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USA 1996
Originaltitel:Uncle Sam
Länge:85:27 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:William Lustig
Buch:Larry Cohen
Kamera:James A. Lebovitz
Musik:Mark Governor
SFX:Sota Effects, Ultimate Effects
Darsteller:David 'Shark' Fralick, Christopher Ogden, Leslie Neale, Bo Hopkins, William Smith, Matthew Flint, Anne Tremko, Isaac Hayes, Timothy Bottoms, Tim Grimm, P.J. Soles, Tom McFadden, Robert Forster
Vertrieb:Laser Paradise
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Trailer:
    • Angel Of The Night (1:34 Min.)
    • Kolobos (1:12 Min.)
    • Pentagramm (2:11 Min.)
    • Ritter der Dämonen (2:06 Min.)
Jody liebt seinen Onkel und verehrt ihn abgöttisch. Als der Leichnam seines Onkels in seine Heimatstadt überführt wird, ist er der einzige, der unsagbare Trauer empfindet. Niemand in der ganzen Stadt war so gehasst und gefürchtet wie der Verblichene. Durch die große Verehrung und Bewunderung erweckt der Junge völlig ahnungslos den verstümmelten Leichnam zu neuem Leben. Als "Onkel Sam" verkleidet, zieht er eine blutige Spur durch die Stadt und nimmt am Independence Day grausame Rache an seinen Feinden. Jody ist gezwungen, der brutalen Wahrheit über seinen Onkel ins Auge zu sehen und er steht vor der unwiderruflichen Entscheidung, denn es geht um Leben und Tod.
William Lustig, ehemals Regisseur und mittlerweile Chef des US-Labels Blue Underground, ist bekannt für perfekten Horror der härtesten Form. Der Film Interner Link"Maniac", in welchem der Beobachter einem psychopathischen Serienkiller nicht von der Seite weicht und ihm dessen gräulichen Taten auf härteste Art und Weise vor Augen geführt werden, ist ein Meilenstein des Horror-Kinos und nicht nur bei uns in Deutschland verboten. Auch sein Slasher Interner Link"Maniac Cop", eine Fortsetzung dieser Idee, gilt als einer der härtesten und ungewöhnlichsten Schlitzer-Filme, mit einem brutalen Polizisten als Täter, der nicht minder gewalttätig ist als so mancher Verbrecher. Mit "Uncle Sam" bringt Lustig nun den nächsten harten Schlitzer ins Rennen, dieses mal mit einem gefallenen Armee-Soldaten als Täter, der im Irakkrieg unter Beschuss der eigenen Einheiten zu Tode kam.


"Uncle Sam" bietet in Sachen Story ein bisschen mehr als das übliche Mittelmaß in Sachen Slasher. Die Vorstellung der einzelnen Figuren und die Einführung in die Geschichte funktionieren relativ gut und erklären die Motivation des stark verwesten Army-Soldaten besser als die meisten anderen Genre-Vertreter, auch wenn die einzelnen Figuren mehr als gewöhnlich Stereotypen sind. Zwar kann auch ein Lustig nicht jedes Logikloch überbrücken - zum Beispiel wird einem in keinster Weise erklärt, wie der eigentlich tote Onkel Sam plötzlich wieder zum Leben erweckt wird -, aber im Großen und Ganzen bleibt noch alles im erträglichen Maße.

Spannung und Atmosphäre baut der Film vor allem durch seine gelungene Musikuntermalung und einige visuelle Spielereien auf. Eigentlich bis zum Schluss bleibt das Geschehen relativ atmosphärisch, auch wenn eine gewisse Vorhersagbarkeit nicht ganz zu verleugnen ist. Doch wer in seinem Leben schon massig Slasher gesehen hat, der kann auch nur noch schwer überrascht werden und dafür funktioniert das Ganze wieder recht gut.


Des Weiteren sind es aber auch wieder einmal die Morde, mit denen Lustig punkten kann. Auch wenn man die Härte eines Interner Link"Maniac Cop" hier meist vermisst, so sind auch die Kills in diesem Streifen nicht gerade zimperlich. Da wird eine Enthauptung durchgeführt, einem Opfer wird das Gesicht auf einen heißen Grill gedrückt und ein weiteres Opfer wird an ein Gitter gebunden, hinter dem ein riesiges Feuerwerk lagert (und natürlich losgeht). Recht innovativ und so wie es der geneigte Slasher-Fan gerne hat. Außerdem ist ein gewisser Hang dazu erkennbar, das gesamte Thema der Unterhaltung wegen auszuschlachten. Beispiele dafür sind der Junge, der an einem Fahnenmast hochgezogen wird, oder der Spanner und Stelzenkünstler, der höchstpersönlich von der Titelfigur mit einer Heckenschere zerlegt wird - leider im Off.


