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HK 1975
Originaltitel:Invasion aus dem Innern der Erde
Alternativtitel:Chinese Superman
aka. Infra Superman, The
aka. Infra-Man
aka. Super Inframan, The
aka. Invasion aus dem Inneren der Erde
aka. Chung kuo chao ren
Länge:84:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Shan Hua
Buch:Kuang Ni
Kamera:Tadashi Nishimoto
Musik:Yung-Yu Chen, Toru Fuyuki
Darsteller:Danny Lee, Terry Liu, Hap Wong, Yuan Man-Tzu, Lin Wen-wei, Shu-Yi Tsen, Chien-Lung Huang, Lu Sheng, Bruce Le, Yang Chiang
Vertrieb:Starlight
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch
Untertitel:Deutsch für nicht synchronisierte Szene
Verpackung:DigiPack im Schuber
DVD-Start:31.03.2006 (Kauf)
Specials:
  • Original Trailer (3:47 Min.)
  • New Release Trailer (1:05 Min.)
  • Bildergalerie (16 Bilder)
  • Artwork-Galerie (43 Bilder)
  • Filmografien:
    • Inframan (14 Seiten)
    • Prinzessin (2 Seiten)
    • Professor (6 Seiten)
    • Tochter (1 Seite)
    • Regisseur (2 Seiten)
  • Alter dt. Vorspann (1:45 Min.)
  • Alter dt, Abspann (0:57 Min.)
  • Behind the Scenes-Galerie (16 Seiten)
  • Kinoaushangfotos (16 Bilder)
  • Presseheft (21 Seiten)
  • Weiter Highlights:
    • Koloss von Konga (1:00 Min.)
    • Xaver und sein außerirdischer Freund (2:00 Min.)
    • Crazy Zombies - Ein Sprung in der Schüssel (1:31 Min.)
    • Car Napping (3:08 Min.)
    • Daniel, der Zauberer (1:19 Min.)
    • Onkel Otto (1:43 Min.)
    • Neues aus Uhlenbusch (0:48 Min.)
Unwesen aus dem Inneren der Erde bedrohen unseren Planeten. Die modernste Technik des Atomzeitalters ist ohnmächtig gegen die elementaren Urgewalten. Da entwickelt ein Wissenschaftler eine Geheimwaffe: den "Infra Superman" ...
- "Wenn ihr den Professor findet, dann tötet ihn! Und lasst auch von den anderen niemanden mit dem Leben davonkommen! Und vergesst nicht, dass die Anlage vollständig vernichtet werden muss! Im Namen des Bösen, greift an!!" (Dämona)

Was tun, wenn die Kung-Fu-Welle schon wieder am Abflauen ist, wenn sich Godzilla bereits 15 Mal auf den Leinwänden tummelte und schon unzählige Fantasiewesen in die Flucht schlug, womit die Kinosäle abermals füllen, mit welchem Helden? Im Falle von Shaw Brothers muss es wohl geheißen haben: Lasst uns ausholen zum finalen, alles vernichtenden Schlag, ausgeführt vom Schrecken sämtlicher Superschurken. Hier ist der INFRAMAN!! Fand ich schon Interner Link"Supersonic Man" sehr ansprechend, weil er diese verspielten, obertrashigen Superhelden-Elemente noch eine Spur überdreht hatte, dann muss ich feststellen, dass "Invasion aus dem Innern der Erde" die kunterbunten Anwandlungen mit für Shaw Brothers typischen Kung-Fu-Keilereien und dem besten, was Godzilla schon zu bieten hatte, mischt.



