehr bassstark und vielleicht sogar eine Spur zu brachial, was auch an den den Dialogen liegen dürfte, die spürbar lauter als beim Originalton eingebracht sind. Wer genauer hinhört, vernimmt dadurch auch an mindestens zwei Stellen leichte Verzerrungen, die beim Schreien auftreten.

Das Hauptaugenmerk im Bereich Extras liegt auf dem 10minütigen Making Of, in welchem Regisseur Don E. FauntLeRoy, Spezialeffektemann Jeffrey S. Farley und zum Schluss noch kurz Produzent Jeff Franklin ihre Eindrücke zu dieser Produktion wiedergeben. Vieles davon ist lediglich als Einführung auf den Film gedacht, weil die Geschichte nacherzählt wird, was natürlich mit Unmengen an Filmszenen unterstützt wird. Außerdem muss man hier mit dem englischen Originalton vorlieb nehmen. Außerdem steht eine Bildergalerie mit Stills zur Anwahl.

Ich wünschte, ich könnte sagen: Trash-Fans finden das vielleicht interessant. Kann ich aber nicht mit Gewissheit, denn die für den US-SciFi Channel erstellte Verfilmung genügt vermutlich selbst diesen Ansprüchen nicht. Hätte nicht gedreht werden müssen. Anders sieht es bei der technischen Umsetzung aus, die den Film zumindest gut aussehen und klingen lässt.


Film+-----
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus+-----


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NewsMarvel-Superheld "Lightspeed" von e-m-s
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