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USA, CAN 2006
Originaltitel:End Game
Länge:92:16 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Andy Cheng
Buch:J.C. Pollock, Andy Cheng
Kamera:Chuck Cohen
Musik:Kenneth Burgomaster
SFX:Worldwide FX
Darsteller:Angie Harmon, Cuba Gooding Jr., James Woods, Anne Archer, David Selby, Burt Reynolds, Carsten Norgaard, Peter Greene, Patrick Fabian, Jack Scalia, Sarah Ann Schultz
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:24.08.2006 (Verleih) / 12.10.2006 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (2:12 Min.)
  • Behind The Scenes (8:51 Min.)
  • Bio- und Filmografien:
    • Cuba Gooding Jr. (8 Seiten)
    • James Howard Woods (10 Seiten)
    • Burt Reynolds (13 Seiten)
  • Weitere DVDs:
    • Running Scared (2:19 Min.)
    • Goldene Zeiten (2:22 Min.)
    • The Cutter (1:25 Min.)
    • Dot.Kill (1:22 Min.)
    • Havoc (1:46 Min.)
    • Sky Fighters (1:45 Min.)
    • Attentat auf Richard Nixon (2:25 Min.)
    • Cry_Wolf (2:16 Min.)
Alex Thomas (Cuba Gooding Jr.), Special Agent des Secret Services, ist für die Sicherheit des mächtigsten Mannes der Welt verantwortlich. Doch auch er kann den tödlichen Anschlag auf den US-Präsidenten nicht verhindern. Voller Schuldgefühle kündigt er seinen Job und verfällt in Hoffnungslosigkeit. Die Reporterin Kate Crawford (Angie Harmon) erkennt, dass noch mehr hinter all dem steckt, als nur der Anschlag. Gemeinsam mit dem Ex-Agenten versucht sie nun, die Verschwörung rund um die Regierung aufzudecken ...
Nach "Edison" ist "End Game" das zweite von Millennium Films gestemmte Big-Budget-Projekt und siehe da, der Unterhaltungswert soll sich erneut einstellen. Anhand der Production Values und natürlich des prominenten Casts wäre der Film für eine Kinoauswertung prädestiniert gewesen, erlebt seine Premiere aber dennoch nur auf dem runden Silberling.
Ja, ich will gar nicht groß herumunken, aber das letzte Quäntchen fehlt auch bei "End Game", zumal der Trailer mal wieder einen denkbar falschen Eindruck vom Film macht. Eher als Thriller angelegt, sind die starken Actionszenen eine überzeugende Beigabe und nicht, wie der Trailer noch suggerierte, ein Hauptbestandteil.


Der Grund warum sich "End Game" nicht fürs Kino qualifiziert, ist wohl die schlichte Aufmachung seines Plots, denn ähnlich wie bereits "Edison" ist der eher konventionell gestrickt und ringt seinem Szenario nur wenig Brisanz ab. Immerhin muss Alex Thomas (Oscar-Gewinner Cuba Gooding Jr., "Jerry Maguire", Interner Link"Men of Honor") der jahrelange und vertraute Bodyguard des U.S.-Präsidenten (nach Interner Link"Red Eye" wieder gern gesehen: Jack Scalia, Interner Link"Fear City", "Dark Breed"), bei einem öffentlichen Auftritt mit ansehen, wie sein Schutzbefohlener bei einem öffentlichen Auftritt von einer Kugel tödlich verletzt wird und wenig später im Krankenhaus stirbt.
Während größere Hollywood-Produktionen indes daraus ein riesiges Medienspektakel inklusive zeremonieller Beisetzung gebastelt hätten, wickelt "End Game" dieses Tat zugunsten des Tempos und der straighten Story fix und unkompliziert ab, geht dabei auch einigen patriotischen Klischees aus dem Weg und konzentriert sich auf Alex, der erst einmal in Selbstmitleid beziehungsweise Alkohol badet und von der neugierigen Journalistin Kate Crawford (Angie Harmon, "Agent Cody Banks", "Fun with Dick and Jane"), die auf ein paar Ungereimtheiten bei ihren Recherchen stößt und unwissentlich eine Blutspur hinter sich herzieht, angespornt wird, das Attentat doch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. War es wirklich nur ein Einzeltäter oder doch ein Komplott?


