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HK, USA 1975
Originaltitel:Cleopatra Jones and the Casino of Gold
Alternativtitel:Cleopatra Jones Meets the Dragon Lady
aka. Nu jin gang dou kuang long nu
Länge:92:16 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Charles Bail
Buch:Max Julien, William Tennant
Kamera:Alan Hume
Musik:Dominic Frontiere
SFX:Milt Rice
Darsteller:Tamara Dobson, Stella Stevens, Ni Tien, Norman Fell, Albert Popwell, Caro Kenyatta, Shen Chan, Christopher Hunt, Chen Chi Lin, Locke Hua Liu, Eddy Donno, Bobby Canavarro, Mui Kwok Sing, John Cheng, Tony Lee
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2,4,5
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Holländisch, Arabisch, Schwedisch, Finnisch, Tschechisch, Kroatisch, Slowenisch, Griechisch, Ungarisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:23.07.2004 (Kauf)
Specials:-
Special Agent Cleopatra Jones weiß, durch welche dunkle Kanäle das Heroin von Hongkong in die USA geschleust wird - und sie hat sich vorgenommen, diese Kanäle ein für alle Mal trocken zu legen. Doch dabei gerät sie ins Fadenkreuz der Drachenlady - sie ist die nymphomanische Chefin des Drogenkartells. Vor dem atemberaubenden Panorama von Hongkong und Macao muss Cleo unversehens lebensgefährliche Abenteuer bestehen. Aber sie steckt nicht ein - sie teilt aus - was nicht nur die bösen Buben zu spüren bekommen, sondern auch manches Haus, das ihr im Weg ist und dabei zu Bruch geht. Richtig heiß wird es, als Cleo sich in die üppig ausgestattete Spielhölle der Drachenlady wagt ...
Im Zuge der Anfang der Siebziger populären Blaxploitation-Welle erhielt auch das schwarze Modell Tamara Dobson ("Chained Heat") die Gelegenheit in zwei unwichtigen Abenteuern als Agentin Cleopatra Jones ihr mittelprächtiges Schauspieltalent unter Beweis zu stellen. Ihr zweiter Auftrag führte sich nach Hongkong, wo man mit mäßigem Erfolg die Franchise mit den boomenden Kung Fu-Filmen zu verknüpfen versuchte. Bei dem Versuch blieb es allerdings auch, denn die meist relativ zahme Action zeigt sich von erstaunlich unspektakulärer Natur und die Mission selbst ist von Anfang an eine viel zu leicht durchschaubare und dazu leider auch extrem einfallslose Angelegenheit. Wenigstens kann ausreichendes Lokalkolorit der exotischen Metropole den Zuschauer noch ein wenig kitzeln. Über seine sehenswerten Schauplätze bietet "Cleopatra Jones and the Casino of Gold" leider keinerlei Hingucker.


Regisseur Charles Bail beschäftigt sich von Anfang an am liebsten mit seinem großmäuligen Paradiesvogel Cleopatra Jones, die ihre Schminke scheinbar mit der Spritzpistole aufträgt und für jede Szene in ein neues, schrilles Kostüm wechselt, die den Grad der Geschmacklosigkeiten in ungeahnte Höhen treiben. Ihre Mission bleibt bis zum Schluss eine lästige Nebensache, die es parallel zu erzählen gilt.
Kurz nach ihrer Ankunft in Hongkong keult sie sich gleich mit den ersten zwielichtigen Gestalten, will mit dem Kopf durch die Wand, mit ihrem dortigen Vorgesetzten am besten gar nichts zu tun haben und mit ihrer Power als Einzelgängerin die Mission erfüllen. Ihr Ziel ist ein global operierendes, chinesisches Drogenkartell, das Probleme mit seinen eigenen Angestellten hat. Ihre beiden Undercover-Agenten Matthew (Albert Popwell) und Melvin (Caro Kenyatta), natürlich wieder schwarz, vorlaut und furchtbar geschwätzig, sind als Kuriere versehentlich zwischen diese Fronten geraten und müssen von Cleo nun rausgeboxt werden. Support erhält sie durch die chinesische Privatdetektivin Mi Ling (Ni Tien) beziehungsweise ihrem Rattenschwanz an Helfershelfern, als sie sich schließlich doch eingestehen muss, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen ist.


Trotz aller Bemühungen dem ohnehin schon reichlich kuriosen Spektakel mit ein paar außergewöhnlichen Gadgets und der überheblichen Bösewichtin Bianca Javin (Stelle Stevens, "The Poseidon Adventure"), eine abgebrühte Casino-Besitzerin, "Cleopatra Jones and the Casino of Gold" ein paar Bond-Allüren einzutrimmen, um nebenher noch eine weitere Klientel zu bedienen, stellt sich bei aller Vielfalt kein kurzweiliges Filmvergnügen ein.