Die Geschichte mag antiquiert sein und typisch naiv für das Genre, ist aber glücklicherweise eh nur ein Aufhänger für ein wildes Treiben, welches aus heutiger Sicht gar nicht mehr möglich wäre. An der Spitze der finstren Mächte steht kein Dr. No und auch kein Goldfinger, sondern ein Wesen direkt aus der Hölle: Als Dämona stellt sich die illustre Herrscherin aus den Tiefen des Teufelsberges unwirsch vor und macht mit sichtlich extrovertierter Kleiderwahl sofort deutlich, dass es ihr mit ihrem diabolischen Plan sehr ... ähem, wie alles im Film ... ernst ist. Also mal ehrlich: Terry Liu, im Original mit dem Rollennamen "Princess Dragon Mom" unterwegs, präsentiert hier mit goldenen Zöpfen, gehörtem Wikingerhelm und "Brust"-Panzer eine ganz exquisiten Geschmacksfasching, der sich wohl an kriegerische Gestalten deutscher Sagen wendet. Um sich scharrt sie die furchtbarsten Monster, die der Kostümfundus je erblickt hat, um mit ihnen und einem Heer an Totenkopf-Soldaten (ein besserer Name fiel mir für die fiepsigen Statisten nicht ein) die Welt innerhalb von 3 Tagen ins Chaos zu stürzen, falls sich die Menschheit nicht vor der neuen Herrscherin unterjochen lässt. Eine gewisse unterschwellige Komik lässt sich in den Szenen, in denen sie vor ihrem Fußvolk innerhalb einer riesigen Höhle thront, natürlich nicht vermeiden. Aber vorerst gehen wir etwas näher zum Anfang des Filmes ...


Jener beginnt schon mal klasse mit einem feurigen Inferno, hervorgerufen durch ein Erdbeben, dem ein Familienvater zum Opfer fällt. Die Vorliebe der Asiaten, solcherlei Szenen in fast schon statischer Bedrohlichkeit zu überdramatisieren und mit einer Menge liebevoll gestalteter Miniatur-Bauten tricktechnisch anzureichern, greift voll auf diese HK-Produktion über. Natürlich bleibt eine derartige Naturkatastrophe nicht unentdeckt und wir wenden uns dem ersten der drei Haupthandlungsorte zu, einer riesigen Schaltzentrale, wie es sich das SciFi-Genre der 70er Jahre nicht besser hätte ausdenken können. Im kreisrunden Komplex blinken und piepen Unmengen an bunten Lichtern und Schalttafeln im Hintergrund läuft scheinbar gerade ein Tetris über die wichtig aussehenden, funkelnden Geräte. Inmitten dieses Zentrum des Wissens überwacht Professor Liu die Geschehnisse in unendlicher Weisheit, wie es sich eben für DEN Superwissenschaftler gehört. Nicht mal der nächste Erdstoß kann sein ruhiges Wesen erschüttern, denn während seine uniformierten Mitarbeiter zittern und durch die Gegend fliehen, demonstriert er anmutig, woher ein Chefsessel seinen Namen bekam. Als ihn die Nachricht des bevorstehenden Weltuntergangs ereilt, ist es natürlich an seiner Nation und insbesondere an ihm, mittels eines lang gehegten Plans das Unheil abzuwenden. Denn irgendwo in seinen Schubladen schlummern ja noch die Pläne zur menschlichen, unbesiegbaren Superwaffe. Und nicht lange dauert es, bis der Freiwillige für das todesgefährliche Experiment gefunden ist.



Bis hierhin wird ja bereits eine Menge Action der alten Schule geboten. Während der Inframan unter hochkomplexer Maschinerie gedeiht, die wohl jedem Set-Designer höchsten Respekt abringen dürfte und einmal mehr den unheimlichen Detailgrad der Ausstattung verdeutlicht, wird an anderer Stelle beispielsweise ein VW-Käfer (der Ton macht daraus natürlich einen Formel 1-Truck) zerquetscht und ein baumartiges Wesen versucht im Auftrag von Dämona den Laborkomplex zu zerquetschen.
Und damit kommen wir zum interessantesten Aspekt von "The Infra Superman", nämlich den Gegnern unseres roten Helden: Hier versucht man wirklich die abgefahrendsten Motive zu verpacken. Um eure Vorstellungskraft anzuheizen, bitte ich euch mal folgende Szenerie vor Augen zu führen: Ihr seit in Disneyland und vor euch stehen die verschiedensten Maskottchen der Comic-Schmiede, aufgereiht in einer Linie, verpackt in übergroße Stoffköpfe und ständig hüpfend und wackelnd, als befänden wir uns in einem Troma-Film, in welchem die Statisten ständig auf sich aufmerksam machen wollen. Nun zurück zur Monsterhölle im Teufelsberg, in welcher eben jene Figuren wieder Spalier stehen und dabei nicht still stehen können, nur dass statt Donald ein baumartiges Konstrukt im Kostüm steckt, kein Goofy, sondern ein Wesen mit Bohrerhänden darunter ist und der Rest mit gleichfalls fantasiereichen Kämpfern aufgefüllt ist. Weiterhin treffen wir im Verlauf des Films auf einen bärtigen Wächter mit Napalmwerfer, auf ein zotteliges Teufelsmonster und ein Robopärchen mit federnden Gliedmaßen, welches das entscheidende Finale in einer Kampfchoreografie bestreitet, die man einfach gesehen haben muss. Um es kurz zu fassen: Disneyland und die Monstren aus dem Inneren der Erde sind nicht so weit voneinander entfernt, verhalten sich beiderseits dämlich und können hier wie da keinem Kind Angst einjagen.



