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IT, ESP 1968
Originaltitel:Bandidos
Alternativtitel:Crepa tu ... che vivo io
aka. You Die ... But I Live
Länge:91:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Massimo Dallamano
Buch:Egisto Macchi
Kamera:Emilio Foriscot
Musik:Juan Cobos, Luis Laso
Darsteller:Terry Jenkins, Enrico Maria Salerno, Luigi Pistilli, Cris Huerta, Antonio Pica, Víctor Israel, Marco Guglielmi, Venantino Venantini, María Martín, Giancarlo Bastianoni, Victoriano Gazzara
Vertrieb:NEW Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Kleine Hartbox
DVD-Start:29.09.2006 (Kauf)
Specials:
  • Trailer (Deutsch/Italienisch, 2:33 Min.)
  • Bildergalerie (2:01 Min.)
  • Textblock über Bandidos (3:37 Min.)
  • Musikvideo der Mountainboys (2:54 Min.)
  • Trailershow:
    • Der Halunke (1:56 Min.)
    • Wanted (5:12 Min.)
    • Ein Dollar zwischen den Zähnen (2:24 Min.)
  • PC Part mit dem Kinoplakat und den Aushangsfotos zum Ausdrucken
Der berühmte Kunstschütze Martin, auch "Ricky Shot" genannt, trifft bei einem Zugüberfall seinen ehemaligen Weggefährten Billy Cain, mit dem er noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Cain zerschießt Martin die Hände. Jahre später, vollkommen abgehalftert, ist Marin auf der Suche nach einem neuen "Ricky Shot", der für ihn das Geld auf dem Tingeltangel verdienen soll. Dabei trifft er den aus dem Gefängnis entflohenen Raymond, der sich bereit erklärt, Martin zu begleiten. Nachdem Martin ihm alle seine Tricks beigebracht hat, wird dem neuen Zögling klar, was Sache ist: Billy Cain war einst Schüler von Martin, und jetzt soll er Martins Schicksal an dem Abtrünnigen rächen. Raymond allerdings hat seine ganz eigene Rechnung mit dem Banditen offen. Es kommt zum Duell ...
Mit "Bandidos" beweist sich erneut, dass im Italowestern eigentlich gar nicht beheimatete Filmemacher oftmals in der Lage sind eingesessene Genreregisseure zu übertrumpfen.
Massimo Dallamanos erst zweite Regiearbeit ist ein solches Juwel. Einst als Kameramann unter Sergio Leone bei Interner Link"Für eine Handvoll Dollar" und Interner Link"Ein paar Dollar mehr" tätig, wirkt die visionäre Schaffenskraft des Genrevaters sichtlich positiv auf ihn ein. Was er dort lernte, setzte er mit "Bandidos" um und er ist verdammt gut darin. Er kopiert Leone nicht, sondern eignete sich selbst, freilich ohne die letzte Brillanz, dessen Feingefühl für eine ausdrucksstarke Bildsprache an.


Nur zum Vorteil gereicht ihm dabei das tolle Drehbuch, das neben tragischen Figuren auch eine clever konstruierte Story parat hält, an der Dallamano, auch dank des offensichtlich überdurchschnittlichen Budgets, sich so richtig austoben darf.
Markant sind die Figuren auch gerade deswegen, weil in den Hauptrollen keine allzu typischen Gesichter des Italowesterns anzutreffen sind, sondern unverbrauchte, aber eigentlich genrefremde Darsteller wie Enrico Maria Salerno ("Königstiger vor El Alamein", Interner Link"Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe") oder Venantino Venantini ("War Devils - Die Kriegsteufel kommen", "The Executor - Der Vollstrecker") gar keine zwangsläufiges Suggerieren bekannter Stereotypen zulassen.


Vortrefflich baut das Drehbuch auf den Stärken seines Genres und katapultiert den Zuschauer inmitten einer schicksalbestimmenden Männer-Konstellation, die zunächst nur von zwei Männern geführt wird und mit einem toll inszenierten Zugüberfall ihren Auftakt hat. Allein schon in diesen ersten Minuten unterstreicht Dallamano seine Ambitionen hier mehr als nur seinen gewöhnlichen Teil zum Genre zu leisten. Er will einen, der aus der breiten Masse mittelmäßiger bis belangloser Filme herausragt und dieses Ziel erreicht er problemlos dank seiner fein ausgearbeiteten Figuren.
Da wäre an erster Stelle natürlich Richard Martin zu nennen, der sich in den ersten Minuten noch als gepflegt gekleideter Kunstschütze zu erkennen gibt, nachdem er seine Fähigkeiten jedoch verlor auch aus dem Gleichgewicht geriet und nun trinkend, abgewrackt, verkommen und von Rache beseelt, nur von dem Wunsch vorangetrieben wird, es Kane, wenn sich die Gelegenheit bietet, heimzuzahlen. Dass er immer noch die Kunst des Schießens antreibt, hängt weniger mit seiner Leidenschaft zusammen, als dass er ein Talent sucht, das naiv genug ist, sich erst von ihm ausbilden und dann manipulieren zu lassen, um als Werkzeug seiner Rache zu fungieren.


