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USA 1987
Originaltitel:Stepfather, The
Alternativtitel:Spur in den Tod 2
Länge:85 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Joseph Ruben
Buch:Carolyn Lefcourt, Brian Garfield, Donald E. Westlake
Kamera:John Lindley
Musik:Patrick Moraz
Darsteller:Terry O'Quinn, Jill Schoelen, Shelley Hack, Charles Lanyer, Stephen Shellen
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Dt. Trailer (1:47 Min.)
  • Engl. Trailer (1:46 Min.)
  • Slideshow (12 Bilder)
  • Artwork-Galerie (7 Bilder)
  • 4 Filmografien
  • Alter dt. Vorspann (1:40 Min.)
  • UK-Vorspann (1:34 Min.)
  • Trailershow
    • School Killer (1:42 Min.)
    • The Killer Next Door (1:26 Min.)
    • You're Killing Me (1:45 Min.)
    • Tödliche Absichten - The Uninvited Guest (1:35 Min.)
    • Halloween (3:12 Min.)
Jerry Blake, ein einfacher Immobilienmakler ist nie lange Single, was nicht nur an seiner besonders offenherzigen Art und seiner Ausstrahlung liegt, sondern auch daran, dass ihm zum Seelenglück stets das wohlbehütete Familienleben im trauten Heim fehlt. So hat er erst kürzlich zu Susan gefunden, einer Witwe mit Töchterchen Stephanie, doch schon hängt der Haussegen schief. Denn die schwierige Göre entwickelt gegen ihren Stiefvater eine Abneigung, die Jerry nur schwerlich überwinden kann. Erst durch das Ableben von Stephanies psychologischem Betreuer und Verbündeten tauen die Fronten ein wenig auf und der Harmonie steht nichts mehr im Wege. Andernfalls könnte es passieren, dass Jerrys Psyche ihm abermals einen Streich spielt und Amok laufen lässt, wie es ihm schon bei seiner "vorherigen" Familie geschehen ist ...
8 Jahre ist es her, dass ich "The Stepfather" das letzte (und erste Mal) gesehen hatte - vielen Dank an den netten Betreuer im Sommerlager, dessen Videosammlung vom Interner LinkTeufeltanz über die Interner Link"Hellraiser"-Teile und alles mögliche umfasste, was meine jetzige Bahn als Horrorfan nicht unwesentlich beeinflusste. Meine Erinnerung ist blass, aber das gute Gefühl, hiermit einen wirklich guten Horror/Thriller gesehen zu haben, behielt ich bis zur Wiederveröffentlichung auf DVD im letzten Jahr 2003. Leider ist das, was man sich in seiner Jugend anschaute, bei späterer und genauerer Betrachtung nicht mehr ganz so spektakulär und toll, aber Joseph Rubens Beginn der Trilogie hat sich seinen Glanz bewahrt.

Mit Sicherheit liegt das wohl am realitätsnahen Charakter der Geschichte, der trotz klarer fiktiver Grundlage eine spannende Geschichte zu vermitteln vermag und die Horrorkomponente geschickt dazwischen einsetzt, anstatt dem 08/15-Standard im Slashergenre hinterherzurennen, den man nach einem Mal Anschauen gern wieder vergisst. Bereits der packende Score, welcher sehr viel mehr ist als das übliche Synthie- oder Rockgedudel, gewährleistet schaurige anderthalb Stunden "Mörderstimmung". Bevor aber das Blut fließt, wird Wert auf die Figuren gelegt, besonders im Falle des verstörten Psychopathen wurde der Hintergrund außerordentlich sauber ausgearbeitet. Standesgemäß beginnt "The Stepfather" mit einem Zwischenfall, zeigt die Bluttat aber nicht im Geschehen, sondern nur die Auswirkungen. Aber auch diese werden fast nur beiläufig präsentiert, nachdem sich der "Stiefvater" Jerry Blake seiner blutigen Kleidung, seines Vollbarts und damit seiner früheren Identität entledigt hat. Man könnte meinen, man hätte gerade in das Ende des ersten Teils eingeschalten oder den Rückblick des Prequels vorgesetzt bekommen - von abgeklärten Strukturen ist also nicht die Spur.

