Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1986
Originaltitel:Evil Dead 2
Alternativtitel:Evil Dead 2: Dead by Dawn
aka. Evil Dead II, the Sequel to the Ultimate Experience in Grueling Terror
aka. Tanz der Teufel 2 - Jetzt wird noch mehr getanzt
aka. Tanz der Teufel 2 - Tod bei Morgengrauen
aka. Terrorificamente Muertos
aka. Casa 2, La
Länge:82 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Strafrechtlich unbedenklich SPIO/JK
Regie:Samuel M. Raimi
Buch:Samuel M. Raimi, Scott Spiegel
Kamera:Peter Deming, Eugene Shuleit, Tim Philoi
Musik:Joseph Lo Duca
SFX:Dough Beswick, Rick Catizone, Dale Johnson, Mark S
Darsteller:Bruce Campbell, Sarah Berry, Dan Hicks, Kassie DePaiva, Ted Raimi, Denise Bixler, Richard Domeier, John Peaks, Lou Hancock, Snowy Winters, Sid Abrams, Josh Becker, Scott Spiegel, Thomas Kidd, Mitch Cantor
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0 (Mono), Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch, Deutsch für den Audiokommentar
Specials:
  • Trailer
  • Audiokommentar mit Samuel M. Raimi, Scott Spiegel und Bruce Campbell
  • Making Of (32 Minuten)
Der Horror geht ungebremst weiter! Ash kehrt zurück zu der Hütte, wo alles begann. Und wieder erweckt er mit dem Buch des Todes das Böse ... und seine Freundin wird davon besessen. Diese endlich um die Ecke gebracht, geht's ans Eingemachte: Ausgeburten der Hölle müssen erledigt werden, bevor sie die Weltherrschaft an sich reißen. Nebenbei muß er sich seiner "dämonischen" Hand mit Hilfe einer Kettensäge entledigen. Die einzige Chance, die Schreckensherrschaft zu verhindern, besteht darin, das Böse mit Hilfe eines Zauberspruchs in eine andere Zeitebene zu verbannen ...
War Interner Link"The Evil Dead" noch finsterster Horror mit einem Spritzer furchtbarer Komik darin, präsentiert sich der zweite Teil als eine Splatterkomödie aus dem Reich der comichaften Übertreibungen. Erzählt wird praktisch dieselbe Geschichte wie im ersten Teil (allerdings mit leichten Änderungen), die es nicht einfach machen, zu entscheiden, ob wir es hier mit einem Remake oder einer Fortsetzung zu tun haben. Nachdem Ash im ersten Teil der einzige Überlebende war (und auch da können wir uns nicht sicher sein), reist er hier mit Freundin zur selben Hütte (aber eben nur zu zweit). Besagte Freundin fällt den Dämonen zum Opfer und wieder haben wir nach wenigen Minuten Ash in der Position, wie ihn der erste Teil zum Schluss zeigte. Diesmal allerdings wird fortgesetzt.

Die nötigen Opfer tauchen hier dann wesentlich später auf, allerdings sind Ausgangslage und Verlauf sehr ähnlich und auch hier wird Ash am Ende der einzige Überlebende sein. Raimi war sichtlich wenig an der Neuerfindung des Inhalts interessiert, vielmehr baute er die Slapstickfähigkeiten des Stoffes auf breitester Fläche aus, indem er Ash gerade in der ersten Filmhälfte ungemein viel Freiraum für eine Soloshow bot. Bruce Campbell geht mit den Geisterstimmen und dämonisch beherrschten Gegenständen dann auch durch eine Tour de Force, für die man schon die nötigen Nerven haben muss und den richtigen verqueren Humor.

Also haut er mit dem Kopf an verschiedene Gegenstände, seine dämonisch besessene Hand versucht ihn umzubringen und zertrümmert auf seinem Körper so einiges, bis er konkret zur Kettensäge greift. Das hat schon was von den klassischen "Looney Toons", wäre da nicht der geschmackliche Faktor, denn an Dämonenblut und anderen Geschmacklosigkeiten wie Zombie-Mamas und bissigen abgetrennten Köpfen mangelt es hier kaum. Zeitlos schön dabei eine Stop-Motion-Sequenz, ein Ballet-Tanz eines toten Körpers mit seinem enthaupteten Kopf. Nach Eintreffen der übrigen vier Opfer wird es nicht viel besser, sondern nur viel greller. Die Bäume sind diesmal viel aktiver dabei und auch ein Waldopfer gibt es wieder, nur die vegetative Vergewaltigung erspart man uns. Musste auch nicht sein. Die Dämonenbesessenen haben dann einen leicht überzogenen Anstrich und wirken bald witziger als schrecklich, auch wenn man zu diesem Zeitpunkt noch nicht an den Unterhaltungswert eines zu zerteilenden Körpers gewöhnt war.