Entsprechend verhalten sich diese Viecher auch, schauen in ihren wallenden Kostümen, unter denen ganz offensichtlich Menschen stecken, sehr drollig aus und sind für den Inframan nur kurzweiliger Zeitvertreib, auch wenn durchaus tödliche Strahlung oder verbrennendes Feuer zum Einsatz kommt und unser Held anfangs noch nicht einmal über seine späteren Superhände verfügt. Absolutes Kuriosum unter den ohnehin schon ungewöhnlichen Kämpfern, die sich auf Godzilla-Größe aufblasen können und sich dann vor Miniatur-Kulisse schwerfällige Gefechte liefern, dürfte das Spinnen ähnliche Wesen sein, welches durch sein Äußeres bereits für tödliche Lachkrämpfe beim Gegner sorgen sollte, stattdessen aber auf herkömmliche Weise Netze auswirft, um die Beute schließlich zu verbrennen. Irgendwann beginnt dann auch einer der unzähligen Kämpfe, bei denen der Inframan von einer Schar an Laboragenten begleitet wird, die sich entweder dem jeweiligen Supergegner stellen und als Kanonenfutter enden oder sich mit dem weitaus verhältnismäßigeren Fußvolk des Gegners prügeln.


Entgegen dem Prinzip damaliger HK-Schwarten fließt innerhalb der Kämpfe keinerlei Blut und die Choreografien sind auch nicht vergleichbar mit ernsthaften Produktionen dieser Zeit. Ausgleich schaffen da die verschiedenen Angriffstechniken der Monster und die oder andere fiese Finte von Dämona, die zum Schluss natürlich auch in den Kampf mit einsteigt. Da fliegen dann wortwörtlich die Puppen und es wird bewiesen, dass großer Blödsinn gleichzeitig auch ganz großes Kino sein kann. Denn irgendwie ist der gesamte schräge Kram, der uns hier an Technik und wundersamen Kämpfen vorgegaukelt wird, mit all den Jahren zu einem absolut sympathischen, ehrlichen Superhelden-Trash gereift, der so wunderbar harmlos zugleich ist, dass man Derartiges doch glatt ein wenig vermisst.



Abschließend kann ich nur mein Erstaunen über dieses grandiose Regiedebut von Shan Hua aussprechen. Inhaltlich wie inszenatorisch kann sich "Invasion aus dem Innern der Erde" natürlich nicht mit anderen Filmen oder Genres messen. Gerade aber im Trash-Bereich darf sich der Film die Krone aufsetzen als ein gelungener Versuch, verschiedenste Genres zu vermischen und mit einem gewagten Zusatz an völlig absurden, fast schon kindischen, aber immer sehr vergnüglichen Szenerien den Zuschauer zu unterhalten. Dabei kommt niemals Billig-Feeling auf, weil die Ausstattung und die Sets, meist eine nah dem Meer gelegene, kleine Insel, einfach mit viel Aufwand erstellt worden, wie man es eben auch von Shaws Kung Fu-Klassikern gewohnt ist. Danny Lee war später u.a. in Interner Link"Der Koloss von Konga" wieder zu sehen, der als Nächstes auf meiner Liste steht.


