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USA 1997
Originaltitel:Spawn
Alternativtitel:-
Länge:94:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Mark A.Z. Dippé
Buch:Todd McFarlane, Alan B. McElroy, Mark A.Z. Dippé
Kamera:Guillermo Navarro
Musik:Marilyn Manson, Metallica, Moby, Filter, Prodigy, Silverchair u.a.
SFX:K.N.B. EFX Group, ILM, C.O.R.E. Digital Pictures, EFX Unlimited u.a.
Darsteller:Michael Jai White, John Leguizamo, Martin Sheen, Theresa Randle, Nicol Williamson, D.B. Sweeney, Melinda Clarke, Miko Hughes, Sydni Beaudoin, Michael Papajohn, Frank Welker
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Specials:
  • Audiokommentar
  • Interview mit Todd McFarlane:
    • Todd McFarlane: Kapitel und Verse (2:15 Min.)
    • Spawns Reich (2:16 Min.)
    • Wie der Vater, so der Sohn (2:31 Min.)
    • Spawn gegen Batman (3:47 Min.)
    • Hell&Dunkel (3:47 Min.)
    • Psychopath/Genie/Selbstmord (3:56 Min.)
    • "Now it's time to say goodbye ..." (1:05 Min.)
  • Das Making Of Spawn (22:43 Min.)
  • Musikvideo: Filter & The Crystal Method - Can't You Trip Like I Do (4:30 Min.)
  • USA-Kinotrailer (1:41 Min.)
Al Simmons (Michael Jai White) ist ein Agent, der für Konzernchef Jason Wynn (Martin Sheen) auf der ganzen Welt illegale Aktionen durchführt. Als bei einem Einsatz bewusst Zivilisten ums Leben kommen, hat Al die Schnauze voll und will aussteigen. Sein Chef hat aber einen Vertrag mit dem Teufel geschlossen und der will ihn als Anführer seiner Höllenarmee, um die Erde zu unterjochen. Also wird Al geopfert und muss dem Teufel versprechen sein Anführer zu werden. Nur so kann er auf die Erde und zu seiner Familie zurück. Simmons willigt ein, doch nicht ohne Hintergedanken ...
Höllenkäferchen soll die Armee des Teufels anführen, aber leider will der nicht so ganz ...
"Spawn" ist eine weitere Realverfilmung eines Comics, die gewaltig in die Hose geht. Anstatt einen Superagenten zum Spawn zu machen, hätte man die Identität Spawns viel geheimnisvoller und ungeklärter handhaben müssen. Die Rettung der Welt und die Rachelüste gegenüber Jason Wynn verkommen leider zu einem sehr schlechten CGI-Gewitter, wo man sich spätestens in der Hölle fragt, ob man nicht doch in einem Computerspiel gelandet ist. Schlimm, wenn dann das Ende schon Hinweise auf eine Fortsetzung gibt. Au weia .....

Ähnlich wie in Interner Link"Mortal Kombat" versucht man auch hier mit Hardrock das junge Publikum ins Kino zu locken. Klar, die Musik hört sich klasse an, aber was hat sie in einer Comicverfilmung zu suchen? Ich erwarte hier etwas phantastisches und keinen harten Sound, bei dem ich mich auf einem Rockkonzert wähne. Das passt nun leider gar nicht zum Film.

Anfangs glaubt man sich in einem schlechten James Bond-Film wiederzufinden. Da darf Al Simmons zweimal eiskalt vor sich hinkillen und Gewissensbisse anmelden, die Chef Wynn aber schnell wegwischt. Hey, einen Auftrag noch, dann geht es ab in Rente. Simmons stakst also los, um später verraten zu werden und als knackiges Würstchen in der Hölle zu landen. Die dortigen Effekte treiben einem die Tränen in die Augen, aber dazu später mehr.
Nach kurzer Unterredung (5 Jahre) mit Luzifer geht es ab auf die Erde, um dort zum Spawn zu reifen. Eifrig wird da noch kurz bei Interner Link"The Crow" geklaut, na ja unsere Bratwurst ist ja auch von den Toten wieder auferstanden. Aus den dunklen und verregneten Slums geht es ab nach Hause. Dabei fragt man sich schon, ob Frauchen und Sohnemann auf einem anderen Planeten wohnen, denn die Unterschiede sind doch ziemlich krass.

