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CAN 2006
Originaltitel:Fido
Länge:88:12 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Andrew Currie
Buch:Robert Chomiak, Dennis Heaton, Andrew Currie
Kamera:Jan Kiesser
Musik:Don MacDonald
SFX:SPIN West VFX
Darsteller:Carrie-Anne Moss, Billy Connolly, Dylan Baker, K'Sun Ray, Sonja Bennett, Jennifer Clement, Rob LaBelle, Aaron Brown, Brandon Olds, Alexia Fast, Henry Czerny, Tim Blake Nelson
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:DigiPack
DVD-Start:18.12.2007 (Verleih) / 14.02.2008 (Kauf)
Specials:
  • Deleted Scenes mit Audiokommentar (15:33 Min.)
  • Deleted Scene ohne Kommentar (15:33 Min.)
  • Making of "Fido" (4:32 Min.)
  • Hidden Feature: B-Roll Material (5:54 Min.)
  • Outtakes (1.53 Min.)
  • Slideshow (3:09 Min.)
  • Hidden Feature: Story Board & Konzeptzeichnungen (3:38 Min.)
  • Hidden Feature: "Fido" Ein animierter Kurzfilm (4:16 Min.)
  • Originaltrailer (1:45 Min.)
  • Trailershow bei DVD-Start:
    • Going to Pieces (1:17 Min)
    • Shrooms (1:53 Min.)
    • Bug (1:11 Min.)
    • The Signal (1:28 Min.)
    • An ihrer Seite (2:24 Min.)
  • Trailershow:
    • Unknown (2:04 Min.)
    • Five Fingers (1:48 Min.)
    • Renaissance (1:26 Min.)
    • Cronicas (1:50 Min.)
    • Intermission (2:13 Min.)
    • Mulberry Street (2:16 Min.)
    • Feed (1:23 Min.)
    • Shutter (2:24 Min.)
Willkommen in Willard! Hier scheint immer die Sonne, die Autos blitzen, die Blumen leuchten, die Bewohner hinter den weißen Gartenzäunen sind so reizend wie nirgendwo sonst ... und ihre zahmen Zombies auch ... Die Idylle verdankt man ZomCon. Der alles beherrschende Konzern sorgt mit einem elektronischen Halsband dafür, dass den verrottenden Haussklaven der berüchtigte Appetit vergeht und sie brav, wenn auch etwas steif, die ihnen aufgetragenen Arbeiten verrichten. Die Welt ist in Ordnung in Willard! Hätte da nicht Fido, der neue Zombie der Robinsons, in einem Moment der Schwäche ein Stück aus der alten Mrs. Henderson herausgebissen ...
"He'll steal your heart... or eat it!" - Werbezeile

Was wäre gewesen, hätten Armee und Wissenschaft in George A. Romeros Interner Link"Day of the Dead" Erfolg auf ganzer Linie gehabt? Im Grunde bebildert die Gesellschaftssatire "Fido" dieses Szenario und macht das auch ganz geschickt, aber das ist dann auch alles, was sie macht. Unter massivem Farbeinsatz wird eine kunterbunte Welt aus Pink, Türkis und Dotterblumengelb erschaffen; eine Welt der 50er Jahre, ganz unverkennbar. Sie verknüpft sich mit der Konstellation des Interner Link"Day of the Dead"-Nachfolgers Interner Link"Land of the Dead", wo in verwilderten Gebieten die Zombies hausten, welche durch Militär und Hochsicherheitszäune von der High Society der reichen Überlebenden abgekapselt waren. "Fido" macht sich exakt die gleiche Situation zu eigen und reichert sie an mit der satirisch-propagandistischen Präsentation von Interner Link"Starship Troopers" und der Gesellschaftskritik von "Planet der Affen". Überdeutliche Grenzenziehung gehört zum Konzept der Komödie und über diverse Brüche mit der Logik, derer man einige über sich ergehen lassen muss, sollte man infolgedessen hinwegsehen.




Das eklatanteste Problem ist die Verortung. Im Jahr 2006 wird ein Film produziert, der mit den Zombies ein Motiv aufgreift, das in den 70er Jahren seinen Aufstieg erlebte, dabei aber aus der Perspektive der 50er Jahre heraus operiert. Dies zu verknüpfen kann eine anregende Aufgabe sein. Das Problem in der Rechnung mit diesen drei Zahlen ist aber die 2006: Dem Film gelingt es zwar sehr gut, die Zombiethematik mit der durch Kollektivängste provozierten Schwarzweißmalerei der McCarthy-Ära zu verknüpfen - dazu im folgenden mehr - aber wie passt das ins Jahr 2006?