Der Umbruch zur neuen Existenz inkl. neuer Familie erfolgt beispielsweise auf eine sehr geraffte Art, die tempodrosselnde Elemente und Details auslässt, um den Spannungsaufbau nicht zu gefährden. Die herbstliche Atmosphäre und der Einblick in die Gewaltbereitschaft des Saubermanns lässt einen stetig wachsenden Spannungsbogen entstehen, der den Zuschauer fesseln wird. Größten Anteil daran hat der fadenscheinig harmoniesüchtige Wohnungsmaklers Blake selbst, der auf der Suche nach dem trauten Familienglück stets sehr dünn am Abhang des Wahnsinns wandelt. Eigentlich hapert es ja nur an seiner Tochter, die als schulisches Problemkind bekannt ist, den neuen Pappi nicht traut (zu Recht!) und bald schon den ersten Freund anschleppt, was Jerry zur Weisglut treibt. Frei nach dem bekannten Slasher-Motiv ist sie der Stein des Anstoßes, aber nicht gleichzeitig die Art von naivem, nach Schema F charakterisierbarem Spaßluder, welchem das gewaltsame Ableben auf die Stirn tätowiert wäre. Ohne nervige Teenie-Shows abzuziehen, spielt sich beinahe ebenbürtig zu Blake die zweite Hauptrolle und ersetzt durch gesunde Neugier und Argwohn die Funktion ihrer vor Liebe erblindeten Mutter, welcher vom Skript nur mit einer Statistenrolle bedacht wurde.

Auch wenn nie mehr als Vermutungen über die Ursache seines krampfhaften Perfektionswunsches ausgesprochen werden, kann der Zuschauer sich denken, dass eben jenes zerrüttete Familienleben in seiner Jugend ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist: eine tickende psychologische Zeitbombe. So rastet der äußerlich verständnis- und liebevolle Ehemann mal kräftig im Keller aus, lässt so richtig die Sau raus und kramt hektisch fuchtelnd in allerlei Schnittwerkzeugen herum, mit der er der heimischen, undankbaren Brut in naher Ferne den Garaus machen wird - neben seiner Vorliebe für rotschwarze Holzfällerhemden die zweite Ähnlichkeit zur Fred Krueger-Figur. Für solche absolut grandios gespielten Szenen gebührt dem Darsteller Terry O'Quinn natürlich jede Menge Respekt, denn einen derart wütenden, unberechenbaren Psycho hat man seit Interner Link"Shining" nicht mehr gesehen. Aber auch in konfliktlosen Situationen sprühen seine Augen nur so vor Wahnsinn und innerlicher Tobsucht. Selbst beim Sex mit seiner "Geliebten" (oder: "Mittel zum Zweck"?) scheint ihn dieses diabolische Funkeln nicht zu verlassen - mag es daran liegen, weil in seiner Familienplanung nur Platz für eine platonische Beziehung ist oder weil ihm als Kind gar Fürchterliches geschehen ist, das darf jeder Zuschauer für sich weiterspinnen. Das Skript lässt Erklärungen dahingehend aus, wofür ich aber dankbar bin, denn all zu oft werden spätestens bei derart "sozialkritischen" Studien die Zuschauer von peinlich wirkenden Klischees und abgehangenen Filmszenen gelangweilt. Eins weiß man aber: Dieser Mann besitzt eine extrem kurze Zündschnur, welche von innen nach außen brennt, und zudem ist er recht intelligent und wandlungsfähig, was eine gefährlich Mixtur darstellt. Es sei nur eine Frage, wie man den beruflichen Stress handhabt, erläutert Jerry auf die Frage, ob er trotz seines stressigen Jobs nachts gut schlafen kann, und im nächsten Moment zertrümmert er den wissbegierigen Schnüffler den Schädel. Hier wird dann auch mal mehr gezeigt, als im herkömmlichen Thriller, Gewalt ist eben real und Blut spritzt nicht in meterlangen Fontänen, sondern ergießt sich dunkel über den zertrümmerten Verletzten - nur ein weiterer Vorgeschmack auf das, was passieren könnte, falls Jerry unter dem ihm selbst auferlegten Druck zusammenbricht und seiner Wut freien Lauf lässt.

"The Stepfather" gipfelt recht unkonventionell, weil das Schema des fremden Retters (der junge Mann, der seine Schwester durch Blake verlor) herrlich kompromisslos zerschlagen wird -mehr wird nicht gespoilert-, für den nötigen Blutgehalt ist aber auch hier gesorgt, so dass man sich wieder einen Schritt näher zum Horrorfilm bewegt. Schade eigentlich nur, dass der Showdown noch durch eine kurze "Was geschah danach"-Szene aufgelockert wird, ein sich vom Schlachtfeld entfernender Zoom mit langsamer Ausblendung und einem tragischen Instrumentalstück hätte mir besser gefallen. Was soll's, dafür gibt's an anderer Stelle einprägsame Szenen zur Genüge ... "Wait a minute. Who am I here?" - Göttlich!

