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USA, CAN 2000
Originaltitel:Art of War, The
Alternativtitel:Art de la guerre, L'
Länge:113:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Christian Duguay
Buch:Wayne Beach, Simon Barry
Kamera:Pierre Gill
Musik:Normand Corbeil
SFX:Hybride Technologies, Intrigue
Darsteller:Wesley Snipes, Marie Matiko, Donald Sutherland, Maury Chaykin, Anne Archer, Michael Biehn, Cary-Hiroyuki Tagawa, Liliana Komorowska, James Hong, Paul Hopkins, Glen Chin, Ron Yuan, Bonnie Mak
Vertrieb:20th Century Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:13.12.2001 (Kauf)
Specials:-
Er ist Agent und Waffe in einer Person - und offiziell gibt es ihn gar nicht, denn Agent Neil Shaw (Wesley Snipes) arbeitet verdeckt im Auftrag der UNO. Alles ändert sich, als man ihm den kaltblütigen Mord an einem chinesischen Botschafter unterschiebt und ihn als Hauptverdächtigen verhaftet. Doch er kann fliehen und beginnt, den wahren Mörder zu jagen. Gnadenlos gehetzt vom FBI und asiatischen Killern, stößt er auf eine blutige Verschwörung, die die Welt in eine Katastrophe stürzen kann.
Noch von Interner Link"Blade" beflügelt, musste Wesley Snipes auch in den folgenden Jahren feststellen, dass er abseits einer Paraderolle schwierig zu besetzen ist und sogar auf Fernsehproduktionen ausweichen musste. Die Durststrecke bis zu Interner Link"Blade II" musste überwunden werden und "Art of War" ist wohl, neben diesen beiden Filmen, das Beste, was er in den letzten Jahren zustande gebracht hat. Actionorientierte Rollen liegen ihn nun mal am Besten und so macht er sich als UN-Agent Neil Shaw auch recht ordentlich.


In der Eingangssequenz wird sogleich auch nicht nur mit allerlei technischen Spielereien aufgewartet, sondern auch mit Wesley Snipes Kampfkünsten geprotzt. Als Angestellter der UN wird, um deren Interessen zu wahren, Druck auf einen chinesischen Minister ausgeübt, der sich auch umgehend überzeugen lässt, während die bösen Bodyguards schon Shaws Fährte aufgenommen haben und ihn zu einem aberwitzigen Stunt vom Dach eines Hochhauses zwingen. Trotz des für einen Film dieser Kategorie eher kleinen Budgets von 40 Millionen Dollar sehen die Actionszenen, die über den gesamten Film verstreut sind, sehr spektakulär, und atmosphärisch aus, bleiben dabei, abgesehen vom finalen Kampf, in dem leider die, damals gerade durch "Matrix" etablierte Bullettime integriert werden musste, visuell erfreulich altmodisch und daher sympathisch.


Gerade von seinem riskanten Auftrag genesen, soll er erstmal einen Lauschangriff auf eine Konferenz starten. Eigentlich eine Fingerübung für ihn, doch als dabei der chinesische Botschafter erschossen wird, er dem Attentäter hinterher jagt und wenig später als möglicher Schütze verhaftet wird, sitzt er, da er nirgends registriert ist und so potenziell verdächtig ist, tief im Dreck. Doch lange soll er nicht in Ketten bleiben ...


Man muss Christan Duguay immerhin ein Talent für Optik und Action zugestehen, ist das Gezeigte doch meist mehr als nur solide Arbeit und besonders aufgrund seiner Kompromisslosigkeit, die in Mainstreamfilmen oft zu Recht vermisst wird, besonders für Genrefans der harten Kost gehobene Unterhaltung. Gestorben wird viel, geschossen auch und mittendrin Wesley Snipes als Auslöser jeglicher Eskalation. Die Brutalität gegenüber Frauen ist dabei zwar nicht so menschenverachtend, wie es Gerüchte besagen, "nett" wird mit dem schwachen Geschlecht dennoch nicht umgegangen. Die Bilder sind mal bunt, mal düster und sehr oft verregnet, was dem Film einen düsteren, bedrückenden Touch verleiht. Insbesondere die exotische Kameraführung kann hierbei in ihren unkonventionellen Motiven punkten.


