USA, NZ 1996
Originaltitel:Frighteners, The
Alternativtitel:Fantômes contre fantômes
aka. Robert Zemeckis Presents: The Frighteners
Länge:Kinofassung: 105:17 Min.
Dir. Cut: 117:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Kinofassung: ab 18 Jahre
Dir. Cut: ab 16 Jahre
Regie:Peter Jackson
Buch:Fran Walsh, Peter Jackson
Kamera:John Blick, Alun Bollinger
Musik:Danny Elfman
SFX:Weta Digital Film Restoration
Darsteller:Michael J. Fox, Trini Alvarado, Peter Dobson, John Astin, Jeffrey Combs, Dee Wallace, Jake Busey, Chi McBride, Jim Fyfe, Troy Evans, Julianna McCarthy, R. Lee Ermey, Elizabeth Hawthorne, Angela Bloomfield, Desmond Kelly, Jonathan Blick
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2,4,5
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Kinofassung: Dolby Digital 5.1 (En, Frz), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu)
Dir. Cut: Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Kinofassung: Englisch, Französisch, Deutsch
Dir. Cut: Englisch
Untertitel:Kinofassung: Englisch, Französisch, Deutsch
Dir. Cut: Englisch, Holländisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Arabisch, Bulgarisch, Serbokroatisch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Isländisch, Rumänisch, Schwedisch, Türkisch, Slowenisch, Hebräisch, Russisch, Norwegisch
Verpackung:DigiPack im Schuber
DVD-Start:08.12.2005 (Kauf)
Specials:
Disc 1: Kinofassung
  • Einleitung vom Regisseur Peter Jackson (2:23 Min.)
Disc 2: Bonus Disc 1
  • Introduction by Director Peter Jackson (1:58 Min.)
  • Ghost Stories (6:15 Min.)
  • Script Development (6:16 Min.)
  • Storyboarding (45:38 Min.)
  • Michael J. Fox & Trini Alvarado (6:46 Min.)
  • Jim Fyfe, Chi McBride & John Astin (8:04 Min.)
  • Rehearsing (6:39 Min.)
  • Lyttelton as Fairwater (3:20 Min.)
  • Introduction to WETA (4:38 Min.)
  • Scene 28 (4:17 Min.)
  • Ghost Effects (9:57 Min.)
  • Motion Control & Bluescreen (8:00 Min.)
  • The Jackson Boys (5:03 Min.)
  • Stunts (4:56 Min.)
  • On The Set (26:00 Min.)
  • The Reaper (12:59 Min.)
  • Rustler (3:10 Min.)
  • The Gatekeeper (1:52 Min.)
  • Jeffrey Combs (7:25 Min.)
  • Miniatures (2:53 Min.)
Disc 3: Bonus Disc 2
  • Dee Wallace Stone & Jake Busey (6:56 Min.)
  • Trinis Prellungen (2:07 Min.)
  • Schleimgesicht & Klumpenmann (7:16 Min.)
  • Tapetenmann & Portätmann (4:14 Min.)
  • Es muss schnell gehen (3:34 Min.)
  • Der Wurm (3:40 Min.)
  • Der Torwächter, der Richter & andere unveröffentlichte Szenen (17:11 Min.)
  • Musik (24:15 Min.)
  • Patzer (16:18 Min.)
  • Altersbegrenzung & letzte Einfälle (9:17 Min.)
  • Original-Kinotrailer (2:04 Min.)
  • Credits (1:35 Min.)
Disc 4: Director's Cut
  • Einleitung vom Regisseur Peter Jackson (2:41 Min.)
  • Audiokommentar mit Peter Jackson

Im verschlafenen Städtchen Fairwater ist das Böse erwacht ... und nur einer kann ihm Einhalt gebieten! Frank Bannister (Michael J. Fox) verdient seinen Lebensunterhalt als Ghostbuster - er befreit Spukhäuser von ihren ungebetenen "Gästen". In Wahrheit steckt er mit denen aber unter einer Decke! Ein perfektes Geschäft - bis sich eines Tages ein wirklich böser Geist auf einen mörderischen Streifzug begibt und der Verdacht auf Frank fällt. Jetzt muss der Geisterjäger dringend seine Unschuld beweisen und den Spuk beenden...und das, ohne dabei selbst im Jenseits zu landen!