Der Schlussgag, der seinen Fortgang im dritten Teil findet, ist dann ebenfalls nicht zu verachten und tricktechnisch sogar mit einem geringen Budget beachtlich umgesetzt. Wirklich Angst bekommt man bei diesem Teil jedoch nicht mehr, außer man ist eh zart besaitet oder ist mit schwachen Nerven ausgestattet, für die die schrille Tonspur tatsächlich zur Belastungsprobe werden kann. Ansonsten kann man das bunte Treiben (ich sag mal: Flying Eyeball!) nicht mehr ernst nehmen, außer man sitzt in einer deutschen Zensurbehörde.
Übringens erinnert die schlussendliche Verkörperlichung des Bösen ziemlich an Interner Link"Poltergeist", während der beste Insiderjoke leider kaum zu erkennen ist, wenn man nicht optimale Bildqualität besitzt. Als Ash nämlich in den Keller schreitet, um von Henrietta die fehlenden Seiten zurückzubekommen und auf die betreffende Tür zugeht, hängt links davon angenagelt ein Krallenhandschuh von Interner LinkFreddy Krüger.
Auf DVD sind die betreffenden zwei Sekunden aber gut auszumachen. Wir dürfen also hiermit lachend durch grünes Dämonenblut waten und das noch ohne Längen. Hätte ich einen Hut, ich würde ihn ziehen.


Die Nachricht, dass Kinowelt den Kultfilm "Tanz der Teufel 2" veröffentlicht, ließ einen Freudenschrei in der Fangemeinde aufkommen, aber auch die Frage, ob die Fassung ungeschnitten sein wird. Wir können euch beruhigen, diese DVD ist völlig ungeschnitten und von der SPIO/JK als strafrechtlich unbedenklich erklärt worden.
Die Bildqualität kann sich sehen lassen, auch wenn uns hier ein anamorphes Widescreen-Bild vorgelegt wird und somit oben und unten was fehlt, wirkt der Film so um einiges professioneller als bei der alten Vollbildfassung. Das Bild ist durchgehend scharf und auch der Kontrast und die Detailschärfe kann überzeugen. Lediglich leichtes Rauschen und einige Bilddefekte stören den ansonsten guten bis sehr guten Sehgenuss dieses 15 Jahre alten Films, welcher weder durch Artefaktebildung noch durch Blockrauschen beeinträchtigt wird.
Der deutsche Mono-Ton kommt klar und verständlich aus dem Centerkanal und Rauschen fällt kaum negativ auf. Für einen Monoton wirklich gut. Der englische Ton liegt uns hier in einem 5.1 Upmix vor und kann als solcher als recht gelungen bezeichnet werden. Zwar kommen die Effekte nicht so gut rüber und stellenweise wirkt das ganze etwas dumpf und auch die Dialoge sind recht zurückhalten, aber mehr hat man auch nicht erwartet. Dann gibt es noch den Spanischen und Italienischen Mono-Ton und zusätzlich noch 7 unterschiedliche Untertitelsprachen, die man optional ein-und ausschalten kann.

Als Bonus gibt es den genialen Audiokommentar vom Regissuer Sam Raimi, dem Autor und Produzenten Scott Spiegel und Darsteller Bruce Campbell. Dieser unheimlich witzige und interessante Audiokommentar wurde damals für die Elite-Laserdisc erstellt und Kinowelt hat dieses löblicherweise optional Deutsch untertiteln lassen.
Dann gibt es natürilch noch den obligatorischen Trailer, sowie ein sehr interessantes Making of über die Special Effects. Hier wird auch eine kurze Szene vom halbierten Kopf des blonden Dämons gezeigt, allerdings mit der Aussage, dass diese Unrated-Szenen nicht mehr existiere. Es gab aber bei der Elite-Laserdisc ein Making of, wo man diese Szenen des zerhackten Dämons sah, sowie noch ein paar andere Behind the Scenes-Aufnahmen. Wieso sie bei diesem von Anchor Bay produzierten Making Of nicht in der Form enthalten sind und noch behauptet wird, es gäbe nicht mehr Material, ist mir ein Rätsel. Wie dem auch sein, ein tolles Making of ...