Die durchaus breit gefächerten und relativ häufigen Actionszenen sind von vielfältiger Natur, allerdings genauso unspektakulär choreographiert. Nicht einmal die Martial Arts-Szenen wissen zu überzeugen und selbst während der Verfolgungsjagden müht sich weniger der Kameramann und dafür umso mehr Komponist Dominic Frontiere ("Brannigan"), in Gedanken scheinbar fast ständig bei Lalo Schifrin, dem Treiben Rasanz einzubläuen.


Der Plot kleckert nebenbei vor sich hin und tut dem Zuschauer bestimmt keinen Gefallen, in dem er kein Geheimnis für sich behalten kann und alles brühwarm serviert, ohne dass man sich Zusammenhänge erarbeiten muss. Der ohnehin kaum existenten Spannung hilft diese ungeschickte Erzählweise freilich genauso wenig wie die zunehmend nervigere Super-Agentin Cleo mit ihrem vorlauten Prollgehabe. Sie kloppt sich durch Horden von Schergen, liefert sich Verfolgungsjagden, holt sich einen Rüffel von ihrem Boss ab und macht danach genauso weiter bis sie endlich auf Bianca Jevin trifft, die einerseits kurzen Prozess mit illoyalen Mitarbeitern macht, nach außen aber die liebenswerte Leihmutter spielt.


Zum krönenden Abschluss wird wenigstens noch ein Casino minutenlang und mit etlichen Toten in Schutt und Asche gelegt, wobei die Umsetzung auch da keine Bäume ausreißt, jedoch einen immerhin versöhnlichen Abschluss bildet. Die Krawallorgie bietet immerhin ein paar halbwegs geglückte Stunts auf und entledigt sich in einer Massenkeilerei etlicher Handlanger, damit der Zuschauer einen ordentlichen Bodycount begaffen kann. Zu diesem Genrebastard brauchen sich letzten Endes trotzdem nur Interessierte bewegen, die mal wieder gern und tief ins Kuriositätenkabinett greifen. Alle anderen werden daran kaum Gefallen finden.


Das Bild dieser 2004er DVD hat eine gute Aufarbeitung bekommen, ist aber trotzdem noch wechselhaft in der Qualität. Für einige gehören kleinere Kratzer oder ein pumpendes Flächenrauschen (selten) vielleicht dazu. Hier liegt kaum das Problem, sondern in einigen dunklen Szenen, die etwas Kontrastleistung als auch Schärfe gebrauchen könnten. Dafür ist die Leistung beim restlichen Material umso besser. Besonders die Farben schillern prächtig, aber auch die Plastizität erreicht manchmal echte Höchstleistungen. Für einen Film dieses Alters ist es echt erfreulich, wenn z.B. bei Außenszenen auch noch der Hintergrund gut erkennbar bleibt und Bewegungen gleichmäßige Schärfe tragen, auch wenn man das Bild im Gesamten nicht als gestochen scharf bezeichnen kann.


Leider hat man das Mono-Original auch nur auf den Center gequetscht, wo doch eine Dopplung auf die Stereo-Lautsprecher einen angenehmeren Klang erzeugt hätten. Beide Sprachfassungen sind sehr zufriedenstellend und verhältnismäßig sauber. Im Deutschen überzeugt sogar der Hochtonbereich, während das Original dort ein klein wenig verwaschen und manchmal auch etwas dumpft klingt. Die Originalsprecher sind trotzdem durch nichts zu ersetzen, besonders nicht von der ungelenken deutschen Synchro, die daran scheitert, den Wortwitz und die Coolness der Dialoge ins Deutsche zu übertragen. Auch Cleos Stimme ist gewöhnungsbedürftig, weil diese Synchronsprecherin mit ihrer tiefen, rauchigen Stimme sonst eher für ältere Mütterchen eingesetzt wird. Deutsche und englische Untertitel helfen zumindest teilweise über diesen Misstand hinweg.



Das Bonusmaterial ist leider wie bei vielen Warner'schen Titeln des Backprogramms völlig leer. Da zumindest die technische Qualität der Scheibe stimmt, ist das zu verschmerzen.

Magerer Versuch Blaxploitation mit Kung Fu zu kombinieren. Hongkong kann als wuseliger Schauplatz mitsamt seiner abwechslungsreichen Kulissen einmal mehr überzeugen, die flaue Regie Charles Bails, die eigentlich nebensächliche und furchtbar uninteressante Geschichte sowie die irgendwann nur noch nervige Hauptdarstellerin zeugen genauso von Unvermögen wie die schlampig und unspektakulär umgesetzten Actionszenen. "Cleopatra Jones and the Casino of Gold" darf man sich zu Gemüte führen, um mit eigenen Augen zu sehen, was die Produzenten hier alles unterbringen wollten, mehr Argumente liefert der Film dann aber auch nicht.


Film+++---
Bild++++--
Ton++----
Bonus------


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Fall für Cleopatra Jones, Ein
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