Nicht erst seit Jerry Zuckers Interner Link"Ghost" weiß man als Zuschauer von körperlosen Seelen, die sich nach dem plötzlichen Tod nicht für den Weg gen Himmel, sondern ein unbefristetes Weilen als spirituelle Kraft auf Erden entschieden haben. Weniger dramatisch als schaurig-schön erzählt auch Peter Jackson in "The Frighteners" eine feinfühlig zwischen Geisterhorror und Buddy-Komödie ausbalancierte, schicksalhafte Geschichte über Leben und den Tod. Mit Kosten von rund 30 Millionen US-Dollar war es nach dem sensiblen Coming of Age-Drama "Heavenly Creatures" die erste hoch budgetierte Studioproduktion des neuseeländischen Regisseurs. Unterstützt durch Robert Zemeckis, der seinen alten Freund Michael J. Fox für das Projekt gewinnen konnte (der einstige "Back to the Future"-Star benötigte dringend ein Comeback), durfte Jackson den Film trotz erheblicher Bedenken von Seiten der Universal in seinem Heimatland produzieren.


Das bedeutete eine Form der künstlerischen Freiheit, die keinesfalls selbstverständlich war: So sollte nicht etwa ILM, sondern die völlig unbekannte Effektschmiede WETA die visuellen Tricks beisteuern und wurden nicht etwa wenige Wochen, sondern gleich ganze sechs Monate Drehzeit veranschlagt. Vor allem aber durfte Jackson sämtliche seiner langjährigen Teamkollegen verpflichten, darunter Editor Jamie Selkirk oder Kameramann Alun Bollinger. Zemeckis, der vor allem mit seinem werbewirksamen Namen Pate stehen sollte, besuchte die Dreharbeiten insgesamt nur zwei Mal, ließ Jackson also einen enormen Freiraum. Dieser schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Gattin Fran Walsh noch während des Drehs mehrfach um, immer wieder wurden Handlungsdetails geändert, weggenommen oder hinzugefügt. Da den beiden nach Beendigung von "Heavenly Creatures" nicht viel Zeit für die Pre-Produktion blieb, fertigte Jackson für das Finale keinerlei Storyboards an - tatsächlich hatte er selbst nach Drehbeginn noch kein Konzept für das Ende des Films.


Von den insgesamt also recht eigenwilligen Produktionsumständen bekam Zemeckis indes wenig mit, den US-Geldgebern schien Vertrauen ohnehin besser als Kontrolle - am anderen Ende der Welt würde es der viel versprechende Kiwi-Regisseur schon irgendwie machen. Anders als es sein etwas verklärter Ruf behauptet, ist "The Frighteners" deshalb auch kein Film eines lediglich ausführenden und willenlosen Zemeckis-Rekruten (wie etwa der nicht unähnliche Interner Link"Poltergeist" mehr eine Spielberg-, denn Hooper-Produktion war), sondern ein überaus kruder Genrefilm, der den exaltierten Humor früherer Jackson-Arbeiten mit den Formen des Mainstream-Kinos vereinbart. Das ist jedoch Stärke und Schwäche zugleich: Zwar ist der Film souverän inszeniert, das aber durch "Heavenly Creatures" hellauf begeisterte Arthauspublikum dürfte sich von ihm ebenso abwenden wie die eingeschworene Horrorgemeinde - denn "The Frighteners" ist weder anspruchsvolles Kunstkino, noch ein opulentes Gorefest. Dieser Disharmonie im Ton ist es vermutlich auch geschuldet, warum dem Film kein finanzieller Erfolg zuteil wurde und das zu Klassifizierungen neigende Publikum ausblieb.


