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D 1983
Originaltitel:Happy Weekend
Länge:82 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Murray Jordan
Buch:Donald Arthur
Kamera:Gerhard Fromm
Musik:Sam Spence
Darsteller:Kai Fischer, Petra Drechsler, Herbert Fux, Arthur Brauss, Hildegard Friese, Alfons Haider
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Splitted Mono), Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch
Specials:
  • Musikvideo (2:22 Min.)
  • Original Toppic-Abspann (1:01 Min.)
  • Slideshow (10 Bilder)
  • Artwork-Galerie (4 Bilder)
  • Trailer zu "Himmel, Scheich und Wolkenbruch" (2:53 Min.)
  • Trailer zu "4 Männer und ein Kamel" (2:42 Min.)
Das alte Hotel im kleinen Dorf Mayrhofen scheint dem Verkauf an den schmierigen Bürgermeister ausgeliefert zu sein. Die Besitzer, zwei rüstige Damen, haben über die Jahre hinweg das Hotel heruntergewirtschaftet und einen enormen Schuldenberg angehäuft. Bobby und zwei seiner Freunde machen sich unterdessen nach Mayrhofen auf, um dort Bobbys ehemalige Bekanntschaft Claudine wiederzutreffen und ein sexuell ergiebiges Wochenende zu verbringen. Als sie eine Unterkunft im alten Hotel finden und davon erfahren, dass eine Zwangsräumung bevorsteht, planen sie in diesem Gebäude eine gewinnträchtige Disko einzurichten. Nun müssen sie nur noch ihre Konkurrenz ausstechen und den biederen Bürgermeister überlisten, denn der würde derartige Lärmprojekte nie in seiner verschlafenen Gemeinde zu lassen, noch dazu wenn ihm ein billiges Grundstück dabei durch die Lappen gehen könnte.
Deutsche Filme, die mit einem knallbunten Bonboncover aus dem DVD-Regal hervorstechen, auf dem halbnackte Bikini-Nixen auf einer grünen Wiese liegen, schreien ja fast schon nach einem vorschnellen Qualitätsstempel Marke "Billiges Lustspiel". Gar so lüstern wie die Alpenrammel-Streifen erscheint "Happy Weekend" ja nicht gleich, aber auch hier assoziiert man das Wort "niveauvoll" nicht unbedingt mit dem gezeigten Geschehen.
Im Grunde nimmt sich "Happy Weekend" gegenüber seinen Kollegen nicht viel und zeigt ein wenig nacktes Fleisch weit unterhalb der Softporno-Grenze, dümmliche Akteure, die zum Teil schon in der ersten Einstellung ihren Respekt gegenüber dem Zuschauer verloren haben und eine herzhaftenSonnenschein-Dramatik, die rein gar nix zu trüben scheint, sei es die böse und eiskalte Rockerbande oder die herzzereißend tragische Situation der mittellosen, alten Damen.
"Happy Weekend....life's gonna be just fine!" propagiert der Titeltrack und nach diesem Motto leben die jungen Wilden des Films ihr Wochenende aus und führen die dümmliche Polizei (Herbert Fux als unfähiger Polizeichef - ob er diese Rolle wohl später bereut hat?) an der Nase herum. Seichter Wellengang ist also angesagt, daran ändert auch kein armselige Grimassenschneiden oder ein paar Actioneinlagen (Disco-Schlägerei, Verfolgungsjagd) etwas. Und weil "Happy Weekend" auch keinen richtigen Brüller zu bieten hat, werden Schwimmbadszenen eingefügt, die in ihrer erotischen Wirkung nicht einmal an die Nackedei-Possen der "Eis am Stiel"-Teile herankommen.

Das Vollbild ist ein ganzes Stück zu dunkel, so dass man beispielsweise in der Disco kaum richtige Personen oder Details erkennt. Bei Außenaufnahmen erscheinen die Szenen oft als wären sie bei Dämmerung gedreht worden. Dadurch wirken die Farben auch nicht so übermäßig kräftig, wie man es von anderen Vertretern dieses Genres her kennt, die auch unter dem Label Marketing erschienen sind. Die Farben wechseln oft von einem leichten Grünstich zum Rotstich, sogar mitten in einer Einstellung. Die Schärfe leidet ein wenig unter dem schlechten Kontrast, geht aber für einen Film von 1983 in Ordnung. Glücklicherweise wird man nicht durch ein hohen Level von Defekten gestört, das Bild weist zwar einige Kratzer auf, aber das fällt kaum negativ auf. Das Hintergrundrauschen ist existent, anscheinend wurde aber ein Filter eingesetzt, da sich auf hellen Hintergrundflächen ein stehendes Rauschen bildet.
Der deutsche Stereoton ist sehr centerlastig und klingt etwas flach, daher empfiehlt es sich auf den 5.1-Track umzuschalten. Dieser bietet zwar keinen echten Raumklang, dafür sind hier die Frontsignale permanent auf die Rear Speaker gelegt wurden, was ein volleres und durch den Subwoofer-Einsatz kräftigeres Klangbild erzeugt. Ein leichtes Rauschen ist zwar zu vernehmen und mit zunehmender Lautstärke machen sich kleinere Verzerrungen bemerkbar, aber insgesamt macht der Klang der Musik und der Dialoge einen guten Eindruck.
Wer wirklich ablachen möchte, dem sei das schrottige Musikvideo zum Titelsong ans Herz gelegt. Bis auf die zwei herrlich schlechten Trailer zu Interner Link"Himmel, Scheich und Wolkenbruch" und "4 Männer und ein Kamel" bietet die DVD dann auch nicht mehr viel an besonderen Zugaben. Das gute Dutzend Bilder in den zwei Galerien ist schnell durchgeschaut und die der Originalabspann vom damaligen Toppic-Video zeigt bis auf ein paar Texttafeln auch nichts besonderes.

Unter den jüngeren Zuschauern wird "Happy Weekend" kaum mehr als ein Kopfschütteln verursachen, aber frei nach dem Motto des 5. Kapitels "Nur 9 Bier" (die hatte der Drehbuchautor intus, vermute ich mal ;-) könnte der Konsum von einigen Bechern Untergährigen dem Trash-Gefühl dieser Klamotte zuträglich sein. Vielleicht findet man auch einfach das lockere 80er Jahre Feeling toll und fühlt sich sofort an die eigene Jugend zurückerinnert. Wie auch immer, man sollte sich auf keinen Fall am schrägen Charme der Lisa Filme stoßen (auch wenn diese Produktion nicht aus diesem Hause stammt), der auf Grund der platten Witze und der trotteligen Komik nicht immer lustig, sondern manchmal einfach nur langweilig erscheint. Die Bildqualität dieser DVD-Veröffentlichung von Marketing leidet ein wenig unter dem schlechten Kontrast für einen gerade mal 20 Jahre alten Film, Liebhaber dieses antiquierten Humores, der sich ganz nah an Klassiker wie die Pauker-Filme oder den Werken der zwei Supernasen anlehnt und dabei ein wenig unsicher hin- und herwackelt, dürfen aber bedenkenlos zugreifen, zumal sich der Veröffentlichungswahn bei derart Titeln in Grenzen hält und sogar Bonusmaterial vorhanden ist.


Film++----
Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


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