Bei all' der Action wurde am Plot deutlich gespart, der dem erfahrenen Zuschauer schon zu Beginn ein deutliches Indiz liefert, von wem Shaw hier ausgenutzt wird. Die politische Brisanz des Attentats wird nicht in den Plotverlauf hinübergerettet, der zwar komplexer und anspruchsvoller als genreüblich sein möchte, dennoch keine Spannung entfalten kann, da die Nebenfiguren kaum Bezug zu Snipes und seiner Helferin finden. Die Zeit scheint auch hinsichtlich des Vertragsabschlusses, wie erklärt wird, zu drängen, aber auf den Film selbst übt dieser Countdown scheinbar keinen Druck aus. Erfreulich hierbei der Verzicht auf Klischeefiguren, wenn man vom trotteligen Polizeikommissar, der final zum Statisten degradiert wird, mal absieht. Da im Verlauf des Films kaum brauchbare Widersacher auftauchen, die im Hintergrund die Fäden in der Hand halten, ist es eigentlich nicht sonderlich schwer auf die Lösung zu kommen. Irgendwie sind sie ja alle hinter Shaw her und es ist auch klar, dass er als Sieger vom Platz gehen wird, aber musste das Happy End den Eindruck hinterlassen, als wäre es ein paar Monate, nachdem Testvorführungen negativ ausfielen, hinterhergekurbelt worden?


Schauspielerisch geht "Art of War" in Ordnung, obwohl Duguay oft nicht bewusst war, dass Snipes hier nicht "Blade" verkörpert und trotzdem aus luftigen Höhen springen kann, dabei jedoch mit seiner schallgedämpften Pistole nie den Bösewicht trifft. Dennoch ist Snipes als Actionheld, wie man inzwischen weiß, ideal besetzt und da er nicht zu viel Text besitzt, schön schweigsam noch dazu. Der Supportcast setzt sich aus vielen bekannten Namen wie Donald Sutherland und Michael Biehn zusammen, zeigen meist nur durchschnittliche Leistungen.


Das Bild der deutschen DVD, die bereits 2001 erschien, ist tatsächlich anamorph, man muss es nur per Hand in diesen Modus schalten. Denn die DVD startet nicht nur mit englischen Ton, sondern auch im 4:3-Modus. Überwiegend wird eine gute Qualität geboten, denn die Schärfe bewegt sich auf Hollywood-reifem Niveau. Neben einigen Höhen, also Tiefendarstellung und Detailreichtum bis in die letzte Pore, gibt es leider auch einige Tiefen, weil abgesehen von stilistisch veränderten Aufnahmen oder jenen hinter einer Fensterscheibe (auffallend oft der Fall!) auch einige etwas weichgezeichnete Szenen enthalten sind, die wie ein nicht optimaler Fokus aussehen. Hier fallen neben dezenten Unschärfen besonders Gesichter auf, die nicht ganz klar gezeichnet sind. Farblich wird zwar die übliche Sättigung geboten, diese aber mit einer für Thriller typischen Zurückhaltung gemischt. Das hat mitunter sogar ein wenig den Eindruck, als seien die Farben etwas matt. Es bleibt aber beim insgesamt guten Eindruck, denn Rauschen gibt es keins zu sehen. Nur die Kompression scheint etwas niedrig angesetzt, was immer wieder mal zu Blockrauschen auf Hintergründen führt.


Der kleine Fehler mit dem englischen Ton nach Einlegen der DVD wurde ja bereits erwähnt. Leider lassen sich keine Untertitel oder Tonspuren während des Films wechseln. Dafür muss man zurück ins Menu wechseln, von wo aus man aber sofort zurück zum Film kommt. Aber zum Wesentlichen: Der Abmischung in Dolby Digital 5.1 mangelt es an nichts. Der Score bedient die komplette Klangpalette und ist sehr stark auf eine möglichst optimale und sehr dynamische Raumtonabmischung ausgelegt. An richtigen Effekten fehlt es nicht, denn die Palette reicht vom Handyklingeln über das Hupen von vorbeifahrenden Autos bis zu Menschenmengen, aus denen einzelne Personen herausklingen. Dass es zu sehr beweglichen Effekten meist nicht reicht, ist verschmerzbar, denn am Klang, der mit einem sehr feinfühligen, aber auch kräftigen Bass ausgestattet ist, wird man nichts auszusetzen haben. Im Englischen entsteht der Effekt, dass die Dialoge manchmal etwas den Kampf gegen den Score und die Geräuschkulisse verlieren, was im Deutschen dank der Synchro nicht passiert.


Harter Actionthriller mit vielen Stunts, Verfolgungsjagden Schießereien und netter Optik. Leider ist der Plot nicht auf demselben Niveau angesiedelt und kränkelt oft etwas bieder und uninteressant vor sich hin. Dennoch, auch dank Wesley Snipes und dem damit verbundenen Unterhaltungsgrad, eine rasante Geschichte, die sich Fans durchaus mal zu Gemüte führen dürfen.
Die deutsche DVD ist noch etwas ungelenk in Sachen Menu und besitzt auch keinerlei Bonusmaterial, aber ich denke mal, zukünftig wird sich daran was ändern. Bis dahin ist man hier gut bedient.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus------


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