Nach einer kurzen Mitleidstour für Bratwurst verrät er nicht, wer er ist und lässt seine Familie dann doch lieber in Ruhe, denn Hauptcharakter Nummero dos betritt das Geschehen: Ein fetter, nervender Clown, der zwanghaft versucht lustig zu sein. Über die abgedroschenen Witze werden aber nur Neandertaler lachen können. Um noch ein paar weitere Lacher zu kassieren, darf Spawn an seinem Grab ein paar Möchtegernsatanisten erschrecken, um dann seines Weges zu gehen. Bratwurst ist nämlich bächtig möse und deckt sich von oben bis unten mit fetten Wummen ein, dass selbst der Terminator neidisch werden dürfte.
Ab geht's, Spawn zieht seine Show ab und jagt Wynn erst mal einen Riesenschrecken ein, wo rauf der sich gleich einen ausgefuchsten Herzschrittabchecker einbaut. Praktisch, dass kein Mensch deswegen Bedenken hat. Aber das gehört ja alles zum genialen Plan des Teufels, der will nämlich das überall auf der Erde fieses Giftgas freigesetzt wird, damit er seine Armee losschicken kann. Jetzt ratet mal wer Wynn töten will? Genau ...

Leider hat Luzifer aber nicht bedacht, dass Spawn einen magnetischen Röntgenblick hat, um ihm das Teil aus dem Hintern zu saugen, quasi so eine Art Organstaubsauger. Der Teufel holt zwar Spawn nebst Kumpel mit ähnlichen Fähigkeiten noch in die Hölle zurück, aber da die Bratwurst inzwischen sogar fliegen kann, entkommt er da auch irgendwie. Somit siegen die Guten und die Bösen bleiben in der Hölle. Alle sind glücklich, nur der Zuschauer nicht, der fragt sich nämlich was dieses sinnlose Werk eigentlich darstellen soll?

"Spawn" schwächelt an sehr vielen Stellen, hatte aber überraschenden Erfolg an den Kinokassen. Leider blieb es mir verwehrt dem Film irgendwas Positives abzugewinnen. Das liegt vor allem an den vielen CGI-Effekten, die leider aussehen als wären sie am heim PC entstanden. So was einem Zuschauer zuzumuten ist eine Frechheit. Besonders das Höllenende erinnert da schon eher an ein billiges PC Game. Man hätte diese Szenen bestimmt auch anders darstellen können, meiner wegen alles düsterer Gestalten und dafür ein ordentliches Set benutzen.
Ein wenig mehr hätte ich auch ganz gern über die aktuelle Weltsituation erfahren, besonders hier hätte man eine hübsche postapokalyptische Welt zaubern können. Statt dessen kann man sich nicht zwischen Interner Link"The Crow" und Interner Link"Beverly Hills Cop" entscheiden.
Die Figur Spawn wird leider verschenkt. Zwar ist der Ansatz in bezug auf Sorge um die Familie nett gedacht, aber leider passt so was eher weniger zu diesem Comichelden. Erst recht nicht, wenn der Familienvater sich anfangs als eiskalter Killer vorstellt. Zu dem nimmt der nervige und ach so witzige Clown viel zu viel Platz im Film ein. Nach dem ersten Auftritt beginnt er nämlich gewaltig zu nerven. Wie sieht's mit der Logik aus? Müsste Jason Wynn nicht wissen, dass er selber auch sterben wird, wenn die Teufelsarmee auf der Erde ihr Unwesen treibt? Wieso kann der Teufel sich nur in der Hölle bewegen? Und warum zum Teufel habe ich mir diesen Film angesehen?
Wenn man PC-Effekte mit etwas mehr Gefühl einsetzt und kompetente Darsteller zur Verfügung hat, kann man eine gute Comicumsetzung inszenieren. Das hat leider erst bei Interner Link"X-Men" geklappt. Ich bin schon mal auf "Spawn 2" (Anmerkung: bisher nicht erschienen) nächstes Jahr gespannt.

Da Michael Jai White nach ein paar Minuten sowieso unter einer Maske verschwindet, ist es nicht weitertragisch, dass er die Spawn spielt. Viel schauspielerisches Talent besitzt der Mann nämlich nicht und ist für mich nur ein kleiner "Möchtegern-Wesley Snipes", nur kann sein Vorbild wirklich cool sein (siehe Interner Link"Blade"). Allenfalls akzeptabel, aber wirkliche Emotionen kann der dem Höllenkäfer nicht verpassen.
Bleibt noch Martin Sheen der den Bösewichten spielen darf. Leider mangelt es aber an fiesen Taten und Ausstrahlung. Selbst bei der Ermordung von Simmons kommt er noch viel zu brav rüber. Er ist doch ein mächtiger Industriegigant? Wo bleiben die fiesen Aktionen? Warum wird nicht mal ein Verräter hingerichtet? Am Ende wird er sogar zum lieben Unschuldslamm ... Brauchte der Mann das Geld so nötig, dass er sich an so einem Film beteiligte? Na besten Dank ...