"Bandidos" ist eine komplexere Angelegenheit, als sie auf den ersten Blick scheint und nimmt sich darüber hinaus auch viel Raum für die Beziehungen seiner Figuren, ihrer Probleme und ihrer eigentlichen Ziele, die so offensichtlich oftmals gar nicht sind. Eingangs so nebensächliche Szenen dringen später dem Zuschauer als wichtig ins Bewusstsein und keiner der drei ist ehrlich oder vor Verrat sicher.
Detailversessen und mit einer versierten Kameraarbeit, die ihn als Mann vom Fach auszeichnet, hantiert Dallamano mit symbolbehafteten Einstellungen, beweist Ideenvielfalt bei einigen toll eingesetzten Ego-Perspektiven (u.a. die über den Tresen rutschende Flasche). Nicht zuletzt wegen seines durchweg dem Eigennutz die oberste Priorität einräumenden Ensembles, hinterlässt "Bandidos" einen prägenden Eindruck. Seine Figuren sind listig, verkommen, selbstsüchtig und ohne Skrupel. Sie rechtfertigen ihr Handeln nicht, sie sehen es als naturgemäßes Bestandteil dieser ihrer Welt an und Massimo Dallamano ist verdammt gut darin diesen wahrhaftig ausgezeichneten Stoff mit seinen ausgearbeiteten Figuren in Bild und Ton erstklassig umzusetzen.


"Bandidos" gehört zu den herausragenden Italowestern, die sich gleich hinter den Genreprimen einordnen und den leider kargen Hohlraum zwischen Genrespitze und Masse besiedeln. Von den beeindruckenden Darstellern, die, gerade weil sie nicht ständig Rollen im Italowestern abspulten, nicht versuchen stupide Routine walten zu lassen, bis hin zur knifflig-komplexen Geschichte zwischen einem verbitterten Lehrer und seinen rebellischen Schülern und Massimo Dallamanos absolut überzeugender Regie, die in der einen oder anderen Situation die geistige Handschrift Leones trägt, gibt es an "Bandidos" nichts auszusetzen. Dieser Italowestern hat wirklich Klasse!


Ebenso wie die Veröffentlichung aus dem Hause NEW Entertainment, die aber im Gegensatz zur Billig-Version von Starmedia in drei Szenen Cut ist. Wobei man hier glaube ich wohl eher von Jump Cuts reden sollte, da es so aussieht als ob das Master in besagten Szenen einfach einen Defekt hatte und man diesen beseitigen wollte. Besagte Szenen sind auch überhaupt nicht der Rede wert, da es sich um eine belanglose Kutschfahrt, eine Personeneinstellung und eine Einstellung am Anfang des Zuges handelt. Erwähnung finden sollte es jedoch, da es sonst wieder heißt 'Warum hat man das nicht vorher gesagt`?'. Ich sage aber auch schon mal, dass die DVD in der kleinen NEW-Hartbox im richtigen Bildformat erschienen ist und eine bessere Bildqualität hat. Zwar hat man mit einer schwankenden Schärfe, die einige Details verschluckt, zu kämpfen, aber es pendelt sich alles auf ein angenehmes Niveau ein. Der Kontrast ist etwas zu steil geraten, da er in hellen Flächen etwas überstrahlt, aber die Farbgebung ist sehr natürlich und kann überzeugen. Ein Bildrauschen ist leicht vorhanden.
Mit dem Stereoton kann man durchaus zufrieden sein, da bis auf ein leichtes Rauschen keine Probleme auftreten. Die beiden anderen Tonfassungen gehen ebenfalls in Ordnung, wobei der Italienischen der Vorzug gegeben werden sollte, da diese nicht so dumpf ist und weniger Rauschen als die Englische aufweisen kann. Zu allen Tonspuren können gut leserliche deutsche Untertitel zugeschaltet werden.


Beim Bonusmaterial musste man wieder tief wühlen und hat auch etwas gefunden, wenn auch nur in Eigenarbeit. Der Trailer zum Film sollte ja eigentlich schon als Standard anerkannt werden und liegt hier in Deutsch und in Italienisch vor. In der Bildergalerie kann man das Kinoplakat und die Aushangsfotos begutachten. Diese liegen (wie schon bei der NEW-Veröffentlichung von Interner Link"Wanted") in einem PC-Part zum Ausdrucken bereit. In dem Textblock berichtet Markus Dannenberg einiges zu "Bandidos", was sehr interessant ist. Ein Musikvideo der Mountainboys (ebenfalls auf Interner Link"Wanted" vorhanden) und eine Trailershow mit drei weiteren Titeln aus dem NEW-Programm runden den Bonusbereich ab.


Film+++++-
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


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