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USA 1995
Originaltitel:Heat
Länge:163:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Mann
Buch:Michael Mann
Kamera:Dante Spinotti
Musik:Michael Brook, Brain Eno, Elliot Goldenthal, u.a
Darsteller:Al Pacino, Robert DeNiro, Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Ashley Judd, Natalie Portman
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Isländisch, Italienisch, Kroatisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch, Tschechisch, Ungarisch
Verpackung:SnapperCase
DVD-Start:27.10.1999 (Verleih) / 28.02.2002 (Kauf)
Specials:-
Neil McCauley und seine Gang drehen Dinger im großen Stil. Ihr nächstes Projekt ist eine Bank, die mehr als 10 Mio. Dollar bereithalten soll. Die ganze Sache ist gut geplant, nur leider ist da noch eine Rechnung offen mit dem irren Kriminellen Waingro, der nach dem letzten gemeinsamen, verkorksten Job eigentlich abserviert werden sollte, sich aber jetzt an McCauley rächt. Außerdem heftet sich ihnen noch der LAPD-Cop Vincent Hannah an die Fersen, der sich nur ein Ziel gesetzt hat: den kriminellen Abschaum, insbesondere McCauley, das Handwerk zu legen.
Zuerst mal muss man sich darüber im Klaren sein, dass der Film gute 2 1/2 Stunden lang ist und damit einige ruhige Momente hat und nicht vergleichbar ist mit neuzeitlicher Actionkost. Vielmehr handelt es sich hier um ein schwermütiges Gangsterepos mit Thrilleranleihen, bei dem viel Wert auf die Ausarbeitung der Story und der Charaktere gelegt wurde. Dass die Action deswegen aber hintergründig isSt, kann man nicht sagen. Schließlich wird hier eine der längsten Schießereien am Stück abgefahren (sieht man von Kriegsfilmen wie Interner Link"Soldat James Ryan" ab). Knappe 6 Minuten knallt und rumst es aus allen Boxen. Dabei wurde der Sound so perfekt eingesetzt, dass man ein wenig Angst haben muss. Also nicht die Musikanlage zu laut aufdrehen, ansonsten könnte es gut sein, dass das vom verschreckten Nachbarn alarmierte Sondereinsatzkommando unsanft das heimische Kino stürmt. Trotz der Überlänge wird der Film an keiner Stelle langweilig.

"Ich tue das, was ich am besten kann: ich drehe Dinger. Sie tun, was sie am besten können: Leute wie mich davon abhalten." (Neil McCauley)

Mit Robert DeNiro und Al Pacino (beide traten schon in der Interner Link"Der Pate - Teil 2 " von 1974 auf) hat man sich 2 Oscar-Preisträger und meiner Meinung nach besten noch lebenden Schauspieler an Bord geholt. Ich bin ein großer Fan von De Niro's Arbeit und egal, wie gut er in seinen Komödien aus jüngerer Zeit (die beiden "Reine Nervensache"-Teile, "Meine Braut, ihr Vater und ich" oder "Wag The Dog") auch ist, als smarter Krimineller gefällt er mir immer noch am besten. Einen Höhepunkt zwischen den beiden Hauptdarstellern bildet das Gespräch im Kaffee nach dem Banküberfall, wo sich beide gegenübersitzen, einen Kaffee trinken und sich ins Gesicht sagen, dass sie beide nicht zögern würden, den anderen zu erschießen. Über den Schluss möchte ich nicht zu viel verraten, nur soviel, dass es zur besprochenen Konfrontation kommt, welche ein sehr dramatisches und stimmungsvolles Ende nimmt.

"Wenn du es auf der Straße zu etwas bringen willst, dann binde dich auf keinen Fall an jemand, häng dich an nichts, was du nicht problemlos in 30 Sekunden vergessen kannst, wenn du merkst, dass dir der Boden zu heiß wird." (Neil McCauly)

Besser hätte er seine Situation nicht beschreiben können. Als berechnender und ruhiger Profi-Verbrecher ist er ständig beschäftigt, den nächsten Plan auszutüfteln und muss dann nebenbei noch ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei liefern. Dabei sind sich Verbrechen und Gesetz näher, als man denkt.

"Du siebst dich durch den Staub hindurch, du prüfst die Umgebung, du suchst nach den Spuren der Vergangenheit, nach der Witterung deiner Beute und jagst sie bis zur Erschöpfung." (Justine Hanna)

Der Zuschauer taucht ein in eine Welt, die sehr viel realer ist als es für einen Film üblich ist. Gangster sind nicht die zutätowierten, brutalen, hirnlosen Klopse (außer Waingro, der erfüllt dieses Klischee perfekt), hier sind es zivilisierte, intelligente Menschen, die eine Familie haben. Sie sind nicht die dunklen Phantomgestalten, sondern es wird sehr viel von ihrem Leben und ihren Gefühlen Preis gegeben.
Der "Oberbulle" Vincent Hanna (Al Pacino) ist ein arbeitswütiges Tier, das an 2 Fronten zu kämpfen hat: an der beruflichen, bei der er an McCauly und seinem Team eine harte Nuss zu knacken hat, und an der privaten, denn seine 3. Ehe droht zu zerbrechen und seine suizidgefährdete Tochter kämpft um die Anerkennung und die Zeit ihres Vaters, der stets mit dem Jagen von Verbrechern beschäftigt zu sein scheint. Wie Pacino gelegentlich die Sau raus lässt und dabei trotzdem noch sehr cool rüberkommt, ist erstaunlich.
Aber auch die restliche Besetzung schauspielert sehr glaubwürdig. Unter ihnen findet man viele bekannte Gesichter, z.B. Tom Sizemore (Interner Link"Black Hawk Down", Interner Link"Soldat James Ryan"), Val Kilmer (Interner Link"Batman Forever", "The Saint"), Ashley Judd (Interner Link"Denn zum Küssen sind sie da", "Die Jury"), Natalie Portman (Interner Link"Leon - Der Profi", Interner Link"Star Wars: Episode 1"), Jon Voight (Interner Link"U-Turn", Interner Link"Mission: Impossible") und Danny Trejo (Interner Link"From Dusk Till Dawn"-Trilogie). In einer Nebenrolle ist der Rockmusiker Henry Rollins zu sehen.