Die vorangegangene Veröffentlichung von Mawa/VCL hatte nur ein Letterbox-Bild, im direkten Vergleich scheint sich bei dieser DVD von Warner aber bis auf ein Hochrechnen der bestehenden Bildinformationen nichts getan zu haben. Nach wie vor ist der Detailgrad dürftig, der Film sieht oft aus wie eine TV-Produktion, obwohl auch positive Ausnahmen existieren. Die Farben sind beim generell dunklen Bild, das sich wohl der düsteren Atmosphäre des Films anpasst, trotzdem annehmlich ausgeprägt, ebenfalls mit leichten Schwankungen, die schon mal die Sättigung vermissen lassen. Kräftige Rottöne existieren zwar eher selten, nämlich dann, wenn Spawn sein Cape öffnet, die Farbgebung ist aber trotzdem ansehnlich und einer aktuellen (im Sinne von: Ende der 90er Jahre) Produktion durchaus gebührlich. Auch der Kontrast ist gut, aber stellenweise verbesserungswürdig, um bestimmte Einzelheiten im Film noch differenzierter auszuleuchten oder den Schwarzwert zurück auf echtes Schwarz zu leiten. Auch bei der Kompression hat man die kleinen Macken der Vorgänger-DVD mit seichtem Blockrauschen und Verpixelungen in schwierigen Übergängen übernommen. Hier sind 4 Punkte nicht mehr möglich.

Der Raumton versucht sich beim deutschen Ton lautstark über die hinteren Lautsprecher zu etablieren. Dabei werden nicht selten schöne Effekte erreicht, die dabei aber die Front übertönen und die Verständlichkeit der Dialoge angreifen. Beim Klang kann man kaum etwas bemängeln, außer dass der Ton irgendwie direkter sein könnte, als ob er bereits hier leichten Verzerrungen unterliegt, die man nur unterschwellig feststellen kann. Wie erwartet ist der Ton trotz allem dynamisch und störungsfrei. Lediglich ein größeres Bassvolumen in einigen Action-Szenen (die Explosion des Flugzeugs ist zu schwach) und das leichte Zischen in den Dialogen zieht die Wertung etwas herunter. Die Abmischung des Originaltons kommt mir etwas dünner vor, dafür hört man hier aber auch keine Dialogfetzen von den hinteren Lautsprechern heraus. Beim Deutschen hat man nämlich manchmal das Gefühl, dass der Frontton von hinten leise mithallt. Trotzdem ist die Abmischung noch lebendig genug und gut klingend, dass ich 4 Punkte vergeben möchte, auch wenn es wie beim Bild eher knapp zugeht. Für Hörgeschädigte stehen spezielle Untertitel zur Anwahl, die sich an den variierten Dialogen der Originalfassung orientieren.

Beim Bonusmaterial ist ein interessanter Audiokommentar hinzugekommen. Er wird flüssig und locker vorgetragen und besonders beim "Spawn"-Schöpfer Todd McFarlane wird es interessant. Die Filmemacher gehen hier vor allem auf die Unterschiede zur PG-13-Fassung ein, die in den USA im Kino ausgestrahlt wurde. Das Tolle am Audiokommentar ist die deutsche Untertitelung, so dass wirklich jeder Filmfan den Ausführungen folgen kann. Die sonstigen Extras sind bis auf das Musikvideo von Filter & The Crystal Method noch unbekannt. Über die Hintergründe der Spawn-Figur und die Umsetzung zur Filmfigur darf McFarlane dann noch einmal gesondert etwa 20 Minuten lang sprechen. Das Making Of kann dabei nicht ganz mithalten, da es eine durch den Hauptdarsteller anmodierte Tour durch den Film inkl. Entstehung einiger Spezialeffekte ist. Wie überall gibt es auch hierfür deutsche Untertitel. Den Schluss macht der US-Trailer. Damit bringt man zwar nicht alle Extras der alten DVD (man erinnere sich an die Texttafeln und das zweite Musikvideo) mit an Board, es ist aber sehr überzeugend, nicht zuletzt wegen des Audiokommentars.

Misslungene Realumsetzung der Comicserie "Spawn". Besonders die CGI-Effekte treiben den Zuschauer immer wieder zur Weißglut. Eine dämliche Story, ein paar Klauereien und ein wirklich nerviger Clown, der viel zu viel Platz im Film einnimmt, unterstützen das negative Gesamtbild. Das ging nach hinten los.
Die Neuauflage des Films von Warner entspricht abermals dem etwas längeren Director's Cut. Leider hat sich beim Bild fast gar nix geändert. Dafür kommt die bessere englische Tonspur dazu und einige Extras wie der Audiokommentar und die zwei 20minütigen Featurettes hatte man vorher auch noch nich parat.


Film+-----
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++++--


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Spawn
Spawn
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