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JP 2004
Originaltitel:Casshern
Länge:141:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kazuaki Kiriya
Buch:Kazuaki Kiriya, Dai Sato, Shotaro Suga, Tatsuo Yoshida
Kamera:Kazuaki Kiriya
Musik:Shirô Sagisu, Satoshi Tomîe
SFX:Toshiyuki Kimura, Kôji Nozaki, Haruhiko Shono
Darsteller:Yusuke Iseya, Kumiko Aso, Akira Terao, Kanako Higuchi, Fumiyo Kohinata, Hiroyuki Miyasako, Jun Kaname, Hidetoshi Nishijima, Mitsuhiro Oikawa, Susumu Terajima, Hideji Otaki, Tatsuya Mihashi, Toshiaki Karasawa
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 6.1 EX (Deu, J), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Japanisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
Disc 1:
  • Trailershow:
    • Casshern Trailer 1 (0:57 Min.)
    • Casshern Trailer 2 (1:59 Min.)
    • Cutie Honey (2:03 Min.)
    • Matando Cabos (2:25 Min.)
    • Memories Of Murder (1:59 Min.)
    • Save The Green Planet (2:18 Min.)
    • Severed - Forest Of Dead (1:20 Min.)
    • Survive Style (1:37 Min.)
Disc 2:
  • 8mm Footage (11:36 Min.)
  • Interviews (33:35 Min.)
  • Deleted Scenes mit Kommentar:
    • 01 (1:32 Min.)
    • 02 (0:33 Min.)
    • 03 (0:30 Min.)
    • 04 (1:13 Min.)
    • 05 (2:00 Min.)
    • 06 (2:40 Min.)
    • 07 (0:38 Min.)
    • 08 (0:57 Min.)
    • 09 (0:44 Min.)
    • 10 (0:20 Min.)
    • 11 (1:20 Min.)
  • Entwürfe 1 (3:49 Min.)
  • Entwürfe 2 (11:17 Min.)
  • Entwürfe 3 (12:08 Min.)
  • Artwork (3:35 Min.)
In einer fernen Zukunft: Nach einem 50 Jahre währenden Krieg ist die Erde ein verwüsteter Planet und die meisten Überlebenden sind unheilbar erkrankt. Der Wissenschaftler Dr. Azuma forscht an einer genetischen Methode um die Menschheit zu heilen. Doch ein Unfall in seinem Forschungslabor hat schwerwiegende Folgen für die gesamte Welt: Aus der revolutionären Nährlösung erwachsen intelligente Mutantenwesen, welche die menschliche Rasse als Bedrohung ansehen. Die Mutanten nennen sich selbst "Neo Sapiens" und erklären schlussendlich der Menschheit den Krieg. Dr. Azuma hingegen nutzt seine Nährlösung, um seinen im Gefecht gefallenen Sohn Tetsuya wieder zum Leben zu erwecken. Das Experiment gelingt, doch Tetsuya entwickelt übernatürliche Kräfte. Gefangen in einem Schutzanzug, der sein unkontrolliertes Muskelwachstum hemmt, kehrt er zurück zur umkämpften Zone 7, dem Ort, wo er sein ursprüngliches Leben verlor. Hier erkennt er dann seine wahre Bestimmung: Er ist Casshern, der Beschützer der Menschheit.
- "Du hast doch überhaupt keine Ahnung was Krieg bedeutet." (Dr. Azuma)

Mit "Casshern" hat es eine weitere Produktion aus Fernost geschafft, auch im Westen für Furore zu sorgen. Ähnlich wie Kerry Conran mit Interner Link"Sky Captain and The World of Tomorrow" erschuf Regisseur Kazuaki Kiriya eine komplett computergenerierte Welt, in der die Darsteller erst nachträglich eingefügt wurden. Im Gegensatz zum amerikanischen Pendant geht das Rezept hier auf, weil die Schauspieler ein Teil des Films sind und sich nicht wie Fremdkörper einfügen.



In einer postapokalyptischen Zukunft ist die Erde längst der Menschheit zum Opfer gefallen. Ein langwieriger Krieg zwischen einer Allianz asiatischer Staaten gegen Europa fordert nun seinen Tribut. Der Konflikt ist, trotz einiger Widerständler ausgefochten, doch die Umwelt ist der wahre Verlierer. Radioaktive Verseuchungen und vergiftete Böden fördern Mutationen zu Tage. Die japanische Regierung sucht eine Lösung für das todbringende Problem. Als Kotaro Azuma (Akira Terao) eine anzubieten hat, lehnen sie diese ab. Seine entwickelten Nano-Zellen sind ein Universalheilmittel, das nicht nur Krankheiten, sondern auch schwere Verletzungen wieder heilen kann - ganz zu schweigen von abgetrennten Körperteilen.
Das Militär beginnt sich verständlicherweise für seine Experimente zu interessieren. Als in seinem Labor ein Blitz einschlägt und sich aus den Neo-Zellen seltsame Kreaturen mit übermenschlichen Kräften entwickeln, scheint das Ende der Menschheit eingeläutet. Ausgestattet mit einer Armee von Killerrobotern erklärt diese neue Spezies allen den Krieg. Niemand scheint sie aufhalten zu können.



