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FR, CAN, USA 2000
Originaltitel:Bruiser
Alternativtitel:Devil's Mask
Länge:95 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:George A. Romero
Buch:George A. Romero
Kamera:Adam Swica
Musik:Donald Rubinstein
SFX:Russell Cate
Darsteller:Jason Flemyng, Leslie Hope, Peter Stormare, Tom Atkins, Nina Garbiras, Andrew Tarbet, Jonathan Higgins, Jeff Monahan, Marie Cruz, Beatriz Pizano, Tamsin Kelsey, Kelly King, Susanne Sutchy, Balázs Koós, Jean Daigle
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Audiokommentar
  • Originaltrailer (1:25 Min.)
  • Musikvideo: Misfits (2:53 Min.)
  • Biografien:
    • Jason Flemyng (4 Seiten)
    • George A. Romero (5 Seiten)
    • Peter Stormare (3 Seiten)
    • Peter Grunwald (3 Seiten)
  • Trailershow:
    • Human Traffic (1:31 Min.)
    • Zebra Lounge (1:51 Min.)
    • Wolfgirl (2:17 Min.)
    • Harvard Man (2:03 Min.)
Henry Creedlow ist am Ende: In seinem Job schenkt ihm keiner Beachtung, sein bester Freund betrügt in um sein Geld, seine Frau steigt mit jedem anderen im Bett und hält Henry für einen Schlappschwanz und sogar seine Putzfrau bestiehlt ihn nach Strich und Faden. Doch eines morgens wacht er auf und trägt eine seltsame weiße Maske, welche wie angewachsen wirkt. Nicht nur sein Äußeres hat sich seither verändert, von nun an lässt er sich nichts mehr Gefallen und rechnet mit seinen Unterdrückern ab.
Der neue Romero ist da! Der Neue?

Wohl kaum, denn was uns da in den Videotheken als brandaktuell vom Meister persönlich verkauft wird, ist tatsächlich schon im Jahr 2000 produziert, schön unabhängig bei Studio Canal. Trotzdem, Romero ist sicherlich einen Blick wert, auch wenn es mal wieder um einen gesichtslosen Killer geht, der sich an allen seinen Peinigern rächt, was ja auch nicht gerade neu ist.
Trotzdem kommt aus der Low-Budget-Produktion ein genießbarer Streifen heraus, was vor allem daran liegt, dass Romero das halb als Satire anlegt. Hier geht es um einen Managertyp kleineren Zuschnitts, der sich mit seiner Lebensanlage leicht vertan hat: Die Frau ist eine geldgeile Schlampe, das für sie gebaute Haus zu groß, zu teuer und zu unfertig, der Chef ein durchgeknallter Maniker, der Kumpel manipuliert das Aktiendepot, ihn selbst weiß keiner zu schätzen, er kann froh sein, wenn man sich an seinen Namen erinnert. Das macht schon Spaß, denn Romero inszeniert so gediegen, dass das Verachtenswerte der Hauptfigur nicht beim Zuschauer Ablehnung verursacht. Zwischendurch ein paar mordlüsterne Visionen, dabei ist die Realität viel schlimmer. Eine halbe Stunde im Film wacht unser Held Henry Creedlow dann morgendlich nach der größten Demütigung auf und anstelle des Gesichts ist eine weiße Maske getreten, ohne markante Züge, ohne Wiedererkennungswert. Die Metapher kommt zwar mit dem Holzhammer, aber von nun fühlt sich Henry befreit und kommt all den Schlimmfingern auf die Spur und lässt sie dran glauben. Als Erstes die diebische Putzfrau, dann das ungetreue Eheweib und so weiter ...