Dabei ist Jacksons siebente Regiearbeit ein mit originellen Ideen geradezu überladenes Abenteuer, das mit enormem Drive, seinerzeit phänomenalen Spezialeffekten und kauzig-guten Darstellerleistungen aufwartet. "The Frighteners" glänzt insbesondere durch seinen visuellen Einfallsreichtum, mit dem die Geschichte erzählt wird - die verhältnismäßig komplexe Handlung wird ohne nennenswerte Längen beständig durch Aktion erklärt und vorangetrieben. Die wenigen Schwächen bei der Zeichnung einiger Nebenfiguren (Ray, der unruhige Ehemann und Gartenzwergliebhaber wird mit fortlaufender Dauer sinnlos aus dem Film katapultiert) werden durch die für den Regisseur typische Motiventwicklung verdrängt. So ist Frank Bannister der Prototyp des Jackson-Verlierers. Ganz so wie Lionel Crosgrove (Interner Link"Braindead") befindet auch er sich auf der Schwelle zwischen kindlicher Naivität und gedrungener Adoleszenz. Sein Trauma - den Tod der Ehefrau, verschuldet auch durch das ewige Festhalten am Jungsein - gilt es zu überwinden, er muss sich emanzipieren von den Dämonen der Vergangenheit. Damit etabliert sich ein weiteres Mal das Initiationsmotiv, das Jackson mit verschiedenen Figuren in seiner epischen Interner Link"The Lord Of The Rings"-Trilogie, für die dieser Film heute als Freifahrtsschein gewertet werden kann, noch verfeinern wird.


"The Frighteners" ist auch ein sperriger Film, einer mit Ecken und Kanten, der sich einer eindeutigen Zuordnung entsagt. Seine verschiedenen Genreeinflüsse - Horror, Comedy, Serial Killer-Drama - und der illustre Umgang mit ihnen brachte Jackson auch vielfach den Vorwurf ein, der Film sei unausgegoren und konzeptlos. Das ist jedoch im Gegenteil eher eine der Stärken von "The Frighteners": Jackson nimmt den Zuschauer mit auf eine ausgelassene Achterbahnfahrt, die ungehemmt immer wieder den Ton wechselt und sich wenig schert um die Einschränkungen des Mainstream-Kinos. Danny Elfmans mit klassischen Horrorzitaten versehene Partitur unterstreicht die wenig formalistische Inszenierung, in dem sie mit Percussions, wilden Streichern und Spukhauschören das Tempo des Films wahlweise vorantreibt oder dämpft. Dass Jackson hier vor allem eine gänzlich triviale und gerade deshalb so amüsante Gruselkomödie zelebriert, sollte dabei nicht vergessen werden: "The Frighteners" ist innerhalb des Jackson-Oeuvres nämlich vor allem auch eine überaus bedeutsame Fingerübung.


Viel musste man diesmal nicht mehr tun, um das Bild der "4 Disc Special Edition" auf dieses sehr gute Niveau zu bringen, denn bereits die DVD-Erstauflage war sehr gut. Lediglich ein wenig Farbabgleich sieht man, wenn man beide Veröffentlichungen direkt gegenüberstellt. Zwischen der Kinofassung und dem Director's Cut wird man praktisch keinerlei Unterschiede mehr erkennen. Die 1995er Produktion macht sich auf DVD bestens, bringt den Detailreichtum zur Geltung als ob wir es mit einem taufrischen Werk zu tun hätten. In Verbindung mit den kräftigen, stellenweise etwas unterkühlten Farben wird ein sehr lebendiges, greifbares Bild produziert, welches auch in den dunklen Szenen stets kräftig im Schwarzwert, kontrastreich und gut ausgeleuchtet bleibt. Verschmutzungen gibt es verschwindend wenige und die Digitalisierung geschieht ohne sichtbare Nebeneffekte wie MPEG-Artefakte. So gehört sich das für eine größere Produktion. 6 Punkte sind es dann noch nicht ganz, aber unzufrieden wird hier niemand sein.