Soviel will ich vorwegnehmen: Die irgendwie dämliche Auflösung hat mich ziemlich enttäuscht, der Weg dorthin macht dafür jedoch den Filmspaß aus.
Das liegt zum einen an Andy Cheng. Als Mitglied von Jackie Chans Stunttruppe kann er bereits auf eine ganze Palette von Erfahrungen vor (u.a. Interner Link"U.S. Seals II") und hinter der Kamera (u. a. Second Unit Director für "The Rundown") zurückgreifen. Das wirkt sich insofern sehr positiv aus dem Film aus, dass der Look mit oft genutztem Blaufilter schick wie atmosphärisch aussieht und die Actionszenen sich natürlich sehen lassen können. Sie sind für diesen Thriller, der "End Game" in erster Linie klar ist, zwar fast schon zu spektakulär gemacht, zeugen jedoch von Chengs Können und seiner Herkunft. Die etwas verunglückte Bullet-Time-Sequenz zu Beginn, in der eine Kugel erst Alex Hand durchschlägt und dann den Präsidenten trifft, außen vor gelassen, darf der Actionfan ein paar wirklich sehenswerte Szenen begutachten, in die alle Alex involviert ist und die teilweise stilistisch deutliches Hongkong-Flair tragen. Der explosive Shootout mit ein paar spektakulären Momenten in einer düsteren Lagerhalle sei da nur als Beispiel genannt. Neben einer Verfolgungsjagd, die leider nur von kurzer Dauer ist, aber einen ziemlich halsbrecherischen Stunt bereithält, darf sich Alex noch regelmäßig mysteriösen Typen entledigen, die ihm das Lebenslicht ausblasen wollen oder ganze Straßenzüge entlang hetzen, um Attentäter zu verfolgen. Cheng beweist dabei mehrmals Auge für Ästhetik (u.a. die "aus dem Wasser auftauchen und ballern"-Szene) und begeistert zumindest die Actionfans.


Der Plot schreitet, wie es sich für eine Laufzeit von knapp 90 Minuten auch gehört, flott voran und treibt Alex mitsamt Kate flott durch das Geschehen, denn die Selbstmitleidstour ist ziemlich schnell abgeblasen (Sein Kater wohl auch...), die Pyrotechniker sorgen für erste Aufreger und rätselhafte Typen mit reichlich Observierungsequipment in den traditionell schwarzen, getönten Vans für das dumpfe Gefühl auf Zuschauerseite, dass da wohl doch etwas mehr im Busch sein könnte.

Die weiteren prominenten Gesichter wie der farblos spielende Burt Reynolds ("The Longest Yard", "Gator"), der Alex als General vergangener Militärzeiten nur Informationen und ein paar Stichworte zukommen lässt, oder James Woods ("The Specialist", Interner Link"Vampires"), der als Alex Vorgesetzter ihn von jeder Schuld freispricht, aber seinem Mann auch etwas Ruhe verschreibt, sind derweil in ihren Nebenrollen etwas unterbeschäftigt und wenig gefordert. Speziell von James Woods, der einfach zu wenig zu tun bekommt, hätte ich mir mehr Auftritte erwünscht. Anne Archer ("Clear and Present Danger", Interner Link"The Art of War") fungiert übrigens in der Rolle der First Lady.


Cuba Gooding Jr., der in den letzten Jahren nun auch nicht gerade mit guten Angeboten überschüttet wurde, und Angie Harmon, die eigentlich längst mehr Rollen abbekommen hätte müssen, geben indes ein soweit funktionierendes Leinwandduo ab. Wobei ich dankbar bin, dass die Geschichte nicht noch ständig damit beschäftigt ist, nebenher eine Romanze zwischen den beiden zu stricken.
Cuba Gooding Jr., der in komischen Filmen irgendwie besser wegkommt, leistet zerknirscht, top ausgebildet und mit allen Wassern gewaschen einen soliden, aber keinesfalls denkwürdigen Job. Man muss ihn dabei jedoch auch zugute halten, dass seiner tragischen Figur soviel Zeit nicht gegeben wird. Ein wenig Trauer, ein wenig Suff und kurze Zeit später ist die Neugierde nach kurzfristigem Widerstand auch schon erweckt, so dass er mit Angie Harmon losziehen kann. Die spielt übrigens recht routiniert die Standardfigur ihrer zu neugierigen, kecken Reporterin konsequent runter. Richtige Chemie will dabei nicht entstehen, aber beide harmonieren immerhin miteinander, wobei ein paar kurze Wortwechsel schon ganz witzig sind.


Die auf eigene Faust gestartete Suche des ungleichen Duos nach der Wahrheit erfolgt weitestgehend linear und wird durch ein hohes Tempo geprägt, das keinen Leerlauf zulässt. Dabei bleiben ein paar Nebenschauplätze zwar auf der Strecke, doch der Kurzweiligkeit kommt dies zugute. Mögliche Zeugen und Informanten werden befragt, die kurze Zeit später plötzlich tot aufgefunden werden oder bei einem Unfall ums Leben kommen, immer wieder werden die beiden verfolgt oder beschossen und kommen nur knapp mit dem Leben davon, sammeln entgegen ihrer eindringlichen Anweisungen weiter neue Indizien, untersuchen Videoaufnahmen und wieder von vorn. Natürlich sieht Sicherheitschef Vaughn Stevens (Woods) den Alleingang seines Untergebenen nicht gern und will ihn zurückpfeifen, doch Alex ist wiederum störrisch. Viele in seiner Umgebung verhalten sich bald verdächtig. Die Lage ist schwer durchschaubar, Telefonate werden plötzlich unterbrochen und bald kann er niemanden mehr vertrauen. Final erkennt er fast zu spät, dass er Kates Leben retten muss ...
Innovativität schrieb Andy Cheng sich als Leitwort bei Verfassen des Drehbuchs angesichts des konventionell gehaltenen Ablaufs gewiss nicht hinter die Ohren.