Doch zunächst zur Verknüpfung der 50er und 70er. Auf einem Projektor flackert in Schwarzweiß und in Mono ein Werbefilm der Firma ZomCon über die Mattscheibe und beschwört selbst Exkremente mit ausufernden Beschönigungen noch zu duftenden Maiglöckchen. Dann knallen die Farben erstmals rein und eine Schulklasse wird gezeigt, die soeben den Vortrag eines ZomCon-Mitarbeiters gehört hat. In der ersten Reihe sitzen zwei Streber, die dank ihrer Eltern bereits eine ZomCon-Ausbildung genießen; auf den hinteren Plätzen unser Held, der Jüngste aus der Familie, die im folgenden auf den Handlungsplan gerufen wird. Er hinterfragt den Vortrag - und wird vom Vortragenden, von der Lehrerin und von den Klassenkameraden schnell mundtot gemacht.




"Good dead are hard to find." - Werbezeile

Das ist natürlich Satire wie aus dem Lehrbuch, nicht sonderlich originell, aber doch effektiv. Spätestens, als der gräuliche, verwesende "Hauszombie" geliefert wird und die grelle Plastikwelt um ihn herum kontrastiert, ist es um den Zuschauer geschehen und er begibt sich mit Freuden in die ersten Takte einer Groteske, die zu diesem Zeitpunkt einiges verspricht.
Störend dabei bleibt jedoch das permanente Wissen, dass man heutzutage mit derartiger Gesellschaftssatire nicht mehr viel anfangen kann; die Welt hat sich weitergedreht und Protektionismus, Klassenkämpfe und latenter Rassismus in der Nachbarschaft sind längst nicht mehr die Themen, die den Zeitgeist treffen. Kurz gesagt, dieser Film kommt einfach ein paar Jahrzehnte zu spät!
So kann man "Fido" zwar aus postmodernem Blickwinkel heraus als Retrospaß abfeiern, aber die direkte Verbindung zum Publikum fehlt. Es wird vom Schicksal des zu menscheln beginnenden Zombies Fido nicht mehr persönlich getroffen, kann sich bloß aus der Ferne amüsieren über anregend dezente Situationskomik, die schreckliche Brutalitäten fast beiläufig kommentiert und die auch dem gelungenen Casting geschuldet ist; mit einem Dylan Baker, der schon in "Thirteen Days" bewies, dass er einfach wunderbar in die 50er und 60er-Jahre passt; einer Carrie-Anne Moss ("Matrix"), deren sonst so strenge Art ausgerechnet hier einer totalen Liberalisierung weicht; und einem Billy Connoly, dessen hilfloses Gegrunze für Witz und dessen aufkeimende Menschlichkeit für Empathie sorgt.



Dass "Fido" dabei durchaus etwas mehr sein wollte als eine lustige Zombiekomödie, wird alleine schon daran ersichtlich, dass ein überproportionaler Anteil der Erzählung auf den Titelgeber und dessen emotionale Entwicklung gerichtet ist. Irgendwo ist die Figur schließlich ein Plädoyer für Toleranz gegenüber Außenstehenden. Das ist selbstredend ein universell geltendes moralisches Gut, unabhängig einer jeden Epoche. Dadurch aber, dass es explizit mit einer Epoche gekoppelt wird, verliert es seine Universalität - beinahe, als stelle ein Postbote einem Kunden einen Brief zu - 50 Jahre, nachdem er abgeschickt wurde.
Dabei ist sonst nur wenig am Film auszusetzen; er hat in der Mitte einige Hänger im Drehbuch, er hätte vielleicht noch etwas blutiger geraten können (was hervorragend zu der plakativen Kunstwelt gepasst hätte), doch im Umkehrschluss bietet er abgesehen von seinem hübschen Produktionsdesign noch eine Menge netter Einfälle, die es nicht schwer machen, die Zeit bis zum Abspann ohne Blick auf die Uhr zu überbrücken. Nur eben die Gesellschaftskritik; die ist zwar gekonnt, ein Bedürfnis für sie hegten aber eher unsere Vorfahren zweiter Generation. Wir können uns darüber heute prächtig amüsieren, betroffen sind wir aber nicht, und der fehlende Bezug ist in Anbetracht der Ziele von "Fido" ein deutliches Manko.