"Ich brauche das Adrenalin, ich brauche es wirklich." (Vincent Hannah)

Dass die visuelle Einbettung diesem Meisterwerk in nichts nach steht, versteht sich von selbst. Es werden keine optischen Effekte oder Spielereien abgefahren, dies wäre sowieso nur der Stimmung abträglich, vielmehr handelt es sich hier um äußerst solide Kameraarbeit.
Die Filmmusik ist wirklich klasse! Man beschränkt sich nicht nur auf die sonst übliche Musikuntermalung durch ein Orchester, es werden auch Rocknummern mit eingebunden. Dabei sind die Stücke im Einzelnen sehr stilvoll und passend eingesetzt und haben einen hohen "Gänsehaut-Faktor", dafür sorgen namhafte Größen aus dem Musikbuisness wie z.B. Moby, Eric Clapton oder U2. Ich möchte auch gleich den auf CD erhältlichen Soundtrack empfehlen, auf dem man alle Stücke noch einmal in voller Länge genießen kann.
Das Gleiche kann man auch für die Soundeffekte sagen. Wenn beide aufeinander prallende Parteien anfangen, aufeinander loszuballern, dann könnt ihr euch gar nicht vorstellen, was für einen lautstarken, geilen Sound die hallenden Sturmgewehre zwischen den Wolkenkratzern von L.A. fabrizieren. Jede Waffe klingt unterschiedlich. Dabei bleibt das Klangbild die ganze Zeit über so klar, dass man jede einzelne Patronenhülse fallen hören kann.

"Aber sie hatte einen monströsen Arsch ... und du steckst mittendrin." (Vincent Hanna)

Leider kränkelt die DVD ein wenig am Bild. Neben einigen punktuellen Störungen, die mir einfach zu oft auftreten, ist mir der Kontrast zu schwach. "Heat" spielt sich größtenteils in der Nacht oder an dunklen Stellen ab und deswegen sind die Farben oft ein wenig matt und zu dunkel und das Bild hat einen Blaustich, was es sehr kalt erscheinen lässt. Vielleicht versucht man damit ja auch die leicht schwermütige und aussichtslose Grundstimmung des Films zu unterstreichen. Ab und zu fällt negativ auf, dass die Farbgebung in einer Szene zwischen den Schnitten wechseln. Ein geringes Hintergrundrauschen ist zu erkennen, aber vernachlässigbar.
Der Ton ist sehr kraftvoll und detailliert. Der Subwoofer bringt ein druckvolles Brummen zustande, vor allem in den Actionszenen, wo man dann auch mit sehr guten Surround-Effekten bedient wird. Die Dialoge sind sehr gut verständlich und nicht zu leise.
Die DVD enthält keinerlei Extraausstattung oder Hintergrundinformationen. Ich möchte bezweifeln, dass es kein Material gibt, das man mit auf die DVD hätte packen können. So wird dieser Bereich dem genialen Film in keinster Weise gerecht. Vielen Dank, Warner! Leider gibt es aber bis jetzt auch keine Alternativ-DVD, die mehr bietet. Und wozu braucht man für eine dt. DVD 19 verschiedene Untertitel? Ich hab noch nie das Bedürfnis verspürt "Heat" auf Spanisch mit hebräischen Untertiteln anzuschauen. Völlig überflüssig. Und Warner typisch ist auch wieder die Snapper-Case-Hülle, die zwar eine optisch ansprechende Aufmachung hat, aber keinen Platz für ein Booklet bietet. Möglicherweise werden diese Mängel mit einer kommenden DVD abgestellt, es sollen ja noch ca. 17 Minuten herausgenommene Szenen existieren, die im Zuge eines Director's Cut eventuell wieder in den Film finden könnten. Der Schichtwechsel dieser DVD-9 wird recht unauffällig ausgeführt und stört den Filmgenuss nicht.

"Und wehe du verplemperst meine beschissene Zeit!" (Vincent Hanna)

Das wird dem Zuschauer ganz bestimmt nicht passieren. "Heat" zählt, seitdem ich ihn im Sommer 1997 das erste Mal auf Video gesehen habe, zu meinen Lieblingsfilmen und ich sehe ihn mir seither immer wieder gerne an. Das Drehbuch stand ja schon seit 1983, damals wollte der Regisseur Michael Mann es aber noch nicht selbst verfilmen. Seien wir ihm dankbar, dass er es letztendlich doch getan hat.

Absolute Kaufempfehlung, trotz der nur mäßigen Umsetzung auf DVD, ansonsten verpasst ihr einen der herausragendsten Gangster-Epen der Filmgeschichte. Ich würde dem Streifen ja liebend gerne 7 von 6 Punkten geben, aber unser Chef-Redax Toxie lässt mich nicht ;-)


Film++++++
Bild++++--
Ton++++++
Bonus------


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Heat
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