Manch böse Zungen behaupten allerdings, dass der Film vor amerikanischen Pathos nur so triefen würde, da der Killer als "Uncle Sam" verkleidet durch die Gegend rennt, überall Ami-Flaggen im Wind wehen und ein kleiner Junge unbedingt zur Army will und davon nur so schwärmt. Doch ehrlich gesagt ist das absoluter Blödsinn! Denn wirkliche Hochlobungen, auf das amerikanische Volk oder seiner Armee, gibt es hier wirklich in keinster Weise. Selbst der besagte kleine Junge wird später noch eines Besseren belehrt. Und das die Leitfigur der US-Army hier mordend durch die Gegend zieht, dürfte wohl auch nicht gerade für irgendwelchen Pathos gut sein. Wer hier so etwas hineindichtet, ist wirklich selber schuld!
Vielmehr entpuppt sich die Geschichte, die von Larry Cohen (selbst Regisseur von Klassikern wie Interner Link"Die Wiege des Bösen" oder Interner Link"American Monster") verfasst wurde, als eine bissige Zeichnung von fehlgeleitetem Nationalstolz und falschem Heldentum. Natürlich riechen "Uncle Sam", die Personifizierung des amerikanischen Lebensstils, und der Zeitpunkt der Handlung (der 4. Juli, Tag der Unabhängigkeitserklärung der USA und damit Nationalfeiertag) nach Patriotismus noch und nöcher, aber es ist wohl eher so, dass Cohen erkannte, das in dem stets ernst blickenden Markenzeichen jede Menge verborgener Horror steckt, der sich leicht für diesen B-Film hervorbringen lässt.


Das einzige was man dem Film am Anfang und ab und an auch zwischendurch ankreiden könnte, ist das fehlende Tempo. Bevor sich unser "Uncle Sam" auf den Weg macht, vergeht doch einiges an Zeit. Zwar ist es durchaus löblich, die Figuren vorzustellen und eine Einführung in die Geschichte zu bieten, doch hier wurde leider etwas zu viel Zeit dafür geopfert, so dass dem Streifen doch erst einmal die Puste ausgeht. Doch sobald der Onkel unterwegs ist, geht es rund.

Zwischen den durchschnittlichen Schauspielern tummeln sich einige bekannte Gesichter wie Isaac Hayes als trauriger Kriegskrüppel, P.J. Soles als Schwester des Mörders und Robert Forster als Kongressabgeordneter, der wie die meisten Schlipsträger ordentlich Dreck am Stecken hat und daher natürlich auf der Liste von Onkel Sam ganz oben steht. Die Motive des Teenie-Slashers funktionieren also auch hier, nur etwas abgewandelt. Dabei wird mit fortlaufender Spielzeit aber auch deutlich, dass sich unter der krustigen Maske des charismatischen Mörders ein ebenso verdorbener Zeitgenosse steckt, dessen Wut ihn lediglich am Leben erhält.


Das Bild dieser DVD ist, man hat es kaum anders erwartet, wieder am Rande zum Murks einzuordnen. Es sieht aus, als ob man lediglich ein Videoband auf DVD transferiert hat, was für einen Film des Jahres 1997 mehr schlecht als recht aussieht. Es fehlt einfach die Auflösung, die man sich von einem relativ aktuellen Film erhofft. Zwar ist das Bild nicht matschig, sieht in einigen Momenten sogar ganz pässlich aus, aber die starke Detailarmut auf Flächen wie Gesichtern, das nervöse Hintergrundrauschen und die etwas auslaufenden Konturen verärgern ein wenig. Hervorstechend sind dagegen die Farben, die dermaßen über die Norm aufgedreht wurden, dass es manchmal quietschebunt aussieht. Das soll weniger stören, denn besonders die farbenprächtige Parade sieht toll aus, wenn auch nicht wirklich natürlich. Wenn man das Rauschen etwas genauer analysiert, stößt man auch auf eine Vielzahl von Kompressionsartefakten, die aber in Bewegung kaum noch auffallen. Da es an einer guten Ausleuchtung nicht mangelt, gibt es am Kontrast nichts auszusetzen.


Eieiei, beim Ton wird die Herkunft des Materials noch viel deutlicher. Schuld dürfte die sehr hohe Lautstärke beim Stereoton sein, die die Macken dessen noch deutlicher für den Zuhörer macht. Es rauscht immer ein wenig, die Stimmen sind dumpf und der Klang kann insgesamt als sehr schwach bezeichnet werden. Leider bietet sich auch keine Möglichkeit, auf einen englischen Originalton umzuschalten, der die Synchro in jeder Kategorie ausstechen müsste. Auch Untertitel gibt es nicht.


Harter und atmosphärischer Slasher-Shocker von Regisseur William Lustig mit einer netten Geschichte, einigen dezenten Gags, gut gesetzten Schocks und harten Morden. Auch wenn das ganze Geschehen nicht mehr an Lustigs Vorgänger Interner Link"Maniac Cop" heranreicht, so dürfte doch jeder Slasher-Fan härterer Kost durchaus zufrieden sein, zumal das Geschehen eben nicht so ganz 08/15 ist, wie das Meiste dieser Art von heute! Hoffen wir mal, dass Lustig so weitermacht!


Film++++--
Bild++/---
Ton++/---
Bonus------


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