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USA 1996
Originaltitel:Bullet
Länge:91 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Julien Temple
Buch:Bruce Rubenstein, Sir Eddie Cook, Mickey Rourke
Kamera:Crescenzo G.P.Notarlie
Musik:Barry White u.a
SFX:Robert Provenzano
Darsteller:Mickey Rourke, Frank Senger, Adrien Brody, John Enos III, Fatmir Haskaj, Joseph Dain, Manny Perez, Shirley Scott, Heather Laszlo, Jerry Grayson, Suzanne Shepherd, Ted Levine, Tupac Shakur
Vertrieb:Planet Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1(upmix)
Sprache:Deutsch
Specials:
  • Bildergalerie (10 Bilder)
  • Trailershow (4 Trailer)
  • Biografie von Tupac Shakur und Mickey Rourke
Butch "Bullet" Stein war ein hoffnungsvoller Sportler, bevor er sich entschloss, die "einträglichere" Laufbahn eines Kriminellen einzuschlagen. Und doch saß er acht Jahre im Gefängnis, für ein Verbrechen, dass er nicht begangen hatte. Jetzt ist er wieder draußen und will seine Straße wiederhaben. Doch hier ist kein Platz mehr für ihn. Tank, der allmächtige Drogenboss, regiert sein altes Revier und duldet keinen Rivalen. Er befiehlt Bullets Tod, doch manche Menschen haben scheinbar mehr Leben als eine Katze...
Bei Mickey Rourke vermischte sich Fiktion schon immer mit Realität, so musste er sich als Kind nicht nur mit seinem gewalttätigen Stiefvater, sondern auch mit fünf Stiefbrüdern auseinander setzen. Sein einziger Ausweg war das Boxen. Damit verschaffte er sich zwar Respekt, aber keine Lebensperspektive. Zumindest keine außerhalb des kriminellen Milieus. Also zog er nach New York, um sich als Schauspieler zu versuchen. Tatsächlich wurde er 1972 an Lee Strasbergs Actors Studio aufgenommen, dass pro Jahr von Tausenden Bewerbern nur fünf akzeptiert. Nach seiner eigenen Aussage studierte er fünf Jahre lang "wie ein Mönch", anderen Quellen zufolge verließ er das Studio schon nach kurzer Zeit, weil er sein eigenes Temperament nicht steuern konnte (klingt Glaubhafter). Ende der siebziger Jahre ging er nach Los Angeles, wo er nach und nach kleinere Kinorollen bekam, wie etwa in Lawrence Kasdans "Eine heißkalte Frau" oder Coppolas "Rumble Fish". 1985 durfte er einen cholerischen Cop in Michael Ciminos "Im Jahr des Drachen" spielen und erwies sich dabei als äußerst talentiert.
Nur ein Jahr später kam der Film, der Rourke zum erotischen Symbol einer ganzen Generation machen sollte: "9 1/2 Wochen". Kurz darauf brillierte er als Faustfigur in Interner Link"Angel Heart" und legte sich dort auf filmischer Ebene mit Robert de Niro an. Von da an hatte Mickey Rourke Kultstatus erreicht, fühlte sich aber komplett missverstanden in der Hollywood-Maschinerie: "Für mich war die Schauspielerei eine Kunstform, die der Suche nach der Wahrheit diente. Aber in der Showbranche drehte sich alles um Mittelmäßigkeit", erklärte er. Den freundschaftlichen Rat von Sylvester Stallone, alles nur als Geschäft zu betrachten, schlug er aus. Lieber legte er sich mit dem System an, beschimpfte Produzenten und leistete sich Wutausbrüche am Set. Hinter der Erfolgsfassade steckte noch immer der aggressionsgeladene Junge aus dem Ghetto. Mickey ließ sich immer weniger unterdrücken, doch auch wenn er das Spiel mit der Oberflächlichkeit verachtete, so mischte er leidenschaftlich darin mit.
Sein Gefolge bestand aus sechs Leibwächtern, ein mit Gold überzogener Rolls-Royce, Luxusvillen - Rourke war selbst Gefangener des Glitzerkäfigs geworden und unlängst ein Teil der Hollywood-Maschinerie.