Insgesamt hat es Kinowelt geschafft uns eine DVD zu bieten, die der US-DVD in fast nichts nachsteht. Ungeschnitten, praktisch, gut, was wollen wir mehr ...?


Film++++++
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++---


Druckbare Version
Tanz der Teufel II (3-Disc Extended Cut 25th Anniversary Edition)
Armee der Finsternis, Die
Tanz der Teufel 1
Armee der Finsternis (Ultimate Edition)
Evil Dead
NewsVorschau auf "Evil Dead II: Book of the Dead"
X-Rated bringt zwei Re-Packs von "Tanz der Teufel 2"
"Tanz der Teufel 2" : Kommende Blu-ray Edition enthält einen Extended-Cut
"Tanz der Teufel 2" - Extended Cut von BMV-Medien
Halloween-Special: "Tanz der Teufel 2"
Tanz der Teufel II - Jetzt wird noch mehr getanzt
Iron Sky
Tanz der Teufel 2
Tanz der Teufel 2
Evil Dead 2
IMDb.com OFDb.de







 
 
Rajko Burchardt am 20.04.2006
Bewertung:

Tod bei Morgengrauen - Der Teufel zweiter Tanz
Regisseur Sam Raimi hat sich bei der Fortsetzung eines der wohl populärsten Horrorfilmchen der Neuzeit zum einen aus rechtlichen, aber sicherlich auch aus kreativen Gründen dazu entschlossen, die mehr oder weniger selbe Geschichte ein weiteres Mal zu inszenieren, jedoch mit deutlich heruntergeschraubtem Ernst und einem höher modifizierten Anteil Humor. So bildet das Sequel formal ein weitestgehend sympathisches und zuweilen angenehm naives Gegenstück zum Original, dessen so unschlagbar visueller Einfallsreichtum aber nicht wiederholt werden kann. Ein mit reichlich Situationswitz und originellen Einfällen gespicktes Drehbuch sowie der verstärkte, deutliche Anleihen bei klassischen Cartoons oder den Filmen der Marx-Brothers suchendem Slapstickanteil lösen die von blutigem Terror dominierte Ernsthaftigkeit des Vorgängers ab.
Der Film ist allerdings so erstaunlich liebevoll mit kleinen Ideen und Insidern gefüllt, dass sich der geneigte Konsument, dem das Genre wohl vertraut sein dürfte, auf eine rasante und ungemein unterhaltsame Tour de Force rotierender Gags freuen darf. Bruce Campbell liefert in der ersten Hälfte des Films eine auf zahlreichen Festivals ausgezeichnete One-Man-Show ab, die im Horrorfilm nicht zu Unrecht ihres gleichen sucht und abermals an Komikerikonen wie Buster Keaton erinnert.
„Evil Dead 2“ funktioniert auch dahingehend, als er aufgrund der gleichen Thematik bei unterschiedlicher Bearbeitung eine Art symbiotische Beziehung zum ersten Film hält und beide Filme so nicht deutlich voneinander abzutrennen sind. Die erste Hälfte bzw. der erste Teil ist unter diesen Vorzeichen seltsam, grobkörnig, so ganz und gar eigensinnig, expressionistisch-kantig und hart, die zweite ein Comictrip, deutlich surrealistisch geprägt oder, wie Tarantino vermutlich sagen würde, in der „Movie-Movie“-Welt angesiedelt. Eine herbe Zäsur eigentlich, die die erwähnte Verwobenheit trotzdem nicht zu leugnen vermag.
Mit dem höheren Budget, das Raimi zur Verfügung stand, konnten ungleich professionellere Tricks gezaubert werden, die in ihrer Absurdität dem Hyperbel haften Inhalt entsprechen, gleichsam aber auch keine erschreckende Wirkung mehr haben können. Bei allem absurden Spaß sollte nämlich erwähnt bleiben, dass diese Fortsetzung ihre etwas triviale Grundlage nie überschatten kann.



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.