Es fällt nicht schwer zu glauben, dass "Casshern" auf einem Manga beruht. So experimentierfreudig, abwechslungsreich und anstrengend können nur die japanischen Comics sein. Extravaganz wird groß geschrieben. Der Film ist in jeder Sekunde ein optischer Leckerbissen, der sich durch unterschiedliche Stilmittel, extreme Farbgebungen sowie dem Einsatz diverser Filter auszeichnet. Seine CGI-Herkunft sieht man dem Bombast zwar an, jedoch scheint die Künstlichkeit hier gewollt zu sein. Eben um Realismus ist Kiriya nicht bemüht, sondern um abstrakte Unterhaltung, die in ihrer optischen Vielfalt den Augen einiges abverlangt. Wenn es einen realen Anime gibt, dann ist es "Casshern". Atemberaubende Kamerafahrten, röhrende Musik und ungewöhnliche Schnitttechniken lassen zumindest darauf schließen.
Wirkliche Materialschlachten gibt es nicht, wohl aber überdimensionierte Raumschiffe, seltsame Fluggeräte und Roboterarmeen. Der eigentliche Krieg indes wurde vorher noch antiquiert mit Menschen und Handfeuerwaffen ausgefochten.

Wer möchte, kann dem Plot im Verlauf so einigen Anspruch andichten. Da wird zwar konkret die Zerstörung der Natur durch die Menschen und die damit verbundene eigene Vernichtung thematisiert und das gute alte "Schöpfung wendet sich gegen Schöpfer"-Prinzip genannt, vordergründig ist "Casshern" allerdings zwiespältiges Entertainment. Zwiespältig, weil er seine gute und seine schlechte Seite hat.



Die Gute, ist die Action, denn was hier abgeht, spottet jeder Beschreibung. Es gibt nicht sonderlich viele Kämpfe, aber wenn sie unausweichlich sind, ufern sie aus und fallen referenzverdächtig aus. Casshern (Yusuke Iseya), der Retter der Menschheit, selbst mit Neo-Zellen wieder zum Leben erweckt und mit einem Superpanzer ausgestattet, hat hier, im Kampf gegen Neosapiensanführer Barashin (Jun Kaname), die besten Szenen. Anime-like wird durch die Luft geflogen, meterweit gesprungen und bis aufs Blut duelliert. Das geht bisweilen ein wenig fix von statten, macht jedoch unwahrscheinlich was her. So batteln sich die beiden dann zum finalen Showdown vor, wobei der dann etwas enttäuscht.

Das Hauptmanko des Films ist die wirre, löchrige Story, der ich ab und an kaum zu folgen vermochte. Besonders auf Seiten der Neosapiens bleiben bezüglich des im Schnee gelegenen Schlosses mit Roboterfabrik so einige Fragen offen. Sorgfältig konstruierte Geschichten, denen auch der Laie folgen kann, mag nie die Stärke von Mangas gewesen sein, ein Entgegenkommen für Nichtkenner der Vorlage hätte ich mir trotzdem erwünscht.



Fans der Asia-Filmkunst werden die vielen ausufernden Gespräche und Schicksale der nicht gerade kleinen Anzahl diverser, selten unwichtiger, Charaktere vermutlich nicht als so negativ empfinden. Mir ging die ausführliche Gestaltung der diversen Subplots um eine zarte Liebesbeziehung, die verzweifelten Versuche des Professors ein Gegenmittel für seine schwer erkrankte Frau zu finden, sowie die beliebten Motive Wut, Trauer und Rache jedenfalls zu weit. Eine Straffung auf grob zwei Stunden und der Film wäre einer höheren Note näher gewesen. Sicher, Charakterentwicklung muss sein, man ist in Korea und Japan auch sehr darauf fixiert, nur harmoniert sie, jedenfalls in meinen ganz dem westlichen Kino verschriebenen Augen, kaum mit dem Effektbombast.