Doch so weit oben er auch war, 1987 sollte das große Tief für den "bösen" Buben kommen. Bei den Dreharbeiten zum Bukowski-Drama "Barfly" entwickelte er eine Phobie, so das er kaum das Haus verlassen konnte. 1990 lernte er bei dem langweiligen Softsex-Film Interner Link"Wilde Orchidee" das zehn Jahre jüngere Model Carré Otis kennen, die ähnlich wie er aus einem kaputten Elternhaus stammt. Aus der Affäre wurde 1992 eine Ehe. Doch in der fatalen Beziehung rissen sich beide nur noch mehr herunter.
Rourke entpuppte sich als notorischer Fremdgänger. 1994 sollte er sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten; die Klage wurde nur fallen gelassen, da Otis keine Aussage machte. Seine Frau selbst schlitterte in eine Heroinsucht, aus der sie sich schließlich nur mit Rourkes Hilfe befreien konnte. Um seinen Glitzerkäfig zu behalten, nahm er selbst die absurdesten Rollenangebote an. 1991 erhielt er für den abgedrehten und recht unterhaltsamen Actionfilm "Harley Davidson and the Marlboro Man" ganze 2,6 Millionen Dollar: "Ich war selbst enttäuscht von mir, dass ich bei so etwas mitmachte." sagte Rourke über den Film. Man muss aber ehrlich sein: "Harley Davidson and the Marlboro Man" ist im Gegensatz zu vielen seiner anderen Werken ein Highlight ist, welches 90 Minuten pure Unterhaltung bietet.
1992 kehrte er zurück in den Ring und trug bis 1997 elf Kämpfe als Schwergewichtsboxer aus. Dies schien ihn wieder auf den rechten Weg zu führen und er plante eine Rückkehr ins Filmgeschäft, was sich aber schwerer erwies als anfangs gedacht. Wer wollte schon mit Hollywoods Prügelknaben Nummer 1 zusammen arbeiten?
Trotzdem schaffte er es wieder Fuß zu fassen, auch wenn seine Rollen meist nur kurz oder minderwertig waren. 1996 spielte er eine Hauptrolle in dem Ghetto-Drama "Bullet", auf den wir natürlich sofort zu sprechen kommen, und landete danach in "Double Team" mit Jean-Claude van Damme. Francis Ford Coppola besetzte ihn in "Der Regenmacher", Jack Nicholson gab ihm einen kleinen Auftritt in "Das Versprechen". Als Steve Buscemi ihn als Transvestit für das Gefängnisdrama "Animal Factory" anheuerte, stylte sich der Macho-Darsteller eigenhändig und flog im Schrill-Outfit zu den Dreharbeiten. Fast bei jeder Gelegenheit begeisterte er seine Filmemacher so sehr, dass sie seine Rolle ausbauten, so etwa auch bei dem in Kürze erscheinenden "Once Upon a Time in Mexico".
Mickey Rourke scheint es geschafft zu haben. Er macht wieder Bodybuilding und geht zum Psychiater. Sogar mit Carré Otis ist er wieder gut befreundet. Und mit den vielen Produzenten versteht er sich endlich. Es scheint als würde aus dem einstigen Saulus doch noch ein Paulus werden.