Letztlich kann man also festhalten, dass Cheng mit "End Game" einen guten Job gemacht hat, der im Kino aber wohl durchgefallen wäre. Denn dieser Film ist noch eindeutig für den Videomarkt produziert worden, auch wenn Inszenierung und Besetzung eine andere Sprache sprechen. Festzuhalten sind als Referenzen natürlich die top umgesetzten, spektakulären Actionsequenzen, die in ihrer Vielfalt (Shootouts, Autoverfolgungsjagden, Explosionen) absolut kinoreif sind, und ein freilich erstklassiger Cast, der nicht über sich hinaus wächst, aber durch die Bank weg einen guten Job macht.
Dem gegenüber steht aber der, trotz seines misslungenen Endes, einfallslose Plot, der nun mal nur für 90 Minuten konzipiert wurde und deswegen gar nicht so komplex und ausschweifend sein kann. Als Beispiel sei nur der thematisch zumindest ähnliche Interner Link"In the Line of Fire" genannt, der wesentlich mehr Zeit mit Charakterentwicklung und interessanten Hintergründen verbrachte. "End Game" legt dagegen den Schwerpunkt darauf, seine eigentlich bekannten Elemente ohne Leerlauf flott und schnörkellos zum Besten zu geben. Eigentlich kein Problem, sofern man sich mit den richtigen Erwartungen nähert. Sonderlich interessante Figuren dürfen beispielsweise genauso wenig erwartet werden, wie ein richtig kniffeliger Plot.


Die DVD-Auswertung bietet ein Bild wie bei einer Beerdigung - zumindest wie man sie stilistisch verfremden würde, um Trauer auszudrücken. Die Farben sind nicht nur im Auftakt in kühles Blau getaucht, sondern geben die komplette Stilrichtung des Werks vor. Zusätzlich hat man den Kontrast ins Extreme gebracht. So sind auffallend einnehmende Schwarztöne vorhanden, gleichzeitig aber ist beispielsweise der Hintergrund stets ein einheitlich grauer, leicht überstrahlender und ziemlich trostloser Farbbrei. Damit und auch mit dem leicht gekörnten Bild wird so etwas wie eine erhöhte Realität vorgespielt, die dank guter bis sehr guter Detailschärfe auch als solche aufgefasst werden kann. Trotzdem sagt mir das nicht sonderlich zu, dass man nie sieht, ob nun heller Tag oder Dämmerung angesagt ist und dass kaum fröhliche Farben in den Actionszenen Verwendung finden. Außerdem sind in Bewegungen dezente Verwischungen in den Details zu sehen, was als geringe Folge der Rauschfilterung entstanden ist. Im Endeffekt, nicht aber sehr gut.

Sehr offener Klang in Dolby Digital oder DTS - man hat die Wahl, wird aber etwa gleichwertig bedient. Dank kräftiger Einlagen wird ganz gut übertönt, dass die Dialoge doch etwas frontlastig ausfallen. Im Surround-Bereich wird leichte Beschallung mit einigen kurzen Spitzenmomenten geboten, die sehr zufriedenstellend ist. Auch beim Bass wird ordentlich was vorgelegt, was stellenweise über die Erwartungen hinausgeht. Damit bietet "End Game" beim Klang etwas mehr als der übliche Thriller und dazu eine gleichweg gute Originalspur, jedoch im Surround-Bereich nicht genug, dass es für 5 Punkte reichen würde.


Erwartungsgemäß fällt das Bonusmaterial bei kleineren Filmen meist auch geringer aus und begnügt sich mit einem Making Of. Dieses ist abermals als kleiner Appetizer anzusehen, der den Film noch gern etwas pushen möchte. Lustig war hierhin auf jeden Fall das angesprochene Verständigungsproblem zwischen dem Regisseur und seiner Crew. Weiterhin werden zu drei Hauptdarstellern kurze Biografien geboten.

Wer "Edison" mochte, dem wird auch "End Game" gefallen, denn die Umstände sind bei beiden Filmen sehr ähnlich. Die Mängel lassen sich nur im Drehbuch wiederfinden, das zugunsten seiner Ausrichtung, die nun mal eine DVD-Veröffentlichung ist, der Prämisse nicht die erwartete Brisanz abringt, sondern sich stattdessen auf einen unkomplizierten Thriller mit guten Actioneinlagen mit den üblichen Motiven, die solche Geschichten mit sich bringen, konzentriert. Dafür, dass hier der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika getötet wird und man sich daran macht die wahren Männer/Frauen hinter dem Attentat dingfest zu machen, möchte ich "End Game" geradezu einen sträflichen Umgang mit seiner Möglichkeit vorwerfen. Dennoch bleibt ein gut gespielter, prominent besetzter Thriller über, der auch seine ruhigen, nachdenklichen Momente hat, niemals langweilt, und mit seinen Actionszenen die Genrefans binden wird. Auf dem DTV-Markt gibt es momentan nichts vergleichbar Hochwertiges.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus+-----


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