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USA 2010
Originaltitel:Final, The
Länge:88:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Joey Stewart
Buch:Jason Kabolati
Kamera:Dave McFarland
Musik:Damon Criswell
SFX:Steve Krieger
Darsteller:Marc Donato, Jascha Washington, Whitney Hoy, Justin Arnold, Travis Tedford, Julin, Lindsay Seidel, Mark Nutter, Hunter Garner, Eric Isenhower, Preston Flagg, Matthew Posey
Vertrieb:Savoy Film / SchröderMedia
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt., Engl.), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:22.07.2010 (Verleih) / 19.08.2010 (Kauf)
Specials:
  • Audokommentar mit Joey Stewart und Jason Kabolati
  • Making Of (21:54 Min.)
  • Producer's Trailer (2:08 Min.)
  • Originaltrailer (1:54 Min.)
  • Trailershow:
    • Everyman's War (1:52 Min.)
    • Mask of the Ninja (1:19 Min.)
    • Live Evil (1:50 Min.)
    • Nobel Son (2:21 Min.)
    • The Spiral (2:02 Min.)
    • Cornered (1:41 Min.)
    • Mirage Man (1:12 Min.)
Auf der Hohn High School wurden jahrelang fünf Außenseiter gemobbt und gedemütigt. Jetzt schlagen sie zurück. In einem abgelegen Seehaus organisieren sie eine wilde Kostümparty. Der Punsch ist mit Schlafmitteln versetzt, aneinandergekettet wachen die entsetzten Mitschüler auf. Inspiriert von íhren eigenen Demütigungen und Lieblings-Horrorfilmen nehmen die fünf grausame Rache. Für ihre Peiniger beginnt die schlimmste Nacht ihres Lebens. Eine Lektion, die sie niemals vergessen werden.
Dass nicht schon früher jemand auf die Idee gekommen ist, genau diese Prämisse auf die Leinwand zu schmettern, ist im Zuge des immer stärker eskalierenden Mobbings unter Schülern sehr erstaunlich.
Interner Link"Saw"-Junior kommt zwar (glücklicherweise) nicht dabei heraus, doch die latent beklemmende Grundstimmung sorgt für nachdenkliche Tendenzen - sogar ohne den erhofften Tiefgang in Sachen Figurenzeichnungen.



Besonders fesselnd ist die Handlung in der Vorbereitung der durchgeplanten Racheaktion rund um den Schüler Dane und einigen weiteren Außenseitern an der Schule. Da liegt etwas in der Luft, denn die fast gleichgültige Abgeklärtheit der Gehänselten und Gedemütigten deutet auf eine groß angelegte, kollektive Racheaktion hin, von der man als Zuschauer zunächst nur erfährt, dass diese während einer Party in einem abgelegenen Haus stattfinden soll. Bis dato werden die Bitches zwar ein wenig zu überzogen in Szene gesetzt, doch dafür erhält man mit dem Schüler Bradley und seinen Kumpanen jenes verachtungswürdiges Bild von egozentrischen Baseballspielern, die für etwas Spaß auf Kosten anderer jede Form von Gewalt in Kauf nehmen.

Unterdessen erfahren wir zwar keine familiären Hintergründe der Outsider, welche für die Abwicklung des Showdowns an komplexer Glaubwürdigkeit beigetragen hätten, doch die merkwürdige Introvertiertheit und eine philosophische Sequenz am Lagerfeuer mit der jeweiligen Definition des Begriffes "Hölle" lässt zumindest erahnen, mit welcher Motivation die Gruppe an ihre Racheaktion herangeht.
In einer Mischung aus kollektiven Hass und dem Wunsch nach Genugtuung verfolgen die Außenseiter recht zielstrebig ihren Weg und sind bei alledem bestens vorbereitet, falls mal jemand aus dem Gebäude entkommen sollte, ein Cop mitmischt oder gar ein Vietnam-Veteran um die Ecke wohnt ...



Kontrovers ist die Angelegenheit allemal, denn wer ständig gehänselt wird, tut besser daran, seinem Feind mal ordentlich die Meinung zu geigen, anstatt sich mit einer perfiden Aktion in Richtung Sonnentempler auch noch per Internet-Cam unsterblich machen zu wollen. Doch Regisseur Joey Stewart tut gut daran, die Rachetaten nicht allzu sehr in den Vordergrund zu rücken und trotz kleinen Gewalteinlagen wie abgetrennten Fingern, Bärenfalle oder dem Einsatz von Akkupunkturnadeln nicht zum reinen Torture-Porn zu verkommen. Auch wenn einige Ansprachen von Dane vor den Gefesselten ein wenig zu ausladend daherkommen, gibt es eine Menge Denkanstöße, sich in die Lage von Außenseitern zu versetzen und deren Position einzunehmen. Die latente Frage "Warum ich?" wird umgekehrt und insgeheim dürfte man einem wie Bradley lieber jetzt als später an den Kragen wollen.