Bevor ich zur Bildbewertung komme, noch einen kurzen Einwurf zum Bildformat. Das auf dieser DVD vorzufindende Bild ist im Format 1,85:1, löblicherweise sogar anamorph. Am Trailer erkennt man aber deutlich, dass die Vollbild-Variante nicht nur Resultat des Pan&Scan-Verfahrens ist, bei dem man aus einem originalen Widescreen durch teilweises Abschneiden der Seiten zu einem 1.33:1-formatigen TV-Bild kommt. Im Trailer ist dadurch am unteren Rand mehr zu sehen als im Film selbst. Möglich ist, dass das DVD-Ausgangsmaterial nachträglich gematted wurde (am oberen und unteren Rand schwarze Balken über das Bild legen), möglich aber auch, dass die Widescreen-Version vom Regisseur so gewünscht war. Ich kann es nicht genau sagen. Das Bild dieser DVD macht zuerst einen guten Eindruck, vor allem in hellen Szenen wird bis auf eine herbstlich milde Farbgebung, die man gern als typischen B-Movie-Look abtun darf, eine gute Optik erreicht mit einer altersgemäßen Schärfe, die für heutige Verhältnisse im oberen Mittelmaß einzuordnen ist. Die Konturen sind weitestgehend gut hervorgehoben, die Detailschärfe aber wie nicht anders zu erwarten nur mäßig. Eine Szene ist mir aber wirklich schlecht aufgefallen: In der 4. Minute, als der Hauptcharakter die Treppe hinabgeht, wird der Hintergrund sehr unscharf und auch später erkennt man immer wieder stehende Rauschmuster, die zugleich leichte Nachzieheffekte in sich bergen. Schade, wäre das Technische besser und (mal ausnahmsweise) ohne Filter gelöst, hätte ich keine Probleme, vier Punkte zu vergeben.

Beim Ton gibt es den deutschen Stereoton und einen (Marketing-typischen) Upmix auf Dolby Digital 5.1, auf den man gerne verzichten kann, falls man nicht alle Toninformationen auf allen Lautsprechern gleichzeitig und gleichmäßig laut hören möchte. Die dt. Synchronisation ist sehr sauber und sehr deutlich, im Vergleich zur englischen Version sogar ein wenig lauter, trotzdem werden leichte Verzerrungen in der Musik oder der Geräuschkulisse deutlich. Die englische Version ist bis auf die Sprecher gleichwertig, denn diese lassen durch einen kratzigeren Eindruck deutlich das Alter des Materials erkennen. Andererseits ist besonders die Originalstimme von Terry O'Quinn ausdrucksstärker, was den O-Ton wiederum interessant macht. Ein leichtes Rauschen ist bei beiden zu hören, trotzdem noch ein befriedigender Gesamteindruck.
Neben einer fünfteiligen Trailershow aus dem Marketing-Programm befinden sich der deutsche und der englische Trailer auf DVD, wobei man dem Ersteren eine sehr miese VHS-Qualität bescheinigen muss. Ebenso vom Tape kommt der "Alte dt. Vorspann", der sich aber ebenso wie der UK-Vorspann kaum vom Original auf dieser DVD unterscheidet, weswegen mir beide Features nur wenig wert sind. Bilder zum Film und weiteren Coverartworks findet man in 2 selbstablaufenden Bildergalerien und weiterhin sind die Filmografien der drei Hauptdarsteller plus die des Regisseurs enthalten. Leider ist man in dieser Sektion schnell durch.

Lasst euch nicht vom kindischen deutschen Untertitel "Kill, Daddy, Kill" abschrecken, denn anders als in 90% aller B-Movies wird hier eine wirklich interessante Geschichte erzählt, die real wirkt und natürlich mitreißt. Klare Empfehlung für diesen kompakten Psychothriller mit Horroreinschüben, der auf dieser Marketing-DVD ein moderates Bild, Ton und Extras aufweist.


Film++++++
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


Druckbare Version
Stepfather, The
Stepfather 2, The
Spur in den Tod 2 (The Stepfather)
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