Keine einzige Szene kommt hier ohne digitale Nachbearbeitung aus, schließlich sind sämtliche Teile des Films wegen ständig präsenter CGIs ohnehin schon digitalisiert worden. So ist es möglich, dass eine Farbfreude entstehen kann, die normales Material nur mit viel nachträglichem Zutun erreichen wird. Allein des Farbspiels und des hervorragend angepassten Kontrastes wegen wie die "Casshern"-DVD zum echten Hingucker. Die Computertechnik wurde professionell und bewusst eingesetzt, sodass dem mitunter detailverliebten Bild kein Schaden durch die Filterei entsteht. Trotzdem, und das ist einer der Makel dieses Transfers, ist die Schärfedarstellung nicht optimal. Meist kann man die dezente Abschwächung als Stilmittel hinnehmen, um den Linsen- und Leuchteffekten kein zu künstliches Aussehen im CGI-Umfeld zu geben, mitunter, beispielsweise während der Szene im Garten, entsteht aber eine Unschärfe, die diese Passagen vom Rest abhebt und den Zuschauer fragen lässt, warum gerade hier das hohe Niveau nicht gehalten werden kann. "Casshern" sieht trotz allem gut aus, zu den vermeidbaren Übeln gehören aber noch dezent auftretendes Ghosting und die geringen Schwächen der Kompression, meist ersichtlich anhand von Blockrauschen.



Wo der Dolby Digital-Ton (sogar mit zusätzlichem Rückkanal) schon für Lebendigkeit im Klangbild sorgt, kann der voluminösere DTS-Ton sogar noch ein wenig mehr Akzente setzen. Dank größtenteils synthetischer Klangerzeugung ist sowohl die Qualität als auch das Surround-Vermögen so großartig, wie ich es schon lange nicht mehr erleben durfte. Selbst Schrittgeräusche eignen sich dazu, in den Ruinen der Stadt von den Mauern zu halten, was für die Detailverliebte der Toningenieure steht. Da sind explosive Klangkulissen innerhalb der Action-Szenen wohl selbstverständlich, ebenso wie ein feinfühliger, durchaus auch brachialer Score. Die formidable deutsche Synchro kann selbst noch einige Effekte einbringen und wurde sehr sorgsam mit geübten Sprechern ausgearbeitet, was nicht unbedingt als selbstverständlich hingenommen werden sollte und maßgeblich zur Filmstimmung beiträgt. Der japanische O-Ton ist auch mit auf der DVD, wurde sogar deutsch untertitelt und weißt insgesamt kaum Abweichungen zur deutschen Spur auf.


Zur Umverpackung dieser Special Edition darf man I-On gratulieren. Der Pappschuber ist hier zwar schon Standard, was durchaus nicht abwertend gemeint ist, aber hier hat man neben einem ansehnlichen Motiv auch noch eine Reliefprägung eingearbeitet, die sich merklich vom Motiv abhebt und das Äußere veredelt. Im Inneren gibt es dann auch ein wenig mehr im Vergleich zum Amaray: Die zwei DVDs stecken in einem doppelt aufklappbaren, mit verschiedenen Filmmotiven bedruckten, hochglänzenden Digipack, der gleich noch die Übersicht über das Bonusmaterial enthält. Davon begegnet uns auf der ersten DVD nur eine Trailergalerie, aber hier muss schließlich auch noch der überlange Hauptfilm Platz finden. Daher wurden sämtliche Extras auf die zweite DVD ausgelagert. Eins vorweg: Das knapp 2stündige Making Of der japanische Trippel-DVD und auch der Filmkommentar konnten nicht für die deutsche DVD gewonnen werden, dafür aber eine Vielzahl kleinerer Extras, die falls nötig, Deutsch untertitelt wurden. So geschehen bei den Deleted Scenes, die jeweils nur mit dem Audiokommentar des Regisseurs angeschaut werden können. Auch beim 8mm-Material, das im Film für Rückblicke genutzt wird und einige Charakterelemente näher ausführt. Die Interviews beginnen mit einigen etwas irritierenden Aussagen des Hauptdarstellers, erweisen sich dann aber als aufschlussreiche Kombination von Befragungen hinter der Bühne und auf dieser während der Premierenveranstaltung. Jede größere Rolle kommt hier zu Wort und es dürfte auch nicht schwer fallen, die Gesichter ihren Charakteren zuzuordnen, eine Untertitelung, um wen es gerade geht, gibt es hier aber nicht. Zuletzt lassen sich noch etwa 30 Minuten Artworks und Entwürfe anschauen, beginnend von Skizzen über ausgearbeitete Malereien bis hin zu gerenderten Ansichten. Wer den Film kennt, weiß, dass die optische Komponente eine wichtige Rolle spielt und gerade deswegen das Material innerhalb der Galerien interessant ist.



Die Themen, die "Casshern" anreißt, sind nicht neu, werden aber immer wieder gern für Fernostblockbuster in neuem Gewand aufbereitet. Da helfen auch die offensichtlichen, wenn auch verfremdeten Nazisymboliken nicht viel. Mit Effekten und einer unglaublich spektakulären, bisher einzigartigen und abwechslungsreichen, extravaganten Optik punktend, sollte das Ansehen jedoch Pflicht sein. Asienallergiker, wie ich, werden jedoch an der wirren Story und der zu zähen Charakterentwicklung zu knabbern haben. Imposant allemal, nur eben nicht der Ausnahmefilm, zu dem inzwischen so viele Produktionen von dort stilisiert werden.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus++++--


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Casshern
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