Ihr fragt euch sicherlich, wieso diese ganzen Informationen und was das jetzt mit "Bullet" zu tun hat? Ganz einfach: Mickey Rourke hat bei diesem Film am Drehbuch mitgearbeitet und wenn man sich den Film genau anschaut, spiegelt sich sehr viel Persönlichkeit von Mickey Rourke in diesem Werk wieder. Es scheint, als würde er sich selbst spielen und rechnet mit einem Teil seines Lebens ab. Wir dürfen ihn hier als ehemaligen Drogenboss und mittlerweile heroinsüchtigen Knacki sehen, der nach 8 Jahren aus dem Gefängnis kommt und in sein Viertel zurückkehrt.
Hier zeigt man auf einer authentischen Art den Leidensweg von Butch, auch wenn seine Heroinsucht nur angekratzt wird und es so scheint, als würde er damit klar kommen. In Wirklichkeit ist er aber ein Wrack, welches direkt zu Anfang schon den neuen Gangs das Fürchten lernt und einem das Auge aussticht. "Bullet" wirkt in seiner ganzen Form sehr hart und roh, versucht aber auf Ghettofilm typische Klischees fast immer erfolgreich zu verzichten und zeigt uns ein paar Tage aus dem Leben eines Menschen, der alles falsch gemacht hat und dies versucht auf seine Art wieder gut zu machen. Sein Bruder Ruby, gespielt von Adrien Brody ("Solo") ist ein wahres Kunst-Genie und Butch will ihn aus dieser Welt ohne Perspektiven herausbekommen. Auch hier sieht man deutlich die Parallelen zu Rourkes Leben und dass man alleine die Wahl hat, etwas aus seinem Leben zu machen. Dies zeigt der Film in einer unterhaltsamen und niemals übertriebenen Form und bietet uns nebenbei noch eine spannende Mischung aus Action, Streetgang und eben dem besprochenen Sozialdrama, dem Gewalt nicht fremd ist. Das alles untermalt mit einer Prise Barry White-Musik und mit einem perfekten Aufgebot an Schauspielern, die dem Film Leben einhauchen, sowie einer guten Kameraarbeit von Crescenzo G.P.Notarile.
Neben Mickey Rourke als jüdischer Homeboy darf man noch Ted Levine erwähnen ("The Mangler", Interner Link"Heat"), der dessen älteren Bruder Louis spielt. In seiner Rolle als durchgeknallter Vietnam-Veteran spielt er sogar Rourke an die Wand und sorgt oft für Momente des Schmunzelns. So möchte er eine Armee aus unsichtbaren Söldnern aufstellen und gibt 8jährigen Kindern Nachhilfeunterricht im Töten mit einem Buschmesser.
Der mittlerweile verstorbene KultrapperTupac Shakur als Butchs Rivale kann jedoch in keiner Weise überzeugen und man nimmt ihm die Rolle des Bösewichtes einfach nicht ab. Trotzdem ist "Bullet" der wohl beste Film mit Mickey Rourke und zeigt, dass Rourke immer noch talentiert ist, zumindest wenn es darum geht, sich selbst zu spielen ...

Nach einer ungekürzten Verleihkassette, die damals von Marketing Film erschien (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Label) und diversen DVDs, die allesamt geschnitten sind, bringt Planet Media diesmal den Film völlig ungeschnitten auf den Markt. Die Covercollage der DVD war damals schon gewöhnungsbedürftig und der hässliche Balken mit der Schift "Ungekürzte FSK18-Version" macht das Ganze nicht viel attraktiver. Da liegt das Cover der US-DVD weit vorn. Der Film wurde in Vollbild gedreht und die Bildqualität zu bewerten erweist sich als weitaus schwieriger als gedacht.
Die Schärfe ist an einigen Stellen gut bis sehr gut und auch Details sind oft perfekt zu erkennen. In anderen Szenen merkt man durch den Einsatz von Filtern eine deutliche Unschärfe, die sich bis hin zu Nachzieheffekten steigert. Die Farben wirken mal natürlich und sauber, dann wieder etwas matt und verwaschen. Dies könnte natürlich auch eine Art Stilmittel sein. Der Kontrast kann überzeugen und auch Defekte gibt es kaum. Bildrauschen wurde durch den Einsatz von Filtern fast gänzlich eliminiert, was aber wie oben schon erwähnt zu Lasten der Schärfe geht. Die Kompressionen sind stellenweise gut, nur Blockrauschen lässt sich im Hintergrund bemängeln.
Für eine Direct-to-Video-Produktion ist das Bild ordentlich und recht rauscharm, aber noch lange nicht gut. Dafür schwankt die Schärfe und der Rauschfaktor zu stark zwischen gut und Mittelmaß.
Der Ton liegt hier nur in deutsch vor und der 5.1 Track ist ein Upmix, der im Gegensatz zum Dolby Surround Track nur im Frontbereich lauter und dominanter wirkt. Die Rearspeaker sind ständig im Einsatz, geben aber nur den Frontbereich leiser wieder. Die Dialogverständlichkeit ist bei beiden gut, aber im Ganzen ist es egal, ob man sich den Upmix oder den Surround-Ton anhört.
Als Extras gibt es nur eine Bildergalerie mit 10 Fotos, eine Trailershow zu vier weiteren Planet Media-DVDs, sowie eine Biografie von Mickey Rourke und Tupac Shakur. Einen Originaltrailer oder weitere Infos sind leider nicht vorhanden.

"Bullet" ist ein harter und kompromissloser Film mit einem hervorragenden Mickey Rourke und Ted Levine geworden, der man seiner Sammlung nicht vorenthalten sollte. Die deutsche DVD ist erstmals ungeschnitten und in einer ordentlichen DVD-Veröffentlichung erschienen, die trotz einiger Schwächen für Fans zu empfehlen ist.
(weitere Quellen: diverse Mickey Rourke-Biografien)


Film+++++-
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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