"Laugh your head off." - Werbezeile

"Fido" hinterlässt auf DVD ein wirklich guten Eindruck und die knallig bunten und kräftigen Farben passen sich bestens der in den 1950er Jahren angesiedelte Umgebung an. Der Kontrast erscheint teilweise etwas steil und überstrahlt in Tagesaufnahmen absichtlich leicht, was als Stilmittel gewertet werden darf. Ansonsten leistet der Kontrast sich keine Patzer, wartet mit einem guten Schwarzwert auf und die saubere Durchzeichnung sorgt für durchweg gute Plastizität. Der Schärfegrad ist sehr hoch und auch wenn der Transfer immer wieder in diversen Einstellungen etwas weich erscheint, so gibt es ausreichend Sequenzen, welche mit einer guten bis sehr guten Detaildarstellung aufwarten. Auffällig sind hier jedoch Blockrauschen und Artefaktebildung auf homogene Flächen, was vor allem auf einer Leinwand sehr deutlich sichtbar wird und feinere Strukturen etwas unruhig erscheinen lässt. Ansonsten ist das Bild wirklich toll gelungen und es lassen sich weder Verschmutzungen noch Rauschen ausmachen.
Der vorhandene 5.1-Mix bietet solide Klangkost, was aber vielmehr daran liegt, dass "Fido" eine Komödie ist und die hinteren Lautsprecher eher selten zum Einsatz kommen. Insgesamt wirkt die Abmischung sehr frontlastig und der Subwoofer bekommt nur selten etwas zu tun. Dennoch gibt es immer wieder kleinere Effekte und Nebengeräusche, welche aus den Effektkanälen hallen, die aber immer noch nicht ausreichen, um ein räumliches Klangambiente zu erzeugen.



"Fido" erscheint in einem hübschen DigiPack und bietet ein animiertes DVD-Menü und eine solide Anzahl von Extras. Leider gibt es ein großes Manko, das sich Kopierschutz nennt. Alles legitim, außer er heißt X-Protect. Auch wenn dieser als einer der Sichersten seiner Art gilt, sorgte er schon bei etlichen Playern für enorme Abspielproblem. Dumm ist nur, dass X-Protect bereits in einschlägigen Kreisen geknackt wurde, "Fido" dafür aber im Original in vielen Haushalten nicht richtig abspielbar ist. Somit verhindert man Raubkopierer das widerrechtliche Kopieren immer noch nicht, schafft es dafür aber, dass ehrliche Filmliebhaber den Film ebenfalls nicht wirklich genießen können.
Aber kommen wir nun zum Bonusmaterial. Neben einer Vielzahl von Trailern, sowie dem Originaltrailer zum Film gibt es noch 15 Minuten an "Deleted Scenes", welche mit oder ohne Audiokommentar angeschaut werden können. Nette Idee, doch leider trägt der Kommentar keine deutschen Untertitel, dafür aber die Filmszenen. Desweiteren gibt es ein 4minütiges, sehr werbelastiges Making of. Hat man dieses durch, springt die Disc direkt auf 5 weitere Minuten an "B-Roll"-Material, was sich als Hidden Feature herausstellt, wovon es noch ein paar mehr zu entdecken gibt. Unter anderem befindet sich noch ein 5 Minuten langer, animierter "Fido"-Kurzfilm (deutsch untertitelt) auf der Disc. Zum Schluss gibt es noch "Outtakes" und ein 3 Minuten lange, mit Musik unterlegte Slideshow mit Fotos der Make-Up-Arbeiten an "Fido".



Auch wenn der inhaltliche Anachronismus nicht ganz dem Inhaltlichen folgen kann, macht "Fido" mächtig Spaß. Dank einer guten Bildqualität, einem soliden Ton und netten, obgleich recht oberflächlichen Extras können wir von einer gelungenen Veröffentlichung sprechen. Aber aufgepasst: Aufgrund des X-Protect-Kopierschutzes, sollte man sich den Film erst einmal ausleihen, um zu schauen, ob er auch einwandfrei auf euren System läuft.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+++/--
Bonus+++---


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"Fido" kommt im Dezember
Fido - Gute Tote sind schwer zu finden.
IMDb.com OFDb.de



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