Irgendwie schade, dass die Deutschen mit Dolby Surround auskommen müssen, während der O-Ton im echten 5.1-Modus abgelegt ist. Man verpasst definitiv was! Denn auch wenn die Eindeutschung in Dolby Surround das Maximum an dem erbringt, was diese Technik zu leisten vermag, kann sie doch nicht mit dem beeindruckenden O-Ton konkurrieren, der in allen Bereichen etwas mehr bietet. Dieser ist nicht nur lauter, sondern auch wuchtiger. Die Basseinsätze sind kurze, aber heftige Beben, im Deutschen merkt man sie kaum. Auch die großartige Dynamik, die sich hauptsächlich dank des Scores aufbaut, bleibt bei Surround etwas zurück. Die Effekte klingen erst in 5.1 so richtig beweglich. Hier hat man sich einige nette Sachen einfallen lassen, so dass auf den hinteren Lautsprechern nie wirklich Ruhe einkehrt. Da macht es wirklich Spaß, den Film so zu erleben. Den Director's Cut gibt es ausschließlich in Englisch mit zuschaltbaren Untertiteln, dafür aber mit einer zusätzlichen DTS-Spur, die subjektiv etwas feiner und wuchtiger ausfällt. Für die deutsche Tonspur gute 4 Punkte, fürs englische Original fast 6.


Die Extras dieser 4-Disc-Edition lassen nur wenige Wünsche unerfüllt. Produziert einst für die umfangreiche Laserdisc-Veröffentlichung, sucht das rund viereinhalbstündige Making-Of sowohl in Bezug auf Quantität als auch Qualität im DVD-Sektor seinesgleichen. In mehrere Kapitel unterteilt erfährt der Zuschauer nahezu alles über die Entstehung von "The Frighteners", von der Pre- bis hin zur Postproduktion. Zu Wort kommen sämtliche Beteiligten vor und hinter der Kamera, liefern Anekdoten, Wissenswertes, aber berichten eben auch über die grundsätzlichen Vorgänge bei einer Produktion - sei es die filmische Konzeption mit all ihren Ansätzen oder die Schwierigkeit, unzählige Ideen, Vorschläge und Anregungen zu einem verdichteten Ergebnis zu bringen. Das Making-Of ist mal plauderhaft, mal substantiell und hält über die gesamte Laufzeit eine erstaunliche Balance aus Unterhaltung und verhältnismäßig anspruchsvoller Filmanalyse. Besonders interessant ist der Teil, der sich vergleichend mit Kinofassung und Director's Cut auseinandersetzt - letzterer sollte im Übrigen erste Wahl für den schaurig-schönen DVD-Abend daheim sein. Hervorzuheben ist auch das Kapitel, das sich der Musik widmet. Hier darf sich Danny Elfman nicht nur selbst äußern, sondern wird auch die Möglichkeit geboten, sich den Prolog in drei verschiedenen Versionen anzusehen, um das Zusammenspiel von Ton und Filmmusik zu untersuchen.
Peter Jackson hat seinerzeit auch einen Audiokommentar eingesprochen. Dieser ist manches Mal etwas oberflächlich, aber erfreulich selbstkritisch. So weist der Regisseur selbst auf manchen Drehbuchhänger hin und scheut nicht davor, seinem Film stellenweise eine gewisse Dysfunktionalität zu unterstellen. Da der Kommentar vor Interner Link"Lord of the Rings" produziert wurde, fehlt ihm heute allerdings ein gewisser Reiz. Mittels kurzer Einleitung bereitet Jackson jeweils beide Versionen des Filmes vor, wobei hier neben der Dankesrede an den Zuschauer bereits einige Szenen aus dem Making Of gezeigt werden. Nur das Fehlen solch eigentlich simpler, aber meistens ja doch interessanter Basics wie separates Fotomaterial oder Goofs könnte man bemängeln, ansonsten aber begeistert die Ausstattung dieser Edition in jeder Hinsicht. Kaufen!


Ein klein wenig kurios mag die Freigabe der Box erscheinen: Weil die Kinofassung ein 18er Siegel besitzt, ist auch die ganze Box erst für Erwachsene erhältlich. Dass die Kinofassung locker eine 16er Freigabe bekommen hätte, zeigt der frisch geprüfte Director's Cut, der schließlich alle Szenen der Kinofassung und noch etwas mehr enthält. Hier hat Universal schlicht auf eine Neuprüfung der Kinofassung verzichtet. Das ändert nix am bereits erteilten Kaufbefehl ... Kaufen!


Film: 5/6
Bild: 5/6
Ton: 4/6
Bild: 6/6



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