Leider wirkt die Erzählung stellenweise arg sprunghaft, da manche Randfiguren abrupt verschwinden oder Nebenhandlungsstränge keine Pointe aufweisen (der Vietnam-Typ oder das Schwarzweiß-Intro mit der Entstellten im Burger-Laden).
Logiklöcher und Unwahrscheinlichkeiten sind ebenfalls reichlich enthalten (alle auf der Party trinken von der Bowle mit dem Betäubungsmittel und fallen nahezu zeitgleich allesamt in Tiefschlaf / trotz Ketten könnten sich die Gefangenen jederzeit zur Wehr setzen, unternehmen aber nicht einen Versuch) und am Ende werden einige arg konstruiert wirkende Gegebenheiten bemüht, um einen für alle Seiten zufrieden stellenden Ausgang zu bewirken.



Dennoch punktet der Streifen im Gesamtbild mit seinem bedrückenden Konzept, welches im Kern durchaus authentisch erscheint und demzufolge nicht gänzlich kalt lässt: Wenn sich Außenseiter einer Schule zusammenrotten, ist leider alles möglich und wie Dane zwischenzeitlich ausführt: "Für alle gibt es einen Punkt, an dem sie das Unvorstellbare tun können" - etwas mehr Emotionalität hätte dem Film allerdings gut getan, denn trotz gelungener Ansätze bleiben nur wenige Szenen, geschweige denn, eine ergreifende Aussage hängen, was ihn letztlich ein wenig in die Mittelmäßigkeit mit verschenktem Potential herabstuft ...

Das Bildmaterial hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck und besitzt eine zumeist hohe Schärfe. Dennoch schwankt das etwas, weil wenige Szenen deutlich weicher aussehen, was insgesamt aber nur ein kleines Manko ist. Dennoch überzeugt der Detailreichtum ansonsten, zeigt viele Feinheiten und kann sogar für eine ansprechende Plastizität sorgen. Die Optik von "The Final" ist passend zur Handlung mit einer düsteren und kühlen Farbpalette ausgestattet, welche über ein sehr ausgewogenes Kontrastverhältnis verfügt. Lediglich in den dezent unschärferen Szenen wird auch der Schwarzwert nicht optimal dargestellt und erweckt einen etwas milchigen Eindruck. Kompressionsartefakte oder anderweitige Fehler sind nicht vorhanden und über das Bildrauschen darf man hinwegsehen. So bleibt bei "The Final" insgesamt ein gelungener Transfer, der wegen der Schwankungen mehr erreichen könnte, auch wenn sie nur sporadisch auftauchen.



Sowohl die englische als auch die deutsche Sprachausgabe liegen im Dolby Digital 5.1-Format vor. Zwar sagt das nicht zwangsläufig etwas über die Qualität der Abmischung aus - schließlich gibt es genug DVD mit diesen Tonarten, die überhaupt nichts von ihren Möglichkeiten ausnutzen -, in diesem Fall aber können beide Tonspuren völlig überzeugen und sorgen für eine tolle Atmosphäre. Besonders das harmonische Zusammenspiel der Elemente Dialoge, Musik und Effekte fällt positiv auf. Alles wurde perfekt in den Film integriert und zu keinem Zeitpunkt entstehen Überlagerungen. Die Verständlichkeit der Dialoge ist hervorragend, der Basseinsatz sorgt für Dynamiksprünge und auch räumliche Effekte kommen nicht zu kurz. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass es über den gesamten Film so bleibt, denn dafür ist "The Final" bei weitem nicht ausgelegt. Doch immer dann, wenn der Rache-Thriller etwas Druck benötigt, kann die Abmischung diesen auch bieten. Alternativ gibt es eine Stereospur, die für das Format ebenfalls gelungen erscheint, allerdings nur als Beiwerk betrachtet wird.

Die Ausstattung fällt für einen neuen Film eher passabel aus: Gerade einmal ein Audiokommentar und ein kurzes Making of befinden sich neben zwei Trailer zum Film auf der Scheibe. Das Making of ist interessant gemacht, besitzt aber nur selten richtige Inhalte. In gewohnter Manier werden Vorher/nachher-Vergleiche zu ausgewählten Szenen präsentiert und um einige werbeträchtige Aussagen der Beteiligten ergänzt. Informativer gestaltet sich der Audiokommentar mit Regisseur Joey Stewart sowie Autor und Produzent Jason Kabolati. Beide geben sich Mühe, einen Einblick in die Entstehung des Films zu geben, was größtenteils gelingt. Etwas mehr Infomaterial wäre trotzdem schön gewesen, denn vieles wird nur oberflächlich behandelt. Zumindest ist es interessant zu erfahren, was sie zu dem Film bewegte und wie sie mit dem brisanten Thema umgegangen sind. Leider besitzen die Extras keine deutschen Untertitel. Eine handvoll Trailer beenden diese Sektion schließlich.


Spannender und kurzweiliger Rache-Thriller, der sich dem immer währenden Thema "Mobbing" auf einer zu reißerischen Ebene annimmt. Schade, dass Joey Stewart "The Final" sehr emotionslos abhandelt. So wird die Botschaft des Films etwas verschenkt und das Potential ebenso.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++/-
Bonus++----


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