Zum technischen Teil: Der Film glänzt förmlich nach der Restauration, die Shaw Brothers dem hauseigenen Werk spendiert hat. Das einzige Manko liegt vielleicht noch beim Kontrast, der mitunter Objekte zu hell darstellt und daher etwas stark aufblendet. Das dürfte aber weniger stören, wenn man sich die sonst so formidable Optik vor Augen hält. Die Farben erstrahlen in kräftigsten Tönen und machen das kunterbunte Treiben zu einem Fest für die Augen. Auch die Schärfe ist sehr überzeugend und das Bild wirkt plastisch genug, ohne dabei die etwas weiche Charakteristik jener Zeit zu verlieren, die man einfach erwartet. Zusätzlich sind sämtliche Verunreinigungen entfernt und nur noch wenige Szenen wirken unscharf. Ein unverkennbares Problem hat die DVD dann aber doch und die macht das mehr als zufriedenstellende Vorhaben wieder zunichte: Das Ghosting ist hierbei zu stark und lässt Schwenks wie auch die schnellen Action-Szenen verwischen. Außerdem ist die Kompression in solchen Momenten sichtlich beschäftigt und produziert Blockartefakte und Farbverfälschungen.



Wenn man noch nicht richtig wach sein sollte, beim überlauten Starlight-Vorspann noch schlummerte und dem ziemlich unnötigen Dolby Digital-Vorspann fairerweise keine Beachtung geschenkt hat, dann prügelt einen der spätestens der Filmbeginn mit brachialem 5.1 wach. Die Möglichkeit, den 5.1-Sound überhaupt anzuwählen, würde ich nicht empfehlen wahrzunehmen, denn das anscheinend monaurale Geplärre aus allen Boxen ist wenig erfreulich und bringt dem Film rein gar keinen Zugewinn. Statt solcherlei Unsinn wäre eine Investition in eine generelle Restauration begrüßenswert gewesen, denn der brüchige, meist dumpfe und mit hörbaren Rauschen untermalte Ton kann weder sein Alter noch den Trash-Status des Filmes verbergen. Wenn er in den leisen Sequenzen nicht mit deutlicher Intensität rauscht, dann wird ein negativ drückender Sound mit ausbleibenden Höhen geboten. Das hat natürlich den Vorteil, dass dort keine oder nur geringste Verzerrungen entstehen können und Knackser nur äußerst selten durchdringen. 2 Punkte sind es also noch, aber mit den klaren Tönen, die im Trailer zur Neuauflage des Filmes (siehe Bonusmaterial) zu hören sind, hat das hier wenig zu tun. Wie auf der Rückseite der Verpackung bereits erwähnt wird, sind kurze Sequenzen, die keine Eindeutschung bekommen haben, mit deutschen Untertiteln versehen worden. Warum man diese allerdings fest ins Bild brachte und dafür die deutsche Untertitelspur leer ließ, ist mir unverständlich.


Sehr ansehnlich ist wieder mal das kunterbunte DigiPack der deutschen Veröffentlichung von Starlight geworden, welches einen Ausdruck eines alten Artworks in Postkartengröße enthält. Auf der DVD selbst wurde einiges an Bonus aus einer VÖ asiatischer Herkunft übernommen, vermute ich zumindest. Bei den inhaltlich hervorragenden, wenn auch zu klein aufgelösten Bildergalerien ist das noch völlig egal, denn hier bekommt man neben Aushangfotos, Artwork-Schnappschüssen und sogar Bildern der Figuren noch ein paar Auszüge aus den Storyboards zu sehen. Die selbstablaufenden Filmografien sind dann wieder so eine Sache, die man sich zwar anschauen kann, es aber sicherlich wegen der trocken aufbereiteten Informationen nicht tun wird. Hier sollte das Label endlich dazu übergehen, mehr als nur Titelauflistungen zu präsentieren. Der deutsche Vor- und Abspann stammt vom Tape ab und besitzt nun keinen wirklich Unterhaltungs- oder Informationswert. Noch einmal von Interesse dürften die drei folgenden Galerien sein, der Rest sind dann Trailer.


Film++++--
Bild++++--
Ton++----
Bonus++----


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NewsMonster machen Mobil 3 - SciFi-Horror-Fantasy-Festival - Hamburg 30.3.-1.4.2012
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