Leider kommt der Film dann nicht so recht weiter, denn die Befreiung und Bestimmungsfindung von Henry wird ihm zwar das Gesicht wiedergeben, bis dahin stretcht sich der Film jedoch über viele Redereien auch philosophischer Natur, vor allem in Gesprächen mit der Ex-Frau seines Chefs, die ihn als Einzige zu schätzen weiß. Ohne Füllmaterial kommt Romero bei dem dünnen Plot nicht aus und so muss Peter Storemare als Chef dermaßen auf die Kacke hauen, dass es schon kindisch ist, ein sexgeiler, Schwachsinn faselnder Prolet, damit Farbe in den Film kommt. Zwischendurch kämpft sich Tom Atkins als Polizist durch die zahlreichen Hinweise, bis dann der Showdown vor der Tür steht, der aber auch keine wirklichen Höhepunkte aufweist, dafür die Handlung aber zielgerichtet auf den Punkt bringt. "Bruiser" kann zwar mit einem netten Schlussgag aufwarten, ist aber sonst wenig spektakulär, obwohl zahlreiche Morde geschehen. In Blut und Gedärmen wird trotzdem nicht gewatet, stattdessen muss man die parodistischen Züge genießen, doch Genrefreaks werden wohl hauptsächlich Langeweile ausmachen.

Die anamorphe Bildvariante dieser Sunfilm-DVD, welche in einem Pappschuber mit Prägedruck ausgeliefert wird, ist irgendwie enttäuschend. Ein zu steiler Kontrast lässt Schatten in vielen Szenen zu undifferenziert erscheinen und dunkelt das Geschehen deutlich ab. Außerdem fehlt im Vergleich zum Trailer die gesättigte Farbgebung, als hätte man einen Blaufilter darüber gelegt. So wirkt der gesamte Film unrealistisch blass und kann nur in wenigen Szenen (z.B. Anfang Kapitel 3, Poolparty) einigermaßen überzeugen. Die Schärfe ist nur knapp über Mittelmaß, aber der Detailreichtum ist nicht besonders hoch. Dafür ist ein Hintergrundrauschen nur selten gut wahrzunehmen (besonders stark aber bei Anfang Kapitel 6, Blick über die Stadt). Wahrscheinlich wurde bei der Kantenschärfe ein wenig nachgeholfen, denn bei genauem Hinschauen erkennt man dort Spuren von Kantenverbesserungen. Eigentlich ein ganz gutes Bild, welches keinerlei deutliche Kompressionsschwächen oder Bildverunreinigungen offenbart, aber die Farbgebung und die oft nur durchschnittliche Schärfe wertet es aufs Mittelmaß ab.

5 Audiotracks und ein Audiokommentar sorgen mit ca. 2 Mbit/s dafür, dass die Kompressionsrate beinahe ständig ans Limit stößt. Der deutsche Stereotrack lässt keine Störungen oder Verzerrungen erkennen, wird im direkten Vergleich zum Dolby Digital 5.1 Track aber genauso überflüssig wie der englische Stereoton. Mehr Surroundeffekte gibt's auch hier nicht, die Rear Speaker sind die meiste Zeit einfach still, aber das Geschehen wird lauter und mit mehr Bass und dadurch auch voller dargestellt. Der mit 768kBit hochwertig kodierte DTS-Ton bringt dann kaum noch hörbare Verbesserungen und läuft ebenso fast nur über den Center. So bleibt nur ein gut getarnter deutscher Stereotrack im DTS- und DD5.1-Gewand, der sich vom O-Ton nur in den etwas leiseren Stimmen unterscheidet. Die Stereotracks hätte man sich wie immer sparen können.
Im Bonusteil sticht zuerst der Audiokommentar (ohne Untertitel, daher Abzüge in der B-Note) des Regisseurs Romero und Produzenten Gronwald heraus, der manchmal etwas schwer verständlich ist, aber wie erwartet jede Menge Informationen rüberbringt und den 2 Sprechern anscheinend viel Spaß bereitet hat. Das andere interessante Feature ist der Musikclip der Misfits (mit Zombiethematik, yeeaahhh!), welche auch einen größeren Auftritt auf der Party im Film haben, ansonsten findet man nur noch den deutschen Trailer, 4 Vorstellungen weiterer Filme und ein paar Biografien.

Die Verleihtresen werden mit so viel Billigschrott versehen, dass man diesen sorgfältigen Film darüber schon fast wieder bewundern muss, auch wenn technisch mehr aus der DVD rauszuholen wäre. Trotzdem hat mir der Start ohne Mord und Masken besser gefallen, danach kommt es zum Qualitätsabfall, weil visuell kaum noch Leistungen erbracht werden. Aber es gibt Schlimmeres, Mr.Romero, dumme Filme